Die Embeddedwelt steht nie still: während Limor Frieds Truppen eine neue Version von CircuitPython ausliefern, finalisiert Linus Torvalds die Arbeiten an Linux 6.10. Arm plant derweil die Abkündigung von mbedOS, während ein klappenloser Pulsejet am Start steht – hier eine Liste von allem, was die Embedded-Welt auf Trab halten sollte.
Adafruit CircuitPython - Version 9.1.0 verfügbar.
Limor Friends Kohohrte plant zwar, langfristig den „Split“ zwischen MicroPython und der hauseigenen Variante zu beenden - da diese aber zu einem Ökosystem-Lockin führt, dürfte es sich dabei nach Ansicht des Autors um eine nicht wirklich ernst zu nehmende Intention handeln. Sei dem wie es sei, steht nun eine neue Version von CircuitPython zur Verfügung-die „wichtigsten“ Änderungen betreffen erstens die floppyio-Bibliothek und zweitens den Aufbau der diversen Konfigurationsdateien, wo das Einfassen der Konfiguration-Strings nun unbedingt erforderlich ist:
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Im Hintergrund führte man eine Aktualisierung der ESP_IDF-Variante durch. Dies ist insbesondere für auf den ESP32 zielende Python-Entwickler von hoher Relevanz, der Gutteil des in den folgenden Schritten vollständig abgedruckten Changelogs betrifft Verbesserungen für die ESP 32-Plattform:
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Wer eigene Experimente unternehmen möchte, kann dies mit der unter der URL https://blog.adafruit.com/2024/07/10/circuitpython-9-1-0-released/ stehenden Version tun. Zu beachten ist, dass Nutzer von NRF52-Boards in manchen Fällen eine Aktualisierung des am Board befindlichen Bootloaders durchführen müssen, weil ältere Varianten mit aktuellen Releases von CircuitPython nicht mehr zusammenarbeiten können.
ARM mBED OS - offizielles Ende naht
Dass man im Hause arm seit einiger Zeit an einem „Ökosystem Play“ arbeitet, um der Bedrohung durch RISC/V entgegenzutreten, dürfte für Leser von Mikrocontroller.net keine wirkliche Neuigkeit mehr darstellen. Ein wenig verwirrend ist in diesem Zusammenhang die Entscheidung ARMs, das insbesondere von Arduino „stark“ genutzte hauseigene Echtzeitbetriebssystem Embedded OS ohne jeglichen Nachfolger über den Jordan zu schicken.
Spezifischerweise findet sich unter unter URL https://os.mbed.com/blog/entry/Important-Update-on-Mbed/ bereitstehenden Ankündigung folgender Timeframe, der über die im Rahmen der Abkündigung zu erwartenden Ereignisse informiert:
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Interessant ist außerdem die ebenda angebotene Grafik, die der P. T. Entwicklerschaft “Alternativen“ offeriert. Im Interesse der Archivierung ist hier ein Screenshot affichiert.

Bildquelle: ARM
Während Nutzer der arm-Onlinedienste umsteigen müssen, könnten anbietet an Nutzer des Echtzeitbetriebssystems theoretisch“ weiter arbeiten“-der Quellcode von mbed OS ist Open Source, weshalb man theoretisch einen Fork durchführen könnte. Zu beachten ist allerdings, dass die „Pflege“ eines Echtzeit-Betriebssystems eine Aufgabe ist, die selbst größere Unternehmen nicht nebenbei bewältigen können.
Wave Engine J-1 – Ventilfreier Pulsejet wird ausgeliefert.
Spätestens seit der Fieseler Fi-103 gelten PALs-Jets als „preiswerte“ Alternative zu teuren und aufwändigen Turbinen. Problematisch waren ihnen bisher vor allem die Nutzung verschiedener Klappen, die sich als klassische Verschleißteile erwiesen und die Lebensdauer der Turbinen stark reduzierten. Seit einigen Jahren experimentieren diverse Forscher aus diesem Grund mit Valveless Pulsejets, die statt den klassischen Ventilen auf eine spezielle Geometrie der Schubführung setzen. Ein Beispiel dafür ist die von Wave Engine angebotene J-1, die in der Abbildung gezeigt ist.

Bildquelle: Wave Engine, via https://wave-engine.com/wp-content/uploads/2024/05/J_1_v3.pdf
Die Spezifikationen der nun ausgelieferten Turbine fasst das Unternehmen wie in der Abbildung zusammen.

