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Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Ein paar sehr naive Fragen zur Wechselspannung.


Autor: Mike (Gast)
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Hallo,

ich habe echte Probleme! Und zwar hapert es bei meinem
Verständnis für die Wechselspannung...ich habe gelesen,
dass aus der Steckdose 230 Volt kommen und die Spannung
periodisch (mit 50 Hz) ihre Polarität (Richtung) ändert.

Nun weiß ich aber auch, dass es eine Phase und einen
Neutralleiter gibt. In einer Steckdose kann ich mit dem
Phasenprüfer dann auch eindeutig die Leitungen zuordnen.
Irgendwie stelle ich mir in meinen Gedanken aber immer
den Wechsel von + und - vor und begreife nicht, wie das
mit einer konstanten Phase auf der einen Leitung und
einem konstanten Neutralleiter auf der anderen Leitung
zu vereinen ist. Nach meinem Verständnis müssten die
beiden Anschlüsse mit 50 Hz ihre Plätze tauschen, was
aber offensichtlich nicht passiert. Könnte mir das bitte
jemand sehr anschaulich(=einfach) erklären?

Dann habe ich mal ein paar Experimente mit Wechselstrom
durchgeführt. Ich habe mit einem Funktionsgenerator einen
Sinus mit 50 Hz erzeugt und mit einer Amplitude von 13 Volt,
nennt man wohl 13 Vpp. Die erzeugte Wechselspannung habe
ich noch mit einem Oszilloskop überprüft. Mein Multimeter
zeigt mir nun aber eine Wechselspannung von 4.1 Volt an.

Zeigt das Multimeter den sogenannten Effektivwert an?
Also 13/2 * (1/1.4142) ? Das wäre ja eigentlich 4.59
Volt, aber vielleicht ist das Multimeter ungenau?
In der Steckdose messe ich mit dem Multimeter auch
nur 225 Volt.

Und bedeutet das für die Netzspannung, dass ich auf dem
Oszilloskop eine Amplitude von 230 * 1.4142 * 2 = 650 Volt
Vpp messen würde? Also ca. 325 Volt positive Amplitude
und ca. 325 Volt negative Amplitude?

Ich habe mich wegen meiner Verständnisprobleme nicht getraut,
mit dem Oszilloskop an der Steckdose zu messen. In den
technischen Daten ist die Max.Input Voltage mit 400vpk/DC
bei 10:1-Tastkopf angegeben, eigentlich müsste ich dann
doch Messungen durchführen können, wenn ich die Masse des
Oszilloskops an den Schutzleiter lege und dann mit der
Prüfspitze an die Phase gehe, oder doch nicht?

Autor: Jörg Wunsch (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite
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Mike wrote:

> Nach meinem Verständnis müssten die
> beiden Anschlüsse mit 50 Hz ihre Plätze tauschen, was
> aber offensichtlich nicht passiert.

"Phase" hat nichts mit der elektrischen Polarität zu tun.  Der
Neutralleiter ist einfach der, der auf Erdpotenzial gehalten
wird, d. h. den kannst du (im Prinzip) anfassen, ohne dass du
einen ,,elektrischen Schlag'' riskierst.  Der Außenleiter
dagegen schwankt in seiner Spannung abwechselnd zwischen -325 V
und +325 V gegen das Erdpotenzial.

> Dann habe ich mal ein paar Experimente mit Wechselstrom
> durchgeführt.

Mit Wechsel/spannung/ ;-)

> Zeigt das Multimeter den sogenannten Effektivwert an?

Ja.  Die einfacheren dabei, indem sie eigentlich den
arithmetischen Mittelwert bilden und daraus dann den Effektiv-
wert ableiten (in der Annahme einer sinusförmigen Spannung).
Sogenannte "True RMS"-Messgeräte ermitteln den Effektivwert
dagegen unabhängig von der Kurvenform.  (RMS -- repetitive
mean square, in etwa "quadratischer Mittelwert").

> Volt, aber vielleicht ist das Multimeter ungenau?

Der Oszi wird ungenauer sein als das Multimeter.

> In der Steckdose messe ich mit dem Multimeter auch
> nur 225 Volt.

Die 230 V sind ja auch nur eine Nennspannung, die kann je
nach Lastverhältnissen, Entfernung von der nächsten Trafostation
etc. um einiges davon abweichen.

