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Forum: Offtopic Warum IHK-Beitrag zahlen?

Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 13:24

Seit längerer Zeit (über 2 Monate) liegt schon der IHK-Beitragsbescheid
wie jedes Jahr auf meinem Schreibtisch und wartet auf Erledigung.
Da ich zwangsweise IHK-Mitglied bin, werde ich nach § 2 Abs. 1
IHK-Gesetz zur Zahlung des Beitrages herangezogen.

Das kotzt mich maßloß an.

Was kann man dagegen tun? Gibt es Erfahrungen? Ich zahle seit über 15
Jahren - wofür eigentlich? und warum?
Darf sich jeder Sacklatscher hinstellen und die Hand aufhalten?

Entschuldigt meinen ausfallenden Ton, aber wenn ich das Wort IHK höre
oder lese, bekomme ich eine Krise.
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 13:26

Mir gehts genauso!

Welche Rechtsform hat denn Deine Firma?

Wenn GmbH, dann schraub doch Deine Ausgaben (Geschäftsführerlohn) so
hoch, das Du keinen Gewinn mehr machst!!!
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 13:30

@ Thomas
Du liegst falsch: alles was eine Handelregistereintragung hat, zahlt
auch ohne Gewinn mindestens 125 € pro Jahr (jedenfalls in Berlin).
Ist im übrigen ne GmbH, was ich am Halse habe.
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 13:44

Naja, aber über den Grundbeitrag von 130
Euro würde ich als GmbH aber nicht reden!

Oder?

Als GbR habe ich noch viel mehr bezahlt!!!


Wie wäre es denn wenn wir die IHK mal in die Pflicht nehmen?
Schulungen, Beratungen..... anfordern bis die
uns freiwillig rauschmeissen!! ;-)
Wegen zu teuer! ;-)
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 13:46

Es geht um das Prinzip!
Autor: zett (Gast)
Datum: 11.04.2008 13:52

Wenn Du um die Zahlung nicht drum herum kommst, solltest Du Dir
überlegen was Du von denen an Leistungen beziehen kannst. Ruf doch mal
an und frag nach was die für Dich tun können, wenn sie schon regelmäßig
Geld haben wollen.
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 14:02

@ zett
Das sind Lösungen für Mittelspurfahrer! Ich hasse diesen Verein und bin
zu keinerlei Kollaboration bereit! Ich heule nicht mit den Wölfen! Ich
bin kein Streetworker, der für alles Verständnis hat und jedem verzeiht!
Ich brauche weder deren Kammerjägerzeitschrift, noch deren Zuspruch,
noch deren Leistungen, wenn es denn welche sind.

So, das mußte mal raus.

Kennt jemand eine adäquate Lösung für meine Probleme?
Autor: Unbekannter (Gast)
Datum: 11.04.2008 14:10

> Kennt jemand eine adäquate Lösung für meine Probleme?

Auswanderen?! Geschäft ins Ausland verlegen?!

Ansonsten, ärger die doch ein wenig. Schreib sinnlose Briefe und
Widersprüche, die sie bearbeiten müssen. Wenn das nur genug machen, wird
es denen vielleicht irgendwann zu bunt (träum).
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 14:15

@ Unbekannter

Zitat:

Rechtsbehelfsbelehrung
Gegen diesen Beitragsbescheid können Sie innerhalb eines Monats nach
Bekanntgabe schriftlich oder zur Niederschrift bei der IHK Berlin
Widerspruch einlegen.
Falls Ihr Widerspruch keinen Erfolg hat, erheben wir für die Bearbeitung
eine Gebühr.

Na? "Träum" war richtig.
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 11.04.2008 14:50

Autor: Unbekannter (Gast)
Datum: 11.04.2008 14:57

> Falls Ihr Widerspruch keinen Erfolg hat, erheben wir für die
> Bearbeitung eine Gebühr.

Wurde dieser Satz schon mal einem hohen Gericht vorgelegt?
Autor: Punktrichter (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:13

>>Naja, aber über den Grundbeitrag von 130
>>Euro würde ich als GmbH aber nicht reden!

