www.mikrocontroller.net

Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Elektotechnik - Ingenieur / Schweiz Einstiegsgehälter

Autor: Tommy (Gast)
Datum: 30.05.2007 22:38

Grüezi,

ich habe kommende Woche ein Bewerbungsgespräch bei einem grossen
Elektrokonzern in der Schweiz (>30000 Angestellte). Um nun bei den
Gehaltsvorstellungen nicht ganz daneben zu liegen wollte ich unsere
Schwyzer hier mal fragen was denn so die regulären Einstiegsgehälter
fuer Elektrotechnik Ingenieure sind.
Mal kurz zu mir, ich habe mein FH ETechnik - Studium mit Schwerpunkt
Technische Informatik vor ein paar Monaten beendet. So neben dem Studium
habe ich hobbymaessig mit Mikrocontrollern gearbeitet und einige
freiberufliche Projekte (Softwareentwicklung, etc.) erfolgreich
durchgezogen. In der Systemprogrammierung unter Linux bin ich auch recht
fit und ich denke dass ich im Großen und Ganzen nicht unbedingt auf den
Kopf gefallen bin(ne gute Portion Selbstvertrauen ist auch dabei :-)).
Ich habe natürlich schon gegoogelt und bin auf recht interessante Zahlen
gestossen; monster.ch und andere geben da so 80.000 CHF (ca. 48000 Euro)
Einstiegsgehalt an. Ist das Gehalt realistisch, eher niedrig,
mittelmaessig oder hoch?

Die Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz ja doch wesentlich hoeher
als in Deutschland, waere nett wenn mir da ein "erfahrener Hase" ein
paar Worte zu sagen würde.

Danke
Tom
Autor: Schweizermacher (Gast)
Datum: 31.05.2007 02:19

Hallo Tom,

mal das hier lesen:

http://www.hallo-schweiz.de/CH_16_Geld.htm#geh

Zitat aus o.g. Link:
Bei der Höhe des Gehaltes, sollte man nicht den Fehler begehen, die
Schweizer Franken in EUR bzw. umgekehrt umzurechnen. D. h. man sollte von
vornherein als Gehalt (unserer persönlichen Einschätzung nach) etwa das
doppelte in CHF bekommen, was man z. B. in Deutschland in EUR erwarten
würde (Beispiel: EUR-Gehalt: 40.000 EUR => kalkuliertes CHF-Gehalt: 80.000 CHF).
Diese 2:1 - Rechnung ist unserer Meinung nach realistischer als jegliche Umrechnerei.
(Achtung: kann je nach Branche, Berufszweig, Qualifikation etc. natürlich
auch ganz anders ausfallen ... und sollte deshalb nicht als verbindlich
gesehen werden - ist, wie schon gesagt, ein rein persönlicher Eindruck aus
unserer Anfangszeit hier!)
Wenn man erst einmal in der Schweiz lebt, weiss man auch schnell, warum.

Das dieser Seite angeschlossene Forum "Hallo Schweiz" ist SEHR
empfehlenswert:

http://www.hallo-schweiz.de/forum/

Wenn Du das (besonders das Forum) alles "durchgeackert" hast, sollten
(fast) keine Fragen mehr offen sein!

Gruss aus der Scheiz
Schweizermacher
Autor: Schweizermacher (Gast)
Datum: 31.05.2007 02:20

Scheiz = Schweiz
Autor: bleifrei (Gast)
Datum: 31.05.2007 04:42

Wenn man von der Schule kommt, sollte das Gehalt noch nicht so wichtig
sein. Es gibt noch unendlich viel zu lernen, und wenn man zuviel
verdienen will, setzt man sich und das Unternehmen einem grossen Stress
aus, die Kohle auch wieder reinzubringen. Die Toleranz gegenueber
Patzern ist bei tieferem Lohn groesser als wenn man am Limit laeuft. Das
gilt speziell fuer kleinere Firmen. Mein Chef kam mal zu mir und meinte,
er koenne mein Gehalt noch 18 Monate bezahlen. Das Projekt kam nicht vom
Fleck und der Verkauf davon auch nicht. Dann weiss man, was das heisst.

Bei grossen Firmen muss man sich solche Sorgen weniger machen. Die haben
in der Regel eine Liste was sie bezahlen. Der Verhandlungsspielraum wird
gegen Null gehen, da Schulabgaenger keinerlei Spaezialwissen vorweisen
koennen. Da muss man dann die Leistung anpassen. Wenn der Lohn eher an
der unteren Seite ist, muss man sich mit Ueberstunden etwas
zurueckhalten. Wenn der Lohn eher am oberen Ende ist, kann man auch mal
eine Mappe ins Wochenende mitnehmen.
Autor: Jupp (Gast)
Datum: 31.05.2007 08:12

>Wenn man von der Schule kommt, sollte das Gehalt noch nicht so wichtig
>sein.

Stimmt schon, nur sollte man sich trotzdem nicht unter Wert verkaufen.
Denn in erster Linie arbeitest du ja für dich und die Realisierung
deiner Träume und nich dafür, dass deine Firma gute Arbeit zu
Billigstlohn bekommt.
Autor: Oliver (Gast)
Datum: 31.05.2007 08:15

ABB? Ich habe selbst letzten Winter mit der FH hier in der Schweiz
abgeschlossen und es sind ein paar meiner Kollegen zu ABB gegangen. Die
kriegten alle knapp 80'000, ist also durchaus realistisch. Der
Verhandlungsspielraum wird bei so grossen Firmen aber tatsächlich nicht
hoch sein. Ich hab als Wunschgehalt immer 78'000 angegeben und bekomme
nun auch etwas in dieser Gegend (Region Zürich).
Sonst liegen 80'000 wohl schon oberhalb des Durchschnittes für Anfänger,
aber noch im Rahmen.

Ps. Schwyzer wären nur die Einwohner des Kantons Schwyz, die Gesamtheit
wären Schweizer. Nur für den fall, dass das kein absichtlicher
Verschreiber war :-)
Autor: Tommy (Gast)
Datum: 31.05.2007 09:33

schon mal vielen Dank fuer die ganzen Infos, ich werde Euch Ende
nächster Woche mal sagen wie's gelaufen ist.

@Oliver: bzgl. Schwyzer -> danke, man lernt nie aus :-)

Tom
Autor: reflection (Gast)
Datum: 31.05.2007 09:55

Hallo zusammen

Hm, macht mich jetzt doch recht stuzig dieser Thread.
Ich bin Elektroniker und mache im Moment das Abend Tech mit 100%
arbeiten nebenbei. Bin 28zig. Ich verdiene im Moment keinen FH Lohn also
rein Elektroniker, wurde also noch nichts angepasst und ich verdiene
jetzt schon so viel wie oben geschrieben, also +/- 80'000 für 12 Monate.
Je nachdem noch Bonus.

