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Forum: Mikrocontroller und Elektronik Tricore Einsteigerfragen

Autor: Stefan Heindel (Gast)
Datum:

Nabend,

in Bezug auf folgenden Fred
Beitrag "ARM - Schneller µC mit Floating Point gesucht"
..und den Anforderungen die ich habe, ist ein Tricore von Infineon
(genauer: TC1766) der Prozessor der Wahl. Da er gerade noch lötbar ist,
außerdem Flash und eine FPU mitbringt, ist er von seinen Daten bestens
für  unser Projekt geeignet.

Allerdings macht mir die Entwicklungsumgebung Sorgen. Nach meinen
Informationen hat die Firma HiTec eine Toolchain, basierend auf dem GCC,
entwickelt. Dazu gibt es auch noch einen Zusatz für den Debugger GDB. Es
soll wohl möglich sein, diese Software kostenlos zu beziehen. Ist es
also möglich, diese Software kostenlos zu beziehen? Falls ja, wie
verdient die Firma HiTec dann ihr Geld?

Die zweite Frage ist, ob man mit den (kostenlosen) Tools wirklich etwas
entwickeln kann. Braucht man noch irgendwelche anderen
(kostenpflichtigen) Programmierwerkzeuge? Ist der GDB & GCC produktiv
einsetzbar?

Die dritte Frage betrifft das Referenzdesign. Da wir ohnehin so gut wie
keine Peripherie benötigen (außer SPI & seriell), soll direkt eine
spartanische Miniplatine entwickelt werden. Einzige Forderung ist
eigentlich nur eine Debugging- und Flashmöglichkeit.
Ist es möglich, eine Platine ohne Erfahrung mit dem Prozessor zu
entwerfen? Kennt jemand weitere Quellen im Netz von Leuten, die den Chip
schon mal eingesetzt haben und vielleicht Schaltpläne oder Anregungen
zur Verfügung stellen?

Fragen über Fragen :-(

Grüße

Stefan
Autor: Fabian Scheler (rosepeter)
Datum:

Hallo Stefan,

> in Bezug auf folgenden Fred
> Beitrag "ARM - Schneller µC mit Floating Point gesucht"
> ..und den Anforderungen die ich habe, ist ein Tricore von Infineon
> (genauer: TC1766) der Prozessor der Wahl. Da er gerade noch lötbar ist,
> außerdem Flash und eine FPU mitbringt, ist er von seinen Daten bestens
> für  unser Projekt geeignet.

also der TriCore TC1796 ist mit Sicherheit ein interessanter Prozessor,
allerdings auch schon ein ganz schönes Monster ...

> Allerdings macht mir die Entwicklungsumgebung Sorgen. Nach meinen
> Informationen hat die Firma HiTec eine Toolchain, basierend auf dem GCC,
> entwickelt. Dazu gibt es auch noch einen Zusatz für den Debugger GDB. Es
> soll wohl möglich sein, diese Software kostenlos zu beziehen. Ist es
> also möglich, diese Software kostenlos zu beziehen? Falls ja, wie
> verdient die Firma HiTec dann ihr Geld?

Meines Wissens gibt es diesen GCC nicht kostenlos, zumindest habe ich
bisher noch nichts in diese Richtung gefunden. In welchem Umfeld setzt
du das ganze denn ein? Für Unis gibt es Rabatte ...
Neben dem GCC gibt es noch den Tasking, der dürfte aber nochmal ein
ganzes Stück teurer sein als der GCC.

> Die zweite Frage ist, ob man mit den (kostenlosen) Tools wirklich etwas
> entwickeln kann. Braucht man noch irgendwelche anderen
> (kostenpflichtigen) Programmierwerkzeuge? Ist der GDB & GCC produktiv
> einsetzbar?