Was soll diese Aussage? Selbst 1 Cent wäre zuviel.
Tatsache ist, dass ein Gewerbetriebender Pflichtzahler in diesem
Sackverein wird, ob er will oder nicht. Das ist noch widerlicher als die
Sache mit der EAR.
Die BRD ist teilweise eben doch ein Bananenstaat, sonst würde diesem
Irrsinn der Garaus gemacht.
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 15:19

Also tut mir Leid,
aber ich glaube nicht, daß Ihr GmbH Geschäftsführer seid!
Da gibt e nämlich noch wesentlich mehr Zwänge in "good old Germany"
als "nur" 130 Euro für die IHK.
Wenn ich da wegen jedem so ein Fass aufmachen würde, wäre ich nur damit
beschäftigt.

Es gibt natürlich für die Lösung dieses Problem auch eine sehr einfache
Möglichkeit.

Brüder zu den Waffen!!! Viva la revolutione! ;-)

Wenn Ihr gewinnt könnt Ihr die Spielregeln machen!
Autor: Punktrichter (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:28

>>Wenn ich da wegen jedem so ein Fass aufmachen würde, wäre ich nur damit
>>beschäftigt.

Einer der Gründe, warum es IHK und EAR gibt...
Autor: The one (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:30

Wofür ist denn die IHK jetzt da? Das ist mir immer noch nicht klar!
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 15:34

Ja klar,
ist das auch ein Grund!

Aber es ist auch sinnlos mit den Mitteln des Systemes gegen das System
zu kämpfen oder?

Widerspruch einlegen bei den Leuten, die den Bescheid erstellen!
Oder mit dem Beitritt zum VERBAND der GmbH-Geschäftsführer gegen den
VERBAND IHK kämpfen!

Sisyphus lässt grüssen!

Gündet doch ne Firma im europäischen Ausland! Das wäre doch ne
Alternative! Blos wer da alles die Hand aufhält?? Ich möchte es lieber
nicht wissen!

Übrigens bei der Revolution mache ich mit! Nur wegen dem Abenteuer! ;-)
Autor: dachs (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:37

Die ganze Diskussion ist - zumindest fuer dieses Jahr - sinnlos.


>....können Sie innerhalb eines Monats

und

>Seit längerer Zeit (über 2 Monate) liegt schon...

Ganz klar Widerspruchsfrist abgelaufen, abhaken, zahlen, Ende.
Etwas ueber 10 EURO im Monat sind auch nicht so viel - rechne Dir doch
einfach anhand Deines Stundenverrechnungssatzes aus, wiewenige Minuten
das sind, dann rege Dich einfach nur ueber Sachen auf, die Du aendern
kannst.

Matth
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:38

@ Thomas

Ob viel oder wenig, sei dahingestellt: mir ist es einfach zuviel, dass
sich jeder Arsch hinstellt und von mir Almosen abfassen will.
Irgendwo muß ich ja mal den Anfang machen.
Ich bin der GF und muß auf jeden Euro achten. Dass es noch einen Haufen
anderer hirnverbrannter Sachen wie EAR, DSD gibt, macht die Sache mit
der IHK nicht besser.
Außerdem mache ich gerne Fässer auf!
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 15:38

Die IHK ist doch Dein Interessenvertreter oder?

Die bietet Dir also gegen einen JAhresbeitrag die Durchsetztung Deiner
Interessen gegenüber dem Stadt und der Politik!
Richtig?

Dann Schreib Ihr doch mal einen Brief mit dem was Du alles brauchst um
Dein Geschäft richtig zu führen!

Zum Beispiel: Abschaffung der Gewerbesteuer, Senkung der
Energiepreise....


Wenn Du dann in einem angemessenen Zeitraum kein Ergebnis bekommst
mahnst Du sie ab und Forderst Nachbesserung.

Wenn dann immer noch nichts kommt, trittst Du vom Vertrag zurück!

