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Forum: HF, Funk und Felder HF-Testaufbau ohne geätzte Platine


Autor: ME (Gast)
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Hallo zusammen

Ich möchte HF-Schaltung (bis ca. 100 MHz) für Test- und 
Experimentierzwecke ohne eine geätzte Platine aufbauen.

Habt ihr dazu vielleicht hilfreiche Tipps, wie man einigermassen einfach 
einen mechanisch und elektrisch befriedigenden Aufbau erhält?

Autor: winne (Gast)
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Tannenbaum in Blechbüchse mit Durchführungs-C's.

alles Andere bringt parasitäre Kapazitäten und gibt nur Murks

Autor: winne (Gast)
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p.S. so wurde das bereits lange vor der Platienentechnik gemacht, als 
noch Röhren und Kristalle das Design bestimmten.

Autor: Martin L. (Gast)
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Da viele Bauteile ja oft nur noch in SMD ausgeführt sind (was anderes 
macht bei HF ja auch nicht wirklich viel Sinn obwohl der T7F ja auch 
noch THT aufgebaut ist.) kann man sehr schön die dead-bug Methode 
verwenden.
Bauteile mit dem Rücken auf eine Kupferbeschichtete Platine kleben 
(Heiß- oder Sekundenkleber) und mit Fädeldraht verbinden. Die 
Kupferfläche ist dann Masse. Wenn man begabt ist (weil man als Kind 
genug mit den Bauklötzen gespielt hat) kann man mit Kondensatoren und 
Widerständen auch kleine Türmchen und Brücken bauen. Hält aber meistens 
nicht länger als es unbedingt muss.
Ansonsten könnte man auch mal eine HF-Experimentierplatine entwerfen. 
Massefläche und und dann viele SMD-Inseln und zwischen den Inseln 
jeweils Vias zur Masse.

Viele Grüße,
 Martin L.

Autor: Jupp (Gast)
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>was anderes macht bei HF ja auch nicht wirklich viel Sinn

Diese Aussage macht nur Sinn in Verbindung mit Deiner Definition von HF.

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

mein UKW-Super incl. Transistor-Tuner mit C-Abstimmung spielte zumindest 
auch auf Lochraster ohne sonderliche Probleme. Ein paar Gedanken zu 
Leitungsführung, Masseverbindungen und evtl. nötiger Abschirmungen 
sollte sich man natürlich schon machen.

UHW-Konverter mit dem brühmten AF239 spielten mit diskreten Bauteilen in 
Weißblech- oder Leiterplattenbüchsne auch ohne Probleme.

Mein Frequenzzähler in TTL/CMOS für mein Radio war auch komplett 
Lochraster.

Alles schon einige Jahre her, wüßte aber nicht, warum sowas heute nicht 
mehr gehen sollte.

Meine Frage wäre jetzt eher, was Du mit HF-Schaltungen konkret meinst.

Gruß aus Berlin
Michael

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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Mit meiner noch sehr begrenzten Erfahrung im HF Bereich bis 100-200MHz 
mach ichs so:

Aufbau alles mit SMD auf Doppelseitiges Epoxy Lochraster gelötet (UP 
832EP bei Reichelt).
Layout so kompakt wie möglich, jeder mm zählt. Besonders wichtig ist die 
Platzierung entsprechend den Signal Strom Loops die es zu minimieren 
gilt.
Das ist eine gute Übung, denn ohne diese Überlegungen kriegt man auch 
keine vernünftiges PCB Layout hin. Auch wird dadurch in vielen Fällen 
eine GND Plane nicht mehr so notwendig.

Verdrahtet wird mit CuLack auf der Bauteilseite.
Die reine Dead Bug Methode ist für SMD für mich zu mühsam, zu wackelig, 
und wegen der vielen Stützpfosten auch nicht so kompakt.

Wenn ich dann mal denke wirklich eine GND Plane zu brauchen klebe ich 
auf der Rückseite eine Kupferfolie auf (gibts z.B. bei Conrad) und mache 
Vias zur Bauteilseite einfach dadurch, dass ich ein Stück Draht 
durchpiekse und beidseitig verlöte.

Damit kam ich bissher immer zurecht.
PCBs zu ätzen find ich für Einzelstücke bei denen eigentlich nur der 
Lerneffekt im Vordergrund steht einfach zu doof und nimmt zu viel Zeit 
in Anspruch.

