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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Projekt: uPC soll Zahnarztstuhl bedienen


Autor: K.-E. Hinrichs (Gast)
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Hallo,
eines vorweg: Ich bin Anfänger, aber nicht im Elektronibereich, sondern 
was Mikrocontroller angeht.
Mein Problem: Als Zahnarzt besitze ich eine Praxis mit 3 
Behandlungszimmern/Stühlen. Diese sind auch vollgestopft mit allerlei 
Technik. Nach den neuesten Hygienerichtlinien soll man diese Einheiten 
nun morgens mit viel Wasser durchspülen, soll heißen, eine Helferin 
steht am Stuhl und drückt alle 30 Sekunden die Taste für das "Wasserglas 
füllen", damit das stehende Wasser aus der Zuleitung von der Wasseruhr 
bis zum Stuhl herauskommt. Danach noch das ganze für die 
Turbine,Motor... Eine Mitarbeiterin steht dann ca. 10 Minuten lang am 
Stuhl und muß alle wasserführende Systeme durchspülen. Bei 3 
Behandlungsräumen macht das 30 Minuten!!!

Da jeder Stuhl einen eigenen Rechner mit EEPROM hat, wäre es ja einfach, 
ein Update auf dem Markt zu bringen. Die Hersteller machen das aber 
nicht, sondern verweisen auf ihre neuen Produkte! Nun kostet ein 
einzelner Behandlungsstuhl komplett ca. 35.000 Euro, ein neues EEPROM 
vielleicht 300 Euro (ist ja für den med. Bereich!)

Meine Idee: Ich schiebe einen Mikrocontroller zwischen den Bedienknöpfen 
und dem Rechner der Einheit. Dieser "drückt" quasi in bestimmten 
Zeitabständen bestimmte Tasten und läßt damit ein Reinigungsprogramm 
ablaufen.

Meine Frage: Welcher Controller? Ich brauche am ehesten viele I/O Ports. 
Ungefähr 8 Tasten wären in bestimmten Zeiten zu betätigen. Basic kann 
ich aus 64'er Zeiten und vom Sharp PC1401 noch ganz gut, Assembler geht 
auch noch so grade.

Was brauche ich sonst noch? Werkstatt, Oszilloskop, PC, Netzteile usw. 
vorhanden. Mikrocontroller wäre für mich Neuland.
Würde mich freuen, ein wenig Hilfe hier zu erfahren. Danke!!

Autor: Philipp Karbach (Gast)
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ein Zahnarzt auch dem elektrotrip ;). Ich finds aber echt interessant 
und kann das Problem wirklich verstehen. Das umzusetzen, den µC 
auszuwählen ist, denke ich, einfach. Die umsetzung auch. Der Preis ist 
für dich lachhaft. Du wirst also eine gute lösung bekommen. Jetzt der 
haken: Du sagst ja schon: (ist ja für den med. Bereich!)..... Das ist 
das problem, ich bin mir nicht genau sicher inwiefern man da 
"manipulieren" darf, ähnlich wie bei autos. Für Schaden der durch dein 
gefummel entstanden ist, musst du gerade stehen. In der Medizin sind 
solche sachen ja nicht gerade billig... Ich bin mir nicht sicher ob dass 
der richtige weg ist, schade, aber wahr...

Autor: Rufus Τ. Firefly (rufus) (Moderator) Benutzerseite
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Die Spülvorrichtung eines Zahnarztbehandlungsstuhles unterliegt mit 
ziemlicher Sicherheit nicht den Zulassungsvorschriften für 
medizintechnische Geräte, die am Körper eingesetzt werden (EKG, 
Zahnarztbohrer, Röntgengerät etc.).

Sofern der Eingriff in das Gerät unter Berücksichtung üblicher 
elektrotechnischer Vorschriften (VDE0100 etc.) durchgeführt wird, sehe 
ich auch kein besonderes Gefährdungs- oder Risikopotential.

Anders sähe es aus, wenn ein direkt mit Patientenkontakt eingesetztes 
batterie- oder akkubetriebenes Gerät wie z.B. ein Blutdruckmessgerät aus 
Sparsamkeitsgründen mit einem Netzgerät betrieben werden soll.

