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Forum: Platinen warum 45° Ecken und keine Rundungen


Autor: Martin (Gast)
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Hallo,

warum werden leiterbahnen mit 45° gezeichnet und nicht mit rundungen? 
Sind diese zu schwer oder teuer in der fertigung herzustellen? Bei 
Rundungen hätte ja mann viel weniger Reflexionen als bei 45° oder gar 
90° ecken.

Gruß
Martin

Autor: tt (Gast)
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Die geringsten EMV Probleme machen 45Grad Ecken. Die meisten entstehen 
durch Rundungen.

Autor: Jens 343 (jens343)
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Hi,
Damals war es auf einigen TV und Radio Chassi üblich alle Leiterbahnen 
mehr oder weniger "rund" oder "fließende"  zu ätzen, das ganze sah dann 
wie Handgezeichnet aus, und wird auch so sein, aber es sieht wirklich 
gut aus ;)
Wenn du willst kram ich mal in meiner Kiste und mach Fotos.

Gruß Jens

Autor: Klaus Falser (kfalser)
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> Die geringsten EMV Probleme machen 45Grad Ecken. Die meisten entstehen>
> durch Rundungen.

Wo hast Du das her?
Auch ich habe bis jetzt habe ich immer gelesen, dass runde Ecken besser 
sind.
45° Ecken sind dann ein guter kompromiss zwischen rund und 90°.

Klaus

Autor: Matthias (Gast)
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..ie geringsten EMV Probleme machen 45Grad Ecken. Die meisten entstehen>
> durch Rundungen.....


Eben. Das ist Unsinn. EMV Abstrahlung entsteht immer dann, wenn 
Ladungsträger (zB Elektronen) beschleunigt oder abgebremst werden. Und 
wenn ein Elektron "um die Ecke" muss, dann wird es (quer)Beschleunigt! 
Und das ziemlich heftig.

Autor: Agent (Gast)
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Im Zeitalter der CAD-Systeme(Eagle,Target,Mentor & Co) ist es, um die 
Rechenleistung des PCs zu minimieren, optimal wenn gerade Linien 
gezeichnet werden. Die 45°-Ecke ist, wie schon gesagt, ein guter 
Komromiss und ausserdem vom Design sehr ansprechend.

Bevor es CAD-Systeme gab, wurden die Layouts von Hand gezeichnet, z.B. 
mit dem sog. Bradly-System. Die Leiterbahnen konnte man am schnellsten 
Zeichnen in dem diese mit einem Kreppband auf eine Klarfolie klebte. 
Eckige Leiterbahnführungen wurden nur von Fetischisten geklebt. Am 
schnellsten ging es mit der fliessend-runden Leiterführung.

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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- für Hochfrequenz-Leitungen die auf die Wellenlänge abgestimmt sind 
(Microstrip-Filter/Anpassnetzwerke) muß der Eckeneffekt berücksichtigt 
werden, im HF-Berechnungsprogrammen sind entsprechende Modelle enthalten
(sogenannte "Miter", leo.org bietet die Übersetzungen "spitz 
zuschneiden, auf Gehrung zurichten, sich in einem Winkel treffen")

- Für Hochspannung gibt es noch den Spitzeneffekt, das sollte auf 
Leiterplatten seltener ein Problem sein

- und schließlich könnte es mechanisch ein größerer Angriffspunkt sein, 
daß sich die Leiterbahn ablösen kann, wenn die Ecke 90 Grad hat

aber ob rund oder schräg ist nur eine Sache der Ästhetik oder der 
Rechenleistung und Grafikauflösung.

Autor: tt (Gast)
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im HF Bereich bewegen sich die Elektronen nicht um die 
Leiterbahnecken...oder Rundungen. Bei unserem EMV Labor haben sie mir 
den Mechanismus auch mal erklärt, ich krieg es aber jetzt nicht mehr 
schlüssig zusammen.

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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mit Google und "microstrip miter" gefunden:
Bends in transmission lines
http://www.microwaves101.com/encyclopedia/mitered_bends.cfm
der Ausdruck "miter" wird hier sehr schön erklärt:
"In the good old U.S. we prefer the "miter" spelling, in the more 
ancient tea-sipping, bowler-wearing U.K. they use "mitre"."

Autor: Matthias (Gast)
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Die Frage müßte eher lauten, weshalb überhaupt 45°-Ecken oder Rundungen 
verwendet werden, ist ihr Reflektionsverhalten doch nicht besser als 
eine 90°-Ecke:
http://www.ultracad.com/articles/90deg.pdf
Auf der si-list gab es dazu einmal eine lange Diskussion.... Fazit war 
mehr oder weniger, daß bis in den GHz-Bereich eine normale Ecke 
verwendet werden kann. Obwohl ich bis heute nicht verstehe, weshalb dann 
Programme wie Agilent ADS die Rundungen 'miter' anbieten ?!?!

@Christoph:
ja, microwaves101.com ist eine nette Seite :-)

Autor: Agent (Gast)
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apropos Eckig oder Rund:

Kennt jemand das HF-Verhalten von Durchkontaktierungen, mit und ohne 
Zinnfüllung?

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (christoph_kessler)
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Ich denke, dank Skineffekt spielt die Füllung keine Rolle.
Da in der Nähe eine Massefläche liegen sollte, könnte man eine Leitung 
mit definiertem Wellenwiderstand und Länge annehmen, oder nur die 
Längsinduktivität berücksichtigen.
Für GaAsFet-Massedurchkontaktierungen habe ich schon solche Überlegungen 
gesehen, die Durchkontaktierungen können in ungünstigen Fällen zu 
Resonanzen führen

Autor: Matthias (Gast)
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Guckst Du eine Ecke weiter:
http://www.ultracad.com/articles/T009.PDF
Zu dem Thema 'Vias' spuckt Google sicherlich eine Unzahl von Treffern 
aus, da das eine neverending-story ist.

Autor: Jens 343 (jens343)
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Mal ne Frage:
Ich kenne mich noch ned so mit CAD aus und so aber ist es möglich die 
Leiterbahnen im old school style zu machne, also fast Winkellos und 
immer flüssig?

Rechenleistung sind bei 1,86ghz Dualcorern übelst vorhanden.
Kann also Eagle solche rundungen machen oder welches CAD prog ist dafür 
besser?

Gruß Jens

Autor: Johannes M. (johnny-m)
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Eagle kann bogenförmige Leiterbahnen. Und ich denke, dass es heutzutage 
kein professionelles CAE-Tool ohne diese Funktion gibt...

Autor: Falk (Gast)
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@ Christoph Kessler (Firma db1uq) (christoph_kessler)

>Ich denke, dank Skineffekt spielt die Füllung keine Rolle.

Das wäre ich gerade bei HF SEHR vorsichtig! Das Zinn kann auch als 
verlustbehaftetes Magnetmaterial wirken.

Mfg
Falk

P.S. Ich ha mal gehört, dass die 45 Grad Ecken eher des Ätzprozesses 
wegen gemacht werden, damit sich in rechten und spitzen Winkeln keine 
Reste von Kupfer stehen bleiben oder so ähnlich. In wie weit das 
wirklich so war und vor allem bei heutiger Technologie noch eine Rolle 
spielt, keine Ahnung.

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