Autor: Kupfer Michi (Gast)
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Hier noch ein Beispiel für die Dead Bug Methode.

Also ich denke dass mann bei diesen langen Verbindungswegen, wie sie bei 
dieser Methode und Bedrahteten Bauteilen zwangsweise sich ergeben, im HF 
Bereich nicht wirklich weit kommt.

Autor: Nicht_neuer_Hase (Gast)
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Meine Erfahrung:

Ich habe erst einen 2-stufigen Antennenverstärker ( für DVB-T-Empfang ) 
auf ein Stück Messingblech gebaut, danach eine geänderte,
einstufige Version für Fernspeisung 5 Volt, die derzeit,
einer Zimmerantenne (für TV) nachgeschaltet, als aktive Antenne für ein 
Kofferradio ( das wiederum als Stereo-Tuner dient ) eingesetzt ist.

Dabei habe ich folgendes beachtet:

- Abstand der Bauteile bzw. Signalwege zum Blech niedrig,
  max. ca. 2mm

- Signalweg schön in einer Richtung

- kürzest mögliche Leitungswege besonders in Emitterzweigen der
  Transistoren, HF-Gesichtspunkte bestmöglich berücksichtigt


Ergebnis: Schaltungen funktionieren beide, verstärken noch bei ca. 700 
MHz
vielleicht 5 dB / 10 dB, kann ich nur über Empfängeranzeige schätzen.
Schwingen trat nur einmal auf, nach "Verbiegen" von Bauteilen war's weg.

=> Probieren geht über Studieren !

Gruss

Autor: JensG (Gast)
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also HF-Verstärker bis 100MHz habe ich testweise auch schon ohne 
weiteres mit bedrahteten Teilen "fliegend" zusammengeschustert (z.B. mit 
BF981), und funktionierten einwandfrei.
Wenn's höher in der Frequenz gehen sollte, sollte mann langsam auf SMD 
ausweichen. Bei mir ist ein 433MHz Vorverstärker seit ein paar Jahren im 
Einsatz mit GaAs HEMT (nicht Hemd ;-). Ich glaube, es war mit dem 
ATF54143 (müsste ich aber erst nachschauen, um sicher zu sein). Dies war 
mal als Anleitung irgendwo im Internet zu finden - finde es aber nicht 
mehr.
Der läuft super, und eigentlich ist es sogar von Vorteil, so etwas in 
fliegender Verdrahtung zu bauen, weil geätzte Leiterplatte (bei üblichem 
FR4) bei dieser Frequenz schon das Rauschmaß erhöht. FR4 habe ich nur 
noch als reine "Montagefläche" benutzt, auf der alles HF-Verseuchtes auf 
"Säulen" steht. Und bis jetzt hat er auch jede Autofahrt ohne Schaden 
überstanden - ist also auch relativ schüttelfest, wenn nicht zu 
schlampig zusammengepappst.
Da dieser ATF aber schon etliche GHz mitmacht, kommt es sehr auf die mm 
an - z.B. Source - Masse etwa 1-2mm Leitung dazwischen als 
Sourceinduktivität - nicht mehr, nicht weniger, sonst wird er instabil 
(wegen seiner hohen Grenzfrequenz bzw. dessen dynamischen Daten).

Also grundsätzlich kann man mit bedrahteten Teilen bei 100MHz was 
zusammenbauen, wenn man die HF-relevanten Leitungslängen kurz hält, und 
wenn die aktiven Bauteile (Transistor) nicht zu hohe Grenzfrequenzen 
haben (vielleicht < 1GHz ist sicherlich noch einfach handle-bar), und 
wenn Bauteile, die auf Masse gehen sollen, direkt kurz und bündig auf 
die Massefläche gelötet werden.

Autor: ME (Gast)
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Hallo zusammen

Danke für alle eure Antworten. Sie waren hilfreich und haben mich vor 
allem auch motiviert, dass Frequenzen um 100 MHz noch einigermassen 
handhabbar sind.

Wahrscheinlich werde ich mal was in der "dead-bug"-Methode probieren.

Konkret möchte ich Empfänger, resp. einzelne Baugruppen dafür 
(Verstärker, Filter, Lokaloszillator, ...) für Empfänger im KW- oder 
UKW-Bereich bauen.

@ Michael

Hast du genauere Infos zu deinem UKW-Super? Das würde mich sehr 
interessieren!

Autor: Michael U. (amiga)
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Hallo,

naja, die Version, die komplett incl. Tuner war, ist schon sehr lange 
her und exixstiert nicht mehr...