Warum sollte man mit den kostenlosen GNU Tools nicht entwickeln können.
Die GNU Tools von HighTec haben noch einen sog. jtag-Server dabei (der
GDB-Zusatz, den du wahrscheinlich meinst), der zwischen dem GDB Remote
Protokoll und dem Protokoll des TriCore OCDS vermittelt, damit kann man
schon recht schön debuggen (habe das selbst auch schon des öfteren
benutzt), auch Hardware-Breakpoints (beim TC1766 dürften das allerdings
nur zwei sein, weil Hardware-Breakpoints über die Memory-Protection
implementiert wird, der TC1766 hat nur zwei Memory-Protection-Register,
daher zwei Breakpoints, der TC1796 dagegen hat 4
Memory-Protection-Register, also auch 4 Breakpoints). Auch Flashen kann
man mit dem Teil prinzipiell.
Mit einem Debugger wie dem Trace32 tut man sich an vielen Stellen
natürlich deutlich leichter, aber der dürfte für dich wahrscheinlich
preislich nicht so attraktiv sein.

> Die dritte Frage betrifft das Referenzdesign. Da wir ohnehin so gut wie
> keine Peripherie benötigen (außer SPI & seriell), soll direkt eine
> spartanische Miniplatine entwickelt werden. Einzige Forderung ist
> eigentlich nur eine Debugging- und Flashmöglichkeit.
> Ist es möglich, eine Platine ohne Erfahrung mit dem Prozessor zu
> entwerfen? Kennt jemand weitere Quellen im Netz von Leuten, die den Chip
> schon mal eingesetzt haben und vielleicht Schaltpläne oder Anregungen
> zur Verfügung stellen?

Also die Starterkits von Infineon, die beispielsweise bei Hitex gibt,
kosten 400,-, da bekommst du ein gut aufgebautes Board mit externem Ram
bei dem alle Pins herausgeführt sind. Außerdem ist die
OCDS-Schnittstelle auch über eine parallele Leitung zugreifbar, das
Debuggen mit dem GDB ist also ohne irgendwelche Handstände möglich. Ich
halte da ein eigenes Board nicht für wirklich sinnvoll ...

Ciao, Fabian
Autor: Stefan Heindel (Gast)
Datum:

Danke für deine Antwort.
Wir haben uns jetzt für den Tricore entschieden.
Bei Gelegenheit berichte ich mal.

Grüße

Stefan
Autor: Stefan Heindel (Gast)
Datum:

Hallo,

inzwischen haben wir ein Prototypenboard für den Tricore TC1130
aufgebaut und in Betrieb genommen. Leider haben wir Probleme mit dem
HighTec Compiler, der den entsprechenden Typen nicht erkennt. Auf
Anfrage bei HighTec wurde uns mitgeteilt, dass der Compiler/IDE nie mit
dem TC1130 getestet wurde. Weiß dazu jemand mehr?

Als Alternative denken wir jetzt darüber nach, den TC1130 auszulöten und
durch den pinkompatiblen TC1766 zu ersetzen, weil der auf jeden Fall von
der IDE unterstützt werden soll. Leichter gesagt als getan. Auch nach
längerem Suchen war es uns nicht möglich, einen von diesen Chips zu
besorgen. Also bei den Händlern, die ihn führen, gibt es entweder nur
Stückzahlen ab 500, wovon wir 498 dann wegschmeißen müssten, oder die
Lieferzeit ist viel zu lange. Falls irgendjemand eine Bezugsquelle für
1-2 von diesen Chips kennt, würde ich mich über eine Nachricht sehr
freuen.
Autor: mario (Gast)
Datum:

Hi Stefan,

ich arbeite auch mit der TriCore Toolchain und diese unterstützt auch
den TC1130. Es ist sogar so, dass die HighTec Toolchain als einzige TCP
und USB für den TC1130 unterstützt. Zuerst einmal welche Version setzt
du ein und mit welcher Schnittstelle (JTAG, Tantino, ???) gehst du ans
Board. Ich arbeite selbst bei HighTec und kann nur sagen, dass diese
Aussage nicht von uns stammen kann, denn der TC1130 wird seit langem
vollständig unterstützt.

