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Forum: HF, Funk und Felder Satelliten stören

Autor: Tilo Lutz (katagia)
Datum: 14.03.2008 14:20

Hallo

Laut eine Spiegelonline-Artikel von heute,
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541516,00.html
soll China die Ausstrahlung von BBC und CNN über Satellit
stören.

Wie geht so etwas bei einem so großen Land wie China?
Haben die einen eigenen Satelitten, der gezielt bestimmte
Transponder mit einem Störsignal überlagert?
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 14.03.2008 21:30

Hi, Tilo,

TV-Journalisten haben ein Problem, wenn einer ihrer Kollegen seine
Sendeantenne auf den falschen Satelliten richtet.

Da wurden sogar Methoden entwickelt und bezahlt, um aus den Störungen in
den Downlinks den Ort des Störers schätzen zu können.

Mit genügend Sendeleistung machst Du jeden geostationären
Fernmeldesatelligen  dicht.


Ciao
Wolfgang Horn
Autor: Tilo (Gast)
Datum: 15.03.2008 03:09

Hallo

Wenn ich dich richtig verstanden habe, wird also nicht der Satellit
selbst sondern der Uplink zum Satelliten gestört?

Das wäre natürlich wesentlich einfacher.
Autor: 6641 (Gast)
Datum: 15.03.2008 10:48

Das ist eine eher einfach Sache. Einen Parabol im Garten, Synthesizer
dran und durchfahren bis der Sender dunkel wird. Gleichzeitig hat man
sich als Barbaren enttarnt. Das geht natuerlich nur einmal. Beim
naechsten Satelliten dann nicht mehr. Und gleichzeitig gibt man jedem
Hobbyfunker die stillschweigende Authorisation, den eigenen Satelliten
auch zu stoeren. Toll.
Autor: Max (Gast)
Datum: 16.03.2008 14:57

Jetzt muss ich mal ganz dumm fragen; warum geht das nur einmal??
Autor: 6641 (Gast)
Datum: 16.03.2008 16:52

Weil man den(die) neuen Sateliten anders baut. Oder wuerdest du dir als
das als Satelitenbetreiber bieten lassen ? Schade. Eine bloede
Entwicklung. Jeder Hobbyfunker kann beim munteren Satelitenstoeren
mitmachen. Wer hat Lust die Olympiade dichtzumachen ? Soll kein Aufruf
sein. Das war ein extrem dummes Manoever von China.
Autor: Tilo Lutz (katagia)
Datum: 16.03.2008 18:03

Jetzt hast du meine Neugierde geweckt, wobei mein HF-Wissen nur aus
Basics besteht. Welche Lösung wird verwendet?

Ich konnte mir mehrere Lösungen vorstellen:

* Wechsel der Frequenz
* "Wegdrehen" der Empfansantenne
* Signal nicht von der Erde sondern über andere Satelliten.
Autor: 6641 (Gast)
Datum: 16.03.2008 18:28

Eine Empfangsantenne mit extrem hoher Richtungsaufloesung, allenfalls
sogar optisch. Sodass die Sendestation innerhalb einer sehr kleinen
Flaeche sein muss. Andere Modulationsverfahren.
Autor: Martin L. (Gast)
Datum: 17.03.2008 15:59

fachlich ziemlich gruselig was man hier so liest ...
Autor: 6641 (Gast)
Datum: 17.03.2008 16:19

Inwiefern denn ?
Autor: Martin L. (Gast)
Datum: 17.03.2008 17:42

1. Man kann einen Satelliten durchaus mehr als einmal stören (s.u.)
2. Wechsel der Frequenz hilft nicht (der Angreifer kann ja auch die
Frequenz wechseln bzw. sogar ein sehr breitbandiges Störsignal senden.)
3. Ändern der Modulation hilft nix weil ich für jede Modulation ein
gewisses SNR benötige was sich durch Störsignale entsprechend reduziere.
Und unendlich schmalbandig kann man nicht werden da man ja schließlich
ein Fernsehsignal zu übertragen hat.
4. Mit einer einfachen Antenne und "Synthesizer" funktioniert das nicht
- man braucht dafür schon eine sehr auffallende (=große) Parabolantenne
mit einer richtig starken PA dahinter.
5. Satelliten "anders bauen" ändert nichts an den physikalischen
Gesetzen hinter der Nachichtentechnik. (Und den Footprint einer Antenne
sehr klein zu machen setzt vorraus, dass die Antenne entsprechend größer
wird. Und das wiegt ... und Startmasse ist teuer! Man will das also
nicht über das notwendig Sinnvolle treiben.)

