Pollin Funk-AVR-Evaluationsboard
Aufbau
Nichts besonderes zu vermelden. Für einen Ungeübten (mich) hat es ca. 2 h gedauert. Gegen Ende der Löterei lies meine Konzentration nach und ich musste ein paar Lötstellen mit Entlötlitze nachbehandeln. Besser eine Pause machen.
Funktionstests
Nach der genauen Betrachtung mit einer Lupe und keinen Auffälligkeiten wurde eine 9V Gleichspannung an die Klemme J5 angelegt. LED NETZ leuchtet. LED1 und LED2 sind aus. Mein Netzteil kann den Strom anzeigen. Folgende Werte wurden beobachtet:
- ca. 20 mA bei AVR nicht eingesetzt, MAX232 nicht eingesetzt
- ca. 22 mA bei AVR nicht eingesetzt, MAX232 nicht eingesetzt, RESET gedrückt
- ca. 25 mA bei AVR nicht eingesetzt, MAX232 eingesetzt
- ca. 26 mA bei AVR nicht eingesetzt, MAX232 eingesetzt, RESET gedrückt
- ca. 30 mA bei ATmega8 eingesetzt, MAX232 eingesetzt
Einstellung der Taktquelle
Die folgenden Kommandozeilen beziehen sich auf einen Windows PC.
Parallelport ISP Typ STK200
ATmega8 Fuses lesen
@echo off echo Parallelport ISP Typ STK200 echo Lese ATmega8 Fuses d:\winavr\bin\avrdude -v -p atmega8 -c stk200 -P lpt1
Die Schnittstelle LPT1 ist an die verwendete Schnittstelle auf dem PC anzupassen. Ebenso der Pfad zu dem Programm avrdude.exe.
Siehe auch
- AVR Fuses
- AVRDUDE
- AVR Fuse Calculator von Mark Hämmerling. In den dortigen Default-Einstellungen ist der Watchdog aktiviert. Lässt man das so, funktioniert das Programm Blinky (s.u.) nicht wie erwartet: Nur LED2 zappelt, LED1 ist meist aus, weil vor dem Umschalten von LED1 der Watchdog den Atmega8 resettet, d.h. das Programm von neuem starten lässt.
ATmega8 1 MHz RC
@echo off echo Parallelport ISP Typ STK200 echo Setze ATmega8 Fuses auf 1 MHz interner RC-Oszillator d:\winavr\bin\avrdude -v -p atmega8 -c stk200 -P lpt1 -U lfuse:w:0xC1:m -U hfuse:w:0xD9:m
ATmega8 12 MHz Quarz
Wenn das Board nach Anleitung aufgebaut wurde, d.h. in Q2 der 12,000 MHz Quarz eingesetzt wurde, kann man den ATmega8 auf max. 12 MHz einstellen:
@echo off echo Parallelport ISP Typ STK200 echo Setze ATmega8 Fuses auf 12 MHz Quarz d:\winavr\bin\avrdude -v -p atmega8 -c stk200 -P lpt1 -U lfuse:w:0x2F:m -U hfuse:w:0xD9:m
Serieller ISP auf dem Board
ATmega8 Fuses lesen
@echo off echo Serieller ISP auf dem Board echo Lese ATmega8 Fuses d:\winavr\bin\avrdude -v -p atmega8 -c ponyser -P com1
Die Schnittstelle COM1 ist an die verwendete Schnittstelle auf dem PC anzupassen. Wichtig ist, dass kein zusätzlicher Parallelport-ISP angeschlossen ist. Wenn doch, wird der Atmega8 nicht erkannt!
ATmega8 1 MHz RC
@echo off echo Serieller ISP auf dem Board echo Setze ATmega8 Fuses auf 1 MHz interner RC-Oszillator d:\winavr\bin\avrdude -v -p atmega8 -c ponyser -P com1 -U lfuse:w:0xC1:m -U hfuse:w:0xD9:m
ATmega8 12 MHz Quarz
Wenn das Board nach Anleitung aufgebaut wurde, d.h. in Q2 der 12,000 MHz Quarz eingesetzt wurde, kann man den ATmega8 auf max. 12 MHz einstellen:
@echo off echo Serieller ISP auf dem Board echo Setze ATmega8 Fuses auf 12 MHz Quarz d:\winavr\bin\avrdude -v -p atmega8 -c ponyser -P com1 -U lfuse:w:0x2F:m -U hfuse:w:0xD9:m
Programm ins Flash-ROM schreiben
Im folgenden wird angenommen, dass die zu programmierende Datei im iHEX-Format unter dem Namen atmega8.hex im aktuellen Verzeichnis befindet.
Parallelport ISP Typ STK200
@echo off echo Parallelport ISP Typ STK200 echo Programmiere Atmega8 Flash-ROM mit Datei atmega8.hex d:\winavr\bin\avrdude -p atmega8 -c stk200 -P lpt1 -e -U flash:w:atmega8.hex
Serieller ISP auf dem Board
@echo off echo Serieller ISP auf dem Board echo Programmiere Atmega8 Flash-ROM mit Datei atmega8.hex d:\winavr\bin\avrdude -p atmega8 -c ponyser -P com1 -e -U flash:w:atmega8.hex
Beispielprogramme
Blinky
Die beiden LED LED1 und LED2 auf dem Board sollen im 1s Takt wechselweise An und Aus gehen.
Die beiden On-board-LEDs sind active-high geschaltet, d.h. wenn am Pin des AVR ein logische 1 (HIGH Pegel) ausgegeben wird, leuchtet die LED. Wird eine logische 0 (LOW Pegel) ausgegeben, leuchtet die LED nicht. Das ist andersrum als im AVR Tutorial.