Greets
Autor: Master Snowman (snowman)
Datum: 31.05.2007 10:06

je nach region in der CH wirst du, Tommy, so zwischen 75-80'000 CHF
bekommen. also beim bewerbungsgespräch kannste ruhig 80'000 sagen, und
wenn du's bekommst, kannste glücklich sein; wenn nicht, sei nicht
enttäuscht.

@ reflection: ich denke, das ist unüblich aber sei froh drum ;)
Autor: Jolli (Gast)
Datum: 31.05.2007 10:34

>Ich verdiene im Moment keinen FH Lohn also rein Elektroniker, wurde also
>noch nichts angepasst und ich verdiene jetzt schon so viel wie oben
>geschrieben, also +/- 80'000 für 12 Monate.

Was bekommt denn ein erfahrener Ingenieur mit 5Jahren Berufserfahrung ?
(Hardware, Microcontroller, Systemdesign)
Autor: Master Snowman (snowman)
Datum: 31.05.2007 10:45

5J BE: kann man so nicht sagen. hängt von zu vielem ab: kleine/grosse
firma, selbständigkeit, neue/alte firma, tätigkeitsbereich der firma,
leitungsfunktion, erfahrung, bereit zu reisen oder viel ausserhalb der
8:00-17:00 zu arbeiten und und und...
Autor: panzer (Gast)
Datum: 31.05.2007 11:01

Grüezi,

welches Gehalt kann ein erfahrener Entwickler erwarten oder verhandeln
(6 Jahre Erfahrung im Bereich Halbleiter, FPGA, µC)?
Abschluss: Diplom Elektrotechnik, Universität.
Gehalt in D: ca. 60000-65000 Euro.

Nach der angegebenen Formel käme ich auf ein avisiertes Gehalt
von 120000 CHF.

Ist das realistisch, wird soviel gezahlt (Raum Zürich)?

Vielen Dank für hilfreiche Hinweise!

panzer
Autor: Master Snowman (snowman)
Datum: 31.05.2007 12:21

für 6J BE gilt das gleiche wie für 5J BE ;) ...lesen, dann posten ^^
Autor: Magnetikus (Gast)
Datum: 31.05.2007 13:14

>welches Gehalt kann ein erfahrener Entwickler erwarten
>oder verhandeln (6 Jahre Erfahrung im Bereich Halbleiter, FPGA, µC)?
>Abschluss: Diplom Elektrotechnik, Universität.
>Gehalt in D: ca. 60000-65000 Euro.

Ebenfalls Universität, 8 Jahre BE, auch HL, FPGA, uc und EMV - letztes
Angebot auf Festanstellung waren 72600,- und 6% plus nach einem halben
Jahr.

Ich denke aber nicht, daß man in der Schweiz das Doppelte verdienen wird
oder muss. Die Lebenshaltung ist mit 1/3 des Gehaltes abgegolten.
Autor: Schweizermacher (Gast)
Datum: 31.05.2007 14:10

@Magnetikus

Mein lieber Magnetikus, du schreibst:

> Ich denke aber nicht, daß man in der Schweiz das Doppelte verdienen wird
> oder muss. Die Lebenshaltung ist mit 1/3 des Gehaltes abgegolten.


Du verstehst die, weiter oben von mir angegebene, Formel nicht:
|EUR-Brutto| * 2 = |CHF-Brutto|
Bei einem Umrechnungskurs von 1,00 EUR = 1,60 CHF ergibt sich in dem
o.g. Beispiel:
40000 EUR * 2 = 80000 CHF
ein (auf EUR) rückgerechnetes (Schweizer-)Zielgehalt von 50000 EUR.

Also mitnichten ein doppelt so hohes Gehalt wie in Deutschland!

Die o.g. Formel dient lediglich zur groben Abschätzung eines
erforderlichen Schweizer-Zielgehaltes bei dem es dem Migranten möglich
ist, seinen bisher gewohnten deutschen Lebensstandard
grössenordungsmässig in der Schweiz beibehalten zu können.
Der errechnete Wert korreliert nicht zwangsläufig mit marktüblich
gezahlten Salären in der Schweiz.

Die besagte Formel berücksichtigt bereits die erheblich niedrigere
Steuerbelastung und die min. 30-40% höheren Lenenshaltungskosten.


Magnetikus schreibt weiter:
> ... Die Lebenshaltung ist mit 1/3 des Gehaltes abgegolten.

Auch hier täuschst Du Dich gewaltig: Das mag für Deutschland gelten,
doch hier in der Schweiz fressen alleine die Mietkosten im Schnitt ca.
40-50% des verbleibenden Netto-Salärs. 'Wein', 'Weib' und 'Gesang'
kommen dann noch extra! (und gefuttert hat Du dann auch noch nix!)

Du siehst: auch hier wachsen die Bäume nicht in den Himmel und die
gebratenen Tauben fliegen einem auch nicht so einfach in den Mund.

Zudem arbeiten wir hier i.d.R. 42.5 Stunden/Wochen bei 20 Tagen Urlaub
und einer gesetzl. Kündigungsfrist von 1 Monat im 1.Jahr, 2 Monaten im
2.-9.Jahr und 3 Monaten ab dem 10. Dienstjahr! (Vertraglich können
bessere Regelungen vereinbart werden)

Grüsse aus der Schweiz
Schweizermacher
Autor: 37° (Gast)
Datum: 31.05.2007 14:54

> Zudem arbeiten wir hier i.d.R. 42.5 Stunden/Wochen bei 20 Tagen Urlaub
> und einer gesetzl. Kündigungsfrist von 1 Monat im 1.Jahr, 2 Monaten im
> 2.-9.Jahr und 3 Monaten ab dem 10. Dienstjahr! (Vertraglich können
> bessere Regelungen vereinbart werden)

Mit, den um ca. 20-30% niedrigen Steuersätzen,  auch ein 'Paradies' für
Unternehmer.
Autor: Es lebe Mannheim!!! (Gast)
Datum: 31.05.2007 16:31

On die Lebenskosten wirklich 50% ausmachen, hängt ja wohl vom Gehalt ab:
der Wohnpreis ist ja konstant! Wenn man gut genug verdient (und nur dann
käme Schweiz infrage) kann die Wohnung vielleicht nur 30% ausmachen.
(5000 Euro Brutto und 2500 euro netto)Für 750,,- kann man sicher auch in
der Schweiz wohnen. Das gleiche gilt fürs Essen.