Und jetzt nochmal zu 1. Es gab einen Fall wo eine Gruppe Astra gestört
hat - es war zwar nur ein Radioträger (zu mehr reichte vermutlich deren
Sendeleistung nicht) - aber es hat die Satellitenbetreiber sehr
aufgeschreckt. Daraufhin haben sie sich entschlossen doch mal etwas
zusammen zu arbeiten und durch diese Kooperation können Störer jetzt
sehr schnell lokalisiert werden.
Der Rest muss dann aber auf der Erde erledigt werden. In Deutschland
also RegTP + Polizei. Wenn es aber ein Staat darauf anlegt hat man als
Satellitenbetreiber keine wirkliche einfache Option.

So - mehr schreibe ich in diesem Thread aber nicht mehr.

Martin L.
Autor: 6641 (Gast)
Datum: 17.03.2008 20:32

2) ein Frequenzwechsel kann's durchaus bringen. Nur muss der so sein,
dass der Angreifer sein Equipment nicht mehr brauchen kann. zB von 16
auf 60GHz.

3) Mit der Modulation aendern war eher auf breiterbandig gehen gedacht,
Ein faktor 6 in der Bandbreite bringt allerdings nur 7dB.

5) den Sateliten kann man mit einer kleinen Antenne empfangen, bei mir
80cm, und der Satelit hat nicht beliebig viel Leistung, da sein
Solarpanel auch nicht beliebig gross ist. Zudem muss er die
Verlustleistung der Elektronik loswerden. Ich denk bei 1kW an der Roehre
wird etwa Schluss sein. Seine jetztige Antenne wird etwa 1m haben. Daher
nehme ich an, dass man durchaus mit kleinem Equipment da hoch kommt.
Es waere eine Herausforderung eine massiv groessere Antenne, die sich
selbst auspacken kann, zu bauen. Beschichtete Folie, die die Form unter
Zug annimmt. Mit einer Oberflaeche auf besser als die Wellenlaenge
genau.
Ja. fuer eine stark verbesserte Lokalisierung muesste man auf optisch
gehen, glaube aber da hat man noch keine so hohen Bandbreiten.
Autor: Hans Grüner (weakbit)
Datum: 18.03.2008 21:40

Erst mal muss man den Satelliten im Uplink treffen dafür brauchst einen
Parabol (kein Offset) mit einem Öffnungswinkel von ca.0,5 Grad denn
sonst bekommst du die Energie nicht hoch die immerhin höher sein sollte
als die vom Playoutcenter mit 55Watt und 32m im Durchmesser.
Bei einer kleinen Antenne brauchst halt viel mehr Leistung - aber woher
nimmst Du das Geld für so eine Anlage?
Ich behaupte mal das Sie unfinanzierbar ist selbst für Leute mit viel
Geld.
Ich nehme einen Mittelständler mit 50 Mitarbeitern her der kann sich
sowas nicht mal in 20Jahren leisten denn das sind alles
Extraanfertigungen von Leuten die nicht viel sondern abartig viel Geld
für so eine Anlage verlangen und alle meist mit Erfahrungen aus der
Rüstung zu tun haben
Microwellentechnik ist keine Hobbyabteilung vor allem nicht in dem
Segment.
Die Mobilen Uplionkstationen sind aber nur auf bestimmte Eingangsbänder
getuned da geht nichts mit drübersenden also nur die anderen
Mobiluplinks kannst damit stören.
Des weiteren ist ab Intelsat 606 Serie ein Positionsscanner an Board das
bedeutet das man einen Störer auf 1m² genau ausmachen kann. Ich würde
mal sagen da hat man schlechte Karten. Anfang der 80er Jahre hat eine
Salzburger Satellitenhacker Comunity privat über einen Eutelsat
telefoniert aber nur sehr schmallbandig und mit 4m Schüssel in SSB durch
den veränderten Energiestatus des Satelliten sind die Betreiber dahinter
gekommen was Sie mit dennen gemacht haben weis man nicht den ausser das
Sie ohne eine entsprechende Sendegenehmigung gesendet haben hat man
Ihnen nichts vorwerfen können.

