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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik ELV PS 9031 geschrottet


Autor: Erik D. (dareal)
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Heute ist mein "Ebay-Schnäppchen" gekommen, ein ELV PS 9031, 
Stromversorgung 0-30 V / 0-10 A (linear geregelt). Das Gerät ist wohl 
noch die alte Version bzw. im alten schwarzen Gehäuse. Ich glaube das 
wird mitlerweile nur noch im Metallgehäuse ausgeliefert.


Nungut, erster eindruck war dann eher "puh", ein Rauchergerät, ich finde 
EBay sollte sowas als Zwangsangabe machen, ist schon das zweite 
Rauchergerät was man auf 3 Meter riecht. An sich hatte das Gehäuse die 
üblichen Gebrauchsspuren.


Dann kam ich zum Funktionstest. Zum Belasten habe ich zwei Beha EL 100 
Lasten (100W) angeschlossen und wollte prompt sehen ob Strom/Spannung 
etc. hinhauen.

dann vielen mir sofort einige Dinge auf:
- teilweise unerklärliche Sprünge von CV auf CC und wieder zurück
- die Potis für die Spannungsregelung kratzen bzw. sogar "spratzen" bei 
aktiver Strombegrenzung
- Regelung sehr träge, vor allem, wenn man die Spannung runterregelt, 
wie lange der runterzählt und bis erst das Relais abfällt gähn

Nunja, beim Funktionstest mit den Lasten (~17 V / 9,5 A) gab es dann auf 
einmal komische Sprünge in den Anzeigen und dann stand da nur noch 32V, 
die beiden Beha-Lasten sind in Leistungsbegrenzung gegangen und es fing 
an zu riechen. Der Lüfter sprang vorher noch an ... nunja.

Werde mich wohl erstmal mit dem Verkäufer in Kontakt setzen.
Das Gerät scheint wohl entweder Selbstbau zu sein oder es wurde schon 
etliche mal dran rumgepfuscht, die Leiterplatte sieht teilweise 
katastrophal aus!


Was wäre euer Tip in dem Fall?
- Rücknahme durch Verkäufer fordern?
- Gerät behalten, instandsetzen?
- Preisnachlass fordern?
- Gerät behalten und "tunen"?


Allgemein frage ich mich, wie man so Krank sein kann die Innereien 
komplett auf diene Platine zu schrauben. Eine Platine, die dann an die 6 
kg wiegt ... ich glaube das wird ein heiden Spaß bei der Fehlersuche!! 
... :(

Autor: Herbert von Caravan (Gast)
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Shit happens... Es hat sicher einen Grund, wenn ein Gerät ein 
Superschnäppchen darstellt. Der Verkäufer wird sagen: Bei mir war 
jahrelang alles o.K., aber Du hast meinen kleinen Liebling überlastet...

Herbert

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Da steht:

"Da es sich hier um einen Privatverkauf handelt, kann ich 
selbstverständlich keine Garantie geben."

Ich würd sagen: PP - persönliches Pech!

vermutlich wurde das gute Stück lange nicht (bzw. nie) ausgereizt, 
eventuell Wärmeleitpaste eingetrocknet usw ...
Mit Schaltplan etc. sollte sich das aber wieder hinbiegen lassen.

6 kg auf eine Platine ist schon ok, wenn die entsprechend "gelagert" 
wird.


Ich hatte damals mehr Glück: habe bei ebay ein SPS9000 mit 0-30V 0-20A 
defekt für 70 Euro ersteigert. Da war nur die Isolierung einer 
Sekundär-Diode durch, also nicht einmal ein Bauteil defekt. Neue 
Isolierung drunter -> läuft bis heute :-)

Kopf hoch und Fehler finden (sollte bei Symptom "Gestank" recht einfach 
sein),
Christoph

Autor: Kevin K. (nemon) Benutzerseite
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natürlich, wenn die 2. spule gerade hinzugeschaltet wurde, war das ein 
ungünstiger lastfall, da die regeltransis die höchste verlustleistung 
abgeben mussten, aber dennoch ist das ja eine zugesicherte last, das 
sollte das netzteil dann auch auf dauer können. kannst ja mal 2-3 
bildchen von dem ganzen machen. auf die methode, defekte bauteile nach 
der unnatürlichen schwärzung zu identifizieren solltest du dich aber 
nicht ausschließlich verlassen, wenn du meinst, dass die potis schon 
spratzen, solltest du auch gleich einen satz neue kaufen (ggf. aus dem 
hifi-bereich und nicht die billigen). wenn ich mir deine beschreibung so 
durchlese, solltest du ggf. mit dem letztgenannten punkt anfangen ;)

Autor: Erik D. (dareal)
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Naja, aber "sehr guter Zustand" und "voll funktionsfähig" kann ich nicht 
nachvollziehen. Hier wurde vermutlich veruscht gerade so 
instandgesetzten Schrott zu verkaufen. Selbst das Gehäuse war fehlerhaft 
zusammengebaut (ja ich weiß, die ELV-Gehäuse sind teils eh ne Zumutung).
Und selbst ohne Last gab es ja Probleme.

