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Forum: HF, Funk und Felder Entstörung bei Doppel-UKW-Empfänger

Autor: Mark M. (peterm)
Datum: 18.04.2008 12:02
Dateianhang: Antennenschaltung.jpg (14,6 KB, 117 Downloads)
preview image for Antennenschaltung.jpg

Hallo zusammen,

ich habe eine Platine mit zwei UKW FM Turner die auf einer
(Auto)-Antenne hängen (sh. Anhang).

FM Tuner 1 wird als Radio verwendet.
FM Tuner 2 sucht laufend nach RDS Signalen.

Problem: Sobald FM Tuner 2 anfängt zu suchen bewirkt das ein starkes
Rauschen des Radios.

Meine Frage ist.
Obwohl die Empfangsleistung für 2 Turner halbiert wird, muss es doch
möglich sein den Einfluss des Tuners 2 auf Turner noch besser zu
unterdrücken.

Einen gekauften FM Antennsplitter hab ich schon ausprobiert und konnte
keine Verbesserung erzielen.
Auch ein Bandpass für den UKW Bereich vor Turner 2 hat nicht wirklich
was bewirkt.

Hat jemand Erfahrung welche Filterschaltung hier helfen kann bzw. wie
ich am besten weiter vorgehe?

Besten Dank.
Autor: Helmut Lenzen (helmi1)
Datum: 18.04.2008 12:08

Stoert da etwa der Oszillator des einen Tuners den anderen Tuner ??

Gruss Helmi
Autor: Oszi40 (Gast)
Datum: 18.04.2008 13:11

Frage ist ob/wo der Mischoszillator die Störspannung in den anderen
Tuner einspeist. Ein Versuch wäre z.B. die Eingänge durch getrennte
Vorverstärker zu entkoppeln.
Speisespannung abgeblockt?
Autor: Michael U. (amiga)
Datum: 18.04.2008 13:15

Hallo,

ich bezweifle mal, daß es der Tuner selbst ist. Irgendwer muß den
RDS-Kram ja steuern/abfragen, ich denke mal ein dort verwendeter µC
stört dann.

Gruß aus Berlin
Michael
Autor: Mark M. (peterm)
Datum: 18.04.2008 15:45

Welcher Vorverstärker wäre dafür geeignet?
Die Tuner werden aus der selben Spg. quelle gespeist.

Interessanterweise bringt ein serieller Widerstand von ca. 350 Ohm nach
dem 100pF Kondensator eine Verbesserung aber nicht für alle empfangenen
Radiosender.

Kann es am Fußpunktwiderstand der Antenne liegen?
Autor: Martin L. (mla)
Datum: 18.04.2008 15:46

Klemm mal von dem Tuner2 die Antenne komplett ab. (Vielleicht sogar mit
entsprechenden Abschluss versehen.)
Dann probier es nochmal. So bekommst Du heraus ob die Störung wirklich
über die Antenne gekoppelt wird. Vielleicht ist es nämlich auch die
Versorgungsspannung oder gar nicht Leitungsgebunden.

Viele Grüße,
 Martin L.
Autor: Mark M. (peterm)
Datum: 18.04.2008 15:55

Ich hab vorher beide Tuner mit seperaten Antennen versehen und dann
gings einwandfrei. Als ich dann die Antennenanschlüsse zusammengeführt
habe und nur eine benutzt habe, dann wurde das Signal schlechter (an
beiden).

Schöne Grüße
Autor: Nicht_neuer_Hase (Gast)
Datum: 18.04.2008 16:34

Vielleicht lohnt der Versuch, einen handelsüblichen
"transformatorischen" Zweigeräte-Verteiler 0 ... 1000 MHz vorzuschalten.

Die Entkopplung soll bei denen verhältnismässig hoch sein ( 20 dB werden
da behauptet ).

