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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik AVR soll EVG schalten, Solid State oder wie?


Autor: Jochen (Gast)
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Hallo,

ich möchte per µC zwei EVG unabhängig voneinander schalten und per 
1..10V Schnittstelle dimmen. Da ich in dem Bereich keine Erfahrung habe 
bin ich mir unschlüssig wie ich das machen sollte.

Ausgangslage: zwei elektronische Vorschaltgeräte Osram QTi-Dim 2x21/39W. 
Bedeutet, dass bei Bestückung mit 2x39W LSR und nicht gedimmt je EVG (= 
je Relais) eine Systemleistung von 88W geschaltet werden muss. 
Geschaltet wird jedes EVG pro Tag einmal ein und wieder aus. Rechnen wir 
aber sicherheitshalber lieber mit drei Schaltvorgängen am Tag:o)
Da die EVG im Durchschnitt 12h pro Tag eingeschaltet sein werden, wäre 
ein möglichst geringer Haltestrom natürlich prima. Insbesondere da das 
Gehäuse rel. dicht sein soll und Wärme daher unpraktisch ist.

Mechanische Relais haben m.W. die Nachteile "groß", "werden warm", 
"Haltestrom begrenzen = Zusatzaufwand" und "Kontaktabnutzung" verbunden 
mit "Festschweißen der Kontakte möglich".

Nun habe ich über Solid State Relais inzwischen einiges gelesen, steige 
aber noch nicht ganz durch:
- Ich habe keine Vorstellung davon, in wie weit die EVG eine induktive 
Last darstellen. Ein ohmscher Verbraucher ist das wohl nicht... Wäre das 
ein Problem?
- Im Gegensatz zu den mechanischen Relais braucht man die wohl nicht 
überdimensionieren?. Kann man dann z.B. reichelt "S26M D02" 
(Solid-State-Relais, U: 600V, Ir: 0,6A, Ift: 10mA) nehmen?
Laut Datenblatt mit "built-in zero-cross circuit" (braucht man zum 
Abschalten, oder?),
RMS ON-state current = 0.6Arms (lese ich als 0.6A Effektiv auf der 
Lastseite, wäre doch dann ok bei 90W/230V=0.4A ?),
Peak one cycle (50 Hz sine wave) surge surrent = 6A (keine Ahnung wie 
lange ein EVG Einschaltstrom zieht und wie hoch der ist...?)

Mal abgesehen von den o.g. Fragezeichen stellt sich also die Frage, ob 
man sowas besser mit EMR oder SSR realisiert. Falls SSR ob das o.g. 
geeignet ist. Und wie man das dann beschalten sollte.

Vielen Dank schonmal für das lesen des doch etwas längeren Beitrages,

Gruß,
Jochen

PS: Nehme auch gerne Links zu Seiten auf denen EVG Ansteuerung oder 
Solid State Grundlagen ausführlich für Nichtprofis erklärt werden.

Autor: Jack Braun (jackbraun)
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>Mechanische Relais haben m.W. die Nachteile "groß", "werden warm",
>"Haltestrom begrenzen = Zusatzaufwand" und "Kontaktabnutzung" verbunden
>mit "Festschweißen der Kontakte möglich".

Ach Du liebe Zeit! Du willst ja nur 88 lächerliche Watt schalten!
Möglicherweise werden die Relais Dich überleben.

Autor: Jack Braun (jackbraun)
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P.S.
Und natürlich bistabile Relais, die haben einen 0 mA Haltestrom ;-)

Autor: Jochen (Gast)
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Und? Ich bin jetzt kein bischen schlauer. Natürlich geht das Relais 
nicht nach nem halben Jahr kaputt. Aber es ist immer noch groß, wird 
immer noch warm, braucht immer noch Abstand zum zweiten Relais und 
braucht soweit ich sehe noch immer mehr Strom als ein Solid State 
Relais, oder? Da das SSR mit 1,5€ auch nicht viel mehr kostet als ein 
billiges mechanisches Relais finde ich das eine Überlegung wert.

Etwas hilfreichere Antworten hatte ich mir daher schon erhofft. 
Insbesondere habe ich aus deiner Antwort nix über Solid State Relais 
dazugelernt...

Autor: sven s. (Gast)
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wie wärs den mit ner triac schaltung aus nem moc3043 und nem bta12.
steuerstrom ca 10mA und last na ja hab es schon mit ner 2000w heitzung 
getestet und es hält. die verlust leistung hab ich auf ca 0.5% berechnet 
die man natürlich abführen muss.