Autor: Philipp Karbach (Gast)
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trozdem will ich nicht wissen, wie jemand aus dem fach reagiert wenn er 
bemerkt dass da dran gebastelt wurde. Nun gut, dann würde ich ein 
fertiges prototype board (embedit.de) für einen mega16/32 nehmen. Um 8 
tasten zu betätigen hast du da auf jedenfall genug ports.

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Hast du schon zum Schraubenzieher gegriffen?
Wenn nicht, mach das mal und finde raus welche Spannungen
von den Tastern und Schaltern geschaltet werden müssen.

Was auch gut wäre: wenn du im Stuhl an geregelte 5V für
die Versorgung deiner Zusatzschaltung rannkommst. Die
Zusatzschaltung wird nicht viel Strom benötigen, so viel
Reserve wird ein ev. vorhandenes Netzteil schon noch haben.

Bei 8 I/O pro Stuhl würde ich nicht lange fackeln und
einen Mega8 nehmen. Bischen Hühnerfutter rundum und dann
hängt es natürlich davon ab, was die Taster schalten müssen
um zu entscheiden, wie die Schaltung die Taster überbrücken
kann.

Autor: Falk Brunner (falk)
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Rein technisch kein grosses Problem, ein MEGA8 reicht locker. Aber 
juristisch brisant. So ein Zahnarztstuhl incl. Drumherum fällt sicher 
unter MEdizintechnik, und dort gibts MASSIVE Sicherheitsbestimmungen, 
verständlicherweise. Das als nichtzertifizierter Hobbybastler oder auch 
Fachmann rumzufummeln kann ins Auge gehen. Was passiert, wenn dein 
Bohrer bei ner kritischen Bohrung plötzlich durchdreht. Dann kommt die 
Firma, sieht das am Gerät manipuliert wurde und verweigert jegliche 
Haftung, die versicherung wird das genauso sehen.

MfG
Falk

P.S. Ohhje, die Bürokratie wird uns noch alle zugrunde richten! :-( Als 
ob die Wasserzufuhr nicht den ganzen vorherigen Tag gespült wurde. Und 
wenn ein KLEIN wenig Kow How in dem Stuhl von 35k Euro steckt, dann 
haben alle klinisch kritischen Leitungen ne minimale Silberbeschichtung 
innen, die Silberionen wirken antibakteriologisch. Aber das muss ich 
einem Zahnarzt sicher nicht erzählen ;-)

Autor: GRX (Gast)
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@ K.-E. Hinrichs,
Das Projekt sollte machbar sein. Um auf der sicheren Seite zu sein, 
wuerde ich die Taster mit Optorelais schliessen. Dann ist die 
Ansteuerung galvanisch getrennt. Dann vom AVR-Mega verdrillte Leitungen 
zu den Optorelais. Die Optorelais sind gleich bei den Tasten. Spuelen 
ist auch keine sicherheitsrelevante Funktion, wenn's mal zuviel spuehlt 
geht keine Welt unter.

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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Hallo,

also ich denke auch nicht dass das jetzt bedenklich ist, an der Stelle 
einzugreifen -- aber vllt. solltest Du Dich mal kundig machen, wie die 
Lage ist?

Solange man weiss wo man wie schalten muss ist die Sache technisch kein 
grosses Problem und koennte mit einem geringen Kostenfaktor realisiert 
werden. Du solltest die Schaltung vllt. so realisieren dass Du sie im 
Zweifelsfalle entfernen kannst, also ohne groessere Eingriffe zu machen. 
Ich denke da an "anklemmen" oder sowas in der Art. Naja ich kenn das 
Teil nicht daher kann ich nicht sehr viel dazu sagen... kannste mal ein 
gut aufgeloestes Bild von dem Innenleben machen mit ein bisschen 
Beschreibung?