Gruss
Autor: Mark M. (peterm)
Datum: 18.04.2008 18:27

Danke für den Tip, hab ich aber schon probiert und hat keinerlei
Verbesserungen gezeigt.
Autor: Martin L. (mla)
Datum: 19.04.2008 00:18

Ich vermute in diesem Fall, dass sich eine LO-Frequenz von einem Tuner
in einen anderen schleicht. Eine Lösung wäre entweder ein Filter für
eben diese Frequenz bzw. das Frequenzband zwischen die beiden Anschlüsse
oder, vielleicht einfacher zu realisieren, zwei seperate Pufferstufen
für jeden Tuner die ein entsprechen niedriges S12 aufweisen. (Mir fällt
das passende Wort gerade nicht ein.)
Vielleicht tut es, wenn der Übeltäter der 2. LO ist, aber schon ein
einfacher Hochpass vor den Eingängen der Tuner. Probieren kannst Du es
dann mal mit Tiefpässen die ihre Cut-Off Frequenz bei 108MHz haben, da
man meistens "von oben her" mischt.

Also erst Tiefpass (falls es der 2. LO oder was ganz anderes ist), dann
Hochpass und dann Trennverstärker mit entsprechend guter Isolation
ausprobieren.

Viele Grüße,
 Martin L.
Autor: Nicht_neuer_Hase (Gast)
Datum: 19.04.2008 10:42

Vielleicht Verkopplung über Schirme der Koaxkabel ?

Wenn vorhanden, würde ich direkt eingangsseitig an beiden Tunern je
z.B. 3 Ferritringe über die Koax-Kabel stecken ( "Mantelstromfilter" ).
( Nach der Antenne, wie gesagt, den Zweigeräteverteiler vorsehen ).

???
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 22.04.2008 00:36

Hi, Mark,

ich entsinne mich, ein Autoradiohersteller versuchte sich in
Frequenzdiversity - ein FM-Tuner zum Scannen nach besseren
RDS-Frequenzen, der andere Tuner zum Empfang des besten Signals.
Der Versuch wurde aufgegeben, die Abschirmmaßnahmen wegen
Oszillatorstörstrahlung machten das Radio unverkaufbar.


Kunden für mehrkanalige Empfangsanlagen wissen schon, warum sie von
kommerziellen Empfängern eine minimale Oszillatorstörstrahlung
verlangen.

Schau Dir die Eingangsverstärker solcher Empfänger an - den Aufwand mit
Abschirmungen, Durchführungskondensatoren und rückwirkungsarmen
Verstärkerschaltungen betreiben die Hersteller nicht aus Spaß.

Konsumradios brauchen das nicht, die brauchen nur soviel Dämpfung, daß
der Empfang an der Gemeinschaftsantennenanlage funktioniert und der
unkundige Kunde die Störung einer anderen Ursache zuschreibt,

Abhilfemaßnahmen:
1. ZF auf 21,4 MHz verdoppeln, so daß die Störstrahlung des einen
Osillators außerhalb des Nutzfrequenzbereiches des anderen Tuners liegt.
2. Je einen Vorverstärker vorschalten mit geringer Rückwirkung.


Ciao
Wolfgang Horn
Autor: Mark M. (peterm)
Datum: 22.04.2008 22:20

Servus Wolfgang,

> Abhilfemaßnahmen:
> 1. ZF auf 21,4 MHz verdoppeln, so daß die Störstrahlung des einen
> Osillators außerhalb des Nutzfrequenzbereiches des anderen Tuners liegt.
> 2. Je einen Vorverstärker vorschalten mit geringer Rückwirkung.

Danke für deine Antwort. Hab ich dich richtig verstanden, dass vor Tuner
2 ein LC-Glied zur Verdoppelung der ZF eingebaut gehört?

Welche Vorverstärkerschaltung kannst du empfehlen?
Autor: Oszi40 (Gast)
Datum: 23.04.2008 14:17

Hallo Mark, da fehlt wohl noch ein wenig Anschaulichkeit.

Dein Superhet funktioniert etwa so:

Antenne>Vorstufe=> Mischer+Oszillator==> ZF-Verstärker==>Demodulator
==>NF.
Antenne>Vorstufe=> Mischer+Oszillator==> ZF-Verstärker==>Demodulator
==>NF.

