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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Verständnisfrage: n - Kanal MOSFET & p - Kanal MOSFET


Autor: Gernot (Gast)
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Ich hätte eine Verständnisfrage zu den MOSFET's.
Bein einem n-Kanal werden aus einer p-Dotierung Elektronen angezogen (U 
am Gate gegenüber Source ist positiv), und aufgrund der U zw Drain und 
Source fließt ein Strom in diese Richtung. (Wenn hier schon etwas nicht 
stimmt, bitte sagen, bin mir bei den FET's nicht besonders sicher.)
Meine Frage betriefft nun einen p-Kanal MOSFET. Was ist der große 
Unterschied?
Soweit ich das bis jetzt mitbekommen habe, muss die U am Gate negativ 
gegen Drain sein, und der Strom fließt in die andere Richtung (=von 
Source nach Drain).  Ist das der einzige Unterschied? Kann mir jemand 
sagen was der Vorteil eines p-Kanals ist?

Hoffe ihr könnt mir helfen.

Gernot

Autor: Sebastian Eckert (Gast)
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Nun ja. Der Vorteil eines P-Kanal-MOSFETs gegenüber einem N-Kanal-MOSFET 
ist genau derselbe wie der eines NPN Transistors gegenüber einem 
PNP-Transistor.
Im Ernst, das kommt ganz auf die Anwendung an. Wenn man gerade eine 
positive Versorgungsspannung schalten will, d.h. der Transistor oder 
Mosfet liegt in der Plus-Leitung, dann ist dafür nun mal ein P-Kanal-Typ 
besser geeignet als ein N-Kanal-Typ.
Der Nachteil eines P-Kanal-MOSFETs ist allerdings, daß er meist 
elektrisch schlechtere Werte hat als ein N-Kanal-Typ und es wesentlich 
weniger Typen zur Auswahl gibt.

Autor: Falk Brunner (falk)
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@ Gernot (Gast)

>Source nach Drain).  Ist das der einzige Unterschied?

Mehr oder weniger.

> Kann mir jemand sagen was der Vorteil eines p-Kanals ist?

Die haben keinen vorteil, eher eien Nachteil. Sie sind im Vergleich zu 
einem N-Kanal bi gleicher Geometrie schlechter (höherer RDS_ON, 
geringere Grenzfrequenz).

MFG
Falk

Autor: Andrew (Gast)
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Ohne pMOS-Transistoren gäbe es keine CMOS-Technologie.

Autor: Düsentrieb (Gast)
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Autor: Simi (Gast)
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CMOS ist eine typische Form von Push-Pull-Schaltungen.

+
Transistor
Ausgang
Transistor
-

Immer ein Transistor leitet. Der, der den Ausgang gegen + zieht oder 
der, der ihn gegen - zieht. Jetzt stell Dir mal vor, Du willst das mit 
zwei NMOS-Transistoren realisieren. Nach "unten" ziehen ist kein 
Problem. Wenn Du aber nach "oben" ziehen willst, dann musst Du ja eine 
positive GS-Spannung anlegen (also höheres Potential als der Ausgang). 
Den Ausgang aber willst Du auf + ziehen. Also muss am Gate eine NOCH 
höhere Spannung liegen, sonst schaltet der NMOS gleich wieder ab, wenn 
der Ausgang "nach oben" kommt. D.h. hier brauchst Du einen PMOS, der 
ausschaltet, wenn Du keine GS-Spannung hast und einschaltet, wenn Du 
eine NEGATIVE (gegenüber der + Leitung) Spannung anlegst.

... Oder aber Du hast oder erzeugst eine Hilfsspannung, die höher ist 
als das höchst mögliche Potential des Ausgangs ist. Wenn Leistung im 
Spiel ist, werden heutzutage tatsächlich zwei NMOS eingesetzt, wobei die 
erforderliche Hilfsspannung durch eine sog. Bootstrap-Schaltung 
realisiert wird (interessantes Ding, dieser Schnürsenkel, btw).

Besser sind die NMOS übrigens, weil Elektronen eine höhere Beweglichkeit 
haben als "Löcher".

Gruss
Simon

Autor: Gernot (Gast)
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Vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Hat mir viel geholfen.

Noch eine abschließende Frage: Wenn ich einen PMOS in meiner Schaltung 
verwenden will, muss ich nur S und D "vertauschen", oder?

Autor: Simi (Gast)
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S ist immer das Bezugspotential. Beim N-Mos also normalerweise GND und 
beim P-Mos "+". Aber wie schon gesagt wurde: Man kann nicht einfach für 
eine bestehende Schaltung nach Lust und Laune zwischen NMOS und PMOS 
auswählen. NMOS für positive GS-Spannungen, PMOS für negative 
GS-Spannungen.

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