Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Lehrbuch für Elektroniker (Automatisierungstechnik) gesucht


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von Matthias B. (neo_1)


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Moin Jungens und Mädels,

nach meinem Fehltritt vor einem Jahr(:D) kommt nun endlich mein 2. 
Beitrag. Ich bin mitten in der Umschulung zum Elektroniker für 
Automatisierungstechnik (Industrie) und ja.... nach wenigen Monaten hat 
sich Ernüchterung eingestellt. Kurz, die Ausbildung in der Einrichtung 
ist unter aller Sau.

Als Autodidakt ist das zum Glück kompensierbar, auch dank der teils 
ausstudierten Kollegen(Elektrotechniker, Physiker, Ingenieur und 3 
Elektroniker). Aber da alle Flüchtlinge sind, verpasst die Sprache dem 
wieder einen Dämpfer. Deshalb meine Frage:

Könnt ihr mir gescheite Lehrbücher/alternative Lehrmittel empfehlen die 
für Elektroniker gedacht sind? Es muss NICHT Automatisierungstechnik 
sein. Und es muss kein Kindergartenniveau sein wie bei diesem teils 
fehlerhaften "BFE Media" Zeug. Wichtige Schwerpunkte sind vor Allem 
alles was Wechselspannungstechnik betrifft. Sprich die Grundlagen dazu, 
3 Phasen Wechselspannung, Antriebstechnik etc. .

Wir arbeiten mit dem "Fachkunde Elektrotechnik" Buch vom Europaverlag, 
welches gut ist, aber doch nicht alles vollständig abdeckt. Es darf auch 
älter sein, bloß Vollständig und didaktisch gut aufbereitet sollte es 
sein.

Immer her damit.
Grüße,
Neo

: Bearbeitet durch User
von Brutzler (Gast)


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Kein Buch ist vollständig. Das Fachkunde Elektrotechnik mit Tabellenbuch 
ist schon ein guter Anfang. Dann vielleicht noch den Moeller, Grundlagen 
der Elektrotechnik. Es ist eher theoretisch. Ich weiß ja nicht was du 
genau suchst. Wird in Technikerschulen benutzt. Zu Drehstrom und 
Zeigerdiagrammen gibts auch viele Youtube-Videos und Skripte.

von Lothar M. (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Matthias B. schrieb:
> die für Elektroniker gedacht sind?
Dein Problem ist, dass du in deiner Ausbildung eigentlich kaum was mit 
Elektronik im Sinne von "ICs, Transistoren, Widerstände, Kondensatoren, 
usw" zu tun hast, sondern eigentlich mit Elektrik im Sinne von 
"Netzspannung, Motoren, Sensoren, Schütze, Kabelquerschnitte, usw".

Du hast also 2 Aspekte:
1. die Technik an sich   und
2. die Normen und Vorschriften dazu.

Denn wenn ein Elektroniker auf seiner Leiterplatte 10A über 0,5mm² 
fließen lässt und sich dabei kein graues Haar macht, wirst du sicher 
eine Vorschrift finden, dass du das als Elektriker natürlich nicht 
darfst. Und dann kommen noch Isolationsarten und Verlegearten und 
wasweißich für ein Klimbim dazu.

Also solltest du eher nach Literatur für Elektriker fragen.

Matthias B. schrieb:
> nach wenigen Monaten hat sich Ernüchterung eingestellt.
Ja, so ist das, wenn man verliebt heiratet.

> Kurz, die Ausbildung in der Einrichtung ist unter aller Sau.
Vermutlich ist die Ausbildung in anderen Betrieben nicht so arg viel 
anders. Denn sonst hätte es noch kein Lehrling dieses Unternehmens zum 
Abschluss geschafft.

> Aber da alle Flüchtlinge sind, verpasst die Sprache dem wieder einen
> Dämpfer.
Nutze die Chance: lerne eine Fremdsprache... ;-)

von Mark (Gast)


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Matthias B. schrieb:
> Als Autodidakt ist das zum Glück kompensierbar, auch dank der teils
> ausstudierten Kollegen(Elektrotechniker, Physiker, Ingenieur und 3
> Elektroniker).