Um den Empfänger auf irgendeinen Sender abzustimmen, muß der Oszillator
seine Frequenz  ändern. Wenn z.B. diese Oszillatorfreqenz in den anderen
Empfänger gelangt gibt es Ärger.

Wolfgangs Vorschlag 1= die ZF zu verdoppeln wäre ein Lösungsversuch, da
der Oszillator dann eine höhere Frequenz hätte, die im anderen Empfänger
weniger stören könnte. Es wäre mir aber zu mühsam, die 21,4 MHz
ZF-Filter zu beschaffen und abzugleichen.

Vorschlag 2= zusätzliche Vorverstärker sind einfacher im Baumarkt/
Autohandel zu beschaffen, evtl. auch selbst zu bauen, WENN man
Abschirmung, HF-Abblockung und SCHWINGUNGSneigung in den Griff bekommt.
Ob diese Versuche erfolgreich sind, wird erst die Praxis zeigen.

Man könnte die Sache jedoch wesentlich einfacher mit 2 entfernten
Antennen lösen (siehe oben 18.04.2008 15:55).

Gruß Lutz
Autor: Wolfgang Horn (Gast)
Datum: 23.04.2008 22:18

Hi, Mark,

Du: "Hab ich dich richtig verstanden, dass vor Tuner
2 ein LC-Glied zur Verdoppelung der ZF eingebaut gehört?"

Nicht ganz. Sondern:

Symptom der Parallelschaltung von 2 UKW-Empfängern, einer scannend von
82 MHz bis 108 MHz (Differenz 26 MHz), der andere ein "Abhängeempfänger"
im selben Empfangsbereich auf beliebiger, vorübergehend eher stabiler
Frequenz: Der Oszillator des stabilen Tuners pfeift in den Scnanner
einmal pro Scan.

Diagnose: Bei 26 MHz Breite des Empfangsbereiches und 10,7 MHz ZF muß
der Oszillator des stabilen Abhängeempfänger den Bereich von 92,7 bis
118,7 MHz überstreichen.
Diesen Bereich empfängt aber auch der Scanner.

Gegenmaßnahmen 10.7 MHz-Filter ausbauen, 21,4 MHz-Filter einbauen. Hab'
gerade gerechnet, die ZF muß größer sein als 26 MHz, sagen wir mal 34
MHz aus dem TV-Tuner. Dann bestreichen beide Oszillatoren den Bereich
von 116.4 MHz bis 142,4 MHz und damit in sicherem Abstand zum
Emfangsgfrequenzbereich.

Funkstatationen mit vielen Kurzwellcnempfängern an derselben Antenne
arbeiten deshalb mit hochliegebder ZF oberhalb der höchsten
Empfangsfrequenz.

Die zweite Abhilfemaßnahme sind Vorverstärker für jeden Empfänger, wobei
der Vorverstärker ausgelegt ist auf geringste Rückwirkung.

Gegenkoppelnde Verstärker sind da eher ungeignet, besser dürften
Verstärker sein mit einem FET in Gate-Schakltung ohne Gegenkopplung.

Oszi40's Vorschlag mit 2 räumlich entkoppelten Antennen könnte da
wirtschaftlicher sein.


Ciao
Wolfgang Horn
Autor: Oszi40 (Gast)
Datum: 25.04.2008 13:26

Variante 3:
Haben wir überhaupt mal besprochen, daß z.B. auch eine durch ungünstigen
Aufbau >> ins Schwingen geratene Vorstufe <<< die Störungen im anderen
Empfänger verursachen könnte??
Es wäre nicht der erste Fall, daß ein Verstärker ins Schwingen gerät ...
Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
Datum: 25.04.2008 15:38

Oszi40 wrote:

> Es wäre nicht der erste Fall, daß ein Verstärker ins Schwingen gerät ...

Ein Transistor schwingt ja ohnehin immer, sofern man ihn nicht gerade
in einer Oszillatorschaltung betreibt. ;-)

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