Superkongresstag – Espressif DevCon x STM Summit

OP (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) #8111771

Espressif und STMicroelectronics stimmen sich im Bezug auf ihre Kongresstermine offensichtlich nicht ab: das ESP32-Event war live in Milan, die Keynote des STM Summit erfolgte im Internet. Espressif betrieb vor Allem Ökosystempflege, während STMicroelectronics ein klares Bekenntnis pro ARM abgab und auch sonst nicht mit Neuankündigungen geizte.

Keynote Amey Imadar

Im Rahmen der Keynote erwähnte Amey Imadar, dass der Vortrag in Milan die erste Präsenzversion der Espressif DevCon darstellt – Audioprobleme im unter https://www.youtube.com/watch?v=9wYURtvLzZ0 bereitstehenden Livestream sind ärgerlich. Neben einer Erwähnung des ESP-S31 betonte man explizit, dass der ESP32-H21 für Anwendungen mit niederem Stromverbrauch optimiert ist – der ESP32-H4 bietet “mehr Leistung”. Mit dem Mosaico plant man derweil ein Ökosystem-Play.

Bildquelle, alle: Autor

ESP_IDF wächst derweil – siehe Abbildung – wie erwartet; die Komponentenbibliothek erweist sich als bei der Entwicklerschaft sehr populärer Aspekt.

Neue Softwaremodule und mehr Zephyr

Sowohl die Smart Kamera-Standardisierung Aliro als auch der Zigbee-Stack bekamen eine lobende Erwähnung: beim Zigbee-Stack wies man darauf hin, dass es sich dabei um eine hauseigene Entwicklung handelt.

Interessant ist außerdem die Erwähnung von Zephyr und Linux (!) - ersteres scheint ernst gemeint zu sein, zweiteres eher eine Tour de Force zur Demonstration der Fähigkeiten der MMU.

Im Hintergrund arbeitet man an einem neuen HMI-Framework und einem Emulator. Interessant ist, dass dieser langfristig auch “externe Peripherie” simulieren soll – im Vortrag sprach Imadar explizit davon, auch I2C-Sensoren und Co abbilden zu können.

RainMaker Neo ist derweil Open Source geworden; die diversen Experimente mit verschiedenen Sicherheitssystemen laufen weiter. Neben Assistenz in Sachen CRA (siehe Bild) betonte man auch, dass ESP_IDF mit quantencomputersicheren Algorithmen aufgerüstet wird.

Im Zeichen der AI

Espressif betrachtet die Arbeit mit AI-Systemen als wichtigen Teil des Ökosystems. Aufgrund der aktiven Community gilt, dass LLM-Trainingsdaten oft bereits ESP32-relevante Informationen enthalten. Sodann folgten drei Folien, die die diversen AI-basierten Entwicklungssysteme im Ökosystem vorstellten.

Langfristig liegt der Fokus auf AI-befähigten Systemen; in der nahen Zukunft sind unter Anderem Voice-fähige Produkte geplant. Außerdem ist es geplant, effizientere Funksysteme bzw Funktransmitter zu implementieren. Eine MPU scheint Espressif derzeit indes nicht zu planen.

Pedro Minatel – ESP32-S31 und ESP32-P4 im Fokus

Im Bereich der “neuen Chips” präsentierte das Espressif-Urgestein Pedro Minatel die beiden im Titel genannten SKUs. Beim ESP32-S31 betonte man mehrfach die Verfügbarkeit von Gigabit-Ethernet und schnellem USB.

Allgemein scheint man den neuen Chip als “eierlegende Wollmilchsau” zu sehen, die die auf 14 Klassen angewachsene ESP32-Familie bis zu einem gewissen Grad anzuführen sucht. Der ESP32-P4 ist im Bereich der Peripheriegeräte trotzdem etwas besser aufgestellt.