Was haben Ingenieure und Physiker in einer Berufsschule zu suchen?

Matthias B. schrieb:
> Und es muss kein Kindergartenniveau sein wie bei diesem teils
> fehlerhaften "BFE Media" Zeug. Wichtige Schwerpunkte sind vor Allem
> alles was Wechselspannungstechnik betrifft. Sprich die Grundlagen dazu,
> 3 Phasen Wechselspannung, Antriebstechnik etc. .

Wenn du kein "Kindergartenniveau" willst, bist du in der Berufsschule 
falsch. Mach wenigstens den staatlich geprüften Techniker. Besser wäre 
ein richtiges Studium.

Also mir ist echt nicht klar, welches Niveau du wirklich suchst.

von Thomas B. (thomas2)


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Für die Facharbeiterausbildung sind die Bücher aus dem Europa-Verlag 
schon das richtige, alternativ gibt es auch vergleichbare von Westermann 
und Christiani.

"Fachkunde Elektrotechnik" ist für deine Fachrichtung wahrscheinlich 
nicht ganz passend, eigentlich wäre dafür "Fachkunde Industrieelektronik 
und Informationstechnik" gedacht. Die Grundlagenkapitel sind aber 
gleich.

Was die Wechselspannungstechnik betrifft, die brauchst du als EAT eher 
weniger als EFEG oder EBT, die Berufsschulbücher müssen da auf jeden 
Fall reichen. Zusätzlich zum Fachkundebuch empfiehlt sich vielleicht 
noch das "Rechenbuch Elektrotechnik" aus dem Europa-Verlag. 
Weiterführende Bücher haben mathematisch ein ganz anderes Niveau, das 
macht keinen Sinn.

Für Fachpraxis gibts dann noch "Praxis Elektrotechnik" ebenfalls aus dem 
Europa-Verlag.

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von Matthias B. (neo_1)


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Watn hier los? :D Von Buch zu Borno... nenene.

Erstmal zum wesentlichen.

Das Buch von Moeller lag in älterer Version in der Bildungseinrichtung 
rum und ja, das ist so ziemlich genau das was ich gesucht habe. Niveau 
ist exakt so, wie ich es mir gewünscht habe! Die anderen versuche ich 
über die Bibliothek zu finden oder Kleinanzeigen.
Formelbücher habe ich das von Christiani und Tabellen MAX von 
Westermann. Letzteres bevorzuge ich.



OT:(würde ich gerne Spoilern.... da ich es jetzt vollständig erkläre)
Ich dachte alles wichtige zu den Umständen gesagt zu haben... daher 
nochmal genauer:

Ich mache eine Umschulung in einer privaten Bildungseinrichtung mit (nun 
ehemals) gutem Ruf. Nix mit Betrieb... außer das 9 monatige Praktikum am 
Ende. Ein Bekannter war dort, und hat es sehr gelobt, allerdings ist 
dies schon länger her. Es gab einen fast vollständigen Wechsel der 
Angestellten seitdem... naja und jetzt ist es soweit, dass die Anzahl 
der Bewerber für den nächsten Jahrgang entscheidet, ob die Abteilung 
geschlossen wird.  Deshalb steht auch ein Umzug ins Nachbarhaus an wegen 
Kosten.

Bis auf eine Person haben ALLE (inklusive mir) einen sehr schweren 
Lebensweg hinter sich, dies führt zu der ungewöhnlichen Konstellation. 7 
Flüchtlinge (5 Syrer, 1 Marrokaner, 1 Iraker) sind es, bis auf den 
Marrokaner sind alle wegen Krieg hier gelandet.  Jeder hat über 5 Jahre 
in Deutschland wirklich alles versucht, keiner hat Arbeit gefunden. 
Integration sowas von am Arsch!

