Datum: 05.04.2008 10:03
Guten Tag allerseits Ich habe mir soeben die neueste WinAVR installiert; nur passt nun das Programm nicht mehr ins Flash. Waehrend es vorher (mit WinAVR-20071221) zu 98% voll war, sind es nun 108%. Wie ich gelesen habe, gibt es eine neue Optimierungs-Stufe -fwhole-program, die beim Linken aufgerufen wird. Ich habe dies im makefile, das AVR-Studio erzeugt, eingefügt; aber ohne Erfolg. Habe ich sonst noch was übersehen? Mfg aus Istanbul
Datum: 05.04.2008 10:06
auch wenn ich jetzt Prügel bekomme, aber in dieser Beziehung ist der aktuelle Compiler einfach Schei....
Datum: 05.04.2008 10:15
Ich habe zuwenig Kenntnisse in Sachen Compilerbau, als dass ich jetzt darüber eine Meinung abgeben könnte, ob jetzt Sch... oder nicht. Aber als GCC-User sollte es unsere Pflicht sein, sobald als möglich auf die neuste Version umzusatteln und über mögliche Fehler zu berichten.
Datum: 05.04.2008 10:17
>Aber als GCC-User sollte es unsere Pflicht sein, sobald als möglich auf >die neuste Version umzusatteln Sehe ich nicht so, denn das Umsatteln bringt eigentlich immer Probleme mit sich. Hoch lebe der Frickler...
Datum: 05.04.2008 10:20
Natürlich gibt's Probleme. Aber wie sollen diese Probleme behoben werden, wenn diese nicht gemeldet werden?
Datum: 05.04.2008 10:24
Ich sage ja nicht, du sollst in einer laufenden Entwicklung auf die neue Version umsteigen. Aber eine abgeschlossene Entwicklung sollte man schon zu Testzwecken durch den neuen Compiler jagen. Und eine Neuentwicklung, die z.Zt. bei mir ansteht, würde ich schon gerne mit der neuen Version beginnen.
Datum: 05.04.2008 10:25
So weit ich das verstanden habe, liegt bei der GCC Entwicklung der Fokus nicht auf minimaler Codegröße für 8-Bit AVRs, so das aus dieser Sicht der Compiler wohl immer schlechter werden wird...
Datum: 05.04.2008 10:31
Ich hatte mir auch den neuen Compiler geholt und das Programm wurde 1. Größer und 2. Funktionierte es nicht mehr. Deshalb bin ich wieder auf die ältere Version umgestiegen.
Datum: 05.04.2008 15:14
Ich hab hier mal eine Routine rausgepickt, die von 9 auf 21 Words angestiegen ist, also nur auf schlappe 233%: http://www.avrfreaks.net/index.php?name=PNphpBB2&a... Das komplette Programm ist um 20% größer geworden, was ja auch schon ganz schön happig ist. Er hat also nicht alle Routinen derartig drastisch unoptimiert. Obs noch läuft habe ich nicht testen können, die 120% passen nicht mehr in den Chip. Peter
Datum: 05.04.2008 15:22
Mehmet Kendi wrote: > Aber als GCC-User sollte es unsere Pflicht sein, sobald als möglich auf > die neuste Version umzusatteln und über mögliche Fehler zu berichten. Ich sage in solchen Fällen immer: "Hanemann, geh du voran!"
Datum: 05.04.2008 18:20
Ich hab jetzt mal einen grösseren Chip gewaehlt und das Programm damit compiliert: die Schaltung funktioniert einwandfrei.
Datum: 05.04.2008 18:31
Mehmet Kendi wrote:
> Ich hab jetzt mal einen grösseren Chip gewaehlt
Na dann schmeiß ich mal sofort den ATtiny45 runter und setzt nen 3GHz
Quadcore drauf :-)
Hauptsache ich kann den neuesten Compiler benutzen, egal was es kostet.
Peter
Datum: 05.04.2008 18:36
:D Peter, nicht gleich das Kind mit dem Bad ausschütten. Wegen dieser Code-Vergrösserung bin ich nolens volens gezwungen, den alten Compiler zu benutzen. Aber bei einem neuen Projekt, da macht es mir nichts aus, einen grösseren Chip zu waehlen. Zumindest gehe ich davon aus, dass dieses Mehr an Code zugunsten von mehr Sicherheit erkauft wird. Nur so 'ne Vermutung.
