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Forum: HF, Funk und Felder Aufbau UHF-Frequenzmischer - Layoutfragen

Autor: Revas (Gast)
Datum: 11.05.2008 20:18

Hallo,

Ich habe ein paar Fragen zum Layout einer zweilagigen Schaltung im
UHF-Bereich. Mit meinen bisherigen Selbstbauten habe ich mich nie über
ein paar MHz hinausgetraut, daher habe ich noch ein paar große
Fragezeichen vor den Augen.

Konkret geht es um einen Frequenzmischer, der mir ein 860MHz-Signal ins
Basisband heruntermischt (sowas wie das hier:
http://www.linear.com/pc/productDetail.jsp?navId=H...
oder
http://www.linear.com/pc/productDetail.jsp?navId=H...
)


Nach einiger Lektüre habe ich folgende Fragen:

1) Den Bottom Layer möchte ich mit einer durchgehenden Massefläche
versehen. Leider muss ich diese jedoch an einer Stelle unterbrechen, da
sich die Leiterbahn der Betriebsspannung mit der Leiterbahn des
860MHz-Signalwegs kreuzt und ich daher eine der beiden Leiterbahnen auf
der Unterseite an der anderen vorbeiführen muss (Kreuzung lässt sich
aufgrund des Aufbaus des IC's nicht vermeiden).
Was führe ich intelligenterweise an dieser Stelle auf der Unterseite -
Signal oder Spannung (5V DC)? Logisch gesehen würde ich DC sagen, um ein
Via im Signalweg zu vermeiden.

2) Abgesehen von dem (SMD-)IC und ein paar SMD-Kondensatoren und
Widerständen ist mein Top-Layer unbenutzt. Frei nach dem Motto, je mehr
Masse desto besser - macht es nicht auch Sinn, diese Flächen auch als
Masseflächen zu benutzen? Eventuell mit mehreren Durchkontaktierungen
zur unteren Massefläche?

3) Die Leiterbahn des UHF-Signalwegs: Sollte möglichst kurz sein, keine
90° Winkel, Wellenwiderstand sollte der Eingangsimpedanz entsprechen,
klar. Aber gibt es Richtwerte, wie groß der Abstand der Leiterbahn zu
anderen Leiterbahnen (Betriebsspannung, andere signalführende Bahnen
etc) bzw. der Massefläche sein sollte? Habe da nichts gefunden.
Bypass-Kondensatoren für die Spannung sind zwar so oder so eingeplant,
aber man muss die Probleme ja nicht herausfordern.


Danke für jede Hilfe,
Revas

P.S. Ratschläge über andere Besonderheiten, die es bei Schaltungen in
dem Frequenzbereich verstärkt zu beachten gilt, nehme ich natürlich auch
sehr gerne auf!
Autor: Martin L. (mla)
Datum: 11.05.2008 21:06

Hallo,

Mikrostreifenleitungen nehmen es Dir sehr übel wenn Du ihnen die
Massefläche klaust. Ich bin mir sicher es ließe sich mit der
Versorgungsspannung was machen - und wenn es eine Drahtbrücke ist.
Wenn es gar nicht anders geht solltest Du dann aber auf dem Top-Layer
den Schlitz den es ergibt mit einer Fläche überbrücken und diese mit
Vias pflastern. (Dabei aber wiederum nicht zu nah an die
Microstripleitung kommen weil Du sonst auch das Feld und damit die
Impedanz veränderst.)
Hast Du Dir schon Gedanken gemacht wie Du das Pad in der Mitte von dem
QFN-Gehäuse fest bekommst?
Ob man den Top-Layer nun auffüllt oder nicht ist fast egal. Es gibt kaum
Gründe die dafür oder dagegen sprechen. Ich lasse ihn meistens leer.
Leiterbahnenabstand ist nur bei den HF-Leitungen krittisch.
Mikrostreifenleitungen mögen kein Metall in ihrem Feld. Lass also
möglichst das 1-2 Fache der Breite zu anderen Leitern frei.

Viel Erfolg,
 Martin L.
Autor: 3351 (Gast)
Datum: 11.05.2008 22:10

Die Mehrkosten einer 4 Lagenleiterplatte ist geringer als die verlorene
Zeit wenn's denn nicht geht. Eine 50 Ohm Bahn bei 1.6mm ist 2.5mm breit,
bei 0.8mm noch 1.3mm. Zudem kann man alles etwas dichter packen.
Autor: Revas (Gast)
Datum: 12.05.2008 11:13

Vielen Dank für die Antworten @Martin!

> Mikrostreifenleitungen nehmen es Dir sehr übel wenn Du ihnen die
> Massefläche klaust. Ich bin mir sicher es ließe sich mit der
> Versorgungsspannung was machen - und wenn es eine Drahtbrücke ist.

Ich dachte bis jetzt, dass gerade Drahtbrücken im HF-Bereich von
Nachteil sind. Aber wenn dem nicht so ist, wäre das natürlich mit nem
0-Ohm Widerstand gleichzeitig eine praktische und auch noch schön
anzusehende Lösung.

> Hast Du Dir schon Gedanken gemacht wie Du das Pad in der Mitte von dem
> QFN-Gehäuse fest bekommst?