> Und bedeutet das für die Netzspannung, dass ich auf dem
> Oszilloskop eine Amplitude von 230 * 1.4142 * 2 = 650 Volt
> Vpp messen würde? Also ca. 325 Volt positive Amplitude
> und ca. 325 Volt negative Amplitude?

Ja.

> Ich habe mich wegen meiner Verständnisprobleme nicht getraut,
> mit dem Oszilloskop an der Steckdose zu messen.

Damit solltest du auch ein wenig vorsichtig sein, insbesondere da
Oszilloskope in der Regel bereits einseitig geerdet sind.  Wenn
du jetzt die Masseleitung des Oszis in die ,,Phase'' der Steckdose
steckst, knallt's.

> In den
> technischen Daten ist die Max.Input Voltage mit 400vpk/DC
> bei 10:1-Tastkopf angegeben, eigentlich müsste ich dann
> doch Messungen durchführen können, wenn ich die Masse des
> Oszilloskops an den Schutzleiter lege und dann mit der
> Prüfspitze an die Phase gehe, oder doch nicht?

Ja.

Autor: Kevin K. (nemon) Benutzerseite
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also, du hast einen generator, der mit 50Hz läuft. an dessen 
ausgangsklemmen hast du z.b. 230Veff in sinusform, kannst du dir das 
soweit ersteinmal vorstellen? diese spannung ist ersteinmal schwebend, 
sprich, du kannst einen beliebigen kontakt mit z.b. dem erdpotential 
verbinden. das machen wir nun einmal im gedanken. dass in der praxis 
zwischen erdpotential und nulleiter eine kleine spannung auftritt, soll 
uns hier nicht stören. nun ist der eine kontakt fest auf erdpotential, 
nennen wir das mal 0 volt. der 2. kontakt schwingt nun mit 230Veff, bzw. 
325Vpeak um den neutralleiter. wie das aussieht, stellst du dir am 
besten anhand einer normalen sinuskurve vor, die einfach um faktor 325 
in y-richtung gestreckt wird, also 325*sin(50/2pi*t). wenn du einen 
spannungsprüfer in die steckdose steckst, fließt von der klnge über dich 
ein kleiner strom richtung erde. wenn du den neutralleiter erwischst, 
besteht keine potentialdifferenz zwischen dir und er klinge, du bist ja 
geerdet. folglich kann kein strom fließen und die lampe leuchtet nicht. 
erwischst du aber die phase, so hast du eine spannungsdifferenz zwischen 
phase und dir. die lampe leuchtet.
=> der neutralleiter ist konstant auf erdpotential (in etwa), die hase 
schwingt um den neutralleiter herum. relativ zueinander ist der 
neutralleiter also 50mal pro sekunde für eine halbe welle positiver als 
phase und umgekehrt.

zum funktionsgenerator: 13Vpp meint die spannung zwischen den spitzen 
der wellen, 13Vpeak wäre die spannung von 0 Volt zur spitze, also die 
hälfte der peak-peak-spannung (bei symmetrischen wellenformen). hast du 
an deinem funktionsgenerator vielleicht eine dreieck/sägezahnspannung 
eingestellt, anstelle von sinus?

dass du in der steckdose nur 225v misst, ist durchaus normal, je nach 
tageszeit messe ich auch hier 226-230 volt. dazu kommt noch die 
messungenauigkeit deines multimeters. das sind nur 2,1% abweichung vom 
sollwert.

ja, du solltest mit deinem oszi 650Vpp, bzw. 325Vpeak messen können.

Autor: Latissimo (Gast)
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was dein Multimeter an der Steckdose gemessen hat, ist ok. Ich meine 
wenn es ein billiges Messgerät ist, dann darf es ruhig mal 5V weniger 
anzeigen.

Und ja, bei 230V wechsel hast du 325v Maximalspannung. Es wird aber der 
Effektivwert angegeben, weil man (mathematisch) sagen kann, dass eine 
Gleichspannung der Größe "Effektivwert" die gleiche Leistung erzielen 
kann, wie der eigentliche Sinusvelauf.(bitte nicht gegenargumentieren, 
ich weiß sehr wohl, was Wechsel von Gleichstrom unterscheidet, zb. 
Blindleistungen....)

Mathematisch ist dann das Integral entscheident. Die Flächen von 230V 
gleich zu Sinusfläche sind gleich groß.(soviel zum mathematischen 
zusammenhang und dem Faktor von Wurzel(2) )


Wenn du eine Messspitze hast, die Faktor 10 hat, dann hast du immerhin 
noch über 32V anzuzeigen!

ggf. noch nen Trenntrafo? Hoffe das sagt dir was...