Datum: 05.04.2008 18:48
Interessant wäre es, mal zu wissen, was der neue konkret besser können soll. Gibt es denn irgendwelche richtig harten Bugs in dem alten? Wenn es nur um den ATXmega Support geht, dann brauche ich den neuen nicht. Ulkiger Weise scheint der XMega aber auch keine Hardwaredivision zu haben, da ist der Hang zum unnötigen Divisionsaufruf ziemlich unverständlich. Ich denke mal, es ist schon opportun, von nem neuen eine Verbesserung zu erwarten und keine Verschlechterung. Allein nur, weil etwas neu ist, mach ich doch keinen Handstand. Peter
Datum: 05.04.2008 18:55
Im WinAVR User Manual 20080402 steht u.a. "GNU Compiler Collection (GCC) 4.3.0 Release Candidate 20080301" Ist er noch nicht fertig !!!!! Folgt balb schon wieder eine neue Version mit dem GCC 4.3.0 Final ??? Wird dieser dann wieder weniger Code erzeugen ??? Fragen über Fragen
Datum: 05.04.2008 19:05
@Peter Ich pflichte Dir bei. Aber. Wenn keiner den neuen Compiler testet, wie in aller Welt sollen dann die Entwickler auf die möglichen Fehler aufmerksam werden? Dann könnte man ja die ganze avr-gcc Entwicklung beenden und sagen "der aktuelle Compiler tut's ja".
Datum: 05.04.2008 19:35
Mehmet Kendi wrote: > @Peter > Ich pflichte Dir bei. Aber. Wenn keiner den neuen Compiler testet, wie > in aller Welt sollen dann die Entwickler auf die möglichen Fehler > aufmerksam werden? Naja, er macht ja keinen Fehler. Er macht es nur umständlicher, mit viel mehr Code und Zeitbedarf als nötig. Solche Sachen, die nicht dem ANSI-C widersprechen haben kaum Chancen. Auch tue ich mich schwer, in diesem Sourceforke durchzusehen, wie und wo man Probleme richtig reinstellt (ein Wiki oder Tutorial dafür wäre nicht schlecht). Wenn ich merke, ein Compiler erzeugt falschen Code, dann würde ich das natürlich sagen und versuchen, ne andere Version zu finden, die den Fehler nicht mehr bzw. noch nicht macht. Wenn aber der Code nur langsamer und größer wird, dann kann ich nur versuchen die optimale Version zu finden. Der WINAVR-20071221 macht auch vieles nicht mehr so gut, wie der WinAVR-20070122. Aber er hat kann MOVW bei den ATtinys und damit ist dann in der Summe der Code doch kleiner und schneller, da ich fast nur ATTinys einsetze. Ich hab ein neues Projekt mit dem ATmega168 und da werde ich warscheinlich mit dem WinAVR-20070122 am besten fahren. Ich hab mir extra ein paar Batch-Dateien geschrieben, mit denen ich schnell zwischen den Versionen umschalten kann. Peter
Datum: 05.04.2008 20:50
Peter Dannegger schrieb: > Ich hab hier mal eine Routine rausgepickt, die von 9 auf 21 Words > angestiegen ist, also nur auf schlappe 233%: > > http://www.avrfreaks.net/index.php?name=PNphpBB2&a... Eigentlich ist der neue Compiler genial, denn er erkennt, dass die Schleife nichts weiter tut, als aus zwei Zahlen Quotient und Rest zu berechnen. Auf Prozessoren mit Hardwaredivision oder bei einer größeren Anzahl von Schleifendurchläufen ist es auch völlig richtig, die fortgesetzte Subtraktion durch eine Division zu ersetzen. Leider hat der Compiler keine Sonderbehandlung für den AVR eingebaut, für den die Division natürlich kein Pappenstiel ist. Unglücklicherweise führt er die Division sogar zweimal durch, nämlich erst für den Quotienten und dann für den Rest, obwohl die Divisionsroutine beides auf einmal liefern würde. Die Bibliotheksdivision führt zur den 12 zusätzlich Codeworten, aber auch nur dann, wenn sie nicht sowieso schon an anderer Stelle im Programm benötigt wird. Der GCC wäre aber nicht der GCC, wenn man das unglückliche Feature - wie auch die meisten anderen