Was die Ausruestung angeht: Brauchst Du fuer so ein einzelnes Projekt 
nicht viel. Vielleicht findest auch hier jemanden, der Dir hilft, also 
z.B. eine passende Platine herstellt, wuerde ich z.B. tun. Bringt's ja 
nich sich dafuer extra Ausruestung anzuschaffen. Es sei denn natuerlich 
Du willst oefter basteln ;) Nachdem Du ja sicher ein bisschen was dafuer 
uebrig hast koennte man ja auch ein bisschen fancy werden, also 
hochwertige Bauteile, evt. Gehaeuse usw usf.

Gruesse,
Michael

Autor: Falk Brunner (falk)
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Wenn es darum geht, nur ein paar Knöpfe auf einem kleineren Tastenfeld 
in definierter Reihenfolge zu drücken, könnte man sich vorstellen eine 
Art "anschnallbaren" Aufsatz zu bauen, bei dem per Elektromechanik die 
Taster gedrückt werden. Damit erfolgt keinerlei Eingriff in die 
Elektronik und das Ganze ist in Null-Komma-Nix wieder "abgeschnallt".

Mfg
Falk

Autor: Kest (Gast)
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Wieso wollen wohl die Firmen das nicht einfach ändern? Ist Dir (Euch) 
klar, dass sowohl Hardware, als auch Software zugelassen werden muss. 
Wird also eine Änderung im EEPROM gemacht, muss alles wieder zugelassen 
werden (abgesehen von der Dokumentation des neuen Features ;-) Die 
ISO900, und diverse med. DIN-Normen lassen grüssen.

Sollte was passieren (das muss nicht unbedingt mit Deinem Teil 
zusammenhängen) bist Du derjenige, der dafür gerade stehen musst. Und 
glaub mir, mit "ist ja nur mega8 mit Optokopplern" kannst Du Dich nicht 
ausreden.

Ich selber beschäftige mich ab und zu im med. Bereich (Elektronik) und 
weiß, wovon ich rede. 30 Minuten am Tag sind preiswerter, als 
Schadensersatzforderungen (denke ich ;-))

Grüße,

Kest

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Kest wrote:
> Wieso wollen wohl die Firmen das nicht einfach ändern? Ist Dir (Euch)
> klar, dass sowohl Hardware, als auch Software zugelassen werden muss.
> Wird also eine Änderung im EEPROM gemacht, muss alles wieder zugelassen
> werden (abgesehen von der Dokumentation des neuen Features ;-) Die
> ISO900, und diverse med. DIN-Normen lassen grüssen.

Und da jeder Zahnarzt in D dieses Update braucht, kann man das dann
sicherlich mehr als 3 mal verkaufen. Die Kosten für die Entwicklung
dieses 'Features' sind minimal und die Zulassung wird auch nicht die
Welt kosten.
Summa, summarum: Ein gutes Geschäft für die Firmen. Ein noch
besseres Geschäft ist es allerdings, wenn alle Zahnärzte neue
Stühle brauchen.

> Sollte was passieren (das muss nicht unbedingt mit Deinem Teil
> zusammenhängen) bist Du derjenige, der dafür gerade stehen musst. Und
> glaub mir, mit "ist ja nur mega8 mit Optokopplern" kannst Du Dich nicht
> ausreden.

Da hast du allerdings recht.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@  Karl heinz Buchegger (kbuchegg)

>Und da jeder Zahnarzt in D dieses Update braucht, kann man das dann
>sicherlich mehr als 3 mal verkaufen. Die Kosten für die Entwicklung
>dieses 'Features' sind minimal

Ja, aber . . .

> und die Zulassung wird auch nicht die Welt kosten.

Wenn das mal kein Irrtum ist. Der Papierkrieg dazu ist immens. Und 
solche Sachen wie "ist ja nur bissel Schnickschnack dazu gekommen, der 
Rest ist identisch" interessiert die Zulassungsstellen einen Scheiss.

>Summa, summarum: Ein gutes Geschäft für die Firmen. Ein noch
>besseres Geschäft ist es allerdings, wenn alle Zahnärzte neue
>Stühle brauchen.

Klar, das muss dann nur noch per gesetz vorgeschrieben werden und man 
macht wieder ordentlich Reibach. Die Zahnärzte habens ja, der Patiet 
zahlt gern. :-(

Eine sehr geschickt getarnte Umverteilungsmaschine, die den kleinen 
Leuten noch mehr Geld aus der Tasche zieht.

