Hallo Leute, hier ist eine Korrektur angebracht - in eigener Sache!
die Schaltung, die ich da aufgebaut und angepriesen(?)habe, möchte ich
"zurückrufen"; außer, daß der Motor sich gedreht hat, war da nicht
viel! Das Drehmoment war mager und vor allem - die Transistoren liefen
heiß.
Ich habe jetzt - nach eingehender Lektüre der Prinzipschaltungen - eine
von diesen in die Praxis umgesetzt.
Dafür habe ich eine Schaltung verwendet, die für jede Wicklung des
bipolaren Motors 4 Transistoren verwendet, eingesetzt; die
Transistoren, die ich verwendet habe, waren vom Typ IRF540
(Power-MOS-FETS); die Schaltung ist vom Typ "Doppelbrücke";
R1 T1 T2 R2 R5 T5 T6 R6
R3 T3 T4 R4 R7 T7 T8 R8
T3,T4,T7 und T8 liegen mit ihren Sources an Masse; die Drain-Anschlüsse
liegen an den Sources der übrigen Transistoren; deren Drain-Anschlüsse
liegen über einen gemeinsamen Vorwiderstand (3 Ohm)
an der positiven Betriebsspannung (in meiner Schaltung +7.5V);
Spulenanschlüsse des Motors liegen an den Drains von T3 und T4 bzw. von
T7 und T8 (jeweils ein Transistor-Block für eine Spule);
die Gates der Transistoren T1 und T4, T2 und T3, T5 und T8 sowie T6 und
T7 werden jeweils (paarweise) über 100 kOhm -Widerstände
zusammengeführt(R1 mit R4, R2 mit R3, R5 mit R8 und R6 mit R7).
Somit sind bei Anlegen einer Spannung in Höhe der o.g. Betriebsspannung
an einen Steuereingang immer 2 diagonale Transitoren leitfähig und der
Strom fließt dann durch die Spule.
Liegt Masse-Potential an einen Steuereingang, ist das dazugehörige
Transistorpaar gesperrt und durch die Spule fließt kein Strom (Prinzip
der Brückenschaltung).
Ich habe die 4 Steuereingänge, da ich gerade nicht den passenden Chip
da hatte, erst mal über je einen Transistor BC327/40 in
Emitterschaltung (+ jeweils 10kOhm Arbeitswiderstand, Spannungsteiler
100kOhm/820kOhm)angesteuert. Die 4 Eingänge sind dann die vier 820
kOhm-Widerstände, die ich an ein 8051-System (Port 1)angeschlossen
habe. Der Spannungsteiler muß so bemessen sein, daß bei High-Pegel am
Portpin der BC327 sperrt, bei Low-Pegel leitet.
Nach dem Einschalten eines 8051er-Systems sind die Portpins auf High,
damit sind die 4 BC327-Transistoren (PNP-Transistoren) gesperrt und
damit liegen die Gates aller 8 IRF540-Transistoren (über
100kOhm+10kOhm) an Masse.
Den Motor habe ich dann zum Laufen gebracht, indem ich - zeitlich
verschoben - eine 1-0-Folge an die Pins P1.0,P1.1 bzw. P1.2, P1.3
gelegt habe, womit jeweils ein Transistorblock geschaltet wird
(diagonal je 2 Transistoren im Wechsel). Die zeitliche Verschiebung
(Phasenverschiebung)muß getestet werden. Das Programm hierfür kann mit
einem oder zwei Timer-Interrupts arbeiten...
Der Motor erzeugte trotz seiner geringen Größe (2-3
Streichholzschachteln) ein gewaltiges Drehmoment (es gelang mir nicht,
die 6.3mm-Stahlachse mit den Fingern festzuhalten!). Kein Transistor
wurde warm, der Motor und der Vorwiderstand ebenfalls nicht; das
Netzteil lieferte eine Spannung von +7.7V. Die Drehzahl des Motors (400
Schritte/Umdrehung) betrug ca. 1 Umdrehung/1.5 Sekunden.
Ich werde die Schaltung in Kürze abändern: die Transistoren BC327/40
kommen weg (nebst Widerständen); statt dessen bietet sich an, die
Brücken mittels Pegelwandler (40109) oder Negatoren (74LS06)
anzusteuern. Der Pegelwandler braucht keine externen Bauteile; aber da
beim Einschalten des Mikrocontrollersystems die Portpins erstmal auf
High-Pegel schalten, hätte man dann Motor-Betriebsspannungspegel an
allen 4 Steuereingängen der 2 Brücken und alle 8 Fets würden
durchschalten - was nicht so günstig wäre.
Ich probiere es deshalb mit einem anderen (und besser
erhältlichen)Baustein aus der Standard-Logik-Serie mit
Negator-Eigenschaften!
In Kürze werde ich den Schaltplan im Forum darstellen. Neu ist - wie
gesagt - die Schaltung nicht; aber möglicherweise die konkrete
Umsetzung.
Thomas