Autor: Jochen (Gast)
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Danke für die Anregung. Leider steige ich da noch nicht ganz durch, mit 
Triacs hatte ich auch noch nicht zu tun. 0,5% Verlustleistung auf der 
Lastseite sind bei 90W allerdings auch 0,45W an Wärme; zumindest in 
dieser Hinsicht sehe ich den Vorteil gegenüber mechanischen Relais 
nicht.

Immerhin haben schon 14 Leute deinen Anhang angeschaut, die waren also 
alle hier:o) Aber keiner hat was zum o.g. SSR gesagt. Werden die auch so 
warm? Ist das überhaupt geeignet? Sind Solid State Relais hier etwa 
verpönt? :o)

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Jochen wrote:

> Mechanische Relais haben m.W. die Nachteile "groß", "werden warm",
> "Haltestrom begrenzen = Zusatzaufwand" und "Kontaktabnutzung" verbunden
> mit "Festschweißen der Kontakte möglich".

Das mag ja damals beim alten Edison so gewesen sein.

Heutige Relais benötigen etwa 1*2cm² Platinenfläche und 0,1W 
Erregerleistung und haben 0V Abfall.
Ein Triac-SSR hat prinzipbedingt etwa 3V Abfall und muß daher je nach 
Last gekühlt werden.

Aber wenn die EVGs schon dimmbar sind, wozu dann überhaupt abschalten ?
Einfach auf 0V dimmen und gut is.


Peter


Autor: Holger Krull (krulli) Benutzerseite
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Ein SSR ist nix anderes,als das was sven s. gezeigt hat, alles schon in 
einem Gehäuse zusammengefasst. bei 90 Watt brauchst Du noch nix kühlen..

Autor: Frank (Gast)
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SSR sind schon ne feine Sache. Drin ist auch nix Anderes als ein 
Optokoppler der einen Triac durchschalten lässt. Es kann dann noch 
Einiges mehr drin sein wenn man das will aber in der einfachsten Version 
wars das. In deiner Anfrage ist von dimmen die Rede. Soll das SSR die 
Dimmfunktion mit übernehmen oder machen das die EVG? Wenns ohne dimmen 
ist, dann such dir ein SSR mit Nullspannungsdetektor drin, dann wird im 
Nulldurchgang geschaltet und es gibt weniger Störungen. Wenn du gleich 
ein SSR mit eingebautem Snubber kaufst, dann muss da auch aussen nix 
weiter beschaltet werden. Eingangsseitig wird ein SSR in der einfachsten 
Version wie eine LED betrieben, aber auch hier gibts verschiedene 
Versionen. Dazu liest man sich, wie meistens, das Datenblatt zum SSR 
durch.

bye
Frank

Autor: Jochen (Gast)
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Hui, danke für eure Antworten.

@Peter Dannegger: Die EVG leuchten bei minimaler Dimmstellung noch 
schwach, daher ausschalten über Versorgungsspannung.

@Holger: Aha, wieder was gelernt.

@Frank: Das SSR soll nur schalten (diese EVG lassen sich nicht über 
Versorgungsspannung dimmen...) Über den Snubber hab ich schon gelesen, 
kann ich auch extern machen. Datenblatt hatte ich gelesen, daher ja die 
Frage ob ich das richtig verstanden hatte:

reichelt "S26M D02" (Solid-State-Relais, U: 600V, Ir: 0,6A, Ift: 10mA):
Frage 1: "RMS ON-state current = 0.6Arms" (lese ich als 0.6A Effektiv 
auf der
Lastseite, wäre doch dann ok bei 90W/230V=0.4A ?) und
Frage 2: "Peak one cycle (50 Hz sine wave) surge surrent = 6A" (keine 
Ahnung wie lange ein EVG Einschaltstrom zieht und wie hoch der ist...?) 
Davon steht auch im Datenblatt des EVG nix. Wovon geht man da aus, und 
wie genau ist das mit einer Sinusschwingung gemeint?

Autor: Frank (Gast)
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wennste keine Ahnung hast wirste wohl messen müssen :-)
Also einfach das EVG mal messtechnisch betrachten um die nicht 
vorhandenen Daten aufzunehmen. Wenn es länger mehr als 6A zieht wie eine 
Periode einer 50Hz Sinusspannung dauert, dann könnte das SSR Schaden 
nehmen. Ich würd aber mal sagen sowas tut es nicht. Ist mir jedenfalls 
noch nicht untergekommen.

bye

Frank

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