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Forum: Mikrocontroller und Elektronik ARM7, ARM9, AVR32 ...

Autor: Buhu (Gast)
Datum: 05.07.2007 16:14

Hi,
ich wurde beauftragt mich schlau zu machen über "größere" uC.
Jetzt denkt sicherlich jeder: Geht das nicht genauer?
Leider nein ... das ist nunmal der Auftrag vom Cheffe.

Momentan wird hier viel AVR und andere 8Biter benutzt.
Da ich im Moment etwas Luft habe, wurde mir also aufgetragen mich
mal umzusehen, was es so an 32Bit Mikrocontrollern gibt.

Sprich ich soll die Zeit nutzen damit man in einem späteren
Projekt nicht von neuem recherchieren muss, da das Angebot
ja ziemlich gut und groß ist :)

Das bedeutet aber auch, dass ich keine genauen Anforderungen hab.
Ich versuch mal aus dem Bauch herraus was auf jeden Fall
der Mikrocontroller können muss:

Schnittstellen (können teils auch an externen
Bauteilen sein z.b. Ethernet): SPI,USART,TWI,CAN,Ethernet.
Linux als Beriebssystem.

Kosten soll die Einarbeitung logischerweise am besten nichts (hahaha!) -
also nen Evaluationboard is drin, nen eigenen Prototype auch.
Wenn ich aber ankomme, nen Linux/Betriebssystem zu kaufen
dann werd ich gelüncht. Für Software ist kein Geld da, solange es
irgendwie, irgendwo ne kostenlose Alternative gibt ^^

Naja, langer Text kurze Frage:
Was würdet ihr empfehlen? Arm7? Arm9? Avr32?
Und warum würdet ihr etwas empfehlen? Was ist zukunftsträchtig?
Es wäre blöd ich informiere mich (auf Kosten der Firma, die müsssen ja
zahlen) und nach 2 Jahren gibts das nicht mehr.

Und da ich bisher gute Erfahrungen hier gemacht habe dachte ich ich frag
mal hier, das ergänzt vlt. mein recherchiertes bzw. kommen da neue
Aspekte.

 Grüße Daniel
Autor: Andreas Kaiser (a-k)
Datum: 05.07.2007 16:26

ARM ist unter den 32bittern das, was 8051 unter den 8bittern ist. Ein
Quasi-Standard. Da stirbt so schnell nichts aus. Jedenfalls was den Core
angeht, bei den I/O-Funktionsmodulen (SPI,...) ist das weniger sicher.
Jedenfalls gehören ARMs zum Kerngeschäft von NXP, Atmel (u.v.a.m.) und
werden dort sicherlich erhalten bleiben. Bei manchen Herstellern hat man
wiederum den Eindruck, dass die zur Unterstützung von ARMs getragen
werden mussten, und weit lieber ihre eigenen Lösungen verkaufen.

Richtung Linux hast du wohl die Wahl zwischen günstigen Evalboards für
frische Exoten (z.B. AVR32, ...) und eher teuren für ARMs.
Autor: Buhu (Gast)
Datum: 05.07.2007 17:54

Danke für die Antwort.
Den Zusammenhang von Evalboard und Linux versteh ich aber nicht ganz.
Könntest du das nochmal erläuter? :)

 Grüße Daniel
Autor: Andreas Kaiser (a-k)
Datum: 05.07.2007 18:05

Atmels NGW100 ist ausgesprochen günstig (<100€) im Vergleich zu anderen
vergleichbaren Boards (Foxboard, Olimex'sche ARMs: ~150€ aufwärts).

Grund: Die wollen nicht am Board verdienen, sondern den Controller
bekannt machen.
Autor: Dominic R. (dominic)
Datum: 05.07.2007 18:12

Linux, zumindest ein "echtes" Linux, kein uclinux, verlangt nach einer
MMU und Speicher von zumindest mehreren MB, wohl wenigstens 8-16,
sinnvollerweise aber 32 oder mehr.