weakbit
Autor: Shifty (Gast)
Datum: 18.03.2008 22:15

Warum kein Magnetron benutzen, das hätte im HF-Bereich sicher einen
besseren Wirkungsgrad als ein Synthesizer mit den teuren HF-Tansistoren
und wäre einfacher herzustellen. Würde dem Satelliten eigentlich
schnelle Rechtecksimpulse (vom Magnetron) stören, oder filtern die Leute
das im Emfpänger raus?
Wobei man bei den Synthesizern auch einen schnellen Zufallsgernerator
bräuchte, denn wenn denen die Störimpulse bekannt wären (wenn amn immer
das Gleiche sendet), könnten die es auch rausfiltern
Autor: Benedikt K. (benedikt)
Datum: 18.03.2008 22:27

Shifty wrote:
> Würde dem Satelliten eigentlich
> schnelle Rechtecksimpulse (vom Magnetron) stören, oder filtern die Leute
> das im Emfpänger raus?

Rechteck ? Soweit ich weiß liefert ein Magnetron einen ziemlich sauberen
Sinus, der mit 50Hz moduliert ist. Außerdem dürfte die Frequenz ziemlich
abweichen, aber man kann nahezu jedes Gerät auch mit einer Frequenz
außerhalb des eigentlichen Arbeitsbereiches stören, wenn die Leistung
nur ausreichend hoch ist.
Autor: Shifty (Gast)
Datum: 18.03.2008 22:38

Wenn man die Sapnnung davor gleichrichtet, ist das Magnetron nicht
modulier, man kanns dann selber modulieren.
Es war eher die Frage ob man mit (mit Transistor vor dem Magnetron)
moduliertem AM-Sinus oder Rechteck eine FM-Übertragung effektiv stören
kann.
Autor: Benedikt K. (benedikt)
Datum: 18.03.2008 22:53

Die Frage ist erstmal, wie schnell man ein Magnetron überhaupt
modulieren kann. Wie jede schmalbandige Schaltung, ist die
Anstiegsgeschwindigkeit und somit die Bandbreite nämlich begrenzt.
Autor: 6642 (Gast)
Datum: 19.03.2008 03:56

Zuerst muesst man mal ein Magnetron in dem passenden Frequenzband
bekommen. Die Dinger sind eher nicht tunbar. Wenn das Band hinkommt, und
das Magnetron fuer Pulsbetrieb ausgelegt ist haette man allenfalls eine
Chance. Sonst waere eher eine Wanderfeldroehre der Verstaerker der Wahl.
Autor: TOM (Gast)
Datum: 19.03.2008 12:35

>> Außerdem dürfte die Frequenz ziemlich abweichen, aber...

Es wurde doch garkeine Frequenz genannt. Magnetrons wird man schon auf
einer passenden Frequenz bekommen.
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 20.03.2008 15:05

"Deutsche Mikrocontroller-Freaks unterstützen Osama bin Laden im
'Information War!", lese ich schon in der Zeitung, "sie erzählten ihm
und allen Möchtegern-Terroristen, wie man aus einem harmlosen
Mikrowllen--Ofen umbaut  und dann CNN und alle TV-Satelliten
ausschaltet!"

Klar, wir wissen, so einfach ist das nicht. Aber wissen das auch die
Terroristen-Jäger?
Wissen das auch diejenigen Terroristen-Jäger in Guantanao&Co? Ich wette,
die elektroschocken aus jedem genau die Baupläne heraus, die sie ihm
erst vorgebetet und eingeprügelt haben.


Abgesehen davon - solche Bauanleitungen und Berechnungsformeln finden
wir in US-amerikanischen Büchern und Broschüren zu Themen wie
"electronic warfare", "jamming"

Dabei hat der Störer den Vorteil: Eine Uplink kann man mit weniger
Energie stören, als der authorisierte Uplink-Sender braucht.
Auch diesen Trick findet man in offener Literatur. Mindestens in
Schilderungen über das Spionageschiff "Puebla", dem Auslöser des
Vietnam-Krieges.
Es waren wohl die Vietnamesen, die die Schlüsselfernschreibvebindung von
der Puebla in die USA totlegten, indem sie diese mit kurzzeitigen
Störungen  die Synchronisierung der Schlüsselmaschinen verhinderten.


ciao
Wolfgang Horn
Autor: Martin L. (Gast)
Datum: 23.03.2008 11:06

Hallo,

> Dabei hat der Störer den Vorteil: Eine Uplink kann man mit weniger
> Energie stören, als der authorisierte Uplink-Sender braucht.