Machen wir doch mal folgendes:

  Deutschl  Schweiz
Gehalt  3000  3300
Steuern  1200  990
Essen  400  600
Wohnung  500  800
Verbl.  900  910

Deutschl  Schweiz
Gehalt  5000  5000
Steuern  2000  1500
Essen  400  600
Wohnung  500  800
Verbl.  2100  2100

  Deutschl  Schweiz
Gehalt  7000  6720
Steuern  2800  2016
Essen  400  600
Wohnung  500  800
Verbl.  3300  3304

Was sagst ihr jetzt ?






Autor: Master Snowman (snowman)
Datum: 31.05.2007 19:41

nett, deine aufstellung ;) ist zwar nen rechten brochen, aber es gibt da
noch grosse unterschiede bei: strom, wasser, auto(!!!), haushalt,
ausgang, kommunikationswesen (handy, TV, i-net etc), ÖV(!), krankenkasse
usw... zieh mal pauschal 1000.-- ab, dann reden wir weiter.
siehe auch: Beitrag "Arbeiten in der Schweiz"
Autor: Schweizermacher (Gast)
Datum: 01.06.2007 11:32

@all

Da sich hier einige Herrschaften völlig falsche Vorstellungen vom
hiesigen Preisniveau machen und von, aus der Luft gegriffenen, Annahmen
ausgehen, habe ich mir mal die Mühe gemacht "Butter bei die Fische" zu
tun!

Preisvergleich (Grund-)Nahrungsmittel und Körperpflege
Deutschland -> Schweiz  (2007)
--------------------------------------------------------------------------
                          Deutschland       Schweiz        Preisdifferenz
                                 Euro       Euro     CHF    DE-->CH in %
                                -----       ------------    -------------
Butter                  1kg      3.00       8.59   13.75     186.5%
Eier                    10 Stk.  0.80       1.75    2.80     118.8%
Milch                   1L       0.55       1.06    1.70      93.2%
Sonnenblumenöl          1L       0.89       2.06    3.30     131.7%

Toastbrot               1kg      0.80       2.81    4.50     251.6%
Knäckebrot              100g     0.14       0.78    1.25     458.0%
Brot (Discounter)       1kg      0.90       2.50    4.00     177.8%

Rind (Hack)             1kg      4.38      10.94   17.50     149.7%
Rind (Gulasch/Voresssen)1kg      7.58      17.81   28.50     135.0%
Rind (Hüftsteaks)       1kg     11.99      36.56   58.50     204.9%
Schwein Kotelett        1Kg      5.70      15.00   24.00     163.2%
Schwein Filet           1kg      9.99      31.91   51.05     219.4%
Putenschnitzel          1kg      5.38      14.41   23.05     167.8%

Bananen (bio)           1kg      1.50       3.34    5.35     122.9%
Orangen                 1kg      1.49       2.00    3.20      34.2%
Äpfel                   1kg      0.85       2.50    4.00     194.1%

Dose Ravioli            1kg      1.10       2.84    4.55     158.5%
Dose Erbsen & Karotten  1kg      1.39       2.94    4.70     111.3%
Dose Tomaten gehackt    1L       0.82       1.41    2.25      71.5%

Reis                    1kg      1.00       1.38    2.20      37.5%
Mehl (405er)            1kg      0.35       1.06    1.70     203.6%
Nudeln (Spagh.)         1kg      0.58       0.75    1.20      29.3%
Kartoffeln              1kg      0.50       1.38    2.20     175.0%
Cornflakes              1kg      1.99       4.38    7.00     119.8%

OrangenLimo (noname)    1L       0.26       0.75    1.20     188.5%
Mineralwasser (noname)  1L       0.13       0.41    0.65     212.5%
Apfelschorle            1L       0.37       1.00    1.60     170.3%
Kartoffel-Chips         100g     0.30       1.11    1.78     270.8%
Tüte Haribo Mix         300g     0.85       2.16    3.45     153.7%
Erdnüsse gesalzen       100g     0.23       0.49    0.79     114.7%

Vollwaschmittel         1kg      1.73       1.28    2.05     -25.9% ???
GeschirrTabs 5in1       1 Stk.   0.07       0.28    0.45     301.8%
Allzweckreiniger        1L       0.50       2.06    3.30     312.5%

Seife (noname)          100g     0.17       0.28    0.45      65.4%
Zahnpasta (noname)      100ml    0.34       0.70    1.12     105.9%
Schampoo                1L       2.30      11.25   18.00     389.1%
Rasierschaum            1L       3.30       8.13   13.00     146.2%
Tempos (noname)         30 x 10  1.45       4.34    6.95     199.6%
Damenbinden (noname)    1 Stk.   0.03       0.09    0.15     212.5%
Kondome (noname)        1 Stk.   0.25       0.34    0.55      37.5%


Bemerkungen:

Preise Deutschland: Mittel von Lidl/Aldi/Norma/Schlecker/Plus/Penny/Netto
Preise Schweiz:  Mittel von Migros/Coop (zusammen ca. 70% Marktanteil)
                                    
NoName-Produkte: zu einigen deutschen NN-Produkten gibt es hier keine
                 vergleichbaren Hausmarken
                                    
Frischfleisch:   in CH generell die deutlich bessere Qualität!
                 (you get what you payed for!)
Eier:            Verbot von Käfighaltung, niedrigste Qualität: Bodenhaltung Import) 
                                    
Wechselkurs:     1.00 CHF = 0.63   EUR
                              
Referenz Deutschland: http://www.koever.com/aldi/preislisteAS/index.php3                        
                    http://de01.shop.schlecker.com/                        
                              
Referenz Schweiz:   http://www.le-shop.ch/leshop/Main.do?currentMenu=SHOP_SUPERMARKET#/de/Supermarkt 

Stand: Q2/2007 (c) Schweizermacher                    


Und was lernen wir daraus?

Kommt nicht als Inschingiöhr in die Schweiz, sondern als Knäckebrot- und
Schampooverkäufer!

Grüsse aus der Schweiz
Schweizermacher
Autor: Florian *.* (haribohunter)
Datum: 01.06.2007 13:14

Was Butter in der Schweiz kostet, weiß ich jetzt. Aber was kosten
Fische? :-)
Autor: Inschinär (Gast)
Datum: 01.06.2007 14:46

Nach Deiner Liste dürfte man in der Schweiz nur Waschen **lol***.
Ist schon happig, was die da haben wollen. Ich glaube ich schmuggle das
Zeugs in doppelter Verbrauchsmenge ein und verkauf es auf dem Berner
Markt.

