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Forum: HF, Funk und Felder Kennt sich hier jemand mit dem Smithdiagramm aus?


Autor: Marco (Gast)
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Hallo

Ich habe eine Frage zum Smithdiagramm. Evtl ist ja jemand hier, der sich 
damit auskennt.
Wenn ich eine Leitung in Reihe einzeiche, geht das wie folgt:
Ich normiere den aktuellen Punkt auf den Leitungswiderstand und drehe 
dann um die länge der Leitung im Uhrzeigersinn (Von der Last zum 
Generator).

Aber wie geht das mit Leitungen die parallel liegen? Da muss man ja noch 
unterscheiden ob diese ein offenes Ende oder ein kurzgeschlossenes Ende 
haben.
Wie kann ich das in das Diagramm einzeichnen?

Danke!












Autor: katzeklo (Gast)
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Du kannst das offene oder kurzgeschlossene Ende einfach über die Leitung 
an den Anfang transformieren, dadurch verschwindet die Leitung und du 
kannst ganz normal weitermachen.

Autor: Knuddel Pudel (knopf)
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wenn Du eine Leitung parralel anschließt ist das eine stichkeitung. Es 
kommt dann darauf an ob das Ende dieser leitung dann offen, 
Kurzgeschlossen oder mit einem Ral oder Im abgeschlossen sit.

Autor: Marco (Gast)
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Danke!

Da hätte man auch drauf kommen können ;-)

Ich habs die ganze zeit mit spiegeln und rehen versucht.

Autor: Marco (Gast)
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Eine Frage habe ich noch.

In einer Übungsaufgabe ist eine Stichleitung mit offenem Ende in Reihe 
geschaltet. Das Ganze sieht also so aus wie im angehängten Jpeg.
Kann ich jetzt auch einfach den LL vor die Leitung transformieren und in 
Reihe schalten?
Ist das praktisch tatsächlich so? Die Leitung ist doch unterbrochen? 
Müsste dann nicht zumindest der Abstand der beiden offenen Leitungsenden 
eine Rolle spielen?
Kann mir das irgendwie nicht so recht vorstellen.

Oder ist die Aufgabe evtl nicht ganz ernst gemeint und die Antwort 
lautet:
Leitung kaputt, R=unendlich

Autor: Marco (Gast)
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Mist, Datei vergessen...

Autor: Christian (Gast)
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Länge und Wellenimpedanz (Wellenwiderstand) der leerlaufenden 
Stichleitung bekannt? Eine leerlaufende lambda/4-Leitung z.B. verhält 
sich (theoretisch) tatsächlich wie ein Kurzschluss am Eingang.

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Der Leerlauf transformiert sich für alle ungeraden Vielfachen von 
Lambda/4 in einen Kurzschluß, für geradzahlige ist es ein Leerlauf.

Autor: Marco (Gast)
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Ganz ehrlich, diese Theorie kann ich einfach nicht glauben.

Ich habe eine unterbrochene Leitung und der Widerstand soll, bei 
passender Frequenz, Null sein? Egal wie groß die unterbrechnung ist?
Wie soll das denn rein physikalisch funktionieren?

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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das sind immer noch kapazitiv und induktiv gekoppelte Leitungen, zum 
Beispiel eine symmetrische Zweidrahtleitung mit 240 Ohm 
Wellenwiderstand, sowas hat man früher für Radio und TV benutzt.

Autor: Mandrake (Gast)
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Das muss man wellentechnisch betrachten. Es gibt eine hinlaufende und 
eine reflektierte Welle, die sich überlagern. Das sieht dann ungefähr 
aus wie ein gleichgerichteter Sinus. Jeweils einmal für die Spannung und 
einmal für den Strom entlang der Leitung. Der Abstand zweier Nullpunkte 
entspricht dabei Lambda/2. Strom und Spannugswelle sind um Lambda/4 
gegeneinander verschoben.

Beispiel unter berücksichtigung des oben erklärten:
Ist eine Leitung am Ende kurzgeschlossen, so zwingt der Abschluss (hier 
der Kurzschluss) die Stromwelle zu einem Maximum, die Spannungswelle 
jedoch zu einem Nullpunkt (Spannungen verhalten sich proportional zum 
Widerstand (hier Null) und Ströme genau umgekehrt (hier maximal 
möglicher Strom)). Geht man vom Abschluss aus um Lambda/4 in Richtung 
des Generators so hat die Stromwelle dort einen Nullpunkt und die 
Spannungswelle einen Hochpunkt. Das entspricht aber genau einem Leerlauf 
(unendlich hoher Widerstand) da hier die Spannung maximal und der Strom 
Null ist. Geht man ein weiteres mal um Lambda/4 in Richtung des 
Generators kommt man wieder zu einem Kurzschluss usw.
Dieses Verhalten kann man ausnutzen:
Bei einer Telegrafenleitung könnte man die zwei Drähte alle ungeraden 
vielfache von Lambda/4 (vom Generator aus gesehen) einfach verbinden und 
auf einen Mast nageln ohne, dass das Signal an der Ausbreitung gehindert 
wird. Das ganze nennt man dann Lambda/4-Isolator.

Weiter sollte man deswegen beherzigen, dass beim experimentieren im 
Labor eine nicht angeschlossene Leitung an einem Generator für diesen 
wie ein Kurzschluss aussehen kann und der Generator kaputt gehen könnte.

Weiteres zur Leitungstheorie findest du in dem Buch

Theoretische Elektrotechnik: Eine Einführung von Küpfmüller
Unter Studis auch der Küpfmüller genannt.

Oder auch die Seite:
http://www.uwe-siart.de/lehre/smishort.pdf
(Gute Kurzanleitung)

Autor: Marco (Gast)
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Danke für die ausführliche Antwort!

Autor: Christian (Gast)
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BTW: Es gibt sicherlich verständlichere Kost als den Küpfmüller, um 
Leitungstheorie zu verstehen, zumal dieses Buch in den neueren Auflagen 
nicht gerade an Qualität gewonnen hat.

Autor: daniel (Gast)
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Hi,
ich denke der Abstand beider Leitungen hat schon seine Bedeutung. Da er 
ja die Leitungskapazitaet mit bestimmt. So sieht das denke ich in der 
Praxis aus. Wir hatten einige Versuche damit gemacht mit Reflexion und 
Abschlusswiderstand = Wellenwiderstand , ...
Ist tatsaechlich so wie es in der Theorie mathematisch ausgedrueckt wird 
;)

daniel

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Der Wellenwiderstand der symmetrischen Zwiedrahtleitung berechnet sich 
laut
http://de.wikipedia.org/wiki/Wellenwiderstand
mit

Autor: Sascha Brosius (gappa)
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Nochmal zu deiner Aufgabe:

Wenn deine Stichleitung am Ende leerläuft, dann haste am Ende ein 
Refl.faktor von

Wenn du nun über eine beliebige Länge l deinen Abschluß nach vorne 
transformierst, wandert dein Eingangsrefl.faktor r_a auf dem 
Einheitskreis. Also bei

biste im Punkt

angekommen. Du hast also einen Kurzschluß in der Eingangsebene der 
Stichleitung.

Bei anderen Längen l hast du immer einen reaktiven Abschluß (keinen 
realen Widerstand). Solche Stichleitungen kann man also zum konjugiert 
komplexen anpassen von Abschlüssen verwenden!!!

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