Hallo,
eben habe ich einen neuen PC mit meinem billigen Energiekostenmeßgerät
aus der Norma überprüft. Dazu hatte ich zwei Netzteile, ein extrem
billiges - vermutlich gänzlich ohne PFC und ein gute BeQuiet mit aktiver
PFC. Folgende Resultate:
Idle:
billig-NT: ~40 W, Power Factor 0,4-0,5
BeQuiet: ~ 75 W, Power Factor 0,99
Last:
billig-NT: ~60-65 W, Power Factor 0,4-0,5
BeQuiet: ~105-110 W, Power Factor 0,99
Welcher Messung kann ich nun trauen oder ist das total für die Katz?
Anscheinend stimmt die Messung überhaupt nicht mehr, wenn der Power
Factor merklich von 1 abweicht. Ähnliches habe ich bei Audio Verstärkern
festgestellt, deren Power Factor unter Last absinkt und damit die
Anzeige im Meßgerät auch.
Ich würde gerne den Messungen mit dem billig NT trauen, die auch
halbwegs realistisch sind. PC ist ein Athlon X2 4850e (max 45W) + 1 HDD
+ Billiggrafik, sonst nix. Aber das Gerät mißt ja normalerweise bei PF~1
genauer, da ohmsche Last.
Hat jemand schon mal sowas gemessen oder ein besseres
Energiekostenmeßgerät ausprobiert?
Alex
ich würde keiner Messung vertrauen, das Problem ist nich so sehr der
Power Factor sondern das die Netzteil keinen "Sinus"-Strom ziehen.
(Besonders im Idle modus) damit kann man eigentlich keinen Power Factor
bestimmen.
Vermutlich ist es genauer 10min lang mal den Zähler zu beobachten.
> Hat jemand schon mal sowas gemessen oder ein besseres> Energiekostenmeßgerät ausprobiert?
Die ganz billigen Dinger taugen nix. Hol dir das von Conrad, das misst
recht genau (sogar im unteren Watt Bereich).
>ich würde keiner Messung vertrauen, das Problem ist nich so sehr der>Power Factor sondern das die Netzteil keinen "Sinus"-Strom ziehen.>(Besonders im Idle modus) damit kann man eigentlich keinen Power Factor>bestimmen.
Ein Netzteil mit aktiver PFC zieht IMMER einen näherungsweise
sinusförmigen Strom (+ hochfrequenter Anteil der PFC), wenn man davon
ausgeht, dass die Netzspannung auch sinusförmig ist (was sie nicht ist).
Den Leistungsfaktor kann man schon bestimmen, es ist halt nur nicht der
berühmte cos Phi aus der Vorlesung...
-> Messung mit PFC-Netzteil ist wahrscheinlich prinzipiell weniger
falsch, was noch nichts über die tatsächliche Genauigkeit sagt.
Danke schonmal für die Antworten!
Mein "Meßgerät" heißt Isotronic und ist auch unter anderen Namen
erhältlich. Display ist oben, eckige Bauform - Bild finde ich gerade
keins. Ist schon 3-5 Jahre alt.
Interessant war mal ein Vergleich. Ich hatte im Labor mal ein "Zimmer"
LMG "irgendwas" Leistungsmeßgerät, das um die 10000 Euro kostet und da
war das Billigteil im Bereich unter 30 Watt nichtmal 2 Watt daneben.
Echt phänomenal genau - hätte ich nicht erwartet. Auch bei
Schaltnetzteilen / Energiesparlamen.
Mein alter Rechner lief vorher mit dem BeQuiet Netzteil, Verbrauch
80-120W. Im neuen PC bleibt das NT fast kalt, vorher wurde es schon mehr
als handwarm. Dann dürfte die Messung nicht so richtig stimmen, wegen 20
W Differenz in der Leistungsaufnahme wird ein NT nicht heiß.
Zähler müßte ich mal beobachten, 10 Minuten dürften reichen.
>das Problem ist nich so sehr der>Power Factor sondern das die Netzteil keinen "Sinus"-Strom ziehen.
Power Factor < 1 heißt doch "nicht-ohmsch", also kein Sinus in der
Stromaufnahme, oder?
"Power Factor" (< 1) sagt erst mal nichts über die Kurvenform aus,
sondern nur dass Strom und Spannung nicht in Phase sind. Es können aber
auch "eckige Ströme" (also nicht Sinusförmige Ströme) aus der Leitung
entnommen werden, darin stecken dann nach Fourier wieder Sinusströme mit
verschiedenen Frequenzen (i.A. sinkende Amplituden bei steigender
Frequenz). Wenn das Messgerät nur eine schmale Bandbreite besitzt, dann
werden diese Anteile nicht mit erfasst und es gibt Messfehler (zu grobe
Abtastung). Eine einfache PFC (Power Faktor Korrektur) im NT ergibt sich
bereits durch eine Spule (Induktivität) die die impulsförmigen Ströme
glättet (Energiespeicher).