Mir fällt aber auf, daß du die deutschen Preise etwas knapp angesetzt
hast bzw von Billigwaren ausgegangen bist (?)- einige reale Beispiele:

Name                    Tabelle            Mein Wert

Butter                  1kg      3.00       5.98 ( 2x 500g)
Eier                    10 Stk.  0.80       1.95 (Q-Eier)
Milch                   1L       0.55       0.69
Sonnenblumenöl          1L       0.89       1.19
Toastbrot               1kg      0.80       1.98 (2 x 500g golden)
Putenschnitzel          1kg      5.38       8.90
Bananen (bio)           1kg      1.50       1.99
Reis                    1kg      1.00       1.95
Mineralwasser (noname)  1L       0.13       0.39
Kartoffel-Chips         100g     0.30       0.59 (1,59 / 250g)
GeschirrTabs 5in1       1 Stk.   0.07       0.18
Schampoo                1L       2.30       8.00 (1,99 / 250g)

----------------------
Deine Aussage ändert sich natürlich dadurch nicht, die Schweiz ist rund
doppelt so teuer.

Aber "warum" möchte ich nun wissen ?

Autor: Schweizermacher (Gast)
Datum: 01.06.2007 15:21

@Inschinär:

Ja, Du hast recht: ich habe mich bei den DE-Preisen vorwiegend an
Discounterware der 'üblichen Verdächtigen' gehalten.

Begründung:

- Situation CH -
Zweifellos bestimmt das Duo Migros/Coop mit fast 70% CH-Marktanteil
(gerechnet nach Denner-Übernahme durch Migros) das Preisgefüge in der
Schweiz massgeblich und ist flächendeckend verfügbar.
Aldi-Suisse hat momentan weder die Verkaufsfläche noch den
entsprechenden Marktanteil um nachhaltig (=direkt) preisbestimmend
wirken zu können.

- Situation DE -
Es muste also für die DE-Preise ein Marktsegment gesucht werden, das
eine ähnliche Markt- und Flächenabdeckung repräsentiert. Daher die
Gruppe "Lidl/Aldi/Norma/Schlecker/Plus/Penny/Netto"
Rechnet man nun noch den Bereich der sog. Grau- oder Weissware der
traditionellen Grossverteiler (REWE/METRO und Konsorten) hinzu, kommt
man auch hier auf einen Marktanteil von gegen 70%.

- DE-Produkt vs. CH-Produkt -
Verglichen wurde das DE-Discounterprodukt jeweils gegen die Hausmarke,
resp. die Billiglinie (M-Budget/Prix Garantie) der erwähnten
CH-Grossverteiler. Bei Produkten, bei denen keine CH-Haus- oder
Billigline existiert, wurde das günstigste Markenprodukt angesetzt.

Nur so war ein (halbwegs stimmiger) Vergleich möglich.
Aber auch hier gilt: "Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich!"

Nachsatz:
Auf den Vergleich von Genussmitteln wie Kaffe, Tee, Tabak, Bier und
Spirituosen habe ich bewusst verzichtet. Kondome reichen!

Grüsse aus der Schweiz
Schweizermacher


Autor: 37° (Gast)
Datum: 01.06.2007 15:27

> Aber "warum" möchte ich nun wissen ?

In der Schweiz sind die Verbraucherpreise ehrliche Preise, d.h., die
Herstellungskosten gehen 1:1 in den Verbraucherpreis ein.


Ganz anders in Deutschland und der EU: Hier wird die Landwirtschaft
staatlich subventioniert und hochindustriell betrieben.
Autor: Matthias Weißer (matthias) Benutzerseite
Datum: 01.06.2007 18:11

37° wrote:
>> Aber "warum" möchte ich nun wissen ?
>
> In der Schweiz sind die Verbraucherpreise ehrliche Preise, d.h., die
> Herstellungskosten gehen 1:1 in den Verbraucherpreis ein.
>
> Ganz anders in Deutschland und der EU: Hier wird die Landwirtschaft
> staatlich subventioniert und hochindustriell betrieben.

Das ist schlicht flasch. Schweizer Landwirte erhalten sogar mehr
Subventionen als ihre deutschen Kollegen. Das geht sogar soweit das im
deutsch/schweizer Grenzgebiet Schweizer Landwirte deutsche Felder zu
Preisen pachten die kein Deutscher Landwirt bezahlen kann.

Matthias
Autor: Fallout-Boy (Gast)
Datum: 01.06.2007 19:11

Also ich analysiere mal die Tabelle, die der Schweizermacher da
eingestellt hat. Außer Vollwaschmittel ist in der Schweiz also alles
mehr als doppelt so teuer wie in "good old germany". Ergo kommt man mit
einem Gehalt, was nur doppelt so hoch ist wie in Deutschland nicht so
gut über die runden. Ich kann  z.B. nicht nur von Vollwaschmittel leben.
In der Tabelle sind auch nur Lebensmittel enthalten. Die Mieten sollen
in der Schweiz auch um etliches höher sein als in Deutschland.

Ich will in zwei Jahren ja auch hier weg, aber die Schweiz ist mir nicht
ganz geheuer.
Autor: Unbekannter (Gast)
Datum: 01.06.2007 19:14

>... Schweizer Landwirte deutsche Felder zu Preisen pachten,
> die kein Deutscher Landwirt bezahlen kann.

... wobei die Schweizer Landwirte dem Schweizer Flächenstilllegungsplan
unterliegen, selbst wenn sie Felder in Deutschland haben. Damit kriegen
sie u.U. an Stilllegungsausgleich, mehr hinzu, als sie für die Pacht
bezahlen.
Autor: Suggel (Gast)
Datum: 02.06.2007 00:07

>Außer Vollwaschmittel ist in der Schweiz also alles
>mehr als doppelt so teuer wie in "good old germany".
>Ergo kommt man mit einem Gehalt, was nur doppelt
>so hoch ist wie in Deutschland nicht so gut über die runden.

Du gibts daoch nicht Dein ganzes Gehalt fürs Essen und die Miete aus.
Nehmen wir mal 60%, dann müssen nur dies 60% verdoppelt werden, wären
also 40 + 60x2 = 160%. Sagen wir mal 180% mehr Netto reichen aus, für
ein Plus.

Wenn man in Deutschland viel verdient und hoch in der Steuer ist,
braucht man brutto undgefähr das Doppelte, macht 200% brutto. IN der
Schweiz sind es wegen der geringeren Steuern nur 160%. Zusammen braucht
man in der Schweiz also 160x180% = 300% brutto. Das ist FAktor 1,5 mal
mehr als in D.