Da soll erst mal ein Gericht sagen, das Du trotzdem zahlen musst oder?
:-)
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 15:41

Parasiten gibt es immer und überall!
Die muss man töten oder mit Ihnen leben!

Und schon überhaupt nicht mit Ihnen reden!
Da lacht sich ja die Logik der Natur ins Fäustchen! ;-)
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:50

@ Thomas

> Oder mit dem Beitritt zum VERBAND der GmbH-Geschäftsführer gegen den
> VERBAND IHK kämpfen!

Diese Frage schwebte mir allerdings auch durch den Sinn!

@ dachs

Du denkst doch nicht im Ernst, daß ich bei diesen Flitzpiepen
Widerspruch einlege! Ich lasse die IHK-Beitragsbescheide immer erst
prinzipiell bis zur Spitzenreife ablagern.
Am Ende habe ich doch immer wieder mit Schaum vor dem Mund diesen Mist
bezahlt. Ich verachte mich deswegen aus tiefster Seele.

@ Uhu undsoweiter

Die Aktivitäten aller IHK-Gegner scheinen inzwischen sanft entschlafen
zu sein.

Ich werde mich jetzt wieder beruhigen. War nur so'n Aufschrei einer
gepeinigten Seele.
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 11.04.2008 15:55

@ Thomas

> Dann Schreib Ihr doch mal einen Brief mit dem was Du alles brauchst um
> Dein Geschäft richtig zu führen!

> Zum Beispiel: Abschaffung der Gewerbesteuer, Senkung der
> Energiepreise....

> Wenn Du dann in einem angemessenen Zeitraum kein Ergebnis bekommst
> mahnst Du sie ab und Forderst Nachbesserung.

> Wenn dann immer noch nichts kommt, trittst Du vom Vertrag zurück!

Ist wahrscheinlich die am meisten brauchbare Idee!
Autor: Thomas Unger (tommy12)
Datum: 11.04.2008 16:00

Das hat vielleicht sogar Aussicht auf Erfolg!
Weil wahrscheinlich zwei Gesetze gegeneinander stehen.
Der Richter müsste sich für auf das wichtigere entscheiden.

Damit hast Du sie dann. Aber sie werden durch alle Instanzen gehen.
Das dauert und kostet. Die letzte Instanz ist dan von den Politikern
abhängig! Ergo Lobbyarbeit, Schmiergeld!


Ob das 130 Euro wert ist?
Autor: Uhu Uhuhu (uhu)
Datum: 11.04.2008 16:24

Wozu solche Zwangskörperschaften gut sind, kann man im Extrem an den
Ärztekammern studieren: Die sind die Standesorganisation der Ärzte und
spielen bei der Abrechnung eine zentrale Rolle.

Im Zeitalter der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen werden sie vom
Gesundheitsministerium dazu gezwungen, dessen Vorschriften gegen die
Ärzteschaft durchzusetzen.

Vorbild sind die von den Nazis eingesetzten Judenräte und nicht wenige
der drangsalierten 'frei' praktizierenden Ärzte ziehen ganz offen den
Vergleich zwischen beiden Vereinigungen...

Meine Vermutung: Man hält an IHK, Handwerkskammern etc. fest, weil man
denkt, man könnte sie eines Tages eventuell noch gebrauchen, um
irgendwelche Schweinereien gegen die betreffenden Gruppen durch deren
'eigene' Vertreter exekutieren zu lassen.
Autor: 6645 (Gast)
Datum: 11.04.2008 16:48

Aeh, ja. kommt doch in die Schweiz. Wir haben (noch) keine solchen
mafioesen Vereinigungen.
Autor: ich noch mal (Gast)
Datum: 11.04.2008 17:03

Das mit dem Abmahnen (siehe weiter oben) kann man vielleicht sogar
durchbringen, wenn man NICHT den Vertrag kündigt.
Sondern einfach bei Nichterfüllen der Aufgaben der IHK diese zur
Minderung des Beitrages um 100 % fordert.
Damit erfüllen wir sogar die Forderung der "Zwangsmitgliedschaft".