MFG
Falk

Autor: Michael G. (linuxgeek) Benutzerseite
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> Wenn es darum geht, nur ein paar Knöpfe auf einem kleineren Tastenfeld
> in definierter Reihenfolge zu drücken, könnte man sich vorstellen eine
> Art "anschnallbaren" Aufsatz zu bauen

Ist wohl eine gute Idee. Denn dann ist das absolut kein Engriff in die 
Elektronik mehr sondern nur noch eine externe Bedienung. Zwar ein 
bisschen umstaendlich und plump die Sache aber rechtlich sollte man auf 
der sicheren Seite damit sein.

Autor: Patient (Gast)
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Die nächste Frage im Forum wird wohl sein:

<<
eines vorweg: Ich bin Anfänger, aber nicht im mechanischen Bereich, 
sondern was Zahnmedizin angeht.

Mein Problem: Als Patient besitze ich einen Zahn mit Karies, und möchte 
die Füllung selber machen.
Der Gang zum Zahnarzt endet mit einer Rechnung über mindestens EUR xxxx.

Meine Idee: Ich mache mir die Füllung selber.

Meine Frage: Welcher Bohrer? Welche Drehzahl? Wie kühle ich den Bohrer? 
Bohren kann ich aus alten Berufsschulzeiten noch ganz gut, polieren geht 
auch noch so grade.

Was brauche ich sonst noch? Dremel, HSS-Bohrer, Amalgam usw. vorhanden. 
Kunststofffüllungen wäre für mich Neuland.

Würde mich freuen, ein wenig Hilfe hier zu erfahren. Danke!!
>>

Tschuldigung, ich konnte es einfach nicht lassen... ;-)

Autor: tex (Gast)
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Der Mechanische Aufsatz ist wohl eine gute Idee und greift vor allem 
nicht in die, der VDE 0751 unterliegenden Geräte ein. Es ginge wohl aber 
noch einfacher wenn man einfach ein Magnetventil zur Ableitung des 
stehenden Wassers 10cm vor dem Anschluss des Folterhockers montiert. 
Dürfte einfacher, schneller, billiger und unproblematischer als alle 
Anderen sein, und die 2 Mal die Miss Nurse dann noch aufs Knöpfchen 
drücken muss, sollten im Rahmen des morgendlichen Praxis-Setups drin 
sein.

Autor: Peter Dannegger (peda)
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Irgendwie kommt mir das hier wie ein Kindergarten vor.

Ein Zahnarzt sollte doch wohl selber in der Lage sein, die rechtlichen 
Bedingungen zu eruieren.


Ich denke mal, er hat nach technischer Hilfe gefragt, dann sollte er sie 
auch bekommen.

Ich würde erstmal untersuchen, ob man überhaupt an die Tasten rankommt 
und welche Schaltspannung anliegt (24V ?).

Ich würde dann auch Opto-MOS an die Taster pinnen und zum MC führen.
Der MC braucht dann nur nen Hauptschalter, führt nach Einschalten die 
Sequenz aus (Scheduler) und danach wird er wieder abgeschaltet.


Peter

Autor: Kest (Gast)
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@Peter Dannegger (peda):

Kindergarten hin oder her ;-)

Staatsanwalt: "wieso haben sie das gemacht?"
Zahnarzt: "im mikrocontroller-Forum hat Peter gesagt, dass das so 
geht..."
Staatsanwalt: "ich rufe den nächsten Zeug... äh... ich meine den 
Beschuldigten, Peter D. auf"
...

Knast für beide :-)


Nicht ganz ernst gemeint ;-)


Kest

Autor: Michael S. (mst)
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@K.-E. Hinrichs:

Wenn du in der Nähe von 74xxx Zahnartz bist, Bau ich dir ein Prototyp 
wenn ich zukünftig meine Füllungen für umme bekomm! ;-)


Spass bei Seite, ich würde auch einfach ein Photo-MOS oder noch 
einfacher ein normales Relais (500k Schaltzyklen sollten bis zum 
Lebensende des Stuhles reichen...) nehmen und einfach parallel zu den 
Tasten hinpinnnen.

peda's Hünnerfutter um nen kleinen AVR drumrum und das ganze sollte 
incl. Firmware nach einem WE erledigt sein...

mfg mst

PS: Rechtliche Seite sollte man aber vorher klären, med. ?!? gute Frage?