Was mich betrifft, schwerste Kindheit, hat exakt 25 Jahre meines Lebens 
gekostet. Nun bin ich in den mitdreißigern, zwar vollständig genesen, 
aber mehr als ein Scherbenhaufen ist das Leben (und der Lebenslauf) 
nicht. Abiprüfung hatte ich nicht bestanden und selbst wenn, ein Studium 
dauert zu lang. Ich möchte ne Familie gründen und auch mal leben. 
Deshalb diese Entscheidung. 28 Monate dauerts insgesamt, 9 sind rum. 
Guter Deal.
Ja einen Techniker habe ich ins Auge gefasst, blos drankommen. Selber 
zahlen und außerhalb der Arbeit wird schwierig... spätestens mit 
Familie. Berufsakademie wäre ein Traum... da würde ich bei Möglichkeit 
doch drüber nachdenken.

Kotzmodus an

Was das Kindergartenniveau betrifft... LESEN! Ich bezog es auf BFE 
MEDIA. Das ist wahrer Kindergarten!!! Und jetzt füge ich es doch an - 
auf diesem Niveau wird auch gelehrt, da dieser Schrott gerne von den 
Ausbildern/Lehrern genutzt wird. Und ja - auch ohne dieses Zeug, wird 
nicht gelehrt sondern präsentiert. Die sind an das wirklich 
unterirdische Niveau aller anderen Gruppen vor uns einfach gewöhnt. (Zur 
Erinnerung - alle haben schwere Lebenswege hinter sich... da bleibt 
einiges auf der Strecke) Es geht nicht ums verstehen, sondern 
ausschließlich darum auswendig zu lernen. Allerdings sind einige Lehrer 
auch von Natur aus so. Auf eine Entscheidungsfrage kommen ungelogen 50 
Sätze!! Wäre ich in der anderen Gruppe, würde ich komplett am Rad 
drehen, wie der einzige studierte aus deren Gruppe, der sich regelmäßig 
über deren Niveau und auch Motivation bei mir auskotzt.

Ein Beispiel noch, wie unfähig die Ausbilder sind:

Bei SPS arbeiten wir mit TIA-Portal, es wird ausschließlich mit FUP 
gearbeitet. Als ich aus langer Weile mit SCL angefangen habe, wurde mir 
dies UNTERSAGT!!!! Gut, LAN Verbindung getrennt und weitergemacht, bis 
ein riesen Anschiss kam :)))) Ich so - hier Ihre 7 Segment Anzeige in 
SCL, ist n "bisschen" kürzer als in FUP. "Oh", Ich: "Hätten Sie 
Interesse, ich würde es gerne erklären". "Gerne" Hab ich getan. Er: 
"Schön" Der hat nix gerafft. Der kam im Fup schon nicht drauf klar, dass 
es viel kürzer ist, subtraktiv zu arbeiten - sprich die Segmente 
auszuschalten die nicht gebraucht werden, als die benötigen 
einzuschalten. Junge junge junge...


Zu guter letzt:
Mark schrieb:
> Wenn du kein "Kindergartenniveau" willst, bist du in der Berufsschule
> falsch. Mach wenigstens den staatlich geprüften Techniker. Besser wäre
> ein richtiges Studium.
Ganz ehrlich, das es so etwas gibt, verschlägt mir immer noch die 
Sprache. Wie konnte ich nur so dumm sein!!!!


Kotzmodus aus


Inhaltlich ist es richtig, im Beruf braucht man vieles dieser 
theoretischen Themen eher weniger, aber da wir, Zitat der Ausbilder: 
"Nur auf die IHK Prüfung" vorbereitet werden, sollte man für einen guten 
Abschluss schon eher diesen Stoff verstehen, als auswendig zu lernen. 
Mich interessiert das alles aber sehr, von daher lerne ich gerne 
freiwillig weit über das hinaus, was verlangt wird.


Over and out.
Neo

: Bearbeitet durch User
von Thomas B. (thomas2)


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Matthias B. schrieb:
> Was das Kindergartenniveau betrifft... LESEN! Ich bezog es auf BFE
> MEDIA. Das ist wahrer Kindergarten!!! Und jetzt füge ich es doch an -
> auf diesem Niveau wird auch gelehrt

Das ist nicht nur bei euch so, das ist in richtigen Ausbildungsbetrieben 
und Berufsschulen nicht viel anders. Ob man es nun als Kindergarten 
bezeichnen will oder nicht: das ist nun mal das Niveau, auf dem die 
Facharbeiterausbildung stattfindet. Mit einem höheren Niveau könnte der 
Großteil der Auszubildenden auch nichts anfangen. Und ein höheres Niveau 
wird für die spätere Berufstätigkeit auch nicht gebraucht.