In der Diskussion gab es dann noch eine (kleine) Aussage dazu, wann der ESP32-E22 in die Serienfertigung überführt werden soll.

ESP-Vision – im Web lebende Programmierumgebung

Espressif springt auf den MicroPython-Zug auf – Minatel ging die Zeit aus, weshalb wir nur die beiden Folien zeigen können. Das System sollte indes schon jetzt online sein.

Bosch Sensortec – Dr. Mirko Hofmann über die Rolle von Sensoren im ESP32-Ökosystem

Bosch Sensortec betonte die AI-Fähigkeiten ihrer Sensoren, um verschiedenste auf neuronalen Netzwerken basierende Verfahren direkt am Sensor ausführen zu können.

Danach spielte man – kurz – einige Produktkategorien durch, um ein “Mapping” zu den bestgeeigneten Sensoren aus dem Sensortec-Portfolio vorzustellen. Im Interesse der Kompaktheit zeigen wir hier nur einen Auszug.

Besonders betonte man dann noch die Integration zwischen ESP32 und Bosch-Sensoren.

Sicherheit, AI und mehr

Die CRA wirkt sich – logischerweise – auch auf die Entwicklerwelt im Bereich ESP32 aus. Espressif betont das Anbieten verschiedener Bequemlichkeitsfunktionen wie die automatische Überwachung einer Software Bill of Materials – auf diese Art und Weise “verbellt” Espressif gefundene Sicherheitslücken beim Antreffen. Für die agentische Entwicklung offeriert Espressif die Verwendung eines Emulators und empfiehlt das Anschließen eines Logikanalysators, der für den Agenten ansprechbar ist.

Im Bereich des eigentlichen Entwicklungsprozesses stehen zwei unterschiedliche Entwicklungswege zur Verfügung.

Ab einem gewissen Komplexitätsgrad empfiehlt Espressif, die eigentliche Intelligenz in die Cloud auszulagern. Hierzu steht mit Private Agents ein dediziertes Framework zur Verfügung, das LLM-agnostisch aufgebaut ist.

Zu guter Letzt gab es verschiedenste Gastvorträge aus dem Ökosystem, die sich beispielsweise mit Matter auseinandersetzten. Weitere Informationen zur Thematik finden sich unter https://devcon.espressif.com/.

Der zweite Tag im Lande Espressif

Tag 2 dreht sich im Hause Espressif vor Allem um Workshops – weitere Informationen hierzu finden sich in der Webseite des Online-Kongresses.

STM32 Summit: ARM, ARM, ARM statt developers, developers, developers

STMicroelectronics begann seinen Summit mit nur einer Stunde. Remi-El Ouazzane meldete sich aus Silicon Valley, und sprach davon, Entwickler zur Umsetzung von Technologie-Konvergenz zu befähigen. Sofort nach dem Namedropping von drei neuen Chips sprach er davon, dass die verschiedenen Märkte zwar verschiedene Ansprüche stellen; die zugrundeliefenden Technologien aber konvergieren.

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“success is no longer about choosing a single MCU, but about choosing a platform”

Schon in der Einleitung betonte man die enge Bindung an ARM – ein RISC/V-Kern dürfte, beim Lesen zwischen den Zeilen ist dies Klar, ausgeschlossen sein. Man betonte sogar die enge Zusammenarbeit zwischen ARM und ST seit mehr als 20 Jahren, und lobte ARM’s Cortex-Kerne minutenlang.

Interessant auch das Zitat:

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We believe the industry needs less focus on creating another compute architecture, and more focus on helping MCU technologies converge around a common foundation that promotes software reuse

Cadence wird in Zukunft “key design partner” von ARM sein, während ST “preferred MCU partner” sein dürfte – bei so enger Partnerschaft dürfte ST mit Sicherheit beste Lizenzkonditionen bekommen.