Autor: JojoS (Gast)
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oh je, hört sich das bürokratisch an. 10min. Spülen damit am Ende 
sauberes PFT-Wasser rauskommt :-) Wie es eingangs geschrieben ist ist 
das eine Soll-Vorschrift. Reicht es nicht eine etwas längere Spülung am 
Montag morgen zu machen? Wenn ich nach 3Wo. aus dem Urlaub komme lasse 
ich auch nicht überall erstmal 10 min. das Wasser laufen. Nur beim 
Bierzapfen macht man das, aber da ist wirklich wichtig.
Und wenn man den Behandlungsstühl zerlegen muss um an die Taster zu 
kommen kann schon mehr passieren wenn z.B. Abdeckungen nicht mehr richt 
abgedichtet sind oder schlecht angelötete Kabel Kurzschlüsse 
verursachen.

Autor: Olaf (Gast)
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> ch den neuesten Hygienerichtlinien soll man diese Einheiten
> nun morgens mit viel Wasser durchspülen, soll heißen, eine Helferin
> steht am Stuhl und drückt alle 30 Sekunden die Taste für das "Wasserglas
> füllen", damit das stehende Wasser aus der Zuleitung von der Wasseruhr
> bis zum Stuhl herauskommt.

Bist du sicher das dies wirklich jeden Morgen gemacht werden soll? 
Wenn das notwendig waere dann muesste man Leute die 4Wochen in Urlaub 
fahren und dann zuhause nach der Rueckkehr ein Glas Wasser trinken 
sofort beerdigen.

Wenn du das aber wirklich machen willst dann vergiss einfach die ganzen 
Vorschlaege mit Microcontroller usw.
Was du brauchst ist ja im Prinzip nur ein Monoflop. Wenn du Ahnung von 
Elektronik, aber nicht von Microcontrollern hast, dann waere es wohl ein 
leichtes sowas mit 1-2 NE555 aufzubauen. Allerdings wuerde ich dir davon 
auch abraten. Man kann fertige Zeitrelais kaufen. Sollte dann so bei 
50-100Euro liegen. Jeder Elektriker sollte sowas eigentlich installieren 
koennen.

Der Aufwand das selber zu machen und zu lernen wie man einen 
Microcontroller benutzt und eine Schaltung baut die zuverlaessig 
funktioniert ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Verwende die Zeit
lieber  fuer 1-2 Privatpatienten und bezahl einen Elektriker. :-)

Olaf

Autor: reflection (Gast)
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Man könnte doch auch eine Apperatur mit motorisierten "Stempeln" machen. 
Diese setzt Du von aussen auf das Originalbedienteil und mit dem uP 
steuerst Du die Stempel die die Originaltasten betätigen. Dann würdest 
Du ja keinen Eingriff in den Stuhl machen, sondern nur die Hand 
"automatisieren"

Gruss reflection

Autor: reflection (Gast)
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Sorry, wurde oben schon geschrieben, habe ich nicht gesehen!

Folterstuhl, ist es wirklich so schlimm? Bin 28zig und hatte noch nie 
irgend etwas ausser Zahnreinigung aufHolzklopf