Das stimmt so absolut nicht. (Wenn man mal annimmt, dass Du mit Energie
Leistung meinst - ansonsten hast Du natürlich Recht.)
Es gibt solche und solche Fälle. Die Größenordnung der equivalenten
Leistung muss aber immer die selbe sein. (Und die Antennen der
Uplinkstationen sind richtig groß!)
Ein Beispiel wo man z.B. viel mehr Leistung zum Stören bräuchte wäre ein
Uplink mit Frequenzhopping oder einem Spreizspektrumverfahren.

Viele Grüße,
 Martin L.
Autor: Martin L. (Gast)
Datum: 23.03.2008 11:24

... Natürlich immer unter der Vorraussetzung einer vorhandenen
Fehlerkorrektur.
Autor: Benedikt K. (benedikt)
Datum: 23.03.2008 11:34

Martin L. wrote:

> (Und die Antennen der Uplinkstationen sind richtig groß!)

Ich muss zugeben, ich habe noch nie eine echte Uplinkstation gesehen,
ich kenne nur die Übertragungswagen. Die haben meist eine ziemlich
kleine Antenne auf dem Dach (grob geschätzt 30-50cm). Oder machen die
garkeine Übertragung zu einem Satelliten, sondern nur eine Verbindung
zur Uplinkstation ?

Nochmal zu Energie <-> Leistung. Was wäre, wenn man mit extrem kurzen
aber starken Impulsen senden würde, ähnlich wei bei Radar ? Dann würde
mit mit relativ wenig Leistung viel erreichen.
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 23.03.2008 13:38

Hi, Martin,

Du: "Die Größenordnung der equivalenten Leistung muss aber immer die
selbe sein."

Das ist richtig für das, was "Täuschen" heißt. Wenn ich dem
TV-Konsumenten meine selbstgemachten CNN-News unterjubeln will.

Stören aber geht leichter.


Begründung

Was versteht der TV-Nachrichtenschauer unter Störung? Wenn er Bild und
Ton verzerrt hört.

Was vesteht der Experte im elektronischen Kampf unter Störung? Wenn er
die Nutzung eines Radar- oder Funkgeräts unterbunden hat.
Hier: Wenn der entnervte TV-Konsument zu einem anderen Kanal zappt.

Wie klein kann ein Störsignal dazu sein, wie groß muß es sein? Manche
Hifi-Freaks bringen ihren Verstärker schon als Garantiefall zum Handler
zurück, wenn der Klirrfaktor 0,1% übersteigt, wenn sie im Spektrum also
ein Störsignal mit 1/Tausendstel haben oder -30dB.

Wer Nachrichten sehen will, der ist sicher toleranter gegenüber
Verzerrungen.

Fokussieren wir uns auf das Bildsignal.
Wie viel Energie brauchst Du, um ein einfaches TV-Skgnal nach der
PAL-Norm zu stören? Du brauchst nur gelegentliche Pulse, die die H- oder
V-Synchronisation des Fernsehers so außer Tritt bringen, daß der
TV-Konsument sich das Gewinmmel nicht mehr ansehen will. In der
Zwischenzeit kann Dein Störsender seine Batterie schonen.

Im Satellitentransponder steckt ein Verstärker, vermutlich mit AGC. Wie
kräftig, aber kurz dürfen Störimpulse sein, damit sie die AGC
veranlassen, für eine sehr längere Zeit so weit zurück zu regeln, daß
das Soll-Signal beim Empfänger zu schwach ankommt?

Du kannst selbst experimentieren mit einem Kabelanschluß, einem TV und
einem Signalgenerator, den Du mit Pulsen modulieren kannst.
Deinen eigenen TV darfst du stören, solange das Störsignal keine
Nachbarn stört.


Ciao
Wolfgang Horn
Autor: Nicht_neuer_Hase (Gast)
Datum: 23.03.2008 19:36

Klirrfaktor von 0,1 % = 1/1000 entspricht -60 dB ( nicht -30 dB ).

Gruss
Autor: Sat (Gast)
Datum: 23.03.2008 19:37

> Ich muss zugeben, ich habe noch nie eine echte Uplinkstation gesehen,
> ich kenne nur die Übertragungswagen. Die haben meist eine ziemlich
> kleine Antenne auf dem Dach (grob geschätzt 30-50cm). Oder machen die
> garkeine Übertragung zu einem Satelliten, sondern nur eine Verbindung
> zur Uplinkstation ?