Optimierungen - nicht selektiv abschalten könnte, und zwar mit -fno-tree-scev-cprop Mit dieser Option wird die Codegröße des Beispiels wieder auf die ursprünglichen 9 Worte reduziert. Ob damit an anderer Stelle Nachteile entstehen, weiß ich nicht, da ich auf die Schnelle keine detailierte Beschreibung der Option gefunden habe. Wie Nixiefan oben schrieb, ist der GCC nicht primär für 8-Bit- Prozessoren in speicherarmen Umgebungen gemacht. Wenn man jedes Byte und jeden Taktzyklus zählen muss, ist es wichtig, mit den richtigen Compiler-Optionen zu arbeiten. Die Defaulteinstellungen sind eher für 32-Bit-Prozessoren mit üppigem Befehlssatz und massig Speicher geeignet. Handbuch lesen hilft oft, wenn auch nicht in diesem speziellen Beispiel. Aber wo das Handbuch aufhört, fängt Google an ;-)
Datum: 05.04.2008 22:28
yalu wrote: > > -fno-tree-scev-cprop > Staun! Also ich habe mal mit Google gesucht, habe nicht eine Erklärung zu der Option gefunden. Nur Funde im Zusammenhang mit einem Linux Kernel Bug. Auch das GCC Handbuch danach durchsucht. Nichts. Woher wußtest Du von dieser Option und dass sie das bewirkt? 900ss
Datum: 05.04.2008 23:25
> Staun! Also ich habe mal mit Google gesucht, habe nicht eine > Erklärung zu der Option gefunden. Nur Funde im Zusammenhang mit > einem Linux Kernel Bug. Die Linuxer sind wohl neben Peter die einzigen, die das Problem bisher wahrgenommen haben. Ich bin auf die Diskussionen gestoßen, nachdem ich im GCC-Manual vergeblich nach einer passenden Option gesucht und deswegen angefangen habe, Google mit dem Problem zu beschäftigen. Ich habe die Diskussion nicht im Detail durchgelesen, aber es geht wohl um eine Rechenoperation, bei der eine Zeit in Nanosekunden (64 Bit!) zu einem struct timespec (Sekunden und Nanosekunden) addiert wird. Damit das Ergebnis gleich normiert ist, werden die Nanosekunden in 10E9er-Schritten addiert. Da der Prozessor keine des 64-Bit-Division kann und typische Zeitwerte selten größer als 1 s sind, wird im C-Code auf Divisionen absichtlich verzichtet. Der GCC 4.3.0 baut aber genau diese wieder ein. Das Problem ist also fast das gleiche wie das von Peter. Folge dieser Diskussion: Die GCC-Entwickler sind sich des Problems bewusst. Man darf gespannt sein, wie das Problem in künftigen GCC-Versionen gehandhabt wird. Da es sich bei der Optimierung um keinen Fehler handelt und in vielen Fällen tatsächlich eine Verbesserung des erzeugten Codes stattfindet, wird man sie sicher nicht entfernen. Gerade habe ich noch eine Möglichkeit gefunden, den Tatendrang des Compilers nur lokal zu bremsen: Man fügt eine Optimierungsbarriere in Form einer __asm__-Anweisung wie folgt in die Schleife ein:
for( tens = 0; val >= 10; val -= 10 ) { __asm__ ("" : "=r" (val) : "0" (val)); tens++; } |
Damit wird die Schleife gleich übersetzt wie mit -fno-tree-scev-cprop, lässt die Optimierung aber an anderer Stelle trotzdem zu.
Datum: 05.04.2008 23:34
Aber das bringt's nicht wirklich. Oder ist nur ein Problem von mehreren. Mir hat es von 20070525 zu 20080404 Release den Code von 3424 auf 3614 Bytes aufgeblasen. Grund dafür ist ein -Os völlig zuwiderlaufendes agressives Inlining. Ein häufig auftretender Funktionsaufruf (4 Bytes) wurde durch jeweils 16 Bytes ersetzt. Mit -fno-inline-small-functions (kann auch mal nach hinten losgehen) oder -finline-limit=<n> (hier ist ggf. etwas tuning angesagt) hält man sich das vom Leib. Ergebnis: 3196 Bytes. Ähnliches ist mir schon früher in der ARM Version passiert. Die hinter diesem Inlining stehende Grössenabschätzung ist wohl "etwas" unpräzise.