Greets

Autor: Kalli (Gast)
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Hallo,
danke für die rege Beteiligung, obwohl nicht alle Kommentare hilfreich 
sind.
Eine Dentaleinheit unterliegt dem Medizinproduktegesetz und der 
Betreiberordnung. Die rechtliche Komponente ist mir klar, geht mir aber 
etwas am A vorbei. Es ist ein Unding, daß ein 35 T Euro Stuhl durch neue 
Hygienerichtlinien quasi unbrauchbar wird. Die ganzen Kontrollen werden 
momentan erst umgesetzt und es kommt morgen auch noch keiner vom 
Gesundheitsamt oder GAA. Aber bald... Ich strebe die neuen Richtlinien 
bereits heute an. Ihr könnt Eurem Behandler des Vertrauens einmal 
fragen, ob er für jeden Patienten ein frisch sterilisiertes Winkelstück 
nimmt. Ich schon! Ich habe weit über 20 Winkelstücke. Hat das Dein 
Doktor auch? Ist bereits Pflicht. Frage ihn, ob er einen neuen 
Sterilisator mit Druckeranschluß hat und ob er eine detaillierte 
Chargendokumentation durchführt. Welche Helferin hat wann um wieviel Uhr 
diese Pinzette eingescheißt? Das ist Pflicht. Und auch das Durchspülen 
der Einheiten ist Pflicht wegen Legionellen im Trinkwasser.
Wie ihr seht wohnen wir in Deutschland. Das Land mit den dicksten 
Steuerbüchern und mit Sicherheit auch den meisten Verordnungen und 
Bürokratismus. Solltet ihr als EDV und Elektrik-Fachmänner doch ein Lied 
von singen können, oder?
Einer hat hier geschrieben, dann müsse einer nach 4 Wochen Urlaub ja 
sterben, wenn er sein Wasser trinkt. Wenn er gesund ist, dann nicht, 
aber was, wenn ein geschwächter bei mir auf dem Stuhl eine Infektion vom 
Trinkwasser erleidet. Die BILD wartet schon... Einer hat hier 
geschrieben, ich könne einen Wasserhahn an den Stuhl bringen und morgens 
etwas ablaufen lassen. Habe ich auch schon dran gedacht, aber: Die 
neueste Wasserverordnung schreibt in diesem Falle eine freie Fallstrecke 
vor. Das wird mir zu aufwändig und kompliziert. Etwas an die Tastatur 
anklemmen und wieder abnehmen ist für Helferinnen viel zu kompliziert 
und zeitaufwändig. Mein Arbeitsbeginn ist 7:15, die Helferin kommt um 
6:45 und braucht 30 Minuten für Vorbereitungen. Kommen 30 Minuten 
Spülvorgänge dazu, dann müßte sie ja um 6:15 schon anfangen. Dann kann 
sie ihr Bett gleich in der Praxis aufstellen.
So, zum Thema: Alle 30 Sekunden eine Taste drücken, daß könnte 
wahrhaftig auch ein Monoflop. Läßt sich bestimmt mit einem NE555 schon 
realisieren. Die Schläuche der Motoren müssen aber auch durchgespült 
werden. Beim Herausziehen eines Bohrers aus der Halterung, gibt ein 
Relais den Strom und das Wasser frei. Alle anderen Motoren sind 
gesperrt. Nimmt man alle Motoren aus der Halterung, sind alle blockiert, 
d.h. der Mikrocontroller sollte nach Entnahme aller Winkelstücke eines 
freistellen und die anderen quasi "wieder in die Halterung legen", damit 
nur der eine Schlauch gespült wird.
Es liegen 24V und auch 30V an. Da das mit dem Freigeben der einzelnen 
Motoren etwas komplizierter wird, werde ich wohl zuerst das mit dem 
einfachen Spülen der Leitungen per uPC machen. Das System kann man 
später wachsen. Ich werde wohl zum Mega8/16/32 greifen und das mit 
Optorelais machen. Das mit dem Abtrennen und alles ist wie vorher ist 
eine sehr gute Idee! Einen Stromschlag wegen eines uPC muß sich bei mir 
keiner befürchten. Demnächst gibt es wieder eine kleine Messe und da 
werde ich mich mal mit den Stuhlherstellern streiten!

Autor: Kalli (Gast)
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Angehängte Dateien:

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Hier ein Bild für die Interessierten:
Links ein SAB 80C32, gesockelt, darunter ein D87C257-200V10 EEPROM und 3 
P82C54 Timer

Autor: wegstabenverbuchsler (Gast)
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> Welche Helferin hat wann um wieviel Uhr diese Pinzette eingescheißt? Das ist 
Pflicht.

Iiih, dann macht das wohl die Helferin in meiner Praxis auch?????