Das ist was völlig anderes. Die senden zu einem Kommunkationssatelliten,
und von dort geht's erst mal ins Studio. Die "Master"-Uplinks für Astra
und Co. spielen in einer völlig anderen Liga, Antennen in der
Größenordnung von 10m (so was lässt sich manuell gar nicht ausrichten),
an Sendeleistung wird wahrscheinlich auch nicht gespart.
Autor: Martin L. (Gast)
Datum: 23.03.2008 22:14

Ich gehe ganz sehr davon aus, dass die Uplinksignale - auch für die
analogen Transponder - digital ausgelegt sind und damit eine FEC
beinhalten. Damit sind kurze Störungen und SNR-Verschlechterungen bis zu
einem gewissen Grad überhaupt kein Problem und werden das ausgesendete
Signal in keinster Weise stören.

Viele Grüße,
 Martin L.
Autor: Hase (Gast)
Datum: 27.04.2008 19:50

Mal eine kurze Überschlagsrechnung, wenn die oben geposteten Daten von
55Watt und 32m im Durchmesser für eine reguläre Sendestation stimmen:
Für den Hobbybastler mal eben so hinstellbar ist eine 2m-Antenne (Ja, es
gibt auch Amateurfunker mit 10m-Antennen, aber die will erst mal gebaut
sein). Die hat also nur 1/16 des Durchmessers. Da der Gewinn eines
Parabolspiegels aber proportional zur Fläche ist, nimmt bei 1/16
Durchmesser die Fläche und damit der Gewinn um 1/16^2=1/256 ab. D.h. um
damit gleich stark zu senden (und dabei ist die wohl schlechtere
Bündelung des kleineren Spiegels noch nicht mit einkalkuliert) braucht
man ca. 256*55Watt=14kW Sendeleistung.
Vermutlich wird ein realistischer Aufbau auf ca. 8m Durchmesser (1/16
Fläche) und damit 16*55Watt=880Watt rauslaufen, das ist vielleicht grade
noch so mit Amateurtechnik beherrschbar.
Aber ich denke mal, die Sendestationen werden noch einiges an Reserve
haben und bei Bedarf die Leistung einfach ein bischen hochdrehen (machen
sie vielleicht eh schon bei Regen usw.).
Btw., in welchem Bereich ist eigentlich der Haupt-Uplink für
analog/digital-Fernsehen bei Astra und Co.?


Gruß,
Hase
Autor: Roland Praml (pram)
Datum: 27.04.2008 20:10

Mich wundern die Zahlen...

Warum braucht ein Playout-Center 55w @ 32m?

AFAIK reichen wesentlich geringere Leistungen um zum Satelliten hoch zu
kommen, wie auch z.B. Astra2Connect zeigt:
http://www.pressebox.de/attachment/54866/Astra2Con...

Hier wird mit einer gängigen Schüssel ein Uplink realisiert. Wieviel
Leistung das LNB hat weiß ich aber leider nicht aber ich schätze mal <
10W und zugegeben, die Bandbreite ist auch etwas geringer.

irgendwie kann ich mir die 55w @ 32m nicht vorstellen, wenn 10W @ 1m
auch reicht.


Gruß
Roland
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 05.05.2008 13:54

Martin L. wrote:
> Ich gehe ganz sehr davon aus, dass die Uplinksignale - auch für die
> analogen Transponder - digital ausgelegt sind und damit eine FEC
> beinhalten. Damit sind kurze Störungen und SNR-Verschlechterungen bis zu
> einem gewissen Grad überhaupt kein Problem und werden das ausgesendete
> Signal in keinster Weise stören.

Nein! Ein Transponder nimmt einfach einen Frequenzblock und schickt den
unverändert in einem anderen Frequenzbereich herunter. Die machen da
nichts kompliziertes. Das wäre ja auch fatal. Satelliten werden
heutzutage mindestens etwa ein Jahrzehnt genutzt. In dieser Zeit ändert
sich viel. Würde der Satellit aktiv etwas mit dem Signal machen, so
müsstest Du für jedes neue Modulationsverfahren die Satelliten
austauschen. Das ist völlig undenkbar.