Das wird das nächste Abenteuer. Bin mir nicht sicher, ob das mit
Heißluft funktioniert - Alternative wäre denke ich, an dieser Stelle
eine (oder mehrere) etwas breitere Bohrung zu setzen. Dann ein Stückchen
Draht rein und von unten verlöten.

> Ob man den Top-Layer nun auffüllt oder nicht ist fast egal. Es gibt kaum
> Gründe die dafür oder dagegen sprechen. Ich lasse ihn meistens leer.
> Leiterbahnenabstand ist nur bei den HF-Leitungen krittisch.
> Mikrostreifenleitungen mögen kein Metall in ihrem Feld. Lass also
> möglichst das 1-2 Fache der Breite zu anderen Leitern frei.

Vielen Dank auch für die beiden Tipps!
Was das Top-Layer angeht, werde ich dann mal schauen, ob es an einigen
Stellen evtl. praktisch wäre, die Masse auch "oben" zu haben.



@3351:
> Die Mehrkosten einer 4 Lagenleiterplatte ist geringer als die verlorene
> Zeit wenn's denn nicht geht. Eine 50 Ohm Bahn bei 1.6mm ist 2.5mm breit,
> bei 0.8mm noch 1.3mm. Zudem kann man alles etwas dichter packen.

Danke, vierlagig wäre natürlich klasse - aber leider fehlt es mir dazu
an den technischen Möglichkeiten. Hört sich mein Vorhaben, so etwas
zweilagig aufzubauen, denn nicht all zu erfolgsversprechend an?


Gruß,
Revas
Autor: Martin L. (mla)
Datum: 12.05.2008 15:31

Ich habe - gerade wenn es um Prototypen geht - sowas oft auf 0.8mm FR4,
zweiseitig gemacht. Mit 1.5mm wird es ekelig weil man dann ziemlich
lange Stücke zum Anschluss der dicken Mikrostreifenleitungen braucht.
Das mit dem Loch und dann von unten Löten geht leider nicht - nicht bei
dem kleinen Gehäuse. Wollte ich auch schon mal machen .... es ist aber
einfach zu wenig Platz. Am Ende habe ich es doch mit Lotpastendruck und
einem Fineplacer gemacht.
Gibt es nicht einen passenden Mischer im SOP o.ä. Gehäuse? Selbst solche
AGND-Pads an SO-Bauteilen lassen sich noch einigermaßen löten wenn man
eine Kupferlasche zur Seite routet und diese dann mit einem dicken
Lötkolben heitß macht um dann die Kapilarkräfte des Lötzinns wirken zu
lassen. (Viel Flussmittel!)
Aber wenn es von allen Seiten kontaktiert ist geht das ja nicht mehr.
Einizig die Variante "Lötpaste aufs Mittelpad, alle anderen Anschlüsse
festlöten und alles von unten her heiß machen" könnte ich mir noch
vorstellen.

Ansonsten gehen Drahtbrücken bei HF-Führenden Leitungen natürlich nicht.
Jedenfalls nicht gut. Aber für Versorgungsspannung, Schaltsignale etc.
ist es egal. (Gut - Masse sollte man auch nicht darüber führen - aber
dafür hast Du ja die Groundplane)

Viele Grüße,
 Martin L.
Autor: 3351 (Gast)
Datum: 12.05.2008 17:39

Ich mach auch fast Alles zweilagig. Man muss sich sehr viel mehr
ueberlegen, es dauert laenger, und braucht mehr Platz. Im Nachhinein
denke ich mir, dass die Mehrkosten von 60..70 Euro zu einem 4 Lagigen
eine Sinnvolle Investition gewesen waeren.

Zur Frage ... es wird schon gehen mit nur zwei Lagen.
Autor: Martin L. (mla)
Datum: 12.05.2008 22:10

Man braucht aber auch ein Programm mit dem man 4-lagige Platinen
entwirft. Mit der kostenlosen Eagle-Version geht das z.B. nicht. Und
auch nicht mit anderen "Bastlerlizenzen" von besserer Layoutsoftware.

Viele Grüße,
 Martin l.
Autor: Christoph Kessler (Firma db1uq) (christoph_kessler)
Datum: 13.05.2008 09:34

Diese Version kann 4 Layer:
http://www.cadsoft.de/nonprofit.htm
"Die Non-Profit-Lizenz ist eine Ein-Benutzer-Lizenz die alle
Eigenschaften der Standard Edition aktiviert (beschränkt auf 4
Signal-Layer und 160x100mm Routing-Fläche) mit allen drei Modulen
(Layout+Schaltplan+Autorouter).
Der Preis für diese spezielle Lizenz beträgt EUR 125.-. "
Autor: Christoph Kessler (Firma db1uq) (christoph_kessler)
Datum: 13.05.2008 09:42

Farnell hatte den ähnlichen Tunerchip MAX2102 im Programm, wird aber
anscheinend nicht mehr RohS kompatibel angeboten, nur noch Ausverkauf:
http://www.alldatasheet.com/datasheet-pdf/pdf/7301...
http://de.farnell.com/493971/halbleiter/product.us...
11,40 €

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