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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Promovieren oder in die Industrie ?


Autor: N. K. (bennjo)
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Hallo,
ich studiere Mechatronik (eigentlich E-Technik) und bin kurz vor dem 
Diplom. Nun muss ich mich langsam entscheiden ob ich an der Uni bleiben 
will, oder in der Industrie anfangen soll. Ich habe für beide Wege sehr 
gute Angebote bekommen. Gibt es hier jemanden der mir aus seiner 
Erfahrung ein paar eindeutige und grundsätzliche PRO/CONTRA Argumente 
bezüglich dieser Entscheidung liefern kann?

Vielen Dank,
Nikias

Autor: Baubudenrunks (Gast)
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Industrie:

Pro - verhältnismäßig guter Verdienst
Contra - einige werden behanndelt wie der letzte Dreck (manchmal zu 
Recht)

Uni:

Pro - kannst einen Doktor machen
Contra - den finanziellen Verlust holst du nie mehr auf

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Entgegen der meisten Meinungen lass 
dir sagen, ein Doktortitel ist weniger wert als es die meisten glauben 
wollen

Autor: Frank (Gast)
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Der Dr.-Titel verbaut Dir den Zugang zu vielen Positionen. Du bist damit 
einfach oft ueberqualifiziert. Das ist z.B. dann der Fall, wenn ein FH- 
oder Uni-Absolvent gesucht wird. Dann passt Du mit einem Dr.-Titel nicht 
auf die Stelle.

Andererseits oeffnet Dir der Dr.-Titel auch die Tueren fuer einige Jobs, 
bei denen es Uni-Absolventen ohne Dr. schwerer haben. Die Zahl solcher 
Stellen ist aber viel geringer als die, fuer die Du mit Dr. wie oben 
beschrieben nicht in Frage kommst.

Wenn Du also Wert darauf legt, aus moeglichst vielen Stellen im 
spaeteren Berufsleben auswaehlen zu koennen, solltest Du nicht 
promovieren.

Autor: tuppes (Gast)
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Frank schrieb:

> Der Dr.-Titel verbaut Dir den Zugang zu vielen Positionen.
> Du bist damit einfach oft ueberqualifiziert.
> Das ist z.B. dann der Fall, wenn ein FH-
> oder Uni-Absolvent gesucht wird.

Als Dr.Ing. bewirbst du dich ja auch nicht auf Absolventenstellen, 
umgekehrt hast du als frischgebackener Dipl.Ing. keine Chance auf eine 
Stelle, für die Erfahrung gebraucht wird. Egal welchen Ausbildungsstand 
du hast, du musst dich auf Stellen bewerben, die dazu passen.

Wer immer nur hört "Sie sind überqualifiziert", der hat entweder 
wirklich zuviel oder das Falsche studiert und Wissen angehäuft, das sich 
nicht verwenden lässt, oder er schätzt sein Niveau falsch ein und 
bewirbt sich auf Stellen, die ihn unterfordern würden, oder es ist eine 
Verklausulierung für "Sie verlangen zuviel Geld".

@ Nikias:
"Eindeutige und grundsätzliche" Pros und Contras kann man wohl nicht 
angeben, dafür sind die Firmen und die Anforderungen zu verschieden. 
Jede Entscheidung für etwas ist immer auch eine Entscheidung gegen etwas 
anderes. Man kann wohl nur Faustregeln nennen, zu denen es sicher 
hundert Ausnahmen und Ausnahmen von der Ausnahme gibt. Ich versuchs 
trotzdem mal und zähle meine Eindrücke auf.

Für höhere Karriereziele (oberhalb von Abteilungsleiter) ist ein Doktor 
durchaus nützlich, und zwar um so stärker, je größer und "konservativer" 
das Unternehmen ist. Dasselbe gilt für Aufgabenbereiche mit wenig 
Technikbezug.

Ein Doktor hilft auch in wissenschafts-lastigen Firmen, wo die 
Doktorendichte schon hoch ist.

Schlecht ist, der einzige Doktor weit und breit zu sein, z.B. in Firmen, 
die eher "Low-Tech" machen (das ist nicht wertend gemeint!). Für 
Ingenieure, die Projektabwicklung machen, ist zuviel Wissenschaft eher 
hinderlich.

Stellen in Entwicklungsabteilungen würde ich als "doktor-neutral" 
bezeichnen - hier kommt man mit oder ohne Promotion rein. Die 
Einstiegsebene ist eine andere - Promovierte bewerben sich nicht als 
"Junior Developer" - aber das relativiert sich schnell, denn gerade in 
der Entwicklung zählen Titel wenig und sichtbares Können sehr viel. 
Konsequenz: Dem Entwickler nützt der Doktor nicht entscheidend, aber er 
schadet auch nicht.

Hiervon unterscheiden sollte man die "Entwickler im Projekt". Die haben 
meist einen viel höheren Zeit- und Kostendruck und sollen eigentlich 
schon fertig sein, bevor sie angefangen haben. Wissenschaftliche 
Methodik bezahlt einem hier keiner.

Gruß,
tuppes

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