Eval-Boards für solche uCs versuchen dann möglichst jede Schnittstelle
anzubieten um jeden Einsatzbereich abzudecken - bei den verhältnismässig
geringen Stückzahlen wird das dann häufig teuer, zumindest wenn es um
Boards vom Chiphersteller geht.

Deutlich günstiger sind Anbieter wie Olimex, deren Boards auch für OEMs
gedacht sind - dort sind dann bei weitem nicht alle möglichen Optionen
implementiert, ausserdem sind grössere Stückzahlen möglich. Hier im Shop
gibt's das Olimex CS-E9302 Board mit Cirrus EP9302 - von der technischen
Seite sicher ein gutes Board, allerdings sieht es mit Dokumentation und
Support schlecht aus.
Von Atmel gibt es den AT91RM9200 und die neueren AT91SAM926x - ich würde
in dem Fall versuchen, ein SAM9 Board zu bekommen, da der der AT91RM9200
bereits einige Jahre hinter sich hat und der ARM926 Kern des SAM9
obendrein leistungsfähiger ist - Boards sind beim SAM9 aber noch um
einiges teurer.

Freie Software gibt es in Form der GNU Toolchain mit OpenOCD als
Debugger.

Gruß,

Dominic
Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
Datum: 05.07.2007 21:48

...und wenn du neben µCLinux auch Linux fahren können sollst/musst,
solltest Du ggf. auch mal einen Blick auch Freescales Coldfire Familie
werfen. Die wächst mindestens genauso schnell wie die ARM-Familie,
gibt's allerdings nur von einem Hersteller. Aber auch das hat nicht nur
Nachteile: Bei den ARMs kocht jeder Hersteller bei der Peripherie und
deren Anbindung an den Core sein eigenes Süppchen, so dass ein Umstieg
immer für nette Überraschungen sorgt (wer sich z.B. an ATMEL's PDCs
gewöhnt hat, flucht bei anderen Herstellern nur noch...). Bei den
ColdFires sind die Peripheriemodule immer gleich (oder zumindest so
ähnlich, dass man recht schnell wieder damit vertraut wird). Die
Controller haben zwar gegenüber vielen ARMs relativ bescheidene
Flash/RAM Ausstattungen, aber für LINUX ist auch 512K Flash und 96K RAM
zu wenig. Dann lieber statt 'nem generic Businterface á là LPC oder STR
gleich ein auf Speed und glueless getrimmtes Flash und SDRAM Interface
wie's viele ColdFires mitbringen.

Wenn's noch mehr Rechenleistung sein darf/muss kann man noch einen Blick
auf die POWER-Serie (MPC5xxx) werfen...
Autor: Andreas Kaiser (a-k)
Datum: 05.07.2007 21:56

... und irgendwann stellt man dann fest, dass eine solche grosse Lösung
erst bei erheblicher Stückzahl günstiger liegt als ein Mini-PC-Board wie
beispielsweise die VIAs.
Autor: Stefan Wimmer (wswbln)
Datum: 05.07.2007 22:07

....das kommt immer auch auf die Rahmenbedingungen an:
Als "Einzelkämpfer" ist man da immer recht flexibel und kann von Fall zu
Fall entscheiden, ob die eine oder andere Controllerfamilie besser
geeignet ist und ob man für kleine Stückzahlen Module zukauft oder bei
grossen Stückzahlen was selber macht.

Ist man aber in einer etwas grösseren Firma mit x Hardwerkern und
(idealerweise) 2x+n Softwerkern, dann sieht die Rechnung schnell ganz
anders aus: Eh man die 2x+n Softwerker auf eine neue Prozessorfamilie
(und da sind ARMs von Hersteller X und Hersteller Y durchaus als jeweils
eigene Familie zu betrachten) umschult, wählt man lieber gleich eine
etwas größere, dafür homogenere Prozessorfamilie, wo sich die "Softies"
dann bei allen Teilen gleich (un-)wohl fühlen. Die Hardwarekosten sind
dann eher untergeordnet, eine zu lange "Time to Market" kostet manchmal
viel mehr...
Autor: Buhu (Gast)
Datum: 06.07.2007 10:56

ich danke euch vielmals :)

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