Frage aller Fragen: Sind hochbezahlte Jobs um 50% höher dotiert ?
Autor: Graf von Luxembourg (Gast)
Datum: 02.06.2007 00:07

Tommy:

Hast du die Möglichkeit, auf Grund der Entfernung zum Arbeitsplatz als
Grenzgänger zu arbeiten, d.h. in Deutschland wohnen? Da könnte das
Gehalt tatsächlich was hermachen. Die deutschen Arbeitskräfte in
Luxemburg machen das in der Regel so.

Ansonsten:

In Luxemburg vs. Schweiz kann man zwar auch nicht wohnen, das ist zu
klein und zu teuer dazu. Die Immobilienpreise. Dafür ist man aber nach
30 km in einem Nachbarland, egal von welchem Ort aus, sei es
Deutschland, Frankreich oder Belgien.

Aber die Verbraucherpreise: Die haben Euro, und die Tankstellenshops,
alles Supermärkte, haben auch an allen Sonn- und Feiertagen deutsche
Preise, ausgenommen Sprit, und der ist auf Grund der Steuer billiger als
in den umliegenden Staaten.
Autor: Master Snowman (snowman)
Datum: 02.06.2007 00:17

@Suggel: du sagst, dass man mit dem "freien" geld (das nicht in die
lebensunterhaltskosten fliessen) mehr anfangen kann. deine rechnung ist
insofern richtig, dass in der CH mehr geld frei wird nach allen
wichtigen abzügen. doch allerspätestens dann, wenn du mit deinem freien
geld, im ausgang ein bier trinken gehst, weisste, dass dir das nichts
mehr bringt - und zwar ganz einfach darum, weil das bier auch doppelt so
teuer ist ;) auswärts essen sogar noch mehr :(
Autor: Graf von Luxembourg (Gast)
Datum: 02.06.2007 00:36

Nochmal Preise:

Als Hobby-Koch:

Wieso bekomme ich an meiner Tanke in Luxemburg außer billigem Sprit
eigentlich Kilo-Packungen Gewürze (Basilikum, Oregano, Estragon, Curry,
Paprika, usw,) für 2 Euro, wobei ich für den selben Preis in Deutschland
nur ein kleines Tütchen mit z.B. 20 Gramm bekomme?
Autor: König von Deutschland (Gast)
Datum: 02.06.2007 03:45

Das weiss ich nicht. Wenn dem aber so ist, dann kaufe Dir die Kilos,
führe sie in die Schweiz ein und verkaufe sie dort. Von der Differenz
kannst Du dir einen Lamborghini leisten, den Du wiederum in L preiswert
betanken kannst.
Autor: Graf von Luxembourg (Gast)
Datum: 02.06.2007 19:38

König von Deutschland:

>Das weiss ich nicht. Wenn dem aber so ist, dann kaufe Dir die Kilos,
>führe sie in die Schweiz ein und verkaufe sie dort. Von der Differenz
>kannst Du dir einen Lamborghini leisten, den Du wiederum in L preiswert
>betanken kannst.

Den Heizöl-Lamborghini habe ich doch schon:-)
Autor: Fallout-Boy (Gast)
Datum: 03.06.2007 17:16

@Suggel

Ach so, ich hatte nicht bedacht, das dass Steuersystem  in der Schweiz
ein anderes ist. Auch das Umlagesystem, wie es hier praktiziert  wird
gibt es dort so nicht. Das Umlagessystem ist natürlich für den
Allerwertesten. Alle Kosten die in diesem Sozialstaat anfallen werden
auf die Arbeitnehmer abgewälzt. Das  soll zumindet in der Schweiz anders
sein. Weiterer Vorteil in der Schweiz: Die halten sich aus allem heraus,
d.h. die sind irgendwie "neutral". Die mischen sich nie in irgendewelche
Kriege ein und mischen auch nicht in der EU mit, diesem
Bürokratatenstadl.

OK, ich nehme es zurück, das mir die Schweiz nicht ganz geheuer ist.
Autor: Wetterer (Gast)
Datum: 03.06.2007 19:10

Wir haben leider auch in der Schweiz das Umlageverfahren. Politiker
geben Geld aus, und der Steuerzahler darf bezahlen. Wir haben in den
letzten 15 Jahren auch einen Satz von Sozialhilfebezuegern angelegt. Wir
haben nur einen Vorteil. Naemlich, dass wir nicht eine ganze Palette G8
Mitgliedern durchfuettern muessen. Schwer zu glauben, aber
Moechtgerne-Weltwirtschaftsfuehrer lassen sich von anderen aushalten.
Autor: G8-Geschädigter (Gast)
Datum: 04.06.2007 00:47

Dann ist es umso wichtiger, daß die Typen in Rostock eine vor den LAtz
kriegen. Autonome vor!
Autor: Fallout-Boy (Gast)
Datum: 04.06.2007 09:19

..Noch ein Toor.
Autor: Tommy (Gast)
Datum: 26.06.2007 11:03

Hallo Leute,

ich habe ja versprochen zu berichten wie es lief ... also 5 Bewerbungen
in die Schweiz verschickt, zu 4 Firmen zum Vorstellungsgespräch
eingeladen worden. Man kann problemlos 80.000 CHF verlangen wenn man
weiss wovon man technisch spricht und auch schon Projekterfahrung hat.
Bei dem Angebot bei dem ich zugesagt habe liegt mein Gehalt weit höher
als 80.000 CHF, von der Arbeit her liegt mir die Aufgabe und die
Kollegen scheinen recht nett zu sein.

So denn danke fuer die Tips.

Tommy
Autor: Patrick (Gast)
Datum: 26.06.2007 11:08

Hallo Tommy

Welche Firma hast Du ausgesucht? Oder wenn Du das lieber nicht sagen
willst: in welcher Region ist sie zu Hause?
Autor: Tommy (Gast)
Datum: 26.06.2007 11:21

Firmenname möchte ich nicht sagen, aber in der Gegend von Basel.

Ciao

Tommy
Autor: nop(); (Gast)
Datum: 26.06.2007 11:54

Tommy, Gratulation. Du bleibst in D wohnen ? Dann wirst Du nach
deutschen Steuersaetzen abgerissen. Du ziehst nach CH ? Dann wirst du
mit den schweizer Presien abgerissen.
Autor: Frager (Gast)
Datum: 26.06.2007 19:24

Wieviel ist es denn mehr, als in D?
Autor: nop(); (Gast)
Datum: 26.06.2007 21:12

1000 Euro fuer eine Wohnung ist untere Grenze. Es sind jeweils die
Details die's ausmachen. Immerhin, mit den 80k muss man nicht darben,
reicht fuer ne Familie.
Autor: Tscho (Gast)
Datum: 26.06.2007 22:04

Das Problem has folgende Lösung:

Werde Grenzgänger!