@Christoph
Auch verfolgt? :D

Autor: Erik D. (dareal)
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Kevin K. wrote:
> natürlich, wenn die 2. spule gerade hinzugeschaltet wurde, war das ein
> ungünstiger lastfall, da die regeltransis die höchste verlustleistung
> abgeben mussten, aber dennoch ist das ja eine zugesicherte last, das
> sollte das netzteil dann auch auf dauer können. kannst ja mal 2-3
> bildchen von dem ganzen machen. auf die methode, defekte bauteile nach
> der unnatürlichen schwärzung zu identifizieren solltest du dich aber
> nicht ausschließlich verlassen, wenn du meinst, dass die potis schon
> spratzen, solltest du auch gleich einen satz neue kaufen (ggf. aus dem
> hifi-bereich und nicht die billigen). wenn ich mir deine beschreibung so
> durchlese, solltest du ggf. mit dem letztgenannten punkt anfangen ;)

Jap, denn genau so testet man z.B. Netzteile auf effektive bzw. 
ausreichende Kühlung. Das ist nach Angaben zum Gerät auch zugesichert, 
es ist keine Leistungskurve angegeben, keine max. Verlustleistung etc. 
also muss es das auch bringen.

Naja, so wie das gerochen hatte war ich mir fast schon sicher, dass da 
was schwarz sein musste. Da sollte auch keine direkte Fehlersuche sein.

Das Spratzen trat nur im CC-Modus auf, was sicherlich schon auf einen 
defekt in der Schaltung hinweist, im CV-Modus war nichts zu hören.

Naja, der letzte Punkt wäre ja Okay, aber dafür sind mir die 140 Euro zu 
schade, die ich schon investiert habe. Wenn man da jetzt noch 
hochwertige Bauteile für 50-100 Euro reinsteckt kann ich mir auch gleich 
ein HP/Agilent-Netzteil bei Ebay schießen mit Funktionsgarantie (und da 
weiß man was man hat!). Vom PS 9031 bzw. allgemein von ELV-Netzteilen 
liest man ja generell ncihts gutes. Ihc kenne auch das 1000W 
PWM-Netzgerät von ELV, das zwitschert ja auch ständig vor sich hin ...

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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Christoph D. wrote:
> Da steht:
>
> "Da es sich hier um einen Privatverkauf handelt, kann ich
> selbstverständlich keine Garantie geben."

Soweit ich das beurteilen kann, befreit ein solcher Satz jemandem aber 
nicht von einer Gewährleistungspflicht, wenn der Artikel nicht in dem 
Zustand funktioniert, wie er ausgeschrieben wurde.

Bin mir aber nicht sicher.

PS: Garantie != Gewährleistung

Autor: Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite
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Erik D. wrote:
> Und selbst ohne Last gab es ja Probleme.

Ok, das ist dann allerdings schon ein Fall für eine Rückmeldung.
Die Frage ist aber wie immer: kannst Du das beweisen?

> @Christoph
> Auch verfolgt? :D

Nein, ich baue mittlerweile selber welche (allerdings keine 
Labornetzteile - dafür ab 20A aufwärts) :-)

Tipp: Bei ebay kann man auch in ausgelaufenen Auktionen suchen ;-)

Viele Grüße,
Christoph

Autor: Der Techniker (_techniker_)
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Hab das Teil auch hier und benutze es nur noch zum Akku laden, weil die 
Regelung einfach Schrott ist! :-(

Nunja, aus Erfahrung Tippe ich mal auf folgende Teile:
-alle Längstransistoren (glaub 6 Stück?!?)
-min 1 der zugehörigen Emitterwiderstände
-evtl. noch die Vorstufe..

;-)

Ich hab Leistungsstärkere Emitterwiderstände verwendet und seither meine 
Ruhe. Wie es aussieht, sind die normaldimensionierten etwas an der 
Grenze..

Gruß,
Techniker

Autor: Gerd G. (elektrikser)
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>Allgemein frage ich mich, wie man so Krank sein kann die Innereien
>komplett auf diene Platine zu schrauben. Eine Platine, die dann an die 6
>kg wiegt ... ich glaube das wird ein heiden Spaß bei der Fehlersuche!!
>... :(

Tja das ist ELV.
Halt dir mal sechs TIP142 und 24 1,2 Ohm-Widerstände (mindestens 0,6W 
Gehäuse 0207) bereit. Der Rest könnte es noch überlebt haben.
Das Ding wird als Bausatz verkauft. Und du hast vielleicht die Fehler 
des Bastlers mit gekauft. Ich habe auch eines gebraucht bekommen, dass 
kaputt war. Allerdings hatte der Vorbesitzer einen Funken gezogen und 
den versucht, länger zu halten.
Ansonsten ist es ein bisschen träge, das stimmt.

Gruß Gerd

Autor: Herr Bert (Gast)
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>Tja das ist ELV.

Ja, das kann ich nur bestätigen. Manche Geräte von denen sind nicht 
wirklich der Hit.
Wenn ich nur an mein ALC7000 denke, wie oft ich da schon Endstufen und 
den Transformator wechseln musste und das obwohl ich das Gerät nie im 
Grenzbereich betrieben habe...

Autor: Erik D. (dareal)
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Gibt es denn grundlegende Tuning-Ratschläge zu dem Netzgerät?

Leistungsfähigere Transistoren?
schnellere/genauere OpAmps?

... leistungsstärkere Emitterwiderstände wurden ja schon genannt ..

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