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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik MOSFET für ein Schaltnetzteil


Autor: Peter X. (vielfrass)
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Hallo,
ein Bekannter hat in einem Netzteil für seinen Laptop (19V 150W also 
nicht Standart!?) den MOSFET gekillt. Er hat an dem Teil rumgefummelt 
und ist mit der Messspitze abgerutscht. Kurzschluss, peng, kaputt. Und 
wer darf's mal wieder richten? Die Freunde...

So, jetzt mal auf den Kern der Frage kommen: Der Original MOSFET ist ein 
800V Typ und soll praktisch nicht zu bekommen sein. Muss der Ersatz 
MOSFET auch 800V sein oder währe auch ein 600V Typ ok? Das Netzteil ist 
doch wahrscheinlich ein Durchflusswandler und hat eine 
Entmagnetisierungswicklung. Hinter dem Gleichrichter ist die Spannung so 
230V mal Wurzel zwei. Da ich das Netzteil noch nicht selbst in 
Augenschein nehmen konnte weiss ich nicht ob da noch ein PFC mit drauf 
ist.

Autor: Udo (Gast)
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gibt es auch eine Typenbezeichnung von dem Mosfet?

Autor: Izmir Übel (Gast)
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Wieso nicht zu bekommen?  Mosfets in 800 oder 1000 V sind doch gängige 
Teile. 600 V würde ich eher nicht einsetzen wegen Netzstörimpulsen o.ä.

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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Peter X. wrote:

> So, jetzt mal auf den Kern der Frage kommen: Der Original MOSFET ist ein
> 800V Typ und soll praktisch nicht zu bekommen sein. Muss der Ersatz
> MOSFET auch 800V sein oder währe auch ein 600V Typ ok? Das Netzteil ist
> doch wahrscheinlich ein Durchflusswandler und hat eine
> Entmagnetisierungswicklung. Hinter dem Gleichrichter ist die Spannung so
> 230V mal Wurzel zwei. Da ich das Netzteil noch nicht selbst in
> Augenschein nehmen konnte weiss ich nicht ob da noch ein PFC mit drauf
> ist.

Mit solchen Netzteilkenntnissen ein Schaltnetzteil reparieren zu wollen 
halte ich schon für sehr verwegen.
Üblicherwiese sind da noch mehr Bauteile defekt, und wenn Du nicht alle 
in einem Zug ersetzt, wird Dir das Teil immer wieder explodieren.
Mein Rat: Tu Dir das nicht an und rate Deinem Freund, ein 
Standard-Laptop-Netzteil zu kaufen (19 V ist standard)

Jörg

Autor: Peter X. (vielfrass)
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@Jörg R. :
>Mein Rat: Tu Dir das nicht an und rate Deinem Freund, ein
>Standard-Laptop-Netzteil zu kaufen (19 V ist standard)

Aber 150W leider nicht.

@Alle:
Leider habe ich das Netzteil noch nicht selber gesehen, andere Freunde 
haben vor mir dran rum gefummelt. Meine theoretische Überlegung ist, 
wenn am Gleichrichter so 325V sind und das Windungsverhältnis von 
Entmagnetisierungswicklung zu Hauptwicklung 1:1 ist, dann geht in dem 
Moment wo der Transistor sperrt, die Spannung mindesten auf zwei mal 
325V hoch. Dazu kommt noch die Energie durch Streuinduktivitäten. (Naja, 
da werden die so einen Art Snubberglied haben?) Wenn noch eine kleine 
Netzüberspannung dazu kommt dann können sogar 800V knapp werden. Muss 
das Windungsverhältnis von Entmagnetisierungswicklung zu Hauptwicklung 
eigentlich immer 1:1 sein??????????????????????

Autor: Izmir Übel (Gast)
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@ Peter

>Aber 150W leider nicht.

Vielleicht tun es ja 80 oder 100 W auch. Stell dir mal den Klapptop vor, 
wenn der wirklich 150 W verheizen würde, könntest du den nur mit 
Asbesthandschuhen betreiben.

> Muss
> das Windungsverhältnis von Entmagnetisierungswicklung zu Hauptwicklung
> eigentlich immer 1:1 sein?

Ja.

Autor: Jörg Rehrmann (Firma: Rehrmann Elektronik) (j_r)
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@Peter X.:

>>Mein Rat: Tu Dir das nicht an und rate Deinem Freund, ein
>>Standard-Laptop-Netzteil zu kaufen (19 V ist standard)
>
> Aber 150W leider nicht.

Aber sicher doch: 
http://www1.conrad.de/scripts/wgate/zcop_b2c/~flNl...

> Leider habe ich das Netzteil noch nicht selber gesehen, andere Freunde
> haben vor mir dran rum gefummelt. Meine theoretische Überlegung ist,
> wenn am Gleichrichter so 325V sind und das Windungsverhältnis von
> Entmagnetisierungswicklung zu Hauptwicklung 1:1 ist, dann geht in dem
> Moment wo der Transistor sperrt, die Spannung mindesten auf zwei mal
> 325V hoch. Dazu kommt noch die Energie durch Streuinduktivitäten. (Naja,
> da werden die so einen Art Snubberglied haben?) Wenn noch eine kleine
> Netzüberspannung dazu kommt dann können sogar 800V knapp werden. Muss
> das Windungsverhältnis von Entmagnetisierungswicklung zu Hauptwicklung
> eigentlich immer 1:1 sein??????????????????????

Nicht zwingend, nur bei kapazitiver Verkopplung von Primär- und 
Entmagnetisierungswicklung. Wenn ein 800-V-Typ drin war, darfst Du auf 
keinen Fall einen 600-V-Typ reinbauen.

Jörg

Autor: mandrake (Gast)
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Gebe Jörg absolut recht! Wenn ein 800V Typ verbaut war sollte auch 
wieder ein
>=800V Typ verbaut werden. Die Strombelastbarkeit des Ersatztyps würde ich aus der 
Leistung und der Primärspannung ausrechnen.
Aber Vorsicht! Zuerst einmal schauen ob es sich um ein 
Weitbereichnetzteil handelt, das sogar noch mit 115V funktioniert. Dann 
muss der Transistor nämlich schon den doppelten Strom schalten können.

Beispielrechnung für 230V:

Netzschwankungen: 20% Unterspannung
Id = Pa / (0,8  230V  sqrt(2)) = 576,44 mA

Am besten suchst du dir einen MOSFET der folgende Eigenschaften hat:

Udsmax >= 800V
Rdson so klein wie möglich dann wird das Teil nicht so warm
Idmax = 4A (Reserve ist immer gut)

Auch sehr wichtig!!: War das alte Gehäuse isoliert am Kühlkörper 
befestigt?
Dann muss das auch so wieder geschehen. Die häufig verwendeten TO-220 
Gehäuse gibt es oft auch als Fullpack Ausführung die keine blanke 
Metallfahne hat.


Allerdings der beste Weg ist immernoch das Datenblatt des defekten 
Bauteils zu sichten und danach einen geeigneten Typen zu suchen.

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