Wenn jemand Lust hat das zu probieren. Ich bin dabei, wenn sich 50 Leute
finden, die das auch machen.
Autor: dachs (Gast)
Datum: 11.04.2008 18:05

Ich kann es nur wiederholen:

Rege Dich einfach nur ueber Sachen auf, die Du aendern kannst.

Alles andere ist verschwendete Lebenszeit und Gesundheit.

>Du denkst doch nicht im Ernst, daß ich bei diesen Flitzpiepen
>Widerspruch einlege! Ich lasse die IHK-Beitragsbescheide immer erst
>prinzipiell bis zur Spitzenreife ablagern.

Du willst mir doch nicht im Ernst erzaehlen, das Du das immer so machst,
wenn Dir an gegebenen Systemen etwas nicht passt. Was machst Du dann,
wenn Du der Meinung bist, dass der Befehlssatz eines gegebenen uP
unsinnig erscheint? Da fuegst Du Dich doch auch, lebst mit dem Unsinn
und nutzt das gegebene System, so wie es ist, um Dein Ziel zu erreichen.
Naemlich das die gegebenen Informationen MIT DEM GEGEBENEN SYSTEM (und
dessen Unzulaenglichkeiten) den gewuenschten Effekt erzeugen.
Und ich wette, dass bei solchen Entwicklungstaetigkeiten der
Behinderungseffekt um Groesseordnungen im Jahr teurer ist.

Matth
Autor: Heinrich Vetter (Gast)
Datum: 05.05.2008 18:01

Als "kostenverursachende Hemmschuhe und
Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahmen für Funktionäre", so haben schon
Günter und Peer Ederer die Zwangsmitgliedschaften zu Berufskammern sehr
treffend beschrieben! (Das Erbe der Egoisten, Seite 373, Goldmann-Verlag
1997)

Die Wahlbeteiligungen zu IHK-Vollversammlungen betragen in Deutschland
fast nirgends mehr über 10 % !
Hier nur mal 4 Beispiele: in Köln zuletzt 9 % / in Nürnberg  7,7 % / in
München zuletzt genau 6,27 % und in Berlin zuletzt 2007 = knappe 4,5 %
Wahlbeteiligung = 9.800 von 218.000 Mitgliedern!
Wer uns Unternehmern heute - allein angesichts solcher Zahlen - noch
immer erzählen möchte, solch eine Zwangskammer sei "Die Selbstverwaltung
der Wirtschaft" oder Ähnliches, der gibt sich höchstens nur noch der
Lächerlickeit preis!

Und als zum Beispiel Helmut Schmidt (Bundeskanzler a.D.) vom Kammerzwang
persönlich betroffen und verärgert war, schrieb er dazu in der ZEIT eine
Kolumne mit der passenden Überschrift: "Schluss mit dem Schwachsinn."

Angesichts der Tatsache, daß die überwiegende Mehrheit der
zwangsrekrutierten Kammermitglieder  (bundesweit!) den Zwang strikt und
sehr berechtigt ablehnt, sollte wirklich schnellstens Schluss mit diesem
Schwachsinn gemacht werden !

Dass wir diesem vollkommen überflüssigen Kammerzwang immer noch
ausgesetzt sind, könnte eventuell auch daran liegen, dass viele
betroffene Unternehmer lieber schweigend resignieren, statt sich
öffentlich dagegen zu bekennen.

Wenn jeder seine Meinung über die IHK in der jeweils örtlichen Presse
schon kundtäte, so könnte allein schon das sehr hilfreich sein!

Wo die Presse nicht mitspielt, da sollte das Internet natürlich noch
mehr genutzt werden. Bei www.kammerwatch.de findet man zum Beispiel auch
laufend interessante neue Nachrichten zum Thema Kammerzwang.
Autor: Heinrich Vetter (Gast)
Datum: 05.05.2008 18:17

Liebe Leute,

ich kann Euch wirklich raten, schaut auch mal bei www.kammerwatch.de
rein !