Region Basel, d.h. am besten wohnst du in Deutschland, das wäre dann der
landkreis Waldshut, oder Landkreis Lörrrach. Ich selber komme aus
Waldshut.

Seit neuestem kannst du auf Antrag die deutsche Krankenversicherung
behalten. Steuer bezahlst du als grenzgänger meines Wissens in der
schweiz 4,3% - was du allerdings auf den Deutschen Steuersatz anrechnen
kannst. effektiv bvezahlst du also was steuern angeht nicht mehr als in
deutschland.

Der Lohn in der Schweiz ist deutlich höher, als in Deutschland. die
Altersvorsorge ist einiges besser (3-Säulen Prinzip) - spielt allerdings
nur eine Rolle,. wenn du Längerfristig in CH arbeiten willst.

Wenn du in Waldshut oder In Lörrach wohnst, da gibts 3-4 Zimmer schon
Unterhalb 800 Euro warm - je nachdem, ob Zentral in der Stadt, oder ein
wenig auserhalb. (Ich empfehle "Hotzenwald") - die Gegend ist echt
schön.

Einkaufen natürlich in Deutschland.


Für die lohnüberweisung CH > DE
   (Du brauchst ein schweizer Konto - was aber problemlos zu bekommen
ist,
   wobei du aber die Kontoführungskosten gut vergleichen solltest)
empfehle ich den Gehaltsservice diverser Banken, um die hohen Gebühren
zur Überweisung aus dem Ausland zu umgehen)

Ich garantiere dir, Die Arbeitsathmospäre in der CH ist mindestens
genausogut wie in DE.

Der einzig wirkliche Nachteil: Weniger Urlaub, mehr Stunden pro Woche.

(Alle Angaben ohne Gewähr.. wer Rechtschreibfehler findet, darf sie
behalten - schnellschreibstil)
Autor: Tommy (Gast)
Datum: 27.06.2007 00:39

nop(); : Ich werde erst mal in die Schweiz ziehen

Tscho: Danke für die Tips, ich werde aber erstmal in die Schweiz ziehen,
bliebe ich in D, müsste ich jeden Tag mind. 35  Minuten einfach mit dem
Auto fahren und dann ist die Mietpreis - Differenz fast weg. Ich habe
mich für die Schweiz entschieden, da ich das Gefühl habe, dort noch
etwas selbstbestimmter als in Deutschland leben zu können. Es steht
nicht überall gleich der Staat an erster Stelle. Klar ist aber, dass
natuerlich auch der Schweizer Staat von was leben muss und da bin ich
der Meinung, dass wenn ich in der Schweiz mein Geld verdiene (und das
ist ja nicht gerade wenig), es dort auch ausgeben kann. Auf die Masse
der Bevölkerung betrachtet kann ein System nur funktionieren wenn nicht
alle versuchen es zu unterwandern. Man sieht in Deutschland recht gut zu
was das führt, aber das ist ein anderes Thema, damit bin ich persönlich
durch. Bitte nicht falsch verstehen, die Grenzgängermethode ist sicher
nett und danke für die Tips.

Tommy

Autor: nop(); (Gast)
Datum: 27.06.2007 01:36

Tommy,
willkommwn. Wenn ich meine Stunde (ein Weg) nach Zuerich pendle, dann
weil's mir auf'm Land besser gefaellt. Es gibt ein gewisses Gefaelle von
Stadt zu Land. Auf'm Land sind die Mieten guenstiger, dafuer die Preise
hoeher. Die Krankenkassen in der Stadt sind teurer, viel teurer.
Steuerlich sind die Staedte im Mittelfeld. Die Steuern sind am tiefsten
in kleinen kompakten Gemeinden(wenig, kompakte Infrastruktur), dann
kommen die Staedte mit den Sozialfaellen und dann am teuersten sind die
grossflaechigen Landgemeinden(grosse Infrastruktur, wenig zahlende
Einwohner). Es gibt kleine, kompakte Gemeinden, wo sich die Millionaere
tummeln, dort ist das Land und das Wohnen sehr teuer, dafuer holt man
das bei passendem Einkommen nach weniger Jahren wieder rein, da der
Steuersatz viel tiefer ist. Da die Gemeindepolitik, die Gemeindegesetze
macht, kommen da normale Leute gar nicht rein. Die Bauordnung ist so
abgefasst, dass die Ausnuetzungsziffer tief ist und die Abstaende von
Haus zu Strase gross sind. Gleichzeitig ist eine Hoehenbeschraenkung auf
2 Stockwerke, und so wird da nie ein Mehrparteien-Mietshaus gebaut
werden. Das bisschen Infrastruktur ist schnell bezahlt und daher ist der
Steuersatz tief.
Auf der anderen Seite die Staedte, fest in der Hand der Arbeiterpartei,
die sozialen Wohnungsbau bevorzugen, Dort konzentrieren sich die
Sozialfaelle, und die waehlen natuerlich die Arbeiterpartei. Die
extensive Infrastruktur behaust viele, die nicht bezahlen koennen, und
daher ist der Steuersatz hoch. Dann gibts noch die tiefe Landschaft, ein
paar Bauernhoefe auf hunderten Quadrratkilometern, die paar Strassen
kosten fuer die wenigen Leute so viel, dass die Steuern exorbitant hoch
sind. Das trifft zB fuer den Kanton Jura zu. Seit sie sich vor ein paar
Jahrzehnten vom Kanton Bern geloest haben, ein eigener Kanton, mit
eigener Verwaltung geworden sind, bezahlen die dermassen viel Steuern,
dass es nicht mehr lustig ist. Dafuer duerfen sie nun alles kantonale
selbst bestimmen. Tja, was man nicht alles fuer die Freiheit tut.
Infrastuktur gibt's dort dann nicht. Kein Tram, vielleich ein Bus am
Tag. Kleine Nachfrage, wenig Subventionierung durch nicht nicht
vorhandene Steuergelder.
Du siehst, man kann sich's Einrichten. Einheitlich ist gar nichts.
Autor: Daniel (Gast)
Datum: 27.06.2007 21:08

naja einfach so beträge jonglieren ist grundsätzlich falsch... in Zürich
oder balsel muss man z.b. minimum 10-15% mehr haben, um sich das gleicht
leisten zu können wie irgendwo aufm Land...
Autor: Frager (Gast)
Datum: 27.06.2007 21:35

Halo Tscho , da habe ich eine Rückfrage:

>Der einzig wirkliche Nachteil: Weniger Urlaub, mehr Stunden pro Woche.