<c> /*
Atmega8 Pollin Funk-AVR-Evaluationsboard v1.1
Project -> Configuration Options in AVR Studio: Frequency: 1000000 bzw. 12000000 Optimization: -Os
- /
- include <avr/io.h>
- include <util/delay.h>
// LEDs sind active-high geschaltet
- define LED_AN(LED) (PORTD |= (1<<(LED)))
- define LED_AUS(LED) (PORTD &= ~(1<<(LED)))
- define LED_TOGGLE(LED) (PORTD ^= (1<<(LED)))
- define LED1 PD6
- define LED2 PD5
- define TASTER PB1
int main(void) {
DDRB &= ~(1<<TASTER); // Port B: Eingang für Taster DDRD |= (1<<LED1) | (1<<LED2); // Port D: Ausgang für LED1 und LED2
// Anfangseinstellung LED_AN(LED1); LED_AUS(LED2);
while(1)
{
_delay_ms(1000); // Wert 1000 erlaubt ab avr-libc 1.6
LED_TOGGLE(LED1);
LED_TOGGLE(LED2);
}
} </c>
Tasty
Wenn der On-board-Taster TASTER1 nicht gedrückt ist (Ruhezustand), soll die LED1 leuchten und LED2 soll nicht leuchten. Solange der User den Taster TASTER1 gedrückt hält, soll sich der Zustand der LEDs umkehren.
Der On-board-Taster TASTER1 ist ebenfalls active-high (siehe AVR-GCC-Tutorial) geschaltet, d.h. wenn der Taster geschlossen ist, liegt am Pin PB1 des AVR eine logische 1 (HIGH Pegel) an. Ist der Taster offen, liegt eine eine logische 0 (LOW Pegel) an. Das ist andersrum als im AVR Tutorial.
<c>
/*
Atmega8 Externer Quarz-Oszillator: 12 MHz
Pollin Funk-AVR-Evaluationsboard v1.1
- /
- include <avr/io.h>
- include <util/delay.h>
// LEDs sind high-active geschaltet
- define LED_AN(LED) (PORTD |= (1<<(LED)))
- define LED_AUS(LED) (PORTD &= ~(1<<(LED)))
- define LED_TOGGLE(LED) (PORTD ^= (1<<(LED)))
- define LED1 PD6
- define LED2 PD5
// TASTER ist high-active geschaltet
- define TASTER PB1
- define TASTER_GEDRUECKT() (PINB & (1<<TASTER))
int main(void) {
DDRB &= ~(1<<TASTER); // Port B: Eingang für Taster DDRD |= (1<<LED1) | (1<<LED2); // Port D: Ausgang für LED1 und LED2
while(1)
{
if (!TASTER_GEDRUECKT())
{
// Taster ist nicht (!) gedrückt
LED_AN(LED1);
LED_AUS(LED2);
}
else
{
// Taster ist gedrückt
LED_AUS(LED1);
LED_AN(LED2);
}
}
}
</c>
2-Bit Zähler
Jeder Tastendruck auf TASTER1 soll eine Variable um Eins hochzählen. Der Inhalt der unteren beiden Bits der Zählvariable soll mit den beiden LEDs angezeigt werden.
Das Hochzählen darf nur erfolgen, wenn ein Wechsel von Offen nach Geschlossen stattfindet. Das Programm muss also berücksichtigen, ob ein Wechsel von "Taster offen" zu "Taster geschlossen" stattfindet und ob der Taster in einer Position gehalten wird.
Mit diesem Beispiel kann man grob feststellen, ob der TASTER1 auf dem Board zum Prellen neigt, d.h. wenn sich der Zählerstand nicht wie gewollt pro Tastendruck um Eins erhöht und ob deshalb eine spezielle Routine zur Entprellung erforderlich ist.
Mein Board zeigt bei diesem Programm keine Neigung zum Prellen. Die vorhandenen Hardwareentprellung über einen Tiefpassfilter mit C17 330 nF zwischen Taster und GND erfüllt ihren Zweck.
<c>
/*
Atmega8 Externer Quarz-Oszillator: 12 MHz
Pollin Funk-AVR-Evaluationsboard v1.1
- /
- include <avr/io.h>
- include <util/delay.h>
// LEDs sind high-active geschaltet
- define LED_AN(LED) (PORTD |= (1<<(LED)))
- define LED_AUS(LED) (PORTD &= ~(1<<(LED)))
- define LED_TOGGLE(LED) (PORTD ^= (1<<(LED)))
- define LED1 PD6
- define LED2 PD5
// TASTER ist high-active geschaltet
- define TASTER PB1
- define TASTER_GEDRUECKT() (PINB & (1<<TASTER))
- define TASTE_AUF 0
- define TASTE_ZU 1
void ausgabe(uint8_t wert) {
if (wert & (1<<0)) // Bit 0 LED_AN(LED1); else LED_AUS(LED1);
if (wert & (1<<1)) // Bit 1 LED_AN(LED2); else LED_AUS(LED2);
}
int main(void) {
uint8_t alter_tastenzustand; uint8_t zaehler = 0;
DDRB &= ~(1<<TASTER); // Port B: Eingang für Taster DDRD |= (1<<LED1) | (1<<LED2); // Port D: Ausgang für LED1 und LED2
while(1)
{
ausgabe(zaehler);
if (TASTER_GEDRUECKT() && (alter_tastenzustand == TASTE_AUF))
{
// Wechsel von OFFER nach GESCHLOSSEN
zaehler++;
alter_tastenzustand = TASTE_ZU;
}
if (!TASTER_GEDRUECKT())
alter_tastenzustand = TASTE_AUF;
}
}
</c>
(Wird fortgesetzt)