www.mikrocontroller.net

Forum: Mikrocontroller und Elektronik Empfehlung für ARM-Microcontroller

Autor: Tobias Plüss (hubertus)
Datum: 05.05.2008 15:12

Hallo ihr,
ich würde gerne mal in die ARM-Welt einsteigen. Da ich hier noch nicht
so viele Erfahrungen habe, brauche ich eine Empfehlung für einen guten
Einsteigerchip. Und zwar soll er möglichst leistungsfähig sein (d.h.
schnell) und wenn möglich ein Interface für DRAM (SDRAM oder so was)
haben. Denn ich möchte zu beginn gleich was ordentliches bauen, was ich
auch später noch brauchen kann (will nicht irgend eine Bastelleiterplate
bauen, die eh nur eine LED blinken lassen kann).
Deshalb muss da ordentlich Speicher ran. Auch wäre ein integrierter
TFT-Controller schön, denn später will ich vielleicht sowas mal
einsetzen. Ein kleines, internes FLASH reicht (einfach, damit ich von
einem grösseren, externen FLASH dann booten kann).
Frage:
kennt ihr nen Chip, der das alles kann, und nicht allzu teuer ist?

Noch ne Frage:
Was brauche ich alles, damit ich über JTAG den Chip programmieren /
debuggen kann? Wie sieht das mit dem seriellen Bootloader aus, der da
oft integriert ist?

Ich weiss, klingt nicht nach einem ganz einfachen vorhaben, aber ganz
unerfahren, was MCs angeht, bin ich nicht.

Grüsse
   Tobias
Autor: Peter Dannegger (peda)
Datum: 05.05.2008 16:35

Tobias Plüss wrote:

> Denn ich möchte zu beginn gleich was ordentliches bauen, was ich
> auch später noch brauchen kann (will nicht irgend eine Bastelleiterplate
> bauen, die eh nur eine LED blinken lassen kann).

Ich weiß nicht warum man das Wort "ordentlich" für gewaltig, riesig und
aufwendig mißbrauchen muß.
Ordentlich ist was völlig anderes.

Wenn Du denkst, daß ein Chip mit internem SRAM und Flash nur ne LED
blinken lassen kann und nichts weiter, dann hast Du bisher völlig falsch
programmiert.

Ich glaube nicht, daß ein Einsteiger ein funktionierendes Layout für nen
ARM mit SDRAM und TFT hinkriegt.
Die Zeiten von DIP-ICs und 8MHz-CPUs sind schon lange vorbei.
Ein 200MHz Layout schüttelt man nicht so aus dem Handgelenk.

Wenn Du riesige Betriebssysteme laufen lassen willst, kauf Dir besser
ein fertiges Board.


Peter
Autor: gerhard (Gast)
Datum: 05.05.2008 16:41

@tobias:
das "teil" würde eine anforderungen erfüllen:
http://www.atmel.com/dyn/products/product_card.asp...

und hier das eval kit dazu:
http://www.atmel.com/dyn/products/tools_card.asp?t...

aber wie peter schon erwähnt hat, das ist kein "teil" für einen
einsteiger!

gruss
gerhard
Autor: gast (Gast)
Datum: 05.05.2008 16:45

Dieses hier vielleicht:
http://www.tigal.com/prodotti_scheda.asp?pid=1106

ein GLCD direkt dazu kaufen.


Wenn du mit diesem Board alle componenten anwenden kannst ist einiges an
zeit vergangen und dann weist du selber, was du brauchst
Autor: Pete K. (pete77)
Datum: 05.05.2008 17:06

Tja, das übliche Problem. Die Hardware klingt verlockend, aber es ist
keine richtige Idee da, was man damin machen will :-)
Autor: Matthias (Gast)
Datum: 05.05.2008 17:33

Eine schöne Controllerserie sind die STM32 oder die von Luminary Micro.
Dafür gibt es die Keil Entwicklungsumgebung (rate ich nur, wenn man
2100-2300 Euro übrig hat). Es gibt auch GNU-Tools und Eclipse
(Codesourcery und Rawley). Der Controller hat allerdings kein LCD. Falls
es unbedingt ein ARM sein sollte. Alles was drüber raus geht, empfehle
ich nur Profis, da dann
wesentlich mehr Aufwand reingesteckt werden muss.

Schöne Controller sind auch die AVR32 bzw. die AP-Variante davon. Die
hat einen integrierten LCD/TFT Controller und es existiert ein GCC Port
inkl. Embedded Linux. Die Einzigen zusätzlichen Kosten sind für den JTAG
Adapter (Ca. 250-300 Euro und das Evalboard ATSTK1000 ca. 300 Euro).
Damit kann man aber schon einiges machen. Wenn man die SW auf dem
Evalboard zum Laufen gebracht hat, kann man sich ja auch eine eigene HW
draus ableiten.

