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Forum: Platinen Schutz vor Korrosion, Alterungserscheinungen und ueberhaupt


Autor: Hansl (Gast)
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Hallo,

Nun hab ich meine ersten paar Platinen gebastelt und kann
bei einigen schon haessliche veraenderungen feststellen.

Das ich Flussmittel nach dem Loeten entfernen muss ist
mir mittlerweile klar (sieht einfach nicht huebsch aus).
Inwieweit das die Funktionalitaet beeinflusst kann ich
leider nicht sagen.

Am Markt sind einige Mittelchen erhaeltlich. Und einige
Techniken sind quasi Standard (Verzinnen, Lackieren)

Wie bereitet Ihr eure Platinen den fuer die Ewigkeit vor?

mfg
Hansl

Autor: Lothar (Gast)
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Wenn's für die Ewigkeit sein soll, dann kannst Du das Ganze in Kunstharz 
gießen. Da ich mir bei meinen Konstrukten nicht immer soooo sicher bin, 
nehme ich lötfähigen, farblosen Lack und den trage ich, wie zu Omas 
Zeiten, mit dem Pinsel auf. Spray lackiert auch die Bauteile, die das 
nicht vertragen (optische), laüft dafür schlechter unter Bauteile, unter 
denen Leiterbahnen verlaufen.
Grüße
Lothar

Autor: diwe (Gast)
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Als Flussmittel verwende ich nur wasserlösliches Flussmittel 
(Citronensäurelsg in Isopropanol). Zum Schutz der Platinen tauche ich 
nach dem Löten die Platine in einer verdünnte Lösung von Kolophonium in 
Isopropanol.
Chemisch Zinn hält sich nicht sehr lange, es gibt aber ein Rezept zum 
selber brauen bei www.progforum.com 
http://www.progforum.com/showthread.php?t=7043 (auf 
Thioharstoffbasis)bzw alkalische Zinnbad 
http://www.progforum.com/showthread.php?t=4187&pag...

Gruss Dietmar
www.dietmar-weisser.de

Autor: Andreas Haimberger (Gast)
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> Das ich Flussmittel nach dem Loeten entfernen muss ist
> mir mittlerweile klar (sieht einfach nicht huebsch aus).

Muss man nicht. Ich löte als Privatmann nach wie vor mit bleihältigem 
Lot und Standard-Flussmittel, da braucht man nichts entfernen. Ob die 
Lötstellen ästhetisch ansprechend oder durch ein Bisschen Flussmittel 
"verunstaltet" sind, ist mir ziemlich egal. Sieht doch normalerweise 
sowieso keiner. Ob ich jetzt die "deluxe"-Ausführung mit Lötstopplack, 
Heissluftverzinnung und Reflow-Lötung oder blankes Kupfer und 
handgeschnitzte Lötstellen mit Flussmittelresten habe, ist für die 
Funktion völlig wurscht.

> Wie bereitet Ihr eure Platinen den fuer die Ewigkeit vor?

Kommt es dir nur auf gutes Aussehen an oder befürchtest du irgendwelche 
Ausfälle wegen Leiterbahnkorrosion? Selbst wenn die Leiterbahnen aus 
unbehandeltem Kupfer sind, wird die Leiterplatte in normaler Raumluft 
jahrzehntelang halten. Das Kupfer wird zwar bald braun, aber das ist 
nicht wirklich funktionsstörend.

Ich persönlich verzinne meine selbstgefertigten Leiterplatten mit 
chemisch Zinn, aber hauptsächlich wegen der verbesserten Lötbarkeit 
(macht sich speziell bei SMD bemerkbar). Die Lagerfähigkeit wird dadurch 
aber nicht verbessert, "Chemisch Zinn"-Oberflächen werden nach ein paar 
Monaten oder spätestens nach einem Jahr so gut wie unlötbar. Da meine 
Leiterplatten aber sowieso ein-zwei Tage nach dem Ätzen bestückt und 
gelötet werden, ist mir das relativ egal.

Wenn es ein guter Oberflächenschutz sein soll (muss), würde ich als 
privater Elektronikbastler den "Plastik-Spray" von der Kontakt-Chemie 
nehmen, damit ist die Kupferoberfläche ziemlich gut gegen Korrosion 
geschützt. Die Lötbarkeit wird dadurch nicht besser, der Lack behindert 
eher den Lötvorgang, die Oberfläche bleibt aber jahrelang gleich gut.

Die beste Lösung ist Fertigung beim professionellen 
Leiterplattenhersteller mit Lötstopplack und Vergoldung, das hat 
natürlich auch seinen Preis.