Datum: 05.04.2008 23:44
Peter Dannegger wrote: > Interessant wäre es, mal zu wissen, was der neue konkret besser können > soll. Die Benutzung von GCC 4.3 war für Eric die einzige Chance, dass er den Xmega-Support mit reinbekommen konnte, weil dieser nur für diese Version gezimmert worden ist (und letztlich immer noch wird -- da ist doch manches anders dabei als bei den alten Cores). Das Rückportieren dieses umfangreichen Patchwerkes auf die 4.2-er Linie war schon aus Gründen fehlender Manpower nicht machbar. Idealerweise hätte er wohl Installationsoptionen für GCC 4.2.x ohne Xmega-Support und 4.3-BETA mit Xmega anbieten sollen, aber dafür fehlt es ihm im WinAVR-Installer an jeglicher Unterstützung für derartige Optionen. Das wäre übrigens ein Feld, wo sich ein ambitionierter Windows-Entwickler ganz sicher in diesem Opensource-Projekt einbringen könnte: den Installer flexibler zu machen. Ist ja nicht das erste Mal, dass man sich sowas gewünscht hätte. Installationsoptionen wären beispielsweise auch denkbar, um dem Nutzer wahlweise die Installation eines Standalone-USB-Treibers oder des Filter-Treibers (der oberhalb des Jungo-Treibers von AVR Studio sitzt) zu ermöglichen. > Ulkiger Weise scheint der XMega aber auch keine Hardwaredivision zu > haben, Nö, die Änderungen im XMega sind an anderen Stellen. Na komm, du hast selbst jahrelang nach priorisierbaren Interrupts gerufen...
Datum: 06.04.2008 18:10
Sehr schöne Antworten, hat sich also voll bezahlt gemacht, das konkrete Problem zu posten. Das mit dem unerwünschten Inlining hat mich auch schon immer gestört. Diese Optimierungsschalter sind aber wohl erst mit GCC 4.3. anwendbar. Allerdings krieg ich nun Probleme mit der Kommandozeile, die wird zu lang. Weiß da einer vielleicht Abhilfe? Kann man irgendeine Datei editieren, wo sich der GCC die Optimierungseinstellungen rausholt? Peter
Datum: 06.04.2008 18:25
Peter Dannegger wrote: > Kann man irgendeine Datei editieren, wo sich der GCC die > Optimierungseinstellungen rausholt? Der Klassiker: @file Steht übrigens im Manual ;-).
Datum: 06.04.2008 22:59
So, die beiden Optimierungen haben voll eingeschlagen (14% weniger), ist schon fast wieder an den GCC4.2.2 ran. Ich hab dann mal gesucht, wo der nächste Codefresser sitzt und ihn gefunden. Vielleicht findet ja noch jemand raus, warum darin der GCC4.3.0 haufenweise unnütz pusht, moved, ored. Da scheint irgendwas in der 32-Bit Berechnung umständlich zu laufen. Die Routine steigt damit um 155% an. Anbei der Quellcode und die beiden Listings. Peter
Datum: 07.04.2008 00:24
-fno-split-wide-types ... und wieder 10 Bytes weniger bei mir.
Datum: 07.04.2008 00:53
Andreas Kaiser wrote: > -fno-split-wide-types > > ... und wieder 10 Bytes weniger bei mir. Bei mir 54 Bytes weniger und damit ist er endlich kleiner als der 4.2.2 Peter
Datum: 07.04.2008 08:58
Schreibt bitte bugreports für sowas, mit nachvollziehbaren Codeschnipseln. Das ist die einzige Hilfe, wie die GCC-Entwickler derartige Tuning-Geschichten dauerhaft reparieren können.
Datum: 07.04.2008 08:59
Mal eine blöde Frage: Warum werden solch offensichtlichen Flags nicht automatisch mit dem MCU Typ ausgewählt? Wozu heißt es AVR-GCC?