Wie soll man das lesen? Hat man dann mehr Gehald für mehr Arbeit oder
was?
Wie hoch ist das Relativgehalt, ist die Frage.

?

Ist das bei Dir dieses Waldshut-Tingen, von dem man immer liest ?
Autor: Tscho (Gast)
Datum: 27.06.2007 22:58

 In Deutschland 500 bis 1000 EUR Brutto
 In der Schweiz 2000 bis 3000 Sfr

 Arbeitszeit Schweiz: 42 bis 46 Stunden pro woche (Ohne Überstunbden)
 Arbeitszeit Deutschland:  38-40 Stunden

Wobei es immer darauf ankomt, ob Grosser Konzern, oder Mittelstand - der
Mittelstand ist meistens besser.

Das sind so die Durchschnittswerte für Praktikanten, Elektrotechnik
Diplom, 2.Praxissemester (Eigene Erfahrung, sowie Angaben anderer
Studenten)

Über Gehälter von fertigen Beruflern kann ich nichts exaktes sagen, aber
es ist auch unter berücksichtigung der längeren Arbeitszeit merklich
höher.

Ob das Waldshut-Tiengen bei mir ist? Da sag ich mal nix dazu. Wo
Waldshut-Tiengen liegt? Schnapp dir einfach ne Landkarte.
Autor: Patrick (Gast)
Datum: 28.06.2007 06:57

Ich arbeite auch in der Schweiz als Entwicklungsingenieur in einem
Betrieb mit Weltweit über 3000 Mitarbeitern. Meine Arbeitszeit beträgt
40 Stunden pro Woche plus 2 Stunden Vorholzeit pro Woche für
Überbrückungstage.
Die Arbeitszeit ist im Gesamtarbeitsvertrag der Schweizer Maschinen-,
Elektro- und Metallindustrie (dem viele grosse CH-Firmen angehören)
festgelegt.

>Arbeitszeit Schweiz: 42 bis 46 Stunden pro woche (Ohne Überstunbden)
Ich hab noch nie von jemandem gehört, der 46 Stunden in der Woche
arbeiten muss, ohne dabei Überstunden zu machen. Üblich sind 40-42
Stunden.

>Der einzig wirkliche Nachteil: Weniger Urlaub, mehr Stunden pro Woche.
Ich weiss ja nicht, wieviel Urlaub in Deutschland üblich sind, aber im
Gesamtarbeitsvertrag sind die Urlaubstage folgendermassen festgelegt:
-nach 20. Altersjahr: 25 Tage
-nach 40. Altersjahr: 27 Tage
-nach 50. Altersjahr: 30 Tage
-zwischen 17 und 20 Jahren: zwischen 35 und 25 Tagen

Ich studiere grad noch nebenbei Elektronik und Regelungstechnik an einer
FH und mir hat man gesagt, der durchschnittliche Einstiegslohn sei so
ca. 78'000 SFr. bei 13 Monatslöhnen. Also bist Du mit Deinen 80'000
sicher über dem Durchschnitt.
Autor: Der Hubert (Gast)
Datum: 01.07.2007 12:14

Wichtig auch, dass man die Preise net zu sehr unterbietet, da sind die
schweizer Kollegen gar net gut drauf zu sprechen ....
Autor: Isch doch voll ok (Gast)
Datum: 10.08.2007 09:46

Ich sehe, man kann sich nicht beklagen in Europa...

Kleiner Exkurs nach Japan:

Gehalt nach Einstieg (Nach Uni/FH Abschluss): Umgerechntet 2200CHF/mt
(brutton ca. = netto - quellensteuer)
1 Zi-Wohnung bis ins 30. Lebensalter wird bezahlt (man bezahlt pauschal
lediglich 80CHF/mt - Rest wird uebernommen inkl. Nebenkosten).
Man bekommt pro Tag total 3CHF zusaetzlich fuers Mittagessen+Znacht

Aber: Ueberstunden pro Tag: 2-3h (nebst den 8h regulaere Arbeitszeit)
Ueberstunden werden auzbezahlt.
Ferien: 1 Wo Januar (fix)
        1 Wo "Goldene Woche" im Mai (fix)
        1 Wo Sommer im August (fix)
Nebst diesen Tagen darf man 20Tg Urlabstage nehmen. Firmenregel: Man
darf keine Urlaubstage vor und nach diesen fixen Ferienwochen
nehmen.....
Und: Ferien muessen bewilligt werden. Es wird normalerweise nicht
erlaubt, mehr als 3d nacheinander zu nehmen (ausser man rebelliert und
kaempft auf das Recht fuer 1 Woche Urlaub - man muss aber dann als
Konsequenz mit einer Nicht-promotion oder Shitty-Jobs rechnen). Die
meisten machen somit nur ein verlaengertes Wochenende.

Wird man krank: Urlaubstage werden abgezogen.
Appropos Kranksein: Man bezahlt 31% der Artztrechnung (Rest geht an die
Krankenkasse)

Guenstig Essen:  man kann mit 3CHF schon satt werden - ausserdem:
Wasser/tee ist gratis!

Aber: Fruechte sind auserordentlich teuer: 1.1CHF fuer EINEN Apfel.
CHF 15 CHF fuer eine Wassermelone.

Also, ich wuerde es mal so zusammenfassen:

=> Weniger Einkommen - dafuer aber auch weniger Ausgaben
(vor allem weil a: viel uebernommen wird und b: Sachen weniger kosten)
Aber Arbeiten tut man halt oder etwas mehr.

Trotzdem: Man kann also in Japan wie auch in Europa 800CHF pro Monat
sparen, wenn man will.