Autor: Latissimo (Gast)
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ahso, zu Netzformen:

Gehe mal davon aus, dass du TNCS netz hast

guck mal bei wiki, wie der Neutralleiter überhautp gheschaltet ist, bzw. 
was das überhaupt ist....


Dann wirste schon sehen, warum du per Phasenprüfer an N nix messen(bzw. 
PRÜFEN) kannst....

Autor: Mike (Gast)
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@Jörg Wunsch:

>"Phase" hat nichts mit der elektrischen Polarität zu tun.
>Der Neutralleiter ist einfach der, der auf Erdpotenzial
>gehalten wird, d. h. den kannst du (im Prinzip) anfassen,
>ohne dass du einen ,,elektrischen Schlag'' riskierst.
>Der Außenleiter dagegen schwankt in seiner Spannung
>abwechselnd zwischen -325 V und +325 V gegen das
>Erdpotenzial.

Genau hier verstehe ich wieder etwas nicht.

Zitat aus dasELKO:

"Bei Wechselstrom und Wechselspannung spricht man von
elektrischen Größen, deren Werte sich im Verlauf der
Zeit regelmäßig wiederholen. Der Wechselstrom ist ein
elektrischer Strom, der periodisch seine Polarität
(Richtung) und seinen Wert (Stromstärke) ändert.
Das selbe gilt für die Wechselspannung."

Wie kann denn die Polarität gewechselt werden, wenn
ein Leiter dauerhaft quasi auf "Masse" liegt? So etwas
wie negative Spannung gibt es doch eigentlich gar nicht,
oder? Ich dachte immer, es geht letztendlich nur um
Potentialunterschiede. In dem Fall würde ich mir logisch
einen Potentialunterschied von 650 Volt vorstellen und
die Mitte wäre dann bei 325 Volt. Allerdings wäre das
dann ja nicht mehr Erdpotential, sondern eine Art
virtuelle Masse, wie sie wohl auch bei symmetrischen
Spannungsversorgungen für OPVs erzeugt wird? Wie schafft
es das E-Werk, unterhalb des Erdpotentials eine negative
Spannung zu erzeugen?

@Kevin K.
>=> der neutralleiter ist konstant auf erdpotential (in etwa),
>die hase schwingt um den neutralleiter herum. relativ
>zueinander ist der neutralleiter also 50mal pro sekunde für
>eine halbe welle positiver als phase und umgekehrt.

Hier habe ich die gleichen Verständnisprobleme. Ich kann
mir das mit dem Sinus und Spitze-zu-Spitze sehr gut
vorstellen, aber mit dem Potentialunterschied hapert es.
Wie genau kann ich mir das mit dem "um den Neutralleiter
herumschwingen" vorstellen?

@Latissimo:
>Dann wirste schon sehen, warum du per Phasenprüfer an N
>nix messen(bzw. PRÜFEN) kannst....

Da muss ich dich leider enttäuschen, irgendwie habe ich da
ein riesiges Brett vor dem Kopf. ;)

Autor: Anonymous (Gast)
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A bicycle dynamo will answer some of your questions.

http://www.practicalphysics.org/go/Experiment_345.html


Do not connect your oscilloscope to 230 volt!

Autor: Latissimo (Gast)
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OK.

Also, wenn du mal einen Schaltplan von einem TNC netz anguckst, dann 
siehst du, dass N und PE zusammengeschaltet sind. Was heißt das? Das 
heißt, dass da kein strom von N zu PE fließt(also über die Glimmlampe 
und deinen Körper)

Wenn du eine niederohmige verbindung zwischen zwei Bezeichnungen hast, 
dann sagt man: Gleiches Potential

Das bedeutet, dass du nix messen kannst, weil du auf beiden Seiten des 
Phasenprüfers das gleiche Potential hast.(Das ist dann N an der 
Messspitze und PE (bzw. Erde) auf der anderen Seite, quasi am Daumen.

Und wenn vor und nach der Glimmlampe kein Potenzialunterschied besteht, 
dann kommt auch kein Stromfluss zusatande!


das war gemeint, mit: ...dann wirste schon sehen, warum du nix 
messen(PRÜFEN) kannst...