Ich kann folgende zuverlässige Aussage treffen, dass der aktuelle
HighTec TriCore Compiler alle gängigen TriCore Derivate sowohl im
Compiler als auch im JTAG-Server unterstützt. Du kannst Alternativ auch
den Infineon DAS Server mit unserem Debugger nutzen. Also meine Frage:
Welches Board setzt du ein, welches Version der Toolchain hast du
installiert und wie lautet deine Fehlermeldung. Ich bin mir sicher, dass
wir eine Lösung für dein Problem finden und du weiterhin den TC1130
einsetzt kannst.

Du kannst die aktuelle Toolchain in der Download Section von unserer
Homepage www.hightec-rt.com herunterladen.

Vielleicht noch eine wichtig Info für andere User in diesem Forum. Die
Firma HighTec stellt Ihre TriCore Tools (als Vollversion) Unis kostenlos
zur Verfügung (Windows und Linux).

P.S.: Schau dir mal unser Board an
(http://www.hightec-rt.com/index.php?option=com_con...),
vielleicht könnte dies für dich auch interessant sein.
Autor: Volker (Gast)
Datum:

Hallo,

ich habe eine ganz einfache Frage bzgl. der Programmierung selbst. Ist
es vorteilhaft mit einem JTAG Adapter zu arbeiten oder bietet die Lösung
wie von Hitex Tantino Schnittstelle (dazu habe ich das Produkt "Tanto
TriCore" gefunden) mehr Funktionen oder andere Vorteile/Nachteile? Einen
JTAG Server hätte ich bereits am Host.

Hat jemand konkret Erfahrung mit einem JTAG-Adapter Produkt, daß für den
TC1130 funktioniert (am besten via USB am Host). Ich bin gerade am
Suchen, was ich bestellen soll...
Autor: mario (Gast)
Datum:

Hi Volker,

du kannst mit Tools von HighTec (www.hightec-rt.com) sowohl mit dem
Tantino also auch über den miniUSBWiggler per USB von PC mit deinem
TriCore kommunizieren und debuggen. Für diese Kommunikation ist der DAS
Server von Infineon notwendig, den man kostenlos runterladen kann. Wir
arbeiten gerade daran, dass man auch ohne DAS Server und dem
miniUSBWiggler debuggen kann. Der miniUSBWiggler funktioniert sehr gut
und ist auch gegenüber Tantino zu empfehlen. Der Tanto bietet mehr
Möglichkeiten für Trace, aber da solltest du dir ruhig mal die Tools von
PLS anschauen, die haben am meisten zu bieten was Tracing und solche
Sachen betrifft. Der HighTec Compiler und der PLS Debugger funktionieren
auch ohne Probleme zusammen und diese Lösung ist auch sehr verbreitet.
Mit dem miniUSBWiggler kannst du mit dem Flash Programmer von HighTec
auch flashen oder du nimmst die UDE von PLS.
Falls du den TC1130 nur wegen USB-Anschluss und Ethernet ausgesucht
hast, solltest du dir mal das EasyRun Board anschauen
(http://www.hightec-rt.com/index.php?option=com_con...)
Autor: Volker (Gast)
Datum:

Danke,

bzgl. Tantino habe ich nur das Produkt "TantinoFlash for XC16x"
gefunden, da ist mir nicht klar ob das "XC16x" mit dem "TC1130"
funktioniert. Unter usbMiniWiggler findet Google auch nichts, aber ich
hab mal bei Infineon angefragt, mal sehen was der kostet ...
Autor: mario (Gast)
Datum:

Hi Volker,

der Tantino bzw. miniUSBWiggler arbeiten mit dem DAS-Server von
Infineon, der für XC16x und TriCore funktioniert, d.h. du kannst dann
mit dem miniUSBWiggler sowohl XC-Target als auch TriCore Targets
debuggen.
Ich muss diese Woche eh 20 miniUSBWiggler bei Hitex bestellen für unsere
Starterkits, wenn du willst kann ich einen für dich reservieren und dann
per Post schicken. Der Preis liegt glaube ich bei ca. 80 Euro
(miniUSBWiggler), aber morgen weiß ich es genauer.

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