Bildquelle: Wave Engine.
Wie im Fall vieler anderer US-Defense-Produkte gilt auch hier, dass die Preise „auf Anfrage“ zu erfragen sind. Günstig dürfte das Teil indes nicht ausfallen.
ARRL bestätigt Ransomware-Vorfall.
Das als „Steering Gremium“ für den amerikanischen Amateurfunk dienende ARRL erlitt vor einigen Wochen einen Ransomware-Angriff, in dem die Angreifer verschiedenste Informationen exfiltrieren konnten. Das auf Computersicherheit spezialisierte Forum Bleeping Computer berichtet unter https://www.bleepingcomputer.com/news/security/arrl-finally-confirms-ransomware-gang-stole-data-in-cyberattack/ nun nach folgendem Schema über den Vorfall:
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Interessant ist, dass sich die „exfiltrierten Informationen“ laut dieser Ankündigung auf persönliche Daten von Angestellten der ARRL beschränken – in Praxis könnte allerdings damit zu rechnen sein, dass weitere Informationen entwendet wurden. Vorsicht vor „gezielten Phishing-Attacken“ dürfte im Amateurfunkbereich in den nächsten Wochen und Monaten die Mutter der berühmten-berüchtigten Porzellankiste darstellen.
Linux 6.10 verfügbar.
Maintainer von Embedded-Distributionen dürfen sich über eine neue Version des quelloffenen Betriebssystems freuen. Dabei handelt es sich - wie in der Abbildung gezeigt - vor allem um ein Maintenance Release.

Bildquelle: https://lkml.org/lkml/2024/7/14/250
Der auf Embedded-Systeme spezialisierte Branchennewsdienst CNX bietet unter der URL https://www.cnx-software.com/2024/07/15/linux-6-10-release-notable-changes-arm-risc-v-and-mips-architectures/ eine Liste aller Changes an, die ARM-und RISC-V-SOCs betreffen. Besonders interessant dürften die beiden folgenden Änderungen sein, die sich auf den Raspberry Pi beziehen:
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Raspberry Pi AI Kit - Demonstration besonders interessanter Projekte
Dass die Produkte aus dem Hause der Raspberry Pi Foundation unter anderem aufgrund der breiten community und guten Dokumentation Aufmerksamkeit verdienen, dürfte Leser von mikrocontroller.net nicht wirklich überraschen. Mit dem Raspberry PI AI KIT - es handelt sich dabei nicht um die unter https://www.youtube.com/watch?v=tY--kw0tVd0 gezeigte Kamera - steht eine AI-Beschleunigerkarte zur Verfügung, die Prozessrechnern aus dem Hause Ebenezer Upton Rechenleistung zur Verfügung stellt. Unter der URL https://www.raspberrypi.com/news/what-youve-been-making-with-the-raspberry-pi-ai-kit/ findet sich nun eine „Tour der Force“ von Projekten, die die Uptoniten als besonders interessant empfinden.
Quelloffenes Design für Bubble Memory Reseed Board veröffentlicht.
Insbesondere ältere Messgeräte aus dem Hause HP verwenden oft Bubble Memory als Speicher - die einst von Intel entwickelte Magnetblasensspeichertechnik ist mittlerweile leider fast komplett in Vergessenheit geraten. Sei dem wie es sei, benötigt man im Rahmen der Wartung dieser älteren Geräte mitunter ein als sie Reseed Board bezeichnetes Spezialgerät, das heute so gut wie unerhältlich ist.

Bildquelle: https://hackaday.io/project/172227-bubble-memory-reseed-and-dummy-boards.
In der als Bildquelle angeführten URL finden sich nun Gerber- und sonstige Files für eine „quelloffene Nachbauvariante“, die einigen Benutzern der HP-Messtechnik-Eigentümergilde beste Dienste leistet. Wie immer gilt natürlich, dass der Newsautor jegliche Haftung ablehnt.
C++-Optimierungsmethoden analysiert.
Ein alter Kalauer warnt den P. T. Programmierer vor „ungezielter“ Optimierung. Das unter der URL https://github.com/0burak/imperial_hft bereitstehende GitHub-Repositorium mag zwar aus dem HFT-Handelsbereich kommen, listet aber-wie in der Abbildung gezeigt-verschiedenste Design Patterns zur Steigerung der Leistung von C++-Code auf.

Bildquelle: https://hackaday.com/2024/07/13/c-design-patterns-for-low-latency-applications/
In eigener Sache
Dank an dl8dtl für einen Hinweis!