Grüsse, Andy

Autor: Geniesser (Gast)
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>Das ich Flussmittel nach dem Loeten entfernen muss ist
>mir mittlerweile klar (sieht einfach nicht huebsch aus).

Ich verwende gerne ein NO-CLEAN Flussmittel, z.B. Mini-Fluxer von 
Stannol, der wird unmittelbar vor dem Löten auf das BLANKE Kupfer 
aufgetragen (Wichtig: vorher mit Poli-Block von Seno reinigen - gibt nix 
besseres). Kurz warten bis Flussmittel verdampft ist, dann löten und 
voilá - keine Rückstände (nix reinigen!). Für SMD das Beste (gibt da 
verschiede Stifte, kenne nicht alle).

Probier's doch mal aus!

Achso, wichtig ist eine konstante Löt-Temperatur, deswegen Lötstation!!!

und für kleines Zeugs dünnes Lötzinn (max. 0.5 mm)

Autor: Hansl (Gast)
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Zuallererst moechte ich mich fuer die zahlreichen und sehr informativen
Antworten bedanke und mioch fuer mein spaetes Posten gleich vornweg
entschuldigen. Tschuldigung, kommt nicht wieder vor :)

Achja, die Ewigkeit :) Die hab ich fuer mich auf 10 Jahre Veranschlagt 
:)
Ist zwar auch mehr Hausnummer als besonders Sinnbehaftet aber damit 
waehne
ich mich derzeit auf der sicheren Seite.

Also danke Lothar, in Kunstharzgiessen ist eine nette Idee...aber neee 
;)
Den Loetbaren Lack zum aufpinseln sehe ich mir mal an. Ist mir 
symphatischer als Sprayen, und wenn man dannach noch Aenderungen
vornehmen kann - umso besser.

Dieter:
Wasserloesliches Flussmittel klingt sehr Interessant. Ich werkel im
Moment noch mit meinem Uralt ERSA Loetfett, werd ich wohl nichtmehr
Aufbrauchen. Was das verzinnen betrifft, so lass ich das einstweilen mal
im Moment bastle ich eh nach der "malen, drucken, aetzen, bestuecken in
einem durchgang" methode, geht sich bei den wenigen Bauteilen die ich
bestuecke Wunderbar aus. Vor der Giftmischerei seh ich mal ganz ab,
mir kam beim durchlesen deines 2. Links das Gruseln :)

Andreas:
Achso, wieder was gelernt, ich dachte mir das die Optik da einen
Einblick in die nicht Einsehbare aber "sichtlich" fortschreitende
Zerstoerung gibt. Entwarnung :) Und JA, ich befuerchtete eine 
zerstoerung.
Gut also fuer die Optik ist Lackieren das Mittel der Wahl. Fuer die 
Funktion irrelevant. wunderbar :)
Professionell fertigen wuerde mich wohl innerhalb kuerzester Zeit
dazu zwingen nur noch Nudeln mit Dosentomaten zu essen :)
Vonwegen, Layoutfehlern 1 Stueck Auflage und so...

Geniesser: Ich verwende zur Zeit Aceton zum Reinigen der Platinen.
Wo liegt der Nachteil dem gegenueber bei dem von dir erwaehntem
SENO Poli-Block ? Wenns weniger Dampft, nicht so sehr Aetzend
Hautschichten austrocknend ist und halbwegs Leistbar vieleilcht eine
Alternative fuer mich.
Jaja, die konstante Loettemperatur... muss meine Loetspitze mal wieder
ins Tipsi tunken sobld ichs wieder finde, die sieht mittlerweile ein
wenig nach Fleckvieh aus.

mfg
Hansl - Der nun viel ruhiger schlafen kann da er weiss das seine
basteleien nicht Morgen schon Tod-oxidiert sind.









Autor: Hansl (Gast)
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Nachtrag:

Geniesser:
Diese FLuxerstifte komment bei mir sicher in die Werkzeugkiste sobald
ich bei smd angelangt bin :)