Die STM Controller machen ca. 70 MHz (~60-70 MIPS). Die AVR32 glaub ca.
150 MIPS (musst du im Datenblatt nachlesen).
Autor: Robert Teufel (Gast)
Datum: 07.05.2008 09:11

Der LPC2478 hat alles was du suchst, auf Evaluation Boards ist er auch
bald verfuegbar.
Wuerde das Eval Board von Embedded Artists empfehlen, allerdings steht
da auch noch "bald verfuegbar".

Alternativ wurde ja der SAM9263 bereits empfohlen, der hat mehr Dampf
aber kein on-chip Flash und ist definitiv nur mit einem fertigen Board
zu empfehlen.

Fuer JTAG ist das J-Link das universellste und wenn du was ordentliches
moechtest schau mal die non-commercial Version an
http://www.segger.com/jlink_ncu.html

Entwicklungsumgebungen gibt es einige.
Keil und IAR sind in etwas gleichwertig, beide haben so ihre Vorteile
und Nachteile aber meiner Meinung nach das Beste was es fuer den
professionellen Anbieter gibt.
Rowley hat ein sehr gutes Tool fuer "relativ" wenig Geld, als Student
sogar fuer sehr wenig Geld. Der Hauptunterschied zum standard GNU ist
der integrierte Debugger mit Flash Programmiermoeglichkeit und deutlich
komfortabler als GDB.
Last but not least, Yagarto. Umsonstiger geht's nicht und es gibt
bereits eine Gruppe von Anwendern, die auch hilfsbereits ist hier auf
dem Forum

hth, Robert
Autor: Tobias Plüss (hubertus)
Datum: 07.05.2008 19:38

@Robert:
Danke für die Info! Werd mir gleich mal ein Datenblatt ziehen.
Wie schaut das aus, bei dem LPC2478 darf ich wohl nicht mit einem
seriellen Bootloader rechnen oder?
Kann man das FLASH von jedem ARM über JTAG programmieren (also auch von
ROMless ARMs, wo das FLASH dann am externen Bus hängt)?
Noch ne Frage zum CAN-Interface von den LPCs (du bist ja hier der totale
Experte, was die LPCs angeht - soweit ich weiss jedenfalls ;)). Im Wiki
hier steht, dass es so ordentlich verbuggt ist, dass nur der kleinste
Teil davon wirklich funktioniert. Hat das mittlerweile gebessert, oder
ist die CAN-Schnittstelle immer noch 'nahezu unbrauchbar' ?

Grüsse
Autor: Robert Teufel (Gast)
Datum: 16.05.2008 04:33

@Tobias,
sorry, bin unterwegs und hab ein paar Tage nicht reingeschaut.
Der LPC2478 hat einen seriellen Bootloader, Flash von ARM ueber JTAG,
das liegt viel mehr an dem JTAG debugger und der zugehoerigen Software
als am ARM selbst. So koennen die Teile von Segger und Keil ein paar
spezifische externe Flashes programmieren, darfst aber kein NAND Flash
erwarten, das zu implementieren ist was groesseres.

Die CAN Schnittstellen haben noch ein Problem (das waren mal 13 soweit
ich weiss). Steht im Errata Sheet und ist recht unwahrscheinlich, dass
es auftritt.
Leider ist das Errata Sheet des LPC2478 noch nicht gepostet aber das vom
LPC2468 muesste sehr aehnlich sein:
http://www.standardics.nxp.com/support/documents/m...

Ich versuche auch diese Webseite ueber die LPC2000, LPC3000 und
inzwischen auch einige Produkte von Atmel und ST aktuell zu halten:
http://www.lpc2000.com
p.s. da wird nix verkauft, reines Hobby.

Gruss, Robert

Antwort schreiben

Die Angabe einer Email-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per Email über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Suchfunktion und Betreffsuche benutzen - vielleicht gibt es schon einen ähnlichen Beitrag
  • Aussagekräftigen Betreff wählen
  • Im Betreff angeben um welchen Controllertyp es geht (AVR, PIC, ...)
  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang
  • JPEG-Dateien (.jpg) nur für Fotos und Scans verwenden
  • Schaltpläne, Screenshots usw. als PNG oder GIF anhängen

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [pre]vorformatierter Text (z.B. Code in anderen Sprachen)[/pre]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel






webmaster@mikrocontroller.netImpressumWerbung auf Mikrocontroller.net