Diese Einfachheit ermöglicht auch noch ganz andere Dinge. Digital
brauchst Du ja bekanntlich nicht mehr einen ganzen Transponder pro
Fernsehkanal. Das Problem dabei ist jedoch, dass Du die Sender
normalerweise an einen zentralen Punkt zusammenführen musst. Das geht
manchmal nicht.
In solchen Fällen baut man einfach mehrer Uplinkstationen, stellt jede
so ein, dass sie mit einer Symbolrate von zum Beispiel 6 Megasymbolen
pro Sekunde arbeiten, und nutzt jeweils nur einen Teil des Spektrums des
Transponders benutzt. Das wurde auf Eutelsat sogar analog gemacht. (Die
hatten damals ein paar 72MHz Transponder)

Aber glaub mir, wenn du am Rand des Spektrums eines Fernsehsenders ein
Signal rauf schickst, dann kommt das auch wieder runter, so wie Du das
hochgeschickt hast.
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 05.05.2008 14:02

Roland Praml wrote:
> Mich wundern die Zahlen...
>
> Warum braucht ein Playout-Center 55w @ 32m?
>
> AFAIK reichen wesentlich geringere Leistungen um zum Satelliten hoch zu
> kommen, wie auch z.B. Astra2Connect zeigt:
> http://www.pressebox.de/attachment/54866/Astra2Con...

Ja, es geht mit geringeren Leistungen. Playout-Center haben wirklich
etwa 50 Watt am Ausgang der Sender. Allerdings "nur" 10 Meter
Schüsseldurchmesser.

Ich vermute, dass die da einfach auf Nummer Sicher gehen. Im Verhältniss
zum Rest der Technik (ein guter MPEG2-Encoder kostet locker 10k-200k
Eur) ist das wahrscheinlich kein großes Problem.
Autor: Satstörer (Gast)
Datum: 05.05.2008 22:20

Es gibt doch auch 2-Wege Satelliten-Internet. Da sendet jeder Nutzer
auch selber zum Satelliten hoch.
Wenn man jetzt mehr als die 20 Watt(??) in den Kopf drückt, geht der
Satellit doch irgendwann in die Sättigung.

Einfach einen fetten Träger hochsenden und der Satellit kann nicht mehr
vernünftig empfangen und Feierabend.
Autor: den Spiess umdrehen.... winne (Gast)
Datum: 05.05.2008 23:51

Dann fang mal an zu rechnen. Achja und nicht vergessen die benötigte
Leistung must du mit der Kanalbandbreite und der Zahl der Kanäle
multiplizieren. Nur so lässt sich das Frequenzhopping uneterbinden.

P.S. mit Sicherheit können die Kommerziellen länger aufrüsten als Du und
schärfer bündeln. Außerdem gibt es noch Inter_Sat_Links. In die kommst
du schon auf Grund der euklidchen Geometrire nicht rein(bei
quasioptische Kommunikation).
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 06.05.2008 06:09

den Spiess umdrehen....  winne wrote:

> P.S. mit Sicherheit können die Kommerziellen länger aufrüsten als Du und
> schärfer bündeln. Außerdem gibt es noch Inter_Sat_Links. In die kommst
> du schon auf Grund der euklidchen Geometrire nicht rein(bei
> quasioptische Kommunikation).

Solche Inter Sat Links sind eher selten. Du hast die nur bei
spezielleren Satelliten, zum Beispiel bei manchen für
Satellitentelefonie. Und da benutzt man auch einen Frequenzbereich,
welcher von unserer Athmosphäre besonders gut absorbiert wird.

Bei Satelliten musst Du Dir eines merken. Die baut man prinzipiell immer
so einfach wie möglich. Jedes Quäntchen an Komplexität bedeutet, dass
mehr kaputt gehen kann. Und ein typischer Fernmeldesatellit muss
mindestens 10 Jahre lang halten. Man kann da nicht einfach hochfliegen,
und den reparieren. Das ging vielleich bei Hubble, weil das doch noch
recht erdnah ist, aber bei geostationären Satelliten geht das nicht so
einfach.
Autor: TX (Gast)
Datum: 07.05.2008 15:42

Hi,

eine gute satelittenverbindung kann man mit einen normalen HF-generator
sehr schwer stören.