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Mike wrote:

> Wie kann denn die Polarität gewechselt werden, wenn
> ein Leiter dauerhaft quasi auf "Masse" liegt?

Wenn Strom fliesst, bewegen sich die Elektronen.
Bei einem Gleichstrom immer in dieselbe Richtung.
Bei einem Wechselstrom einmal in die eine Richtung
und dann wieder in die andere Richtung.

Je nachdem, in welche Richtung sich die Elektronen
bewegen, spricht man von den Anshclüssen als +Pol bzw. vom -Pol.

(Tatsächlich bewegen sich die Elektronen von - nach +.
In der Elektrotechnik macht man aber die umgekehrte
Annahme: Elektronen fliessen von + nach -. Quantitativ
macht das keinen Unterschied. Die Effekte sind die gleichen).

An der Phase deiner Steckdose kommen also die Elektronen
raus nur um dann (in der nächsten Halbwelle) wieder
zurückzufliessen.

Autor: Latissimo (Gast)
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siehe Link für die Netzformen:


http://www.dias-online.de/TNS-Netz.png

Autor: tastendrücker (Gast)
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>An der Phase deiner Steckdose kommen also die Elektronen
>raus nur um dann (in der nächsten Halbwelle) wieder
>zurückzufliessen.

Oder genauer:

Am Aussenleiter deiner Steckdose kommen also die Elektronen
raus [und fliessen in den Neutralleiter] nur um dann (in der nächsten 
Halbwelle) wieder [aus dem Neutralleiter in den Aussenleiter] 
zurückzufliessen.

Und da der Neutralleiter auf "Erdpotential" liegt, kannst du mit dem 
"Phasenprüfer" hier nichts "messen"

Autor: AS (Gast)
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Wir hatten irgendwann mal berechnet, dass sich ein Elektron in einem 
Leiter (bei 50Hz Netzfrequenz) nur einpaar mm hin und her bewegt und 
somit eigentlich auf seinem Platz bleibt.

Die Bewegung reicht aber aus, um an zigtausenden Atomkernen 
vorbeizukommen und sich daran zu reiben => Wäre => Leiter wird heiß

Autor: Holzwurm (Gast)
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@Mike

Ich finde folgendes sprachliche Bild ganz anschaulich:

Gleichspannung --> Bandsäge (läuft immer nur in einer Richtung)

Wechselspannung --> Stichsäge (macht einen Pendelhub hoch und runter)

beide Sägearten verrichten Arbeit (sägen ein Brett durch).

Der "Nulleiter" ist in beiden Fällen dein Arbeitstisch als 
Bezugspotential, auf dem die zu zersägende Platte drauf liegt. Dieses 
Bezugspotential ändert sich natürlich nicht, es bleibt immer gleich.

Betrachte nun dei Bewegung, welche ein beliebiger Sägezahn gegenüber dem 
Bezugspotential macht: In einem Falle bewegt er sich kontinuierlich mit 
gleicher Geschwindigkeit vom Sägegut weg, im andereen Falle geht er 
immer "hin und her". Wenn nun das Sägeblatt bei der Stichsäge in 
Grundstellung genau in der Mitte des Hubes ist, dann hast du einen 
idealen symetrischen Hub (=Wechselbewegung <> Wechselspannung)

Autor: Lucie Nolden (Gast)
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Hallo!!!
Ich muss in Physik ein Referat über Wechselspannung halten,habe jedoch 
keine Ahnung wie ich das hinkriegen soll.Im Internet habe ichbisher nur 
sehr wenig gefunden.Könnten sie mir bitte die grundliegenden Dinge 
erklären?!BITTE
MFG und danke Lucie

Autor: Nicht_neuer_Hase (Gast)
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Nanu ?

"Ich muss in Physik ein Referat über Wechselspannung halten,habe jedoch
keine Ahnung wie ich das hinkriegen soll.Im Internet habe ichbisher nur
sehr wenig gefunden."

Eine bekannte Suchmaschine findet unter dem Stichwort
"Erklärung Wechselspannung" ungefähr 17600 Seiten auf Deutsch ...

Gruss

Autor: Mike (Gast)
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Hallo,

>Am Aussenleiter deiner Steckdose kommen also die Elektronen
>raus [und fliessen in den Neutralleiter] nur um dann (in der nächsten
>Halbwelle) wieder [aus dem Neutralleiter in den Aussenleiter]
>zurückzufliessen.

