Datum: 11.05.2008 13:18
Moin, Für unserern Kajakverein hier in Trondheim wolllen wir (bzw ich) einen Pegelmesser bauen damit wir jederzeit informiert sind ob es sich lohnt die Boote raus zu holen und los zu fahren. Das Gerät muss komplett ohne Kabelverbindung auskommen. Daher habe ich das grob so geplant: - Zur Kommunikation wird ein altes Handy (Siemens S25 o.ä.) verwendet. Mit einer PrePaid-Karte welche über das Internet aufgeladen werden kann ist das relativ günstig. - Das Handy bietet eine Stromversorgung für Zubehör über den Stecker, 3,0V-3,9V und max 100mA (siehe http://www.nobbi.com/phones.htm). Die 100mA sollten locker reichen um den AVR und die restlichen Bauteile zu betreiben. - Der Handyakku wird über eine einfache Solarzelle aufgeladen. Der Sunsei Solar Charger SE-400 (http://www.solarcharger.com/Sunsei-Solar-Charger-S...) liefert 400mA bei 15V, ist Wetterfest und mit 99$ relativ günstig. Das normale Steckernetzeil des S25 liefert 6,6V und max. 1A, das heißt mit einem Linearregler o.ä. kann die Solarzelle wie das NT betrieben werden. Eventuell muss man eine Abschaltung einbauen wenn sie Zelle zu wenige Power liefert (Nachts), weiß nicht was der Akku dann macht wenn die Spannung zu niedrig wird. - Den Messaufbau selber habe ich von dieser Seite: http://njhurst.com/electronics/watersensor/new/ Statt dem PIC nehme ich den Mega8, weil ich damit etwas vertrauter bin. Die RS232-SChnittstelle wird einfach weggelassen, zur Steuerung des Handys über die AT-Kommandos reicht das normale USART-Interface des Mega aus. Soweit die Idee. Wenn es weiter geht werde ich das hier auch weiterführen. Aber erstmal will ich gerne wissen was die Profis hier dazu sagen ;-) Ist das so machbar? Hab auch gleich noch ein paar Fragen dazu: - Auf der Seite steht dass der CCP-Eingang des PIC verwendet wird. Beim Mega8 ist das dann der ICP-Pin, oder liege ich da falsch? - Wie sieht es mit dem Anschluss der Solarzelle aus, gibt es da evtl. eine elegantere Lösung als meinen Vorschlag?
Datum: 11.05.2008 14:14
So, jetzt auch ordentlich eingeloggt ;-) Hier ist mal das erste Schematic als Grob-Entwurf
Datum: 11.05.2008 17:34
Also, du misst, ob der Wasserstand einen bestimmten Mindeststand hat und die Temperatur. Wäre das nicht besser, ein javafähiges Handy zu verwenden und das per JavaME zu programmieren?
Datum: 11.05.2008 20:42
Hai Jan, ich habe da etwas Ähnliches für eine autarke Webcam entwickelt. Um einen Mega128 herum habe ich eine Solarzelle, einen LiIon Akku, eine Kamera MCA25, einen Netzwerkcontroller, ein Character-LCD und ein Siemens S55 gebaut. Die Solarzelle liefert bis zu 22V, die über einen StepDown-Regler auf etwa 1/3 heruntergeteilt wird. Dahinter sitzt ein Power-Management-IC BQ2403 von Texas, welcher die Ladung des einzelligen Akkus übernimmt und bei Dunkelheit umschaltet. Der Mega128 wird über einen TPS77733 mit 3,3V versorgt, das Handy hat keinen eigenen Akku mehr und wird deshalb direkt (über den BQ2403) aus dem Akku versorgt. Als Software läuft ein uip-TCP-Stack, ein FTP-Client überträgt nacheinander ein Bild von der Kamera und eine Textdatei mit Messdaten auf einen FTP-Server. Der Betrieb ist dank des 24ct/MB Datentarifes von Simyo recht preiswert: Ein Bild kostet so etwa 1,5ct. Das Ganze läüft sein 10 Monaten völlig autark und störungsfrei, die GPRS-Übertragung ist grauenhaft langsam und die Solarzelle habe ich (aus Unkenntnis über die zu erwartende "Stromernte") hoffnungslos überdimensioniert. Ich habe das Projekt leider noch nirgends veröffentlicht, vielleicht hole ich das im nächsten Winter mal nach. Gruß, Peter
Datum: 11.05.2008 20:56
@Robert Da habe ich mich etwas falsch ausgedrückt. Es soll nicht nur ein Mindestpegel sonder der aktuelle Wasserstand gemessen werden. Das soll im uC gespeichert werden, so dass man auch die Entwicklung nachverfolgen kann. Zum Abrufen gibt es dann zwei Möglichkeiten. Entweder eine SMS hinschicken und man bekommt die Werte der letzten x Stunden zurück (x hängt davon ab wieviel Daten in die SMS passen. Und dann soll evtl. noch regelmässig eine SMS mit den Daten verschickt werden die dann irgendwie im Internet dargestellt und gespeichert werden. @Peter Das klingt ganz schön nach High-Tech bei dir ;-) Wenn du bei Gelegenheit ein Schematic von der Spannungsversorgung hättest wäre das genial. Den Rest muss ich mir mal genauer anschauen wenn ich mehr Zeit habe.