Gast schrieb:
> "Power Factor" (< 1) sagt erst mal nichts über die Kurvenform aus,> sondern nur dass Strom und Spannung nicht in Phase sind.
Nicht ganz.
Power Factor ist Wirkleistung geteilt durch die Scheinleistung. Dies
kann entweder durch eine Phasenverschiebung verursacht werden, oder
durch eine nicht sinusförmige Stromaufnahme, oder durch beides. Im
Prinzip ist es eine Verallgemeinerung von cos phi. cos phi kann man nur
bei linearen Lasten anwenden, die eben nur eine sinusförmige
Stromaufnahme besitzen. Für diese ist dieser gleich dem Power Factor.
http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsfaktor
Benedikt K. (benedikt) (Moderator) wrote:
> Nicht ganz.
Oh doch. :)
> Power Factor ist Wirkleistung geteilt durch die Scheinleistung. Dies> kann entweder durch eine Phasenverschiebung verursacht werden, oder> durch eine nicht sinusförmige Stromaufnahme, oder durch beides.
Eben! "entweder .. oder" (genau das was ich schrieb). Deswegen sagt der
Power Factor (oder Leistungsfaktor) erst mal nichts über die Kurvenform
aus. Siehe die allg. Definition für Wirkleistung
P = Summe aller Uv Iv cos PHIv für alle v = 0 bis unendlich
(Summe aller Wirklistungen der Teilschwingungen)
und der Leistungsfaktor Lambda = P / S
wenn wir nur über sinusförmige Größen reden wir statt Lambda vom cos phi
(den wir dann Wirkfaktor nennen)
Hallo alle zusammen,
ich habe mal ein Energieverbrauchsmessgerät entwickelt, dass auch den C
übertrifft.
So gibt es viele Größen die die Qualität/Genauigkeit beeinflussen:
(1) ADC-Auflösung & Genauigkeit
(2) Samplerate
(3) zusätzliche Beschaltung (Widerstandstoleranzen,Kondensatoren)
(4) Referenzspannung [...]
(5) Boardlayout (Routing, EMV) (Rauschleistung)
(6) [...]
(7) [...]
Je mehr Geld man für Bauteile investiert desto genauer wird es im
Allgemeinen.
Im übrigen kann man einen Leistungsfaktor immer angeben (wie schon
richtig referenziert), einen cos phi jedoch nicht. Wer hier einen cos
phi in den Raum wirft sollte sich erst mal einen Strom-Spannungsverlauf
anschauen (nicht böse gemeint).
Die meisten Geräte schätzen übrigens den Strom über einen Shunt.
Es gibt mittlerweile IC, die auch in Zähler eingesetzt werden, welche
einem schon die meisten arbeite abnehmen. Sie haben auch meist gleich
eine digitale schnittstelle.
> Die meisten Geräte schätzen übrigens den Strom über einen Shunt.
Was soll an einem Shutz verkehrt sein? U*I gilt doch immer oder gibt es
hier ausnahmen?
> Was soll an einem Shutz verkehrt sein? U*I gilt doch immer oder gibt es
hier ausnahmen? <
Gegen einen Shunt gibt es eben nichts einzusetzen. Sonst würde dieser ja
nicht so häufig eingesetzt. Hat ja niemand was gegen einen Shunt
geschrieben.
>>Autor: Peter (Gast)>> Die meisten Geräte schätzen übrigens den Strom über einen Shunt.>>Was soll an einem Shutz verkehrt sein? U*I gilt doch immer oder gibt es>>hier ausnahmen?
ne R = U * I gillt leider nicht immer, ok fast immer und hier sicher...
das mit dem shunt haut schon, mit etwas rechenaufwand... meine wenn du
auf einen pc (zumindest beim letzten den ich vor ein paar jahren
angeschaut habe) eine saubere sinusspannung anlegst, sieht der strom
dann sonstwie aus, aber alles andere als sinusförmig...
1.Solange einige Verbraucher (z.B. Schaltnetzteile) die Sinuswellen zu
Krüppeln machen UND den Phasenverlauf beeinflussen, wird die Berechnung
des wahren Wertes nicht einfacher.
2.Selbst wenn die Rechnung des Energiekostenmeßgeräts 100% genau wärE,
ist noch lange nicht garantiert, daß der übliche mechanische Stromzähler
auf Grund seiner mechanischen Trägheit den gleichen Wert ermittelt.