Als nächstes folgten Ausführungen zur Wichtigkeit der Weiterentwicklung von Cortex M, beispielsweise im Bereich physischer AI. Interessant ist, dass man im AI-Bereich an der hauseigenen NPU festhält und nicht auf die ARM-eigenen Varianten setzt. Namedrops von SHA-Beschleunigung und Single Pair Ethernet zeigen dann “den geplanten Weg” in Richtung Automatisierung.

STM32A – STM im Automobilbereich

ST entwickelt per se seit Jahren Automotive-MCUs. Nun werden diese Erfahrungen zusammengeführt, und liefern sowohl Safety Critical- als auch für den Automotivebereich vorgesehene ST-Varianten. Grund für die “Zusammenführung” ist die zonale bzw softwaregetriebene Automobilarchitektur, die sich auch im Bereich Industrial Automotive zeigt. Spezifischerweise wird es drei Varianten des A geben, die von CubeMX 2 unterstützt werden.

Der STM32A4 ist dabei eine Low Cost-Variante, während der STM32A5 ASIL B-zertifiziert ist und bis zu 4MB Flashspeicher mitbringt. Die Nobelvariante STM32A9 ist mit ASIL-D zertifiziert, dank der SplitLock-Architektur lässt sich die Rechenleistung im ASIL-B-Betrieb verdoppeln.

Zusammenarbeit mit NVIDIA im Bereich AI

NVIDIA sandte einen Sprecher, der unter Anderem über die Rolle von AI-Robotik-Konvergenz referierte. Von besonderem Interesse war die Aussage, dass der hauseigene Datenacquisebus HoloScan Sensor Bridge bald als STM32Cube-Softwarekomponente angeboten werden wird. Am STM32H7 gibt es übrigens schon ein Proof of Concept der Technologie. Insbesondere bei der Evaluation ist Emulation wichtig: der Sprecher von ST verkündete, dass die verschiedenen hauseigenen Sensoren in naher Zukunft mit “digital Twins” für Emulatoren verfügbar werden.

STM32G5 für Digital Power und Motorsteuerung

Mit dem STM32G4 lieferte STMicroelectronics eine Mixed Signal-MCU. Immer höhere Ansprüche an Rechenleistung führen zum STM32G5, der in zwei Versionen angeboten wird. Die eine Version bietet mehr Zeitgeber mit einer Auflösung von 111 ps an, während die andere mehr Analogperipherie hat – beiden gemein ist indes der Cortex M33-Kern. Außerdem gibt es eine an Microchip erinnernde FPGA-Zelle mit 16 Elementen.

Im nächsten Jahr gibt es außerdem eine Dual Core-Version des Chips. Am 17. November ist ein Webinar geplant, eine Roadshow in einigen Städten steht ebenfalls bevor.

STM32H7P – Cortex M7 und 82GOPS-NPU

Mit dem STM32H7P stellt man eine neue Spielart des H7 vor, der für HMI- und Steuerungsaufgaben optimiert ist. Das System bringt verschiedene neue Peripheriegeräte mit – im Interesse geringerer Kosten wurden einige Peripheriegeräte (insbesondere im Bereich Kommunikationsprotokolle, ChromeART und TFT-Kontroller) entfernt.

...und mehr AI

Zu guter Letzt wurde der Model Zoo durch eine “stromlinienförmigere” Variante ersetzt, die die Inbetriebnahme und Modellauswahl erleichtert. Mit der Dataset Factory gibt es außerdem ein Werkzeug, das bei der Bereitstellung von Trainigsdaten hilft. Wer seinen STM32-Code mit AI-Unterstützung generiert, bekommt ebenfalls ein neues Werkzeug zur Verfügung gestellt. Die optimale Darbietungsform der Informationen sorgt erstens für höhere Codequalität, zweiterseits zu geringerem Tokenverbrauch.

In eigener Sache: Sorry für Tippfehler

Dieser Bericht entstand während einer Dienstreise. Der Autor bittet um Verzeihung für Tippfehler.

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