Datum: 07.04.2008 09:06
die ??? wrote: > Mal eine blöde Frage: Warum werden solch offensichtlichen Flags nicht > automatisch mit dem MCU Typ ausgewählt? Weil sie nicht offensichtlich sind.
Datum: 07.04.2008 10:30
Andreas Kaiser wrote:
> Weil sie nicht offensichtlich sind.
Genau darum sollst du auch einen Bugreport schreiben, damit Dinge,
die nun plötzlich offensichtlich zu sein scheinen, künftig einfach
mal schon standardmäßig aktiviert werden können.
Datum: 07.04.2008 10:40
Auf einen Tag kommt es dabei nun auch nicht an, also Geduld. Das war ja meinerseits eine Antwort auf ??? Ich hoffe dass ich Peters Code legal dafür verwenden darf, sonst muss er's selber machen.
Datum: 07.04.2008 12:03
Andreas Kaiser wrote: > Das war ja meinerseits eine Antwort auf ??? Ich hoffe dass ich Peters > Code legal dafür verwenden darf, sonst muss er's selber machen. Kannste nehmen. Peter
Datum: 07.04.2008 14:19
Also bei mir haben diese Flags nur zu einer 0,3 prozentigen Reduzierung geführt. Mit WinAVR-20071221 98% mit 20080402 ohne irgendwelche Flags: 108,3% mit den Flags -fno-tree-scev-cprop und/oder -fno-split-wide-types 108%
Datum: 07.04.2008 14:24
Hat keiner behauptet, dass die Suche zu Ende sei. Wirf mal einen Blick in die Mapfiles und stelle fest, ob eine bestimmte Funktion besonders gross wurde. Und probier dann besser gleich mit avr-gcc -Os -fno-<hier-die-option-reinschreiben> quelle.c mal aus, ob sich unter den in -O1 oder -Os verwendeten Optimierungsoptionen was passendes findet. PS: Du hast -fno-inline-small-functions vergessen.
Datum: 07.04.2008 14:37
mit -fno-inline-small-functions: 107,6% :) Das map-file muss ich erst mal analysieren.
Datum: 07.04.2008 14:47
Also ich habe das ganze mit den verschiedenen genannten Optionen (auch noch andere) mit einem Bootloader probiert, der aus 2 Funktionen besteht (main + nochwas, startup-libs u.s.w. fehlt). Ist komplett in C geschrieben. Da hat der WinAVR-200705xx (die Version vor WinAVR-20071221) etwas unter 1024 Bytes erzeugt. Das Minimum mit dem aktuellen WinAVR war 1056 Byte. Ich meine bei 2 Funktionen kann man auch nicht viel mit Inlining optimieren :-) -fno-tree-scev-cprop und -fwhole-program haben am meisten gebracht. Allerdings komme ich eben nicht unter die 1024 Byte. Und das ist für einen Bootloader dann schlecht, da dann man gleich weitere 1Kb Flash opfern muß. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee. ???? Habe schon einige Optionen probiert, komme aber nicht unter 1024 Bytes. Hier zeigt sich, das man auch keine pauschalen Aussagen machen kann, wie gut ein Optimierungsswitch wirkt. Kommt immer noch ein wenig auf den Code an. Viel Spaß noch, 900ss
Datum: 07.04.2008 15:43
Also ich hab' mal beide map files durchgesehen. Von dem, was auf meinem Mist gewachsen ist, gibt es ein Mehr von nur 82 Bytes. Der Rest von ca. 150 Bytes geht auf das Konto von GCC 4.3 Besonders sticht ins Auge, dass 4.3.0 _prologue_saves_ und _epilog_restores_ hinzugefuegt hat. Diese scheint er beim eeprom_read_block() hinzugefügt zu haben.
Datum: 07.04.2008 15:46
Wenn diese Funktionen sowieso drin sind, kannst du sie genausogut auch benutzen. Es gibt eine AVR-spezifische Option, mit der die push/pop-Orgien an Anfang und Ende von Funktionen teilweise per Laufzeitfunktion erledigt werden. Hab bloss den Namen grad nicht parat.
Datum: 07.04.2008 15:52
-mcall-prologues Möglicherweise wurde der eeprom-Kram in der Lib damit übersetzt.