Diese Informationsseiten sind derzeit sicherlich die besten, wenn es um
das Thema überflüssige IHK- oder HWK-Zwangsmitgliedschaft geht !
Autor: dmg (Gast)
Datum: 05.05.2008 18:48

>Rege Dich einfach nur ueber Sachen auf, die Du aendern kannst.

Wenn wir damals 1989 in Leipzig auch so gedacht hätten gäb es womöglich
die DDR noch.

Der Vergleich mit dem Coltroller Befehssatz hinkt nicht nur gewaltig,
ist geradezu unsinnig.

Sich gegen unsinnige Gesetze aufzulehnen und aktiv zu werden macht sehr
wohl Sinn.
Autor: Irritierter (Gast)
Datum: 05.05.2008 19:10

Den gleichen Beschiss gibt's in Bremen/im Saarland übrigens auch für
Arbeitnehmer:
=> Für die sog. "Arbeitnehmerkammer Bremen" habe ich auch mal
zwangsweise Beiträge entrichtet.
Es gab eine Klage gegen diese "Zwangsmitgliedschaft". Nach meiner
Erinnerung wurde sie rechtskräftig/endgültig mit der Begründung
( sinngemäss ) abgewiesen:
Erstens ist der Verein prinzipiell gut für Arbeitnehmer ( komisch, für
die IG Metall z.B. hat das noch nie irgendein Gericht definiert ! )
Und zweitens ist der Beitrag ja niedrig ( Richtergehälter sind ja auch
grösser wie Löhne der Ecklohngruppe ).

=> Zwangsmitgliedschaft wie im Sozialismus ?!
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 06.05.2008 14:38

Ich werde mal meinen örtlichen Bundestagsabgeordneten fragen, wie der
sich das so vorstellt.

P.S. Gestern habe ich bezahlt. Ich habe in kindischer Manier - wie schon
in den Vorjahren - das Textfeld für den Zahlungsgrund mit unflätigen
Ratschlägen gefüllt. Nützt mir zwar nichts, weil es niemand lesen wird
(außer meinem Steuerberater, den es ungemein erheitern wird), aber es
verschafft mir eine gewisse Erleichterung.

Mal sehen, was der Kommunist von MdB dazu meint. Ich werde euch Bericht
geben, wenn es soweit ist.
Autor: Heinrich Vetter (Gast)
Datum: 06.05.2008 21:26

Hallo - lieber Zahlungsunwilliger !

Zu unseren Thema habe ich schon viele MdB's befragt !

Was man von denen dann an Unsinn (falls überhaupt geantwortet wird) zu
lesen bekommt, geht manchmal auf keine Kuhhaut !

Dieter Wiefelspütz (MdB / SPD) z. B. konnte bei seiner knappen Antwort,
welche er mir am 17. 4. 2008 per abgeordnetenwatch.de gab, nicht einmal
"Äpfel und Birnen" auseinander halten.

Nachfolgend die Antwort von Herrn Wiefelspütz in Kopie:
-----------------------------------------------------
Sehr geehrter Herr ,

ich befürworte die gewachsenen Strukturen der Kammern einschließlich
Pflichtmitgliedschaft. Wir leben in einem sehr freien Land. Freilich
gibt es Regeln, die Sie und ich einhalten müssen. Wir unterliegen
beispielsweise gemeinsam dem Zwang, Steuern zahlen zu müssen. Das halte
ich für richtig.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
----------------------------------------------------
Hier der Link dazu:
http://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=650&...

Sollten Sie von einem sogenannten Volksvertreter eine Antwort zum Thema
Kammerzwang bekommen, so lassen Sie mich (uns) das bitte wissen.

M. f. G.  Heinrich Vetter / 40670 Meerbusch
Autor: Chris D. (myfairtux)
Datum: 06.05.2008 21:57

Naja, ich kann Dich einerseits schon verstehen.

Andererseits habe ich mit der IHK Koblenz z.B. sehr gute Erfahrungen
gemacht - gerade beim Start meines Unternehmens.