Datum: 11.05.2008 23:11
Hier mal die Seite mit der Stromversorgung. Ist nicht ganz aktuell, werde ich aber am Dienstag nachholen.
Datum: 11.05.2008 23:16
Die Messdaten werden wie gesagt als Textdatei zum FTP-Server übertragen. Dort liegen sie dann so herum und können mit ein paar PHP-Zeilen und einer Grafikbibliothek sehr schön dargestellt und mit jedem beliebigen Browser abgerufen werden. Ist kein großer Aufwand und funktioniert tadellos. Peter
Datum: 11.05.2008 23:17
Oder auch so: Gruß, Peter
Datum: 12.05.2008 00:10
Moin Peter! Danke erstmal für die Schaltung. Das sieht auf jeden Fall ein bisschen besser durchdachter aus als bei mir ;-) Vor allem der BQ2403 ist ja genial, wusste gar nicht das es sowas zu erschwinglichen Preisen gibt. Ich hatte zwar gehofft mit wenig Verkabelung und Lochraster durch zu kommen, da ich keine Möglichkeit zum Ätzen hier habe... Wenn ich das richtig verstanden habe meldest du dich mit dem handy über GPRS an dem FTP-Server an und speicherst die Daten einfach dort ab? Diese Möglichkeit habe ich gar nicht bedacht. Vielleicht auch weil ich bis jetzt nur so uralt-Handys besitze ;-) Sieht aus als muss ich meine Planung ein bisschen abändern. Viele Grüße Jan
Datum: 12.05.2008 10:08
> da ich keine Möglichkeit zum Ätzen hier habe... Also selber Ätzen mache ich schon ewig lange nicht mehr. Bei den PCB-Pools bekommt man heutzutage eine durchkontaktierte Feinstleiterplatte zu einem fairen Preis. Auch das Löten eines QFN-Packages ist kein Problem, wenn man eine ruhige Hand und einen regelbaren Heissluftfön hat. > Wenn ich das richtig verstanden habe meldest du dich mit dem handy über > GPRS an dem FTP-Server an und speicherst die Daten einfach dort ab? Ja genauso mache ich das. Den FTP-Clienten zu programmieren war ein bisschen mühselig, auch hat mich die Anpassung des PPP-Protokolls an meine Hardware einige Nerven gekostet, aber dafür läuft es jetzt zuverlässig, sogar dann, wenn die GPRS-Verbindung häufiger mal wieder "einfriert". Sach Bescheid, wenn Du was brauchst. Gruß, Peter
Datum: 13.05.2008 19:15
Moin Peter, wenn du nichts dagegen hast würde ich ganz gerne deine Schaltung verwenden. Da weiß ich dass es läuft und muss nicht so viel rumprobieren. Den eigentlichen Pegel schafft der mega128 ja sicherlich auch noch und die Kamera kann ich weglassen. Für was hast du den Netzwerkkontroller drin? Kommt der noch zwischen Handy und Mega128 oder ist der ein Extra für Nutzung ohne Handy? Wenn du noch andere Teile der Schaltungen in digitaler Form hast wäre ich dir natürlich äusserst dankbar wenn du mir die zukommen lassen könntest! :-) Schon mal vielen Dank! Jan
Datum: 13.05.2008 19:34
Der Netwerkcontroller dient dazu, in einem speziellen Service-Betriebsmodus einen Laptop anzuklemmen und über den simplen HTML-Server des uip-Stacks das Bild der Kamera zwecks Ausrichtung zu sehen. Kannst Du also wechlassen. Der aktuelle komplette Schaltplan kommt morgen, ich hatte noch ein paar Bauteilwerte geändert. Gruß, Peter
Datum: 14.05.2008 19:38