Autor: Geniesser (Gast)
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@Hans
So einen Fluxerstift kann man auch für bedrahtet verwenden (ist aber 
nicht so viel drin, also sparsam umgehen). So andauernd wie das 
Kolophonium ist das Zeug natürlich Prinzip bedingt nicht (es soll ja 
verdunsten). Als ich bei dir "Ersa Lötfett" gelesen habe, konnte ich mir 
das Grinsen nicht verkeifen :). Sowas habe ich die letzten 10 Jahre 
nicht mehr verwendet (oder noch länger). Die konstante (nicht zu heiße) 
Löttemperatur ist wirklich wichtig, das weiß ich seitdem ich beides 
kenne (Lötstation ERSA und nicht geregelte Lötwerkzeuge einschl. 
Fingerdrück-Lötpistole). Aceton reinigt die Kupferoberfläche zwar auch 
völlig fettfrei, ABER der Polibloc (so nennt sich das Teil korrekt) 
schleift die Kupferoberfläche ein wenig ab (sind Glasfaserpartikel 
darin) OHNE sichtbare Kratzer zu hinterlassen. Das Kupfer ist danach 
quasi nagelneu. Aceton braucht man dann nimmer - einfach mit Fluxer 
drüber malen (ist wie ein Edding), kurz warten und dann löten. Nur nicht 
auf den Stift drücken, sonst läuft die Brühe raus und bei 10 ml Inhalt 
ist dann schnell Nachschub fällig (was bei 5 bis 10 EUR pro Stift 
bedeutet "nur noch Nudeln mit Dosentomaten essen" ;)). Kolophonium löst 
sich übrigens sehr gut in Aceton und lässt sich dann glasklar als 
Flussmittel auftragen (besser als Spiritus und nach meiner Erfahrung 
besser als Alkohol, letzteres geht aber auch). Aceton ist aber sehr 
leicht flüchtig, was die Handhabung erschwert (das Zeug büchst 
buchstäblich aus dem Lieblingsschraubgefäß aus).

Autor: Hansl (Gast)
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Guten Morgen Geniesser,

Hab mir den Poliboc nun mal angesehen, ist also ne art schleifstein?
Das Ding ersetzt also Schritt 2 und 3 (siehe unten)? Wenn dem so ist
guck ich mir das an, den Acetonverbrauch zu halbieren faende ich schon
angenehm. Klar, wenn der Tonertransfer nicht gut geklappt hat muss
ich dennoch mit Aceton ran, das ding ist ja sicher nciht fuer Toner
und Papier geeignet.

Und ja, Das ERSA Zeug ist gute 15 Jahre Alt :) Der stift is mir 
einstweilen
dann doch ein wenig zu teuer. Aceton und Kolophonium...BRRRRRRR :)

mfg
Hansl

Im Moment mach ich Platinen wie folgt:
1. mit Eagle Layouten, Auf Hochglanzwerbeprospekte Drucken
2. Platine mit einem Drahtschwamm(ein Topfreiniger fuer die ganz schlimm
   eingebrannten Nudeln) abrubbeln.
3. Mit Aceton reinigen. (das stellts mir immer die nackenhaare auf)
4. Direkttonertransfermethode vom Werbeprospekt auf die Platine.
5. Mit nem Buegeleisen mit der Einstellung "Wolle" Uebertragen.
6. Das ganze kommt dann heiss in nen Eimer Wasser mit Spueli.
   nach 5 Minuten rubbel ich das Papier ab. Brauche im Schnitt
   2 Anlaeufe bis es passt. Wenns nicht passt zurueck zu 3.
7. 2l wasser zum sieden bringen und in einen Eimer leeren.
8. Eimer mit Natriumpersulfatlongdrink in den Heisswasser Eimer stellen
9. Platine ca 15 Minuten unter dauerschwenken(Sauerstoff) aetzen.
   Anschiessend wandert die Platine in den Heisswassereimer.
10.Letzte reinigung mit Aceton (Toner Entfernen) ...dieses grausige 
aceton
11.Bohren
12.zukuenftige Loetstellen und Bauteile mit der ERSA Pampe beschmieren.
13.Bestuecken, Loeten (0.6mm Lot, Conrad/Voltcraft LS50 "loetstation")
14.Mit einer alten Zahnbuerste und Toilettenpapier den groesstenteile
   des mittlerweile zu Suppe gewordenen ERSA Flussmittels entfernen.










Autor: Power (Gast)
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Ich besprühe meine Platinen nach dem Ätzen und Bohren mit Lötlack von 
Kontakt-Chemie (auf's blanke Kupfer). Da lässt sich das Kupfer auch nach 
längerer Zeit noch prima löten und ist geschützt.
Zum Eingiessen kann ich SYLGARD 170 von Dow-Corning empfehlen. 
Zwei-Komponenten-Elastomer, 50/50-Mischung.

Autor: Geniesser (Gast)
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Lötlack geht super wenn es nur ums Löten geht. Problem dabei ist die 
klebrige Oberfläche. Kann man zwar durch Erhitzen mildern, aber nicht 
ganz wegbekommen. Fingerabdrücke verunstalten die Oberfläche (besonders 
in warmer Umgebung, z.B. Hochsommer) und Staub bleibt gerne darauf 
haften.
==> Suboptimal :)

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