Dort gab es eine Menge Hilfestellung (von der kostenlosen Übersetzung
der Widerrufsbelehrung ins Englische über Chinakontakte bis hin zu
kostenlosen Beratungen durch ehrenamtliche Lotsen
(=Exmanager/Exunternehmer usw.).
Ob REACH, EAR, Grüner Punkt usw. - bisher hatte ich immer schnell Leute
mit Ahnung an der Strippe, die mir oft weitergeholfen haben.
Wenn Rückrufe versprochen werden, gibt es diese auch usw.

Zwangsmitgliedschaften sind nie schön - aber es ist fraglich, ob so ein
breites Angebot sonst existent wäre.
Es ist mir aber auch klar, dass (leider) nicht alle IHKs so sind.

Vielleicht solltet Ihr einfach mal das Angebot nutzen - zumindest ich
hab den Beitrag jedes Jahr locker wieder raus :-)
Also nicht gleich auf stur schalten - gebt den Leuten ne Chance :-)

(nein, ich krieg dafür kein Geld ...)

Chris
Autor: Heinrich Vetter (Gast)
Datum: 06.05.2008 23:16

Hallo Chris,

Deine Koblenzer IHK sollst Du ja auch ruhig behalten dürfen, falls die
für Dich so in Ordnung ist!

Dazu ist aber doch keine Zwangsmitgliedschaft nötig.

Die IHKn sollten sich aber doch schnellstens der Marktwirtschaft
stellen, dann könnten sie sicherlich viele solcher zufriedenen
Unternehmer als Kunden gewinnen, wie Du es derzeit bist.

"Die Kammern können und müssen sich als Service-Unternehmen so attraktiv
machen, dass sie keinen Mangel an freiwilligen Mitgliedern haben. Oder
sie laufen Gefahr, überflüssig zu werden", so schrieb z. B. Jürgen
Möllemann (MdB/FDP) noch kurz vor seinem tragischen Tod in seinem 2003
erschienenen Buch "Klartext" im Kapitel "Fort mit dem Zwang", Seite 131
- 135.

Schau doch nur mal bei www.kammerwatch.de rein, "wie zufrieden" andere
Unternehmer mit den jetzigen IHKn sind.

Hinterfrage doch mal, was die IHKn z. B. in Sachen Berufsausbildung
wirklich selber machen. Dann wirst Du schnell dahinter kommen, dass sie
gerade in dem Punkt, wo sie in höchstem Maße Selbstbeweihräucherung
betreiben, mehr oder weniger nur lächerliche Papierverwalter sind.
Nicht gerade wenig zusätzliches Geld (zusätzlich zum
Zwangs-Jahresbeitrag) nehmen sie für diese Papierverwaltung. Und die
wirkliche Arbeit in der Berufsausbildung machen bekanntlich die Betriebe
und unsere staatlichen Berufsschulen mit ihren jeweils ehrenamtlichen
Prüfern.

M. f. G.
Heinrich
Autor: juppi (Gast)
Datum: 08.05.2008 08:14

Hallo

Wie ist der weitere Wertegang wenn nicht bezahlt wird.


MfG
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 08.05.2008 08:49

Keine Ahnung, ich habe erst drei Monate nach Ultimo bezahlt und keine
Mahnung bekommen. Das liegt sicher daran, dass die IHK Berlin soviele
Zahlungsunwillige hat, dass sie mit den Mahnschreiben gar nicht
hinterherkommt.
Autor: Olaf Stieleke (olaf2001)
Datum: 08.05.2008 09:02

Den weiteren Werdegang haben meine Frau und ich schon durchexerziert.

Es kommt die Rechnung.
Es kommt eine Zahlungserinnerung.
Es passiert zwei Jahre gar nichts.
Es kommt eine Zwangsvollstreckung.

Mahnungen ? Mahnbescheide ? Androhung von einer Inkasso, das
Zwangsmaßnahmen drohen ?