Ich verstehe ja noch, dass die Elektronen aufgrund eines Potential-
unterschiedes von der Phase in den Neutralleiter fließen, aber
was veranlasst sie, vom Neutralleiter wieder zurück zur Phase
zu fließen, wenn nicht ein Polaritätswechsel und damit ein
Vertauschen von Masse und Potential bzw. Neutralleiter und
Phase stattfindet?

Masse wird ja im Allgemeinen das "Nullpotential" zugeschrieben,
weniger geht doch gar nicht, wenn es sich um die echte Masse
(Erde) handelt und nicht um eine virtuelle Masse, wie ich sie z.B.
durch hintereinanderschalten von Batterien und abgreifen einer
Zwischenspannung als virtuelle Masse erzeugen kann, oder doch?
Insofern begreife ich einfach nicht, wie man den Prozess des
Zurückfließens mit nur 2 Leitern erreichen kann, ohne quasi
die Pole zu tauschen…

Es wird ja oft mit Wasserfall-Modellen gearbeitet und die Spannung
quasi mit dem Wasserdruck gleichgesetzt. Wenn die Elektronen
plötzlich in die entgegengesetzte Richtung fließen, müsste ja
eine Art "Sog" ursächlich sein, den ich mir laienhaft als eine
Art "negative Spannung" vorstellen würde. Aber die gibt es doch
eigentlich gar nicht, oder?  Ich hatte immer angenommen, dass
eine negative Spannung quasi meine Position in der Mitte eines
Wasserfalls beschreibt und ich dann das Wasser von mir
wegfließen sehe (negative Spannung). Die positive Spannung
wäre hingegen, wenn ich das Wasser von oben zu mir
hinfließen sehe.

Ich fasse mal mein Verständnisproblem zusammen:

Die Netzspannung könnte ich mir ohne Polaritätswechsel nur
erklären, wenn ich drei Adern (ohne Schuko!)=hätte und der
Neutralleiter keine echte Masse(Erde) wäre, sondern eine
virtuelle Masse, die vom E-Werk erzeugt wird.
Dies kann aber nicht sein, da nur zwei Leiter vorhanden sind
und der Neutralleiter zudem nachweislich auf Erdpotential liegt.
Mit Polaritätswechsel wäre jedoch keine eindeutige Zuordnung
von Phase und Neutralleiter möglich, da diese ständig wechseln
würden.

Hoffentlich habt ihr noch ein wenig Geduld mit mir... 8)

Autor: Marcus W. (blizzi)
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Zum Wassermodell:

Stell dir das mal als geschlossenes System und nicht als Wasserfall vor. 
Die Steckdose sind zwei Wasserrohre, eines ist der Neutralleiter und 
eines die Phase. An den Leitungsenden sind Druckmesser/Manometer 
angebracht.
Im Ruhezustand, also kein Gerät eingesteckt, ist am Neutralleiter zwar 
Wasser im Rohr, aber es bewegt sich nicht, bzw. es findet keine 
Druckänderung statt.
An der Phase allerdings wechselt der Druck ständig zwischen Unter- und 
Überdruck hin und her, also das Kraftwerk presst und zieht das wasser 
ständig ins Rohr bzw. wieder heraus.

Steckst du jetzt ein Gerät an, so wird das Wasser über die Phase ständig 
rein und raus gepresst, das Gerät selber sieht im Wassermodell z.B. aus 
wie ein sehr dünnes Rohr, also ein Widerstand für das fließende Wasser. 
Am Neutralleiter fließt jetzt auch Wasser hin und her, aber das Wasser 
steht nicht unter Druck, da der Druck ja nur von der Phase erzeugt wird. 
Der Neutrale ist quasi nur Abfluss und Zufluss, aber der eigentliche 
Druck geht von der Phase aus.
Auch an deinen Druckmessern sieht du weiterhin den Über- und Unterdruck 
an der Phase und keinen Druck am Nullleiter.
(Ein wenig Druck wird auch am Nullleiter angezeigt, der kommt daher, 
dass die "Neutralleiter-Abflussleitung" selber auch einen Widerstand 
darstellt)

Man darf nie Druck und Fluss verwechseln, analog dazu währen Stromstärke 
und Spannung.

Würde man nämlich den Fluss messen, der an der Phase und am Nullleiter 
raus/reingeht, so würde man an beiden den gleichen Wert messen.

Ist es jetzt ein bissl klarer geworden?