Ich fürchte, du bist für diesen Beruf ungeeignet, da völlig 
überqualifiziert und übermotiviert. Warum du mit so einer Motivation das 
Abi nicht bestanden hast, verstehe ich dann aber nicht, vielleicht 
solltest du eher das nochmal versuchen. Einen Arbeitsplatz in der 
deutschen Industrie wirst du in den nächsten Jahren ohnehin kaum 
bekommen, zumindest keinen, wo du von der Bezahlung leben kannst. In der 
nächsten Zeit wird mehr entlassen werden als eingestellt.

von Gunnar (Gast)


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Thomas B. schrieb:
> Warum du mit so einer Motivation das Abi nicht bestanden hast, verstehe
> ich dann aber nicht,

Weil man im Gymnasium einen Haufen Schwachsinn machen muss, das 
intelligente Leute nicht interessiert. Ich hatte zu Glück die notwendige 
Leidensfähigkeit, aber das schafft eben nicht jeder.

Thomas B. schrieb:
> Einen Arbeitsplatz in der deutschen Industrie wirst du in den nächsten
> Jahren ohnehin kaum bekommen,

Momentan ist die Lage für Bewerber sehr gut. Kann sich natürlich wieder 
ändern.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Gunnar schrieb:
> Weil man im Gymnasium einen Haufen Schwachsinn machen muss, das
> intelligente Leute nicht interessiert.

Nein. Ich finde es gerade gut, dass dieser Abschluss zur Hochschulreife 
relativ breit angelegt ist, daher heißt er auch allgemeine 
Hochschulreife. Danach kann man sich in einem Studium gerne 
spezialisieren, aber der Lehrstoff bis zum Abitur ist sehr wertvoll für 
eine vernünftige Allgemeinbildung, damit man sich nicht überall als 
Fachidiot blamiert.

von Matthias B. (neo_1)


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Thomas B. schrieb:
> Ich fürchte, du bist für diesen Beruf ungeeignet, da völlig
> überqualifiziert und übermotiviert. Warum du mit so einer Motivation das
> Abi nicht bestanden hast, verstehe ich dann aber nicht, vielleicht
> solltest du eher das nochmal versuchen.
Äußerlich betrachtet, absolut. Aber neben der Vergangenheit, gibts auch 
eine Erkrankung, die leider dafür sorgt, das ich diese Leistung nicht 
konstant erbringen kann. In diesen Tälern wäre ein Studium nicht zu 
schaffen, aber für diesen Beruf langt es dann trotzdem. Ist hart, aber 
meine Realität.

Wenn die Medikation in ein paar Monaten endlich fertig eingestellt ist, 
dann könnte man drüber reden... oder eher nicht, da wie gesagt 
Familienwunsch besteht und ich damit nicht mehr ewig warten will.

Wie gesagt Techniker setze ich alles dran oder BA Studium bei 
Möglichkeit.

Achso und Abi hat deshalb nicht geklappt, weil da die Vergangenheit 
unbearbeitet war und niemand von der Erkrankung wusste. Ich bin damals 
sowas von durchs Leben getaumelt.. naja egal, nicht zu ändern.

Jetzt mache ich es richtig.

Aso und weil ich aus Thüringen komme, gabs 2006 noch die Problematik, 
das ich den schulischen Teil der Fachhoschulreife NICHT bekommen habe. 
Da Thüringen, Sachsen und Bayern dies abgelehnt haben. Wenige Jahre 
später hat Thüringen dies erlaubt. Trotzdem gilt für mich bis heute der 
Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2006. Das notwendige Praktikum 
fürs Fachabi hatte ich auch innerhalb der vorgeschriebenen 8 Jahre nach 
Abi gemacht.

Tja so ist das eben im Leben. Ich habs akzeptiert.