Uebrigens: In Mexiko:
Lohn: nur etwa 1700CHF/mt
Arbeitsstunden: 10h-Tag ist normal (8h regulaer) Ueberstunden ausbezahlt
(aber nur zu 100%)
Samstags und Sonntagsarbeit: Kommt mal vor (Wird zwar ausbezahlt, aber
nur auch hier nur zu 100%)
Urlaub: unter 20d pro Jahr
Miete: Muss man selbst tragen (kann schon mal auf 500CHF/Mt kommen
(Kalt))

Ich wuensche euch dann angenehme Lohnverhandlungen.
Autor: Munzur (Gast)
Datum: 19.08.2007 23:49

Hallo Leute,

Ich muss auch ein Vorstellungsgespräch in kürze in der Schweiz führen im
Bereich Vertrieb, die Fa. ist bereits oben schon mal erwähnt.
Ich bringe persönlich 2 Jahre Vertriebserfahrung als TU-Ingenieur.
Nun meine Frage kann ich auf 80000 CHF als Gehalt meinen Wunsch äussern?
Zum anderen kleine Frage, ist das Leben ausserhalb Zürich günstiger??
Autor: Patrick (Gast)
Datum: 20.08.2007 08:06

>Zum anderen kleine Frage, ist das Leben ausserhalb Zürich günstiger??
Allerdings!
Autor: Bronzo (Gast)
Datum: 20.08.2007 12:49

Zum anderen kleine Frage, ist das Leben ausserhalb Zürich günstiger??

Es lohnt sich auch 1 Stunde/weg mit der SBahn nach Zuerich zu fahren.
Autor: Munzur (Gast)
Datum: 20.08.2007 23:42

Hallo Leute,

Ich glaube ich würde auch die Möglichkeit haben an der Grenze
Deutschland/Schweiz zu wohnen (also in D) und in der Schweiz zu
arbeiten!!
Dann wäre ich eventuell einige Sorgen weniger....

Aber wie sieht Ihr den Einstellungsgehalt???
Autor: Sabb (Gast)
Datum: 20.08.2007 23:51

Einen Wunsch kann man sicher aeussern. Die Firma wird sicher auch ihre
Vorstellungen haben. Sie werden's dir sicher sagen, was sie etwa sehen.
Dazu kommt, dass man auch bringen muss. Ein teurer mitarbeiter muss auch
mehr bringen. Dann ist eine Probezeit, und dann wird entschieden ob du
dein Geld wert bist. Das wird natuerlich dauernd auch verfolgt. Bingt
der mitarbeiter die Leistung fuer seinen Lohn. Wenn dann mal
redimensioniert werden muss, fliegen diewelche die zu teuer sind eher
raus. Nur mal um zu zeigen, dass man  bei einem ja zu 80k noch nicht
unbedingt gewonnen hat.
Autor: Patrick (Gast)
Datum: 21.08.2007 08:11

>Aber wie sieht Ihr den Einstellungsgehalt???
Meins Du das Einstiegsgehalt? Was bist Du denn von Beruf?
Autor: Labberer (Gast)
Datum: 21.08.2007 10:15

Echt krass Mann, frueher gehoerte zu einem Hochschulstudium noch ein
perfektes Deutsch. Geht alles'n Bach runter.
Autor: Munzur (Gast)
Datum: 22.08.2007 23:55

Sorry, hatte mich verschrieben, natürlich "das" Einstellungsgehalt....

Ich habe bis dato international technischen Vertrieb gemacht!!!
Autor: Mitulat Bati (mitulatbati)
Datum: 26.02.2008 21:14

Hi Schweizermacher,

ich habe eine sehr gute Stelle in der Schweiz gefunden. Ich wollte dich
bloß fragen, ob die von dir erwähnte Formel auch für Berufserfahrenen
gilt?

Parameters:
Alter: 31
BE: 8 Jahre als SW Entwickler
Firma: International, 7000 Mitarbeiter

Was ich mir vorgestellt habe ist, um die 128.000 CHF. Das würde
entsprechend deiner Formel 64.000 EUR entsprechen.
Wäre dieser Betrag als Ausgangspunkt für die weitere Verhandlung
angemessen?

ciao
Mitulatbati


> |EUR-Brutto| * 2 = |CHF-Brutto|[/c]
> Bei einem Umrechnungskurs von 1,00 EUR = 1,60 CHF ergibt sich in dem
> o.g. Beispiel:
>
40000 EUR * 2 = 80000 CHF
> ein (auf EUR) rückgerechnetes (Schweizer-)Zielgehalt von 50000 EUR.
Autor: David (Gast)
Datum: 26.02.2008 23:00

Kurz zu den oben geposteten lebensmittelpreisen...

fact ist, dass lebensmittel in Deutschland billiger sind, doch der
vergleich oben ist wohl ne krasse übertreibung.
erstens vergleichst du die billigesten angebote aus deutschland mit
angeboten mittlerer labels in der schweiz. ????? wiso das?

2tens sind die preise fürs mittlere segment das du genommen hast auch
noch noch falsch... (ich wohne in der schweiz und kaufe hier demnach
auch ein :-)
ein kilo butter kostet ganz sicher nicht über 13.- weiss nicht von wo du
diese zahnlen hast, aber die sind total falsch...

effektiv verglichen ist vor allem fleich ind er schweiz massiv teurer,
da sinds sicher um die 50% (was teilweise mit strengeren vorschriften
punkto tierschutz, etc zu tun hat....) Milchprodukte sind auch
überdurchschnittlich teurer, hätt mal gesagt etwa 30% teurer als in
Deutschland (doch im unterschied zu D sind diese hier (noch?) nicht am
steigen...
allgemein kann von 20% teureren lebensmitteln ausgegangn werden.

einige sachen sind gar billiger (z.b. Unterhaltungselektronik, Autos
(mit vergleichbarer Ausstattung)


80'000 für einen berufseinsteiger ist in der umgebung der städte
zürich/basel oder genf durchaus drin. Es gibt jedoch auch in der schweiz
teils massive unterschiede, was lebenshaltungskosten und löhne betrift
(20% vom höchsten (die genannten städte, zum tiefsten tessin)
Autor: Prügel (Gast)
Datum: 26.02.2008 23:14

Mit den 8 Jahren als SW-Entwickler kriegst du momentan auch in D
65k-70k, wenn du eine gute Ausbildung hast. (Fh 1,0, oder Uni 2.0). In
der Schweiz würde ich 140-140k verlangen.

Ein Wort zum Schweizermacher:

Deine Tabelle krankt an vielen Stellen, z.B. das Toastbrot Golden Toast
ist hier in der Schweiz gerade 25% teuer, als in Deutschland. Auch die
Milch bekommst Du in Deutschland nicht für 0,59, jedenfalls nicht die,
die hier 2,- Franken kostet! Ein Liter Landliebe hat es dort zu 1,19.
Autor: panzer (Gast)
Datum: 27.02.2008 08:24

Moin,

also unter 120k würde ich nicht in die Schweiz gehen.
Um die 130k sollten schon passen.
Von einer grooossen 3-buchstabigen Firma wurden mir mal
knapp 100k angeboten :-(  (8 Jahre Berufserfahrung Hard/Software).

Viel Spass beim Pokern!