Datum: 07.04.2008 15:56
Damit bin ich auf 103,1% runter :) .... aber die Push&Pop Orgie ist immer noch da. Und zwar wird diese innerhalb von __eerd_block aufgerufen, das wiederum von eeprom_read_block aufgerufen wird.
Datum: 07.04.2008 16:00
Wo genau ist die push/pop-Orgie? In der EEPROM-Lib oder separat in Form der prolog/epilog-Funktionen? Letzteres ist klar, denn diese Funktionen sind die Grundlage von -mcall-prologues.
Datum: 07.04.2008 16:06
Andreas Kaiser wrote: > Möglicherweise wurde der eeprom-Kram in der Lib damit übersetzt. Ja, der eeprom-Kram wird nun inline gemacht statt über Bibliotheks- funktionen (war die einzige Möglichkeit, ohne komplettes Umstruktu- rieren von AVR-GCC und avr-libc die EEPROM-Routinen für jeden AVR-Typ customized zu bekommen), und Eric hat sich für die call-prolog-Variante entschieden. Warum? Ich denke, dass das WinAVR-Template das ohnehin als Default hat, weil es normalerweise Platz spart (geringfügig auf Kosten der Ausführungszeit).
Datum: 07.04.2008 16:08
Ähm... wenn diese Funktionen inlined sind, sollte es doch eigentlich dadurch überhaupt keine Lib-induzierten prolog/epilog-Funktionen geben?
Datum: 07.04.2008 16:11
Separat in Form der prolog/epilog-Funktionen. Aber auch ohne -mcall-prologues habe ich diese Funktionen, die meiner Meinung nach das ganze so aufblaehen. Wenn ich das Ganze mit 4.2.2 uebersetze, ist die Lib-Funktion eeprom_read_block ganze 13 Bytes. Mit 4.3.0: 34 Bytes (__eerd_block) + (29 Bytes) prolog_save + (29 Bytes) prolog_restore
Datum: 07.04.2008 16:14
Ist dieser Zuwachs arg störend? Diese Sorte Wachstum skaliert nicht, d.h. das vergössert den Code nicht prozentual. Die Einsparung durch -mcall-prologues hingegen erspart prozentual. Unterm Strich bist du also bei Tinys gekniffen und beim Mega644 klar im Vorteil.
Datum: 07.04.2008 16:22
".... Tinys gekniffen und beim Mega644 klar im Vorteil." :D z.Zt. bin ich der Gekniffene: Mein Zeilprozessor ist ein 2333. Naja, nicht so schlimm. Bleibe ich halt bei diesem eh alten Project beim 4.2.2 Zumindest bin ich dahingehend beruhigt, dass dieses Mehr an Code einen Sinn hat. Danke für die Hilfe.
Datum: 08.04.2008 00:06
Datum: 08.04.2008 09:01
Danke für die Benachrichtigung. Aber der Compiler und AVR-LibC sind immer noch dieselben. Keine Ahnung was sich geaendert hat.
Datum: 08.04.2008 09:51
Der Grund für die Neuauflage scheint hier zu liegen: http://www.avrfreaks.net/index.php?name=PNphpBB2&a...
Datum: 08.04.2008 10:14
Mehmet Kendi wrote:
> Der Grund für die Neuauflage scheint hier zu liegen:
Ja.
Datum: 08.04.2008 13:18
Ich habe jetzt mal
#include <avr/eeprom.h> |
ausgeklammert und meine eigene eeprom_read_block funktion geschrieben: Programmgrösse ist wieder wie bei 4.2.2 auf 98% zurück.
Datum: 08.04.2008 13:42
So jetzt habe ich mir auch die neue Version geholt und keine Warnings (schonmal gut). Aber ein ganz bestimmter Teil meines Programms funktioniert nicht mehr.
Timer1a = (153 * Timer1) / 1000; |
Hat vorher super funktioniert. Beispiel: Timer1 = 9968 Timer1a = (153 * 9968) / 1000; Da kommt bei mir 1525,104 raus. Er sagt 17. Kann ich nicht nachvollziehen.
Datum: 08.04.2008 13:49
Wie sind die Datentypen definiert (also von Timer1)? Das Verhalten von Arithmetik bei Überlauf ist nur für Datentypen ohne Vorzeichen als Modulo-Arithmetik definiert. Bei Typen mit Vorzeichen ist es ausdrücklich undefiniert.