So, hier kommt der aktuelle Schaltplan. Auf Seite 4 sind lediglich Zusatzmodule für die Kamera und für eine externen Temperaturmessung. Den 18V-Regler hinter der Solarzelle habe ich nachträglich eingebaut, weil der 555 nur für 18V spezifiziert ist und die Solarzelle locker 22V schafft. Die ganze Schaltung ist sowas ähnliches wie ein "Maximum Power Point Tracker", will heissen, der BQ2403 zieht nur soviel Strom zum Laden des Akkus, dass er am Eingang AC nicht unter etwa 6V fällt. Damit bleibt die Solarzelle bei etwa 17V, also immer in der Nähe ihres MPPs. Das Handy habe ich von seinem Akku samt Federkontakten befreit und auf die Platine zwei Drähte zur Stromversorgung gelötet. Ein low-ESR Tantal mit einigen 100uF sorgt an dieser Stelle für die nötige Pufferung. Der Transistor T4 kann das Handy einschalten, indem er die Power-Taste simuliert. Allerdings ist es nicht einfach, den passenden Draht auf der Tastatur-Platine anzulöten. Mittlerweile schalte ich das Handy auch nicht mehr über Nacht ab, die Stromersparnis war eh nur minimal. Der Rest vom Schaltplan sollte eigentlich klar sein, falls nicht, bitte fragen. Gruß, Peter
Datum: 12.06.2008 21:07
Moin Peter! Die wichtigesten Bauteile habe ich mittlerweile :-) Ich hab noch eine Frage zur Beschaltung der Solarzelle. Du hast da diesen 3:1 Tiefsetzer eingebaut, das heißt der Trafo ist 3:1? Muss man für den Trafo etwas beachten? Oder kann man diesen teil vielleicht auch weglassen und stattdessen einen 7815 einbauen und direkt an den BQ2403 gehen? Viele Grüße Jan
Datum: 13.06.2008 08:49
Hallo Jan, mit einem Längsregler wie ein 78xx hast Du zwei entscheidende Nachteile. Zum einen wird die Spannungsdifferenz zwischen Solarpanel und Microkontroller sinnlos als Wärme verheizt. Bei meinem 18V-Solarpanel wären das immerhin 66% der nutzbaren Solarenergie! Zum anderen wird das Panel bei schwacher Beleuchtung durch den Längsregler gnadenlos bis auf die minimale Eingangsspannung des 78xx heruntergezogen, wodurch es weit von seinem "Maximum Power Point" (MPP) entfernt betrieben wird. Aus diesem Gründen habe ich einen ungeregelten(!) 3:1 Stepdown-Switcher aufgebaut. Der BQ zieht gerade soviel Strom aus dem Panel, dass dieses immer bei ca. 17V und somit in seinem MPP bleibt. Durch den Stepdown wird auch nichts verheizt, man kann also das Maximum an Energie aus dem Solarpanel holen. Wenn Du allerdings keinen Wert auf maximale "Stromernte" legst, weil Dein Solarpanel sowieso überdimensioniert ist und Deine Schaltung nur sehr wenig Strom braucht, kannst Du selbstverständlich auch mit Längsreglern arbeiten. Gruß, Peter
Datum: 13.06.2008 13:29
Hallo Peter, in Deinem Plan hast Du auf Seite 3 einen Stromsensor verwendet, (direkt nach dem Tiefsetzer). Kannst Du mir sagen um welchen Typ es sich handelt? Ist das so etwas wie ein INA128? Brauche da noch einen schönen Stromsensor für ein anderes Projekt, würde mir sonst einen als Differenzverstärker basteln, aber wenn es was fertiges für die High side gibt... Sonst eine schöne Schaltung, steckt bestimmt eine Menge Arbeit drin!
Datum: 13.06.2008 13:53
Hallo Dennis, das ist ein MAX4372, den gibt es mit unterschiedlichen Verstärkungsfaktoren. Einfach einen niederohmigen Wirderstand dazu und fertig. Gruß, Peter
Datum: 13.06.2008 14:06
Hallo Peter, herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Werde mir sofort mal das Datenblatt ansehen... Viele Grüße Dennis
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