1. die polarisation ist zirkular

   die Antenne sieht aus wie ein korkenzieher un des entsteht ein sich
um
   die längsachse drehendes feld.

   die polarisatiun in einem spiegel ist horizontal bzw. vertikal
   selbst wenn mann beide polaritäten ausstrahlt bleiben ca.35% rest
   trägersignal nutzbar das reicht alle mal bei einer Digitalübertragung

2. es werden zwei gegensinnig unterschiedlicher frequenzen genutzt

   bei verwendung von digitalen phasenschieberkreisen im empfangsmodul
   erreichtmann das die trägersignale nicht nur nach frequenz sondern
auch
   nach phasenlage des senders selektieren kann.

   der vorteil ist das bei verwendung von mindestens 2 antennen pro
   polarität X/Y (geht auch bei zirkularer polarität) erreicht mann sehr
   kleine flächen wo sich eine antenne befinden darf um überhaupt
   empfangen werden kann.  zb. GPS ist ähnlich. ca. 10m fläche

das reicht für das erste.

mfg. tx
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 07.05.2008 16:03

Wir sprechen hier von normalen Fernmeldesatelliten. Die zirkulare
Polarisation ist kein Problem. Man braucht dafür nur den entsprechenden
Erreger auf dem Spiegel. Und wie Du schon erwähnt hast, verliert man
dabei nur ein paar dB an Leistung. Nebenbei empfangen wahrscheinlich nur
wenige Satelliten zirkular polarisierte Signale bei uns.

Und Du sprichst jetzt von Signalen wie GPS. Das ist eine ganz andere
Technik. Das ist Spread-Spectrum. Fernmeldesatelliten benutzen ganz
normale Parabolspiegel um ihren Antennengewinn zu bekommen. Das einzig
digitale an einem modernen Fernmeldesatelliten ist die Fernsteuerung.
Autor: TX (Gast)
Datum: 09.05.2008 09:55

Hi,

schon mal die neuen sateliten gesehen?.

downlink klar noch analog,

uplink zum schutz vor piraterie digital.

zu 1.

   es ist ein einfaches verfahren um trotz überlagerung
   mit einem fremdsignal das original signal zu empfangen,

zu 2.

   es bezieht sich auf die phasensyncronisation der verschiedenen
   freqenzspektren in der das nutzsignal(Bild/Ton)
   hineinmoduliert wird.


übrigens bei GPS ist nicht das freqenzspectrum die information
sondern deren signallaufzeiten (GPS-Sateliten sind Zeitsyncron!)

das mehrere frequenzen benutzt werden liegt daran das die empfänger ja
mindesdens 3 Sateliten empfangen müssen da braucht mann leider mehrere
frequenzen (mindesdens 3).


mfg. tx
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 09.05.2008 10:29

TX wrote:
> Hi,
>
> schon mal die neuen sateliten gesehen?.

Ja, ich hab auch schon mit Leuten gesprochen, die solche Uplinks
betreiben.

> downlink klar noch analog,
>
> uplink zum schutz vor piraterie digital.

Nein, das ist definitiv nicht so. Sonst müsstest Du ja die Satelliten
umrüsten, wenn ein neues Modulationsverfahren herauskommt! Und Du
könntest keine Sachen machen wie 2 oder mehr Träger pro Transponder.
Kein Anbieter würde so etwas je machen, denn es würde bedeuten, dass er
nach ein paar Jahren seine Satelliten einmotten müsste, da keiner mehr
die alten Modulationsverfahren nutzen will. Selbst bei Militärsatelliten
wird das nicht gemacht.
Überleg doch mal, die Satelliten, die da oben sind müssen auch noch
DVB-S3 und DVB-S4 können. Eventuell sogar noch krassere Verfahren, die
wir uns heute noch nicht vorstellen können. Die meisten
Astra-Satelliten, die auf 19.2° Ost rumschwirren wurden in der ersten
Hälfte der 90ger raufgeschickt. Damals war selbst DVB-S noch nicht
entwickelt. Man hat damals noch über HD-MAC nachgedacht. Trotzdem läuft
heute teilweise schon DVB-S2 drüber. Auch über den Astra 1A wurden
zuletzt DVB-S Übertragungen durchgeführt.

Was man gegen Piraterie macht ist relativ einfach. Man schickt die
Signale einfach relativ stark rauf. 50 Watt Senderausgangsleistung und
eine 10 Meter Schüssel habe nur wenige. Bei SNG-Stationen geht das
natürlich nicht, aber trotzdem stören die sich höchstens mal gegenseitig
aus versehen.