Datum: 08.04.2008 13:52
Robin Tönniges wrote: > Da kommt bei mir 1525,104 raus. > Er sagt 17. Bei mir kommt 17 raus. 153 * 9968 sind 1525104 oder 0x174570. Da die Rechnung im int-Bereich gemacht wird (mehr hast du zumindest nicht angegeben), bleiben davon nur die unteren 16 Bits übrig: 0x4570 = 17776. 17776 / 100 = 17.
Datum: 08.04.2008 13:53
Unter der Annahme, dass Timer1 uint16_t ist: 153 * 9968 = 17776. 17776 / 1000 = 17.
Datum: 08.04.2008 13:53
Also alle Variablen sind als uint16_t deklariert. Aber wie mache ich dass er rechnet wie ich? Hat sich erledigt habs gecheckt^^ Danke
Datum: 08.04.2008 14:15
Zu früh gefreut :( Selbst mit "uint64_t Timer1a" zeigt er noch nicht an was ich will. Was mich wundert ist, dass es bei dem alten Compiler funktioniert hat. Aber auf den alten umsteigen möchte ich auch nicht.
Datum: 08.04.2008 14:20
Klassischer Irrtum. Bei
int b, c;
a = b * c;
|
wird unabhängig vom Typ von "a" immer mit "int" gerechnet. Du musst Timer1 breiter machen, nicht Timer1a. Oder
Timer1a = (153L * Timer1) / 1000; |
rechnen.
Datum: 08.04.2008 14:25
Nachdem ich Timer1 auf uint64_t erhöht habe funktionierts. Ich verstehe nur nicht warum? In Timer1 wird doch nur ein 16 Bit Wert abgespeichert nämlich der von Timer1. ??? P.S.: Das mit dem 153L ändert nichts.
Datum: 08.04.2008 14:27
153 ist vom Typ "int". Timer1 ist vom vom Typ "uint16_t=unsigned". Das Ergebnis der Multiplikation ist folglich vom Type "unsigned", und der geht bei AVRs nur bis 65535. Auf einer 32bit Kiste sähe das anders aus.
Datum: 08.04.2008 14:28
Robin Tönniges wrote:
> P.S.: Das mit dem 153L ändert nichts.
Das finde ich jetzt interessanter. Und was ist bei
Timer1a = (153 * (long)Timer1) / 1000;
Datum: 08.04.2008 14:32
Geht net. Also weder wenn ich das mit uint16_t Timer1 noch uint64_t Timer1 ausprobiere.
Datum: 08.04.2008 14:47
uint64_t ist übrigens weit übers Ziel hinaus geschossen. (153ul * timer1) / 1000 sollte aber gehen. Es zwingt den Compiler, timer1 von unsigned auf unsigned long zu erweitern und entsprechend die Multiplikation für 2 unsinged longs zu generieren (die vermutlich in einer Funktion der libgcc.a versteckt ist).
Datum: 08.04.2008 14:48
Jo, aber ob nun 153L oder 153uL, es sollte in beiden Fällen funktionieren, denn das Ergebnis passt sowohl in long als auch in unsigned long.
Datum: 08.04.2008 14:52
Hab jetzt beides ausprobiert. Und bis jetzt ist uint64_t das einziege was funktioniert. 153l und 153ul funktionieren bei nicht. Vlt. liegts auch ausnahmsweise am Compiler und nicht an mir :) Das die uint64_t natürlich weit mehr speicher einnimmt ist das Unschöne an der Lösung.
Datum: 08.04.2008 14:58
Kannst ja mal schauen, ob du dieses Stückchen Code im *.lss File findest. Daran liesse sich das evtl. verifizieren. Ansonsten poste mal einen Testcase, d.h. ein absolut miminales Stück Code, das genau diesen Effekt produziert. Also ohne zig KB anderes Zeug drumherum was ausser dir sowieso niemand übersetzt kriegt.
Datum: 08.04.2008 15:12
Also in dem *.lss File steht viel. Und ich werde wohl voher an Altersschwäche sterben als das zu finden. Mal gucken ob ich nen COde basteln kann der kurz und knackig diesen Fehler verursacht.