Gruß Marcus (Wassermodell-Fan) :)

Autor: nemon (Gast)
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mike, elektronen bewegen sich von einem punkt mit niedrigerem potential 
zu einem mit höheren potential. nimm dir einmal eine batterie und 
schließ daran eine glühlampe an. was passiert? die lampe leuchtet. nun 
verbinde mal den massekontakt der batterie mit dem erdleiter, was 
passiert? die lampe leuchtet noch immer. und nun verbinde den 
massekontakt der batterie mit einem leiter einer 380kV 
hochspannungsleitung. was passiert? die lampe leuchtet unbeeindruckt 
davon. die lampe "sieht" nur die kontakte der batterie und dass 
dazwischen z.b. 9 volt sind.

zu deinem problem der elektronenbewegung: ja, die elektronen fließen 
hin- und her, 50mal je sekunde fließen sie in die eine richtung und 50 
mal pro sekunde in die andere. ich glaube, dein problem ist, dass für 
dich masse immer der punkt mit dem niedrigsten potential im netzwerk 
ist. es gibt aber auch negatige spannungen, also punkte, deren potential 
negativer ist, als der, den du als masse festlegst. wir legen hier den 
neutralleiter als masse fest und sagen halt, dass die phase um den 
neutralleiter herum schwingt, mal positiver, mal negativer.

Autor: Anonymous (Gast)
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Again a bicycle "dynamo" could answer your questions.
http://www.practicalphysics.org/go/Experiment_345.html

Autor: Nicht_neuer_Hase (Gast)
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Hallo, @Anonymous,
Dein "power_grid.JPG"-Schaltbild zeigt einen Stern-Stern-Umspanner ohne 
primärseitigen Mittelpunktsanschluss.
Ein solcher Trafo ist deswegen nicht für unsymmetrische Belastungen auf 
der Sekundärseite geeignet und wird daher im üblichen 3~ 
230/400V-Niederspannungsnetz so nicht verwendet.
Man müsste also entweder auch primär einen Mittelpunktleiter
( niederohmig !) ansschliessen, oder einen Trafo mit einer anderen sog. 
Schaltgruppe, z.B. Dreieck-Stern verwenden.

Gruss

Autor: Tobias Frost (coldtobi)
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Ich will ja nicht korinthenkackerisch sein aber;

*NULL*Leiter ist (i.d.R) FALSCH. Der korrekte Begriff ist 
*NEUTRAL*Leiter

Aus Wikipedia:
Oftmals wird ein Neutralleiter unzutreffend als Nullleiter bezeichnet. 
Dies ist die Bezeichnung für den Schutzleiter bei der Schutzmaßnahme 
Nullung, der früher üblicherweise gleichzeitig Neutralleiter war. Ein 
solcher PEN-Leiter ist heute nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen 
erlaubt.

Autor: Anonymous (Gast)
Datum:

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@Nicht_neuer_Hase:

Hi,

Sorry, but I just took the first picture I found of a
three-phase transformer. You are correct about that
but I don't think this is relevant. The idea was to
show how his house is connected.

Gruss

Autor: Anonymous (Gast)
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I hope my German translation of the text in the picture is OK.

Autor: tastendrücker (Gast)
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>Ich verstehe ja noch, dass die Elektronen aufgrund eines Potential-
>unterschiedes von der Phase in den Neutralleiter fließen, aber
>was veranlasst sie, vom Neutralleiter wieder zurück zur Phase
>zu fließen, wenn nicht ein Polaritätswechsel und damit ein
>Vertauschen von Masse und Potential bzw. Neutralleiter und
>Phase stattfindet?

Exakt dieses "Vertauschen" findes statt! 100 mal in der Sekunde!

Lass' dich nicht durch den Begriff "Neutralleiter" verwirren. Betrachte 
beide Leiter als für den Strom gleichwertig. Es gibt auch Systeme, da 
kannst du an beiden Leitern mit deinem Phasenprüfer etwas "messen". 
Dass du bei dir an dem einen Leiter nichts misst, liegt daran, dass 
dieser Leiter mit der Erde (ja, die auf der Du stehst) verbunden ist und 
somit zwischen Dir (der auf der Erde steht) und dem diesen Leiter kein 
Spanungsunterschied besteht - sprich: Dieser Leiter er hat Erdpotential. 
Dieser Leiter wird Neutralleiter genannt. Er hat nichts mit Masse zu 
tun!

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