Tuner war wohl mit SF245 (etwa BF198/199) in Vorstufe und 
selbstschwingendem Mischer. Schaltung stammte aus irgendeinem DDR-Radio 
Tuner (R4000 oder so).
ZF war dort eine A220 (TBA120) mit 10,7MHz Keramikfilter. Stereodekocer 
war A290 (MC1310), NF 2xA211 (1W NF-IC). Die Abstimmung mit C-Dioden, 
Abstimmung nur mit Sendersuchlauf mit +/- Tasten. Die Abstimmspannung 
kam von einem Kondensator, bei + oder - wurde jeweils ein Transistor-FF 
gesetzt, daß entweder einen Lade- oder Entladewiderstand an den C legte. 
Stopsignal von der A220 beim Nulldurchgang, AFC-Spannung in den Fußpunkt 
des Kondensators eingekoppelt.
Das Ganze war eine Spielerei im Gehäuse einer Kabelverbedienung eines 
Autoradios. Die Abstimmung lief nie so ganz 100%tig, wenn man an der 
Stabantenne vorbeilief hat er schon mal den Sender gewechselt...
Empfindlichkeit war völlig ok, hier in Berlin auch in Stereo rauschrei 
im Rahmen der benutzen ICs.

Der große, der ein paar Jahre im Einsatz war, hatte einen industriellen 
FET-Tuner (Tuner Typ 7 für die exDDRler ;)), ZF eine zusätzliche Stufe, 
2x Keramikfilter, dann CA3089 (hoffe ich mal...) als ZF, passives 
MPX-Filter, Stereo wieder mit A290, NF mit 2x A274 (TBA740) und A273 
(TBA730), NF 2x 25W Sinus mit A109 (µA709), div. Komlementärstufen und 
2N3055 in der Endstufe.
Dazu Frequenzanzeige mit 7-Segment, TTL-Decoder im Multiplex, 
CMOS-Zähler, Vorteiler mit 74S112 am Tuner angekoppelt.
Dazu Fernbedienung mit einem SAB?????.

Problematisch war weniger HF/ZF/NF, Problem war Frequenzanzeige und 
Anzeigemultiplex. Die rund 1000Hz haben sich trotz kompletter 
Abschirmung bis zum Tuner durchschleppt und den Oszillator moduliert...

Aufbau alles auf Lochraster, Leiterplatten für Einzelstücke mache ich 
auch heute noch nicht.

Alles wichtige wurde ja eigentlich schon gesagt, Nachdenken beim 
Anordnen der Teile, bei den Masseverbindungen, bei den Längen der 
Zuleitungen.
Leitungen mit 1-2cm verkraften auch 100MHz noch, ein Abblock-C über 2cm 
an Basis oder Emitter kann man allerdings auch gleich weglassen...
In Schwingkreisen geht es eben in die Induktivitäten ein, muß also 
mechnisch stabil sein, sonst verstimmt sich alles schon beim 
Anschauen...

Bei UHF (433MHz z.B.) sind dann eben Leitungskreise statt Spulen üblich, 
"Klatsch"kondensatoren, also Scheinen-Cs ohne Anschlußdrähte, die direkt 
auf Masse gelötet werden und den kurzen Transistoranschluß am anderen 
Ende tragen. Kann man sicher heute gut durch SMD-Teile ersetzen.
Wichtig ist überall die HF-Führung. Basis/Emitterwiderstände, die dann 
von den Verbindungen Transistor/C weggehen, sind HF-mäßig kalt und 
können auch längere Drähte haben.

Einfach immer darauf achten, wo der HF-Stromkreis ist, der muß möglichst 
kurz sein.

Habe gerade etwas im Radiomuseum geschmökert, Entwicklung UKW-Rundfunk.

Immerhin wurde schon in den 30zigern UKW-Empfänger (30-50MHz Gegend) mit 
den damaligen Röhren gebaut (REN904 als Beispiel, die war später 
MW-Audion im berüchtigten Volksempfänger). Die Wehrmachtsröhren 
(RV12P2000 als wohl bekannteste) ist auch für einen 100MHz UKW-Tuner zu 
gebrauchen. Verstärkungswerte und Rauschzahl sollte man natürlich nicht 
mit einem aktuellen Bauteil vergleichen.

Gruß aus Berlin
Michael


Gruß aus Berlin
Michael

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