Gunnar schrieb:
> Momentan ist die Lage für Bewerber sehr gut. Kann sich natürlich wieder
> ändern.
Korrekt. Ist ein Mangelberuf. Und selbst wenn nicht, das einzig gute an 
der Bildungseinrichtung sind ihre Kontakte in die Wirtschaft, geht bis 
zum Fraunhofer Institut. Einen Job hab ich absolut sicher im Anschluss.

Ich setze alles an SPS, das fordert genug heraus und macht echt Spaß. 
Ich sammle schon Firmen, wo es bekannt ist, das dies im Beruf dann auch 
eine Haupttätigkeit sein wird. Also ist bestätigt.

Das wird schon. ;)

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7114052 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Robert K. (Firma: Zombieland) (rko)


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Matthias B. schrieb:
> Kotzmodus aus
>
> Inhaltlich ist es richtig, im Beruf braucht man vieles dieser
> theoretischen Themen eher weniger, aber da wir, Zitat der Ausbilder:
> "Nur auf die IHK Prüfung" vorbereitet werden, sollte man für einen guten
> Abschluss schon eher diesen Stoff verstehen, als auswendig zu lernen.
> Mich interessiert das alles aber sehr, von daher lerne ich gerne
> freiwillig weit über das hinaus, was verlangt wird.
>
> Over and out.
> Neo

Du kannst hier nichts erwarten - die Buchempfehlungen werden hier nicht 
kommen, weil die angeprochenen Leute im Forum in der Regel auch gar 
nicht mehr lesen ... das war früher mal.
Da ist nur noch "i share gossip" voll im Trend und genauso geht die 
Elektronik den Bach runter.
Letztendlich mußt Du die Lösung selbst finden und so schwierig ist es ja 
nun auch nicht?

von Senf D. (senfdazugeber)


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Matthias B. schrieb:
> Äußerlich betrachtet, absolut. Aber neben der Vergangenheit, gibts auch
> eine Erkrankung, die leider dafür sorgt, das ich diese Leistung nicht
> konstant erbringen kann.

Was ist das denn für eine Erkrankung genau? Das klingt ja sehr 
mysteriös.

von Gunnar (Gast)


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Senf D. schrieb:
> Gunnar schrieb:
>> Weil man im Gymnasium einen Haufen Schwachsinn machen muss, das
>> intelligente Leute nicht interessiert.
>
> Nein. Ich finde es gerade gut, dass dieser Abschluss zur Hochschulreife
> relativ breit angelegt ist, daher heißt er auch allgemeine
> Hochschulreife.

Die Frage dabei ist, was man zu Allgemeinbildung zählt und was zu 
nutzlos auswendig gelerntem Wissen oder einfach zu Zeitverschwendung 
zählt, und vor allem welchen Umfang man welchen Themen gewährt. Man kann 
ja gerne sehr vieles mal anreißen. Ich finde, in Deutschland haben die 
MINT-Fächer ein zu geringes Gewicht. Dass es in manchen Bundesländern 
überhaupt eine Diskussion über ein Informatik-Pflichtfach gibt, ist 
schon ein Skandal. Dass man Mathe und Physik nur bis zur 10. oder 11. 
Klasse (war in meiner Zeit so an gmeinbildenden Gymnasien, ich weiß 
nicht genau wie es aktuell ist) belegen muss ist genauso schlimm. 
Genauso dass die Schüler viel zu viel Zeit für die Palaberfächer für 
Nacharbeiten und Hausaufgaben verschwenden müssen. Während der 
Zeitaufwand für die MINT-Fächer minimal ist. Auch jemand der später als 
Journalist tätig ist, oder in der Verwaltung arbeitet, sollte Mathe und 
Physik bis zum Abi gelernt haben. Ich selbst bin dann in Hessen auf ein 
berufliches Gymnasium gegangen. Der Abschluss ist die Allgemeine 
Hochschulreife, aber man musste Elektrotechnik und Mathe als 
Leistungsfach nehmen und es gab noch weitere Pflichfächer mit Bezug zu 
Elektrotechnik. Leider gab es ab der 12. Klasse keine Chemie mehr. Es 
gab bei uns auch noch die Möglichkeit, statt Elektrotechnik den 
Schwerpunkt auf Maschinenbau oder auf Wirtschaft zu legen. Ganz schlecht 
fand ich aber, dass ich selbst absolut nichts zum Thema Wirtschaft und 
Recht lernen musste. Denn das sind Dinge die wirklich in jede Schulform 
gehören.

von Matthias B. (neo_1)


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Senf D. schrieb:

> Was ist das denn für eine Erkrankung genau? Das klingt ja sehr
> mysteriös.

