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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Li-Ion Akku - Defekt=Kurzschluss ?


Autor: Jürgen H. (Gast)
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Hallo,

ich habe eben den defekten Akku meines Laptops geöffnet. In diesem sin 8 
Stück 18650 Li-Ion Akkus verbaut. Es sind immer jeweils 2 Stück parallel 
geschaltet und 4 dieser Pakete in Reihe.
Beim messen der Spannung der Akkus verhalten sich 3 der 2er-Paare ganz 
normal. Das 4. Paar hat vollständigen Durchgang. Das heißt, wenn ich ein 
benachbartes Paar prüfe habe ich z.B. 3,7 Volt. Wenn ich dann das 
defekte Paar mit messe, also in Reihe zum ersten, messe ich wieder exakt 
3,7 Volt. Das defekte Paar gibt also nicht mehr die kleinste Spannung 
ab.
Ist dieses Verhalten für Li-Ion normal ?
Der Akkupack ist übrigens ca. 4,5 Jahre alt.

Jürgen

Autor: avion23 (Gast)
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Hallo Jürgen,
natürlich ist dieses Verhalten nicht normal.
Lithium Akkus sollte man "normalerweise" im Bereich von 2.5V - 4.2V 
betreiben. Bei 2.5V handelt es sich um eine schädliche Tiefentladung. 
Dann sollte das Ladegerät mit schwachen Strompulsen versuchen die 
Leerlaufspannung > 3V zu bringen. Wenn das nichts nutzt, abschalten und 
den Akku als defekt melden.

Eine defekte Stufe wie bei dir ist für laptopakkus typisch. 
Normalerweise sterben die Zellen mit der größten Hitzeentwicklung zuerst 
:( Failure by design sozusagen, balancer oder equalizer habe ich noch 
nie gesehen.

Mit 0V sind deine zwei Zellen weit außerhalb jeglicher Spezifikationen. 
Lithium ist brennbar und kann sich seinen Sauerstoff auch aus Wasser 
holen, es ist also wirklich nicht ganz ungefährlich. Du könntest 
versuchen diese beiden Zellen mit einem schwachen Strom zu laden. Also 
z.B. 50mA, 4.2V Beschränkung anlegen und einfach mal schauen was 
passiert. Das ganze natürlich draußen auf einem Haufen Sand, oder im 
Blumentopf. Das könntest du tun. Falls deine Zellen wieder Ladung 
annehmen und sie auch halten können, werden sie bei der nächsten 
Entladung wieder umgepolt, weil sie schon vorgeschädigt sind. Du würdest 
das Akkupack also immer auf ungefähr >70% voll halten müssen.


Ich würde das pack aufreißen, die guten Mosfets aus der 
Schutzschaltung ausbauen, von den 4*2 Akkus die 6 guten aufbewahren und 
für Spielereien wie Taschenlampe nutzen und die 2 defekten Zellen mit 
Zuschauern und einer Autobatterie laden.

Autor: Frank N. (arm-fan)
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>ich habe eben den defekten Akku meines Laptops geöffnet.
>>Ich würde das pack aufreißen, ...

Naja, das hat er ja schon.

Also einfach in der E-Bucht ein paar neue 18650er schießen und
das Akkupack damit reparieren. Am besten gleich alle 8 Stück ersetzen.

Habe so zumindest selbst schon erfolgreich den Akku eines betagteren
Schleppi's wieder in Schuß gebracht.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Gegen Umpolen sollten die Zellen einer Batterie allerdings sehr
wohl geschützt sein, dafür ist die interne Schutzschaltung (u. a.)
mit zuständig.

Autor: rayelec (Gast)
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Zellen mit 0V sind defekt und meiner Erfahrung nach durch nichts wieder 
zum Leben zu erwecken... (entweder sind sie hochohmig oder haben 
Kurzschluss. In beiden Fällen fliesst kein Ladestrom mehr in die 
Chemie...)

Gruss
rayelec

Autor: Jürgen H. (Gast)
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Damit, dass die Zellen hinüber sind, habe ich mich ja abgefunden.
Das was mich  eigentlich verwunderte war, dass sich die defekten Zellen 
quasi wie ein Stück Kupferdraht verhalten und nicht mal mehr ein zehntel 
Volt abgeben, oder sich in irgeneiner Weise hochohmig verhalten. Euren 
Antworten nach scheint das ja aber normal zu sein.
Die interne Schutzschaltung funktioniert wohl, zumindest verhindert sie, 
wohl aufgrund der Unterspannung, Dass Der Akku Spannung an den Laptop 
liefert. Die integrierte Elektronik überwacht wohl auch jedes Akkupaar 
einzeln, da zwischen den Paaren jeweils ein Abgriff zur Elektronik 
führt.

Jürgen

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Ich habe auch schon LiIon-Zellen wieder zum Leben erweckt, die
kurzgeschlossen in der Müllkiste lagen.  Allerdings können sie
durchaus dauerhaft Schaden genommen haben dabei.  Musst halt die
Kapazität, die du noch erzielen kannst, mal gegen den Originalwert
vergleichen.  Wenn's nur noch 50 % sind, dann lohnt der Kram nicht
mehr.

Außerdem mal einen Selbstentladungstest machen.  Letztens waren von
drei Zellen zwei noch ganz OK, die dritte ist nach einem Monat
bereits ziemlich entladen.

Mit der nötigen Vorsicht (maximal mit "1C" laden, falls dir nicht ein
Datenblatt mehr zulässt, und auf jeden Fall auf 4,20 V begrenzen)
sind die Dinger nicht wirklich gefährlicher als ein Bleiakku (der
entwickelt ja beim Laden auch Knallgas, was als nicht ganz ungefährlich
gilt, und seine Kurzschlussströme können schnell zu verschiedenen
Desastern führen).

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