Autor: Gast (Gast)
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Oh, eine KaVo, der Rolls royce unter den Stühlen. ;-)

Die Tasten am Bedienfeld der Einheit schalten nichts. Der 80C32 sorgt 
über Magnetventile, Relais usw. für die Steuerung der Einheit, bedient 
nebenbei die Anzeigen und scannt die Tasten.

Autor: GPS (Gast)
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>Hier ein Bild für die Interessierten:

Aha. 25 jaehriges Zeug. Ohne die sonst ueblichen Staubzotten drauf.

Was mir uebrigens erst kuerzlich Auffiel... Die Mediziner verschanzen 
sich hinter meterhohen Auflagen an technischen Geraeten. Erfuellen aber 
selbst Null Auflagen und tragen Null Verantwortung. Weshalb muss ein 
Krankenhaus vom administrativen Standpunkt her nicht ISO 9000 erfuellen 
? Offensichtlich ist das Verschwinden von Operationsberichten an der 
Tagesordnung. Qualitaetssicherung ? Nie gehoert. Garantieleistungen ? 
Wenn das Krankenhaus einen Patienten mit einer Gratisembolie beschenkt, 
sollte die auf Garantie weggemacht werden muessen.

Zwei Worte : Ein Sauhaufen.

Autor: Atmega8 Atmega8 (atmega8) Benutzerseite
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@  Kalli (Gast)

Du kannst ja mal schaun welcher der vielen Stecker, die sich auf dem 
Board befinden zum Tastenfeld führt.
Wenn du das nun weißt testest du mit einem Durchgangsprüfer welcher Pin 
des Steckers zu dem Taster gehört.
Nun baust du dir einen Adapter, der an die Buchse und dem Stecker (der 
zum Bedienfeld führt) anschließen kannst.

####### Bedienfeld ########
<Kabel>
 |__Originaler Stecker__|
 |Mega8_Platinen_Buchse_|
################_MEGA8_Platine##########
 |Mega8_Platinen_Stecker|
 |__Originale   Buchse__|
################ PräxisStuhlPlatine #####################


Versuch es einfach mal. So'n paar Taster anzusteuern ist nicht 
sonderlich schwer.

25 Jahre ist das da auf dem Bild nicht alt, aber vielleicht 15 Jahre.

Ich find es gar nicht so schlecht wenn ein Arzt von seinen Geräten etwas 
Ahnung hat.

Autor: Drei Newton (3_newton)
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Eins vornweg: ich übernehm kein Haftung

Ich würde da einfach die Taster, sofern es echte "Schalter" sind (also 0 
Ohm Widerstand) einfach mit Reedrelais überbrücken. Die werden von einem 
Mega 8 angesteuert, fertig. Wenn die Schalter selbst einen Widerstand 
haben, würde ich einen ähnlichen zur Sicherheit mit den Relais in Serie 
schalten. Sollte nicht das Ding sein.

Noch eine medizinische Frage: es gibt ja eine gewisse Nummer von HepC 
Infektionen die keine einfach ersichtliche Infektionsursache erkennen 
lassen. Stimmt es, dass ein Teil davon auf Zahnarztbesuche zurückgeht( 
zurückgehen könnte?

Autor: Drei Newton (3_newton)
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Ahja, Freilaufdioden und evtl. einen 100 n Kondensator nach Gnd nicht 
vergessen.

Autor: Olaf (Gast)
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> Einer hat hier geschrieben, dann müsse einer nach 4 Wochen Urlaub ja
> sterben, wenn er sein Wasser trinkt. Wenn er gesund ist, dann nicht,
> aber was, wenn ein geschwächter bei mir auf dem Stuhl eine Infektion vom
> Trinkwasser erleidet.

Dieser eine entwickelt TOC Analysatoren. (organischer Kohlenstoff in 
Wasser) .-)

Was ich sagen wollte, die Bakterien haben bei dir doch garkeine Zeit 
sich gross zu vermehren weil deine Praxis ja jeden Tag in Betrieb ist. 
Maximal Montag morgen hatten die etwas Zeit.
Da halte ich Leute die ihren eigenen Wasserhahn zuhause ein paar Wochen 
nicht benutzt haben fuer viel gefaehrdeter. Genauso wie die Leute im 
Hotel von Legionellen besprungen werden die ein Zimmer haben das einige 
Zeit unbenutzt war.