Weist garn nicht wie recht du mit der Formulierung hast. Das ist das 
sehr seltene Bornfieber.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Matthias B. schrieb:
> Senf D. schrieb:
>
>> Was ist das denn für eine Erkrankung genau? Das klingt ja sehr
>> mysteriös.
>
> Weist garn nicht wie recht du mit der Formulierung hast. Das ist das
> sehr seltene Bornfieber.

Google kann mit dem Begriff nichts anfangen.

Wie dem auch sei, ich wünsche dir viel Erfolg als SPS-Programmierer. Das 
ist ein Beruf, für den man sich nicht schämen muss, und leben sollte man 
davon in Deutschland auch können.

von Matthias B. (neo_1)


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Senf D. schrieb:

> Google kann mit dem Begriff nichts anfangen.

Das sollte ein Witz sein. Hint 2 wäre das Bautzner Fieber gewesen :P Die 
Formulierung mit dem Mysteriös hat so gewirkt als gehörst du auch zu 
diesem speziellen Klientel hier...

Senf D. schrieb:

> Wie dem auch sei, ich wünsche dir viel Erfolg als SPS-Programmierer. Das
> ist ein Beruf, für den man sich nicht schämen muss, und leben sollte man
> davon in Deutschland auch können.

Genau so sehe ich das auch. Zumal ich sicherlich in irgend einer Weise 
noch etwas mehr daraus machen werde. Wichtig war nur, endlich einen Weg 
zu beschreiten. Das habe ich nun und ziehe es auch durch.

von Matthias B. (neo_1)


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Gunnar schrieb:
> Momentan ist die Lage für Bewerber sehr gut. Kann sich natürlich wieder
> ändern.

Wann war das denn mal DEUTLICH anders als Automatisierungstechniker nix 
zu bekommen? Gabs das wirklich mal, dass man damit keinen Job gefunden 
hat?!?

von Max Mustermann (Gast)


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Matthias B. schrieb:
> Wann war das denn mal DEUTLICH anders als Automatisierungstechniker nix
> zu bekommen? Gabs das wirklich mal, dass man damit keinen Job gefunden
> hat?!?

So um 2000-2010.

von Matthias B. (neo_1)


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Oh, ok.

Zum Glück hat sich das Blatt gewendet. Und so wie ich das verstehe, 
sollte der Bedarf in der Zukunft weiter steigen, so dass es hoffentlich 
nicht nochmal so kommt.
Klar wenn es wieder viel zu viele machen dann nicht...

Aber bei der abgedrehten Youtube Generation bin ich da ganz 
hoffnungsvoll. Hinter die Technik schauen die überhaupt nicht mehr.

von Senf D. (senfdazugeber)


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Matthias B. schrieb:
> Aber bei der abgedrehten Youtube Generation bin ich da ganz
> hoffnungsvoll. Hinter die Technik schauen die überhaupt nicht mehr.

Ja, das Problem sehe ich auch. Es ist offenbar häufig gar nicht mehr von 
Interesse wie etwas technisch funktioniert, es fehlt entweder die 
Neugier oder ein technisches Grundverständnis bei der jungen Generation. 
Sehr bedauerlich.

von Toxic (Gast)


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Matthias B. schrieb:
> Könnt ihr mir gescheite Lehrbücher/alternative Lehrmittel empfehlen die
> für Elektroniker gedacht sind?