Nichts davon haben wir gesehen. Nachdem wir dann nach etlichen
Telefonaten herausgefunden haben, welche Art Papiere bzgl.
Zahlungsfreiheit die Deppen da sehen wollen, war die Sache dann schnell
vom Tisch.
Autor: Rüdiger Knörig (Firma TU Berlin) (sleipnir)
Datum: 08.05.2008 16:41

Das Problem der "schweigenden Mehrheit" gegenüber der organisierten
Minderheit liegt immer in der relativen Unterlegenheit des Einzelnen aus
der 1. Gruppe bezüglich der konzentrierten Kraft aus der 2. Gruppe.
Sollte allerdings die erste Gruppe ihre Kraft ernsthaft zusammenlegen
dann entsteht auch genug Potential für tragfähige Aktionen wie einen auf
vielen Schultern getragenen Musterprozeß oder einfach Prozeßlawinen.
Wenn sich die schweigende Mehrheit organisiert kann sich eben die
organisierte Minderheit nicht mehr auf den Einzelnen stürzen, da dann
ihr Wirken von Vielen aufgefangen wird. Man läßt es leichter auf einen
Prozeß ankommen wenn einige hundert Leute hinter einem stehen.
Autor: Rüdiger Knörig (Firma TU Berlin) (sleipnir)
Datum: 08.05.2008 16:58

Interessant finde ich in diesem Kontext vor allem dieser Link:
http://www.ihk-zwang-nein.de/thema95.html

Es ist für mich zur Gewißheit geworden das auch unsere
"Bildungslandschaft" nach angelsächsischen Vorbild umgebaut werden soll.
Sprich: die breite Masse soll verblöden, die Ausbildung als Schlüssel
zur Zukunft bekommt nur noch der Nachwuchs der Oligarchie in die Hand.
So ist dieser praktisch außer Konkurrenz gesetzt.
Autor: Anderer Bürger (Gast)
Datum: 08.05.2008 17:20

Hallo,

Rüdiger Knörig  schrieb zutreffend:

"Sprich: die breite Masse soll verblöden, die Ausbildung als Schlüssel
zur Zukunft bekommt nur noch der Nachwuchs der Oligarchie in die Hand.
So ist dieser praktisch außer Konkurrenz gesetzt."

So ist es wohl, unsere vorbildlichen Elite-Vertreter werden schon dafür
sorgen, daß das Auskommen ihrer Sprösslinge nicht durch lästige
Konkurrenz wie z.B. zu viele Fachkräfte-Einwanderer gefährdet wird,
letztere werden vielmehr dafür gebraucht (mißbraucht), daß besonders die
unteren Lohngruppen nicht ins unermeßliche steigen.

Gruss AB
Autor: Rüdiger Knörig (Firma TU Berlin) (sleipnir)
Datum: 09.05.2008 11:56

Das Primat der Globalisierung ist die völlige Bewegungsfreiheit von
Mensch und Kapital - wobei letzterem die höchste Priorität eingeräumt
wird. Die Wirtschaft, an sich Mittel zum Zweck der Versorgung des
Menschen pervertiert, indem sie den Zweck, den Menschen, zu ihrem Mittel
macht. Naturgemäß geht dadurch die Schere zwischen Arm und Reich auf;
die Mittelschicht, also das "gesunde Mittelmaß", die Kräfte welche
produzieren um zu leben und nicht umgekehrt, müssen dabei erodieren.
Freie Beweglichkeit des Kapitals setzt dieses außer alle vernünftigen
Schranken und Bindungen. So verpflichtet Eigentum nur zu noch mehr
Eigennutz. Das hat mit gesunder Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. Am
anderen Extrem verarmen die Massen weil alle ihre Forderungen durch die
freie Beweglichkeit der Massen ad adsurdum geführt werden. "Was, Du
willst nicht für 3 Euro / Stunde arbeiten? Machts halt der Pole. Der
Pole will auch nicht mehr? Na wartet, irgendwo im Busch finden wir noch
einen der es für 3 Glasperlen macht. Wenn der auch nicht mehr will
verklappen wir den in eure Sozialsysteme und holen uns einen neuen.
Haben wir mit dem Giftmüll ja auch gemacht (s/Sozialsystem/Ökosystem/).
Ihr wollt aufmucken? Versuchts doch! Wir haben euch doch nach "teile und
herrsche" in eine "multikulturelle Gesellschaft" fragmentiert. Wenn eine
Gruppe aufmuckt geben wir der anderen einen kleinen Anreiz und die macht
euch nieder. Und jetzt arbeite gefälligst, Pöbel!"
Autor: Berater (Gast)
Datum: 09.05.2008 16:06