> Das Land mit den dicksten
> Steuerbüchern und mit Sicherheit auch den meisten Verordnungen und
> Bürokratismus. Solltet ihr als EDV und Elektrik-Fachmänner doch ein Lied
> von singen können, oder?

Sagen wir mal so, ich hatte letzte Tage in interessantes Jobangebot von 
einer Medizintechnikfirma und habe es abgelehnt weil ich wirklich keine 
Lust habe den Grossteil der Zeit mit dem lesen von Bestimmungen zu 
verbringen. :-)

> Das System kann man
> später wachsen. Ich werde wohl zum Mega8/16/32 greifen und das mit
> Optorelais machen. Das mit dem Abtrennen und alles ist wie vorher ist
> eine sehr gute Idee!

Ich wuerde auch empfehlen die Leitung zu den Tasten ausfindig zu machen 
und mich dort ueber einen Zwischenstecker anklemmen. Dort dann die 
Tastenleitungen mit einem Optokoppler schalten.

Natuerlich ist ein beliebiger Microcontoller, z.B der Mega8, eine gute 
Loesung und ich wuerde es auch so machen. (aber mit R8C :-)
Aber das setzt vorraus das du mit den Teilen umgehen kannst. Wenn du es 
sowieso schon immer mal lernen willst auch okay. Aber wenn es nur um die 
eine Anwendung geht dann koenntest du vielleicht auch eine kleine SPS 
kaufen. Das koennte dir die Programmierung vereinfachen. Da kann sogar 
eine Uhr enthalten sein die das alles morgens automatisch macht.

Ich sehe aber noch ein anderes Problem. Ich denke wir sind einer Meinung 
das du das machen musst um bei einer Kontrolle gut da zu stehen. Glaubst 
du der arme Mann bekommt keinen Herzinfarkt wenn er sieht das du an 
deinem Stuhl gebastelt hat? Mindestens einen Knopf musst du ja irgendwo 
einbauen.

By the way, man koennte auch auf die Idee kommen seinen Microcontroller 
mit einem RC5 Empfaenger zu begluecken und dann mit einer Fernbedienung 
alles ausloesen...

Oder gibt es einen Knopf der im Ruhezustand erstmal keine Funktion hat? 
Koenntest du dann gleich am Kabel mit abgreifen und alles unsichtbar 
integrieren. Wuerde fuer jeden Aussenstehenden nach einem Firmwareupdate 
des Herstellers aussehen. :-]

Olaf

Autor: Atmega8 Atmega8 (atmega8) Benutzerseite
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Also die Möglichkeit mit dem Stecker und Adapter solltest du mal prüfen.

Wenn du dadurch Probleme bekommen solltest machst du den Adapter einfach 
wieder weg.

Wie wär es wenn die Taste für das "Wasserglas füllen" eine 
Doppelbelegung hat ?
Solange jemand nur maximal 5 Sekunden auf den Taster drückt und dann 
wieder los lässt (Kontakt offen) schickt der µ-Controller (nach dem 
öffnen des Kontakts) einen kurzen High-Impuls durch das Kabel.

Wenn jemand länger als 10 Sekunden auf die Taste drückt läuft das 
Programm im µC ab. Also der µC gibt alle 30 Sekunden und das alle x-mal 
einen kurzen Impuls an eine der 8 Leitungen(Turbine, Motor durchspülen 
... ) ab.


Die Legionellen sind doch Bakterien, kann man nicht in den 
Wasserbehältern einfach UV-Lichtquellen installieren um sie abzutöten ?
Die Lösung mit den 60°C ist ja keine gute Lösung für die "Wassergläser" 
da die ja meist aus Plastik sind und vielleicht zu weich werden würden.

lg

Autor: Olaf (Gast)
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> Die Legionellen sind doch Bakterien, kann man nicht in den
> Wasserbehältern einfach UV-Lichtquellen installieren um sie abzutöten ?

So einfach ist das nicht. Da ist es schon besser man verwirft etwas 
Wasser.

Olaf

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