Probier das hier:
Mehrere Baende.All pdfs sind sauber geliedert und kostenlos.Laesst sich 
auch auf Android per apk installieren.
https://www.ibiblio.org/kuphaldt/electricCircuits/

Das Ganze ist auf Englisch.

von ADHSBoy2001 (Gast)


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Matthias B. schrieb:
> Aber bei der abgedrehten Youtube Generation bin ich da ganz
> hoffnungsvoll. Hinter die Technik schauen die überhaupt nicht mehr.

Youtube war gestern, jetzt ist Tiktok angesagt. Alles, was man nicht in 
einem 10-sekündigen Clip mitteilen kann, ist zu kompliziert. OK, wenn 
eine vollbusige Dame eingeblendet ist, sind es vielleicht sogar 20 
Sekunden.

von Schweinehoden (Gast)


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Ihr täuscht euch wenn ihr glaubt dass doofland nochmal auf die Beine 
kommt. China wird euch gnadenlos aufkaufen für peanuts und alles was 
nicht niet undnagelfest ist ins Reich der Mitte heim holen.

Ihr habt alle den guten Adolf nie verstanden. In dieser Welt muss man 
fressen oder man wird gefressen. Jetzt kommen auch noch Millionen Syrer 
und Ukrainer die euch die letzten brotkrümel bei der Tafel streitig 
machen werden.

von Matthias B. (neo_1)


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Toxic schrieb:

> Probier das hier:
> Mehrere Baende.All pdfs sind sauber geliedert und kostenlos.Laesst sich
> auch auf Android per apk installieren.
> https://www.ibiblio.org/kuphaldt/electricCircuits/
>
> Das Ganze ist auf Englisch.

Oh, das gefällt mir. Auch wenn Englisch nicht mein Steckenpferd ist, da 
beiß ich mich durch.

Vielen Dank!


Senf D. schrieb:
> es fehlt entweder die
> Neugier oder ein technisches Grundverständnis

Exakt und meine persönliche Ansicht zu den Gründen:

Wer in den 80/90ern(maximal noch frühe 2000er Jahre) aufgewachsen ist, 
hat die bedeutendsten Entwicklungen(bzw. Veröffentlichungen) in der 
Technik für den Konsumerbereich hautnah miterleben dürfen/können. Im 
Grunde der Wandel von analoger Technik zur digitalen. Vom Walkman- zum 
Discman- zum Mp3 Player. Von VHS zur DVD, von analoger Fotografie zur 
Digicam etc. .
Besonders im PC Bereich war in meinem Umfeld so ein Wahn ausgebrochen 
immer mehr Leistung rauszuholen. Es wurde geschraubt und experimentiert. 
Im Fall vom RAM hat man dann ganz schnell die Wirkung von Spannung 
begriffen, wenn er einem beim OC durchgebrutzelt ist. :D

Am Beispiel vom PC schrauben sehe ich es am deutlichsten - die jungen 
Menschen konnten durch das Basteln direkten Einfluss auf ihr Komsumgut 
vornehmen, um das Erlebnis weiter zu steigern. Besser geht es nicht.

Tja und dann war es irgendwann damit vorbei.

Für mich gab es noch einmal so einen kurzen Moment, nämlich als all 
diese Entwicklungen durch Verkleinerung zusammen kombiniert und in einem 
sehr kleinen flachen Quader gesteckt wurden - das Smartphone.

Die Zeit wo das S2/S3 von Samsung erschienen sind, also da ging es teils 
nochmal ordentlich ab mit Basteln, wenn auch nicht mehr an der Hardware 
sondern am OS/Software.




Und heute?
Da entscheidet nicht mehr das Basteln sondern das Geld. Und WLAN ist 
eine Banane und keine organische Substanz, welche aus den Grundelementen 
aufgebaut ist.




ADHSBoy2001 schrieb:

> Youtube war gestern, jetzt ist Tiktok angesagt. Alles, was man nicht in
> einem 10-sekündigen Clip mitteilen kann, ist zu kompliziert. OK, wenn
> eine vollbusige Dame eingeblendet ist, sind es vielleicht sogar 20
> Sekunden.

Hehe, danke fürs Abnehmen der Tipparbeit.

Und n high five zu einem Leidensgenossen... , damit ist das Mysterium 
gelüftet.

Grüße
Neo

: Bearbeitet durch User

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