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Forum: Markt Tipp: kleines Stecker-Schaltnetzteil mit Null Ruheleistung


Autor: Jörg (Gast)
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Ich habe mir von Reichelt dieses Set gekauft, nur wegen des 
Steckernetzteils:
http://www.reichelt.de/index.html?ARTICLE=59979

Ich bin immer auf der Suche nach kleinen Schaltnetzteilen, um warme 
Wandwarzen zu ersetzen. Dieses hier ist aber recht erstaunlich, sowas 
habe ich noch nicht gesehen: Es hat eine Leistungsaufname von 0,0W im 
Leerlauf, gemessen mit Conrad EKM. Da bin ich sonst ca. 2W "gewohnt".
Eignet sich also ideal um kleine Geräte zu dauerversorgen. Entgegen der 
technischen Daten gibt es ca. 6V ab (Leerlauf, oder ist schlecht 
geregelt), also nur tolerante Elektronik anschließen.

Autor: Jupp (Gast)
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Wie sieht denn die Ausgangsspannung bei Nennlast (=> Oszi) aus?

Das Conrad EKM soll übrigens sehr ungenau sein und Leistungen < 5 W nur 
der Vollständigkeit halber anzeigen.

Autor: Jörg (Gast)
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...Oszirauskram...

Das Ding wird wie gesagt als Ladegerät verkauft, nicht als High-End 
Audioversorgung. ;-)
Also, bei Leerlauf liegt auf den 6V DC ein Sägezahn von knapp 200mV, mit 
einem 400mV Spike obendrauf. Das Ganze bei bemerkenswert 
niederfrequenten 200 Hz.
Mit 12 Ohm Last ist DC auf knapp 5V runter, die Schaltfrequenz auf 25 
kHz rauf, das Trapez eher etwas flacher, statt einem Spike hat es nun 
einen Dip um 300 mV runter.

Autor: Jörg (Gast)
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ach ja,

und mit obigen 12 Ohm Last (also ca. 2W Leistungsabgabe) nimmt es dann 
3,5W laut EKM. Sicher nicht das Präzisionsinstrument, aber zum 
Vergleichen sollte es reichen. Andere Steckernetzteile zeigen so was bei 
2W idle.

Hmm, habe es gerade mit meinem Nokia-Lader verglichen. Der zeigt auch 
Idle Null an... Allerdings 4,3W unter Last.
Haben Ladegeräte vielleicht ein anderes Schaltungsprinzip, was auf 
Kosten von mehr Ripple prima niedrige Leerlaufleistung ermöglicht?

Autor: Jörg (Gast)
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letzte Nachmeldung für heute:
Das Nokia-Ladegerät hat im Leerlauf keine auflösbare Welligkeit, unter 
Last knapp 100 mV bei 65 kHz, ohne Spikes oder Dips. Sieht also besser 
aus.
Ich beginne, mich für Handy-Ladegeräte zu interessieren...

Autor: Ralf (Gast)
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(Fast) null Ruhestrom geht übrigens auch mit klassischen Trafos.
Warme Wandwarzen gibt es nur deshalb, weil die Hersteller immer nur 
gerade so viele Kupferwicklungen rauf zu machen, wie unbedingt 
erforderlich sind, damit das Ding nicht schmilzt. Jeder Cent mehr in der 
Herstellung würde den Verkaufspreis steigen lassen und 
Wettbewerbsnachteile mit sich bringen, weil fast alle Leute die 
Steckernetzteile über den Preis kaufen. Ein paar Kupferwicklungen mehr 
bringen aber die ersehnte niedrige Ruheleistung.

Weil es kaum bezahlbar ist sich die entsprechenden Trafos in kleinen 
Stückzahlen extra wickeln zu lassen, benutze ich immer folgenden Trick, 
wenn ich so ein Netzteil brauche:

Zwei kleine (vergossene) 230V/24V-Trafos werden primär in Reihe 
geschaltet. Die Sekundärwicklungen schalte ich parallel (Phasenlage 
beachten). An jedem Trafo stehen an der Primärwicklung dann nur 115V an. 
Am Ausgang kommen natürlich auch nur 12V raus. Die Leistung ist im 
Leerlauf < 0,1W.

Dazu ist anzumerken, dass die Leerlaufleistung, bei den zwei in Reihe 
geschalteten Trafos nicht linear sinkt (wie man es von Wirkwiderständen 
oder Induktivitäten erwartet), sondern deutlich mehr. Das liegt daran, 
dass diese Bauteile, sofern sie mit der vorgesehenen Betriebsspennung 
verbunden sind, immer in der Nähe der magnetischen Sättigung betrieben 
werden, d.h. im nichtlinearen Bereich.

ELV hat mal ein Steckernetzteil mit geringer Leerlaufleistung angeboten 
(weiß nicht, ob's das noch gibt). Das Prinzip dabei ist ein alter Hut. 
Der Trafo muß eben so ausgelegt sein, dass er nicht in die Sättigung 
gefahren wird. Alle Tonübertrager in Röhrenendstufen oder ELA-Anlagen 
wurden früher übrigens so ausgelegt.

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
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Hey, sehr interessanter Ansatz. Muss man erstmal drauf kommen, Danke!

>dass er nicht in die Sättigung gefahren wird.

Kann man das irgendwie messen?

Gruß
AxelR.

Autor: Benedikt K. (benedikt) (Moderator)
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Axel Rühl wrote:

>>dass er nicht in die Sättigung gefahren wird.
>
> Kann man das irgendwie messen?

Ja, kann man:
Strom mit dem Oszi anschauen: Ist es ein sauberer Sinus, nur 
Phasenverschoben ist alles OK. Ist der Sinus verzerrt (die Maximalwerte 
vom Sinus sind nicht rund, sondern eher Spitz), dann ist der Kern in der 
Sättigung, bzw. nahe davor.

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
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Ja, logisch ;-)) wie beim Step-up Regler, da macht man ja nichts anderes 
- war schon spät gestern, Danke!
AxelR.

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