Dazu von mir am Freitag nachmittag folgende Bewerbungsabsage :

---------------------------------------------------
Sehr geehrter Herr H.:

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Mit großem Interesse haben wir Ihrer
Kurzbewerbung gelesen und sind sehr angetan von Ihren Kenntnissen und
Fähigkeiten. Nach Rücksprache mit unserere Personalabteilung müssen wir
Ihnen jedoch leider mitteilen, daß wir ihnen keine Position anbieten
können, die Ihren Möglichkeiten gerecht wird.

Wir bedanken uns ...
----------------------------------------------------

dann das übl(ich)e BalhBlah.

Nach dem Telefonat mit dem Abteilungsleiter und dem Headhunter waren wir
uns eigentlich alle 3 einig, daß ich der Richtige für den
Projektleiterjob sei, da ich sowohl die spezialisierten Entwicklungs-
als auch Branchenkenntnisse habe und es nur noch um Formalitäten in der
PA ginge.

Auf Deutsch heisst das dann wohl: Wir können nicht bezahlen!

Gefordert hatte ich 70 TDE, was im oberen Drittel des angebotenen
Gehaltsrahmens lag. Der Headhunter liess inzwischen hinter versteckter
Hand verlauten, daß man ihn wieder angetriggert habe, weiter nach Leuten
zu suchen, nur diesmal einen, der unterhalb der 60k-Grenze liegt. Sein
Kommentar war auch, daß es den in Deutschland nicht gibt. Er sucht nun
in Österreich nach einem umzugsbereiten, unterbezahlen Projektleiter für
die Entwicklung von Medizintechnikgeräten.
Autor: Sven Salbach (Gast)
Datum: 09.05.2008 16:47

HAHAAA
http://www.ihk-zwang-nein.de/index4.html
ISt ja nur geil
Da muss ich dann jährlich 30€ bezahlen um Mitglied zu sein, in einem
Verein der sich aufregt über den Unsinn einer IHK Gebühr.
Ich bezahle also zusätzlich zur IHK Gebür weitere 30 an einen Verein der
mir erzählt wie scheiße die IHK ist.....
Ich schmeiß mich weg.
genau sowas habe ich gesucht, werde mich da gleich mal anmelden :-)
Autor: Heinrich Vetter (Gast)
Datum: 10.05.2008 15:07

Hallo Sven Salbach,

aus Deinem ziemlich lustig Geschriebenen geht leider nicht klar hervor,
ob Du die IHK auch selber "Scheiße findest" !

Danke übrigens für den Link zu www.ihk-zwang-nein.de !

30 Euro freiwiller Jahresbeitrag für einen Verein wären mir eigentlich
nicht zuviel, wenn ich damit mithelfen könnte, dem ekelhaften
Kammerzwang das Ende zu bereiten.

Falls Du noch nichts von den Kammerboykottueren gelesen haben solltest,
so schau Dir die doch mal an.
Hier der Link dazu: www.kammerboykott.com

Vielleicht darf ich Dir noch diesen Link geben:
http://www.gavagai.de/kfw/HHD0501W.htm (Herbert Huber aus Wasserburg
widerlegt hier die "Argumente" von Politikern, welche die uns zum
Kammerzwang dauernd auftischen möchten)

M. f. G.
Heinrich Vetter
Autor: Zahlungsunwilliger (Gast)
Datum: 16.05.2008 13:32

Ich habe soeben über abgeordnetenwatch.de eine entsprechende Anfrage an
Frau Dr. Gesine Lötzsch (Die Linke) als direkt gewählte MdB meines
Wahlkreises 87 Berlin-Lichtenberg/Hohenschönhausen gestellt.

Mal sehen.

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  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
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