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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Intel HEX-Format vs. Binary


Autor: Sven Scholz (Gast)
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Guten Tag,

hier mal kurz eine grundsätzliche Frage zum Flashen:

Die gängigen Programmier-Tools (PonyProg, WinAVR, etc.) bieten ja an, 
Programm und Daten in unterschiedlichen "Formaten" zu behandeln. (etwa 
HEX, Binary, ASCII, Motorola s-record)

Mich würden jetzt die speziellen Vor- und Nachteile Intel HEX-Format und 
Binary interessieren?

Warum werden überhaupt immer mind. 2 Formate beim Flashen angeboten?
Reicht es nicht aus, nur das Intel HEX-Format anzubieten?

Soweit, wie ich das bisher verstanden habe:

Binary:
--------
Ist die Umsetzung zum 1:1 Speicherabbild und wird somit direkt in den 
Speicher übernommen. (einfach reingeschrieben)

+ schnelleres Flashen, da Speicherabbild bereits definiert (Daten 
erheblich geringer im Vergleich zu Intel HEX) --> nur NETTO

- keine Beschreibung der Speicherkonf. möglich. Was ist wenn z.B. Daten 
in einem extra Speicher (etwa SDRAM) vorhalten möchte?


Intel-HEX:
---------
Format, dass den Inhalt des Speichers beschreibt

- mehr Daten, da nicht nur der eigentliche Speicherinhalt, sondern auch 
die genaue Platzierung im Speicher definiert ist. Zudem sind die Daten 
mit einer Checksumme versehen

+ die Platzierung von Programm und Daten kann konfiguriert werden. (die 
Anwendung im SRAM, Daten im SDRAM, wie würde man so etwas im BINARY 
machen wollen???)

Vielen DANK schon einmal für die Diskuss des Themas!
Hoffentlich kann mir jemand weiterhelfen...


PS: Gibt es beim BINARY eigtl. sowas wie Überprüfung der Daten wie beim 
Intel HEX-Format durch die Checksumme? Kann es von meinem Verständnis 
her, ja niemals geben...


Vielen DANK

Autor: Hugo_ (Gast)
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Ein Intel-HEX File muss nicht größer sein als ein BIN-File.
Es wird ja nicht immer der komplette Speicher genutzt.

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Sven Scholz wrote:

> Die gängigen Programmier-Tools (PonyProg, WinAVR, etc.) ...

WinAVR ist kein Programmier-Tool, aber es enthält ein solches
(AVRDUDE).  Das aber nur nebenbei.

> Warum werden überhaupt immer mind. 2 Formate beim Flashen angeboten?

Weil es einfach ist, zumindest binary noch zusätzlich zu den anderen
zu implementieren.  Datei einfach mit fread() einlesen, fertig.

> Reicht es nicht aus, nur das Intel HEX-Format anzubieten?

Es würde eins davon im Prinzip genügen, ja.  Aber noch wenigstens ein
zweites außerdem zu können, schadet dir als Anwender auch nichts, du
musst ja nichts extra dafür bezahlen (außer einigen wenigen Bytes auf
deiner Festplatte).

> Ist die Umsetzung zum 1:1 Speicherabbild und wird somit direkt in
> den Speicher übernommen. (einfach reingeschrieben)

Ja.

> + schnelleres Flashen, da Speicherabbild bereits definiert (Daten
> erheblich geringer im Vergleich zu Intel HEX) --> nur NETTO

Nein, das ist nicht schneller.  Das Begrenzende in der Geschwindigkeit
ist das Flashen selbst, nicht das Umrechnen der paar Hexzahlen.
Allerdings sind die Dateien ca. 40 % kleiner, aber das interessiert
vermutlich keinen.

Es gibt ansonsten keinen nennenswerten Vorteil von binary.

> - keine Beschreibung der Speicherkonf. möglich. Was ist wenn
> z.B. Daten in einem extra Speicher (etwa SDRAM) vorhalten möchte?

Das kann auch Ihex nicht.  Allerdings kann Ihex Adressen mit
übermitteln, sodass man beispielsweise auch auf Adressen verschieden
von 0 anfangen kann (Stichwort: Bootloader).  Falls man ein nicht
zusammenhängendes Speicherabbild hat, kann man auf diese Weise auch
die Lücken auslassen.  Außerdem hat Ihex eine simple Prüfsumme als
Schutz gegen Übertragungsfehler.

Motorola S-Record hat im Prinzip gleiche Eigenschaften wie Intel Hex.
Es ist ein wenig flexibler, es kann mehr Metadaten (z. B. eine
Versionsnummer oder eine Programmstartadresse) mit übertragen und kann
2-, 3- oder 4-byte-Adressierung.  Das originale Ihex konnte nur
2-byte-Adressierung, allerdings wird heutzutage praktisch nur noch
eine erweiterte Form von Ihex benutzt, die mit einer Art
Segmentierungsschema effektiv auch auf 4-byte-Adressierung aufgebohrt
worden ist.

Keins der beiden Formate hat sich aber jemals ,endgültig'
durchgesetzt, daher implementieren die Tools oft beide.

Autor: Sven Scholz (Gast)
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Weitere Fragen (an Herrn Wunsch) die aufgekommen sind:

- Wann wird die Checksumme des Intel HEX-Format denn eigentlich 
überprüft bzw. wer (Bootloader, Programmier-Tool, etc.) ist dafür 
zuständig???


> Das kann auch Ihex nicht.  Allerdings kann Ihex Adressen mit
> übermitteln, sodass man beispielsweise auch auf Adressen verschieden
> von 0 anfangen kann (Stichwort: Bootloader).

An wen oder was werden denn die Adressen übermittelt, doch an das 
Programmer-Tool oder nicht? Der Flash-Inhalt ist doch bei beiden 
Formaten (Ihex & binary) bereits gleich... (Jedenfalls bekomme ich die 
gleiche Flash-Ausnutzung, egal für welches Format ich mich entscheide!)

Autor: Herbert vom Karvenzmann (Gast)
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Vielleicht solltest Du Dir mal die Beschreibung des Intel-Hex-Formates 
ansehen. Google zeigt Dir bestimmt, wo diese zu finden ist.

Gruß aus dem Karvendel,
Bert

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Sven Scholz wrote:

> - Wann wird die Checksumme des Intel HEX-Format denn eigentlich
> überprüft bzw. wer (Bootloader, Programmier-Tool, etc.) ist dafür
> zuständig???

(Deine Fragezeichentaste klemmt.)

Derjenige, der das Format einliest, sollte die Prüfsumme prüfen.
Das kann das Programmier-Tool sein (bei AVRDUDE ist es so), du
kannst aber natürlich auch einen Bootloader schreiben, der ihex
direkt versteht.  Dann könnte man auf einem Unix sowas machen:
cat myimage.hex > /dev/ttyXXX

...falls and /dev/ttyXXX eine serielle Leitung zum Bootloader
dran klemmt.

> An wen oder was werden denn die Adressen übermittelt, doch an das
> Programmer-Tool oder nicht?

Ja, wer sonst?

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