> übrigens bei GPS ist nicht das freqenzspectrum die information
> sondern deren signallaufzeiten (GPS-Sateliten sind Zeitsyncron!)
>
> das mehrere frequenzen benutzt werden liegt daran das die empfänger ja
> mindesdens 3 Sateliten empfangen müssen da braucht mann leider mehrere
> frequenzen (mindesdens 3).

Alle GPS-Satelliten arbeiten, bis auf die Dopplerverschiebung auf der
gleichen Frequenz. Die Trennung der Signale erfolgt über die
Kreuzkorrelation mit dem Eingangssignal. Dabei fällt jeweils das Signal
des anderen Satelliten als Störung raus. Da Du eh einen Prozessgewinn im
Bereich von etwa 1000 hast, funktioniert das aber trotzdem. Das
Verfahren nennt sich CDMA, bzw Direct Sequence Spread Spectrum. Du weißt
nicht mehr unterschiedliche Frequenzen oder Zeitschlitze zu, sondern
unterschiedliche Codes. Im Prinzip könntest Du sogar den gleichen Code
fahren, und mit der Zeitverschiebung die Signale trennen.

Eine recht gute Einführung ist hier:
 http://de.wikipedia.org/wiki/CDMA


> mfg. tx
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 09.05.2008 10:35

Tilo Lutz wrote:
> Hallo
>
> Laut eine Spiegelonline-Artikel von heute,
> http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541516,00.html
> soll China die Ausstrahlung von BBC und CNN über Satellit
> stören.

Was einige Länder machen ist ganz einfach folgendes. Die bauen auf die
Fernsehtürme einfach starke Störsender. Damit wird nicht der Satellit
gestört, sondern nur der Empfang am Boden. Wenn Du nage genug dran bist
und die Schüssel nicht wirklich gut ist, kannst Du damit gut stören.

> Wie geht so etwas bei einem so großen Land wie China?
> Haben die einen eigenen Satelitten, der gezielt bestimmte
> Transponder mit einem Störsignal überlagert?

Das geht immer nur in bestimmten Gebieten.
Aber moment. Da steht was ganz anders im Artikel:
Die chinesische Zensur blockierte derweil alle Fernsehberichte über die
Unruhen, die der amerikanische Nachrichtensender CNN und die britische
BBC über Satellit nach China ausstrahlten. Sobald der Bericht anfängt,
wird der Bildschirm schwarz und ist der Ton weg. Danach geht das
Programm normal weiter.

Vermutlich schalten die das einfach nur im Kabelnetz aus, o.Ä. oder am
Uplink.

Wirklich Satelliten stören machen eigentlich nur die US-Amerikaner.
Autor: Andreas Schwarz (andreas) (Admin) Benutzerseite
Datum: 09.05.2008 10:46

Christian Berger wrote:
> TX wrote:
>> uplink zum schutz vor piraterie digital.
>
> Nein, das ist definitiv nicht so. Sonst müsstest Du ja die Satelliten
> umrüsten, wenn ein neues Modulationsverfahren herauskommt!

Wieso denn das? Es müssen doch nur die Rohdaten digital übertragen
werden.
Autor: den Spiess umdrehen.... winne (Gast)
Datum: 09.05.2008 11:57

1. müsste der Sattelit dazu erstmal in der Lage sein,
2. müsste er umschaltbar die Modulationsart umsetzen können.

Einfacher geht eine simple Frequenzumsetzng. Und die Modulationsart wird
vor dem Uplink festgelegt.
Autor: Christian Berger (casandro)
Datum: 09.05.2008 12:19

Andreas Schwarz wrote:

> Wieso denn das? Es müssen doch nur die Rohdaten digital übertragen
> werden.

Oh, ja, Du willst einen 32 MHz Transponder digital im Rohformat
übertragen. Dafür bräuchtest Du mindestens 64 Megasamples pro Sekunde.
Bei 8 Bit macht das 512 Megabit pro Sekunde. Und das für etwa 20
Transponder pro Satellit. Viel Spaß damit. Und bedenke, Hohlleiter sind
relativ schmalbandig!

Und auch dann kannst Du den Transponder nicht teilen um beispielsweise
Hin- und Rückrichtung über einen Transponder zu machen. Oder gar um
verschiedene Uplink-Stationen einen Transponder teilen zu lassen. Das
ist essentiell für Übertragungswagen.

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