Hallo,
ich möchte gern zeitweise mein Telefon sperren, welches an einer
handelsüblichen Dose an der Wand hängt. Die wiederum hängt an einer
Eumex, es handelt sich aber und ein handelsübliches Analogtelefon.
Bisher habe ich einfach immer den Stecker rausgezogen, beispielsweise
wenn ich eher schlafen gehen und nicht vom Telefon geweckt werden will.
Jetzt würde ich das ganze gern etwas professionalisieren.
Eigentlich müsste man ja nur zwischen Dose und Telefonkabel eine Art
Schalter setzen, der die Leitungen trennen und verbinden kann.
Ich vermute dass es sowas schon gibt, konnte aber bei Google nichts
finden. Könnt ihr mir weiterhelfen? Alternativ könnte man ja auch selbst
etwas bauen.
Vielen Dank und besten Gruß!
Martin schrieb:> Die wiederum hängt an einer Eumex
Die ganzen Eumexen haben doch auch eine einstellbare Klingelsperre.
Zumindest die, mit denen ich gearbeitet habe ;)
Ich würde eine kleine Zeitschaltuhr an die Klingel bzw. den Lautsprecher
bauen, damit im Notfall im Schlaftrunkenen Zustand nicht erst der
Stecker in die Dose gefuddelt werden muss.
Einfach einen zweipoligen Schalter in die Leitung basteln? Ggf. mit
einem kleinen Kasten oder so, dass es nicht in der Luft hängen muss.
Kannst natürlich auch Relais nehmen und dir was tolles und aufwändiges
basteln.
@Chris:
Ich wohne in einer Studenten WG. Die Eumex hängt bei uns im Gang und ist
nur per USB konfigurierbar. Da ich keine festen Zeiten einstellen möchte
und ein "dynamisches konfigurieren" durch die räumlichen Gegebenheiten
schon wieder zuviel Aufwand ist, wäre eine Schalterlösung für mich sehr
praktisch. ;)
Im Prinzip geht es darum, dass ich manchmal einfach nicht erreichbar
sein will (ich finde es ist in unserer Zeit nicht unbedingt ein Segen
ständig ein Telefon in der Nähe zu haben) und das entscheidet sich dann
manchmal ganz spontan, weshalb eine Zeitschaltuhr nicht so günstig ist.
@C:C
Mit dem zweipoligen Schalter sollte es gehen. Ich hatte gerade mal den
Stecker auf der Seite des Telefons entfernt, es sind ja wirklich nur
zwei Adern, erst dachte ich alle 4 seien belegt.
@jogi
Würde auch gehen, aber ich will meine Mitbewohner nicht von der Anlage
trennen. Eine Zeitschaltur am Telefon selbst geht nicht, da es keine
eigene STromversorgung hat.
Besten Dank für eure Tipps! Wenn ich etwas mehr Zeit hätte würde ich am
liebsten ein kleines Bluetooth Board machen, welches ich dann z.B. vom
Handy aus steuern kann.
Martin schrieb:> @C:C> Mit dem zweipoligen Schalter sollte es gehen.
Ein einpoliger reicht auch, der muss nur eine der beiden Leitungen
trennen.
Den Schalter könntest Du auch einfach in Dein Telephon einbauen.
Wobei der dann gar nicht die eigentliche Telephonleitung trennen muss,
sondern nur die geräteinterne, die zum Lautsprecher resp. Wecker geht
(das ist Post-Deutsch für "Klingel").
2 relais, ( vielelicht auch schon eins ) das dann mit ein schalter
verbinden und ein netzteil fertig.
sobald die relais anziehen oder eben loslässt kannst du telefonieren je
nachdem welsche du nimmst.
sollte inerhalb von 10 minuten zu bauen sein und nichtmal 10€ kosten.
usr schrieb:> warum so aufwendig ?> es gibt auch Telefone die sich stumm schalten lassen, das ist> doch eine deutlich einfachere Lösung
Und wenn man ein Mobiles(DECT)Telefon nutzt ist sogar die Forderung nach
(z.B. Funk) erfüllt ;)
Eigentlich müsste sich die Klingelsperre der Eumex über eine
Tastenkpmbination übers Telefon ein-/ausschalten lassen. Mal die
Bedienungsanleitung konsultieren. Ich hatte zwar auch eine Eumex, ist
aber schon eine Weile her.
Sollte es mit dieser Anlage möglich sein bei Stromausfall zu
telefonieren und wenn das Relais in die Zuleitung vom Telefon kommt:
Öffnerkontakt verwenden.
Hey!
Ich wollte mich nochmal für eure Antworten bedanken und sorry für die
späte Rückmeldung. Es ist eine Eumex 504 PC SE, leider habe ich im
Manual keine Kombination für die Klingelsperre gefunden.
Ich würde es dann, ganz einfach mit einem Schalter realisieren. Eine
letzte Frage hätte ich dazu aber noch:
Wenn ich einen Schalter in die Leitung setze und den schließe, prellt er
dann nicht beim schließen? Kann das eventuell für die Telefonanlage zum
Problem werden oder werden davor die Eingänge geschützt?
Viele Grüße!
Hey,
Danke! Aber mal blöd gefragt: Woher weiß man das wenn man nicht die
interne Beschaltung der TK Anlage kennt?
Und nochmal etwas Theorie: Könnte ich das Entprellen auch mit einem
Kondensator lösen? (Wie gesagt theoretisch?)
Die Gabel des Telefons prellt mehr ... kann zumindest.
Prellen ist da wirklich gar kein Thema. Schalter reicht.
Ein parallel geschalteter Kondensator lässt ausserdem das klingeln
durch.
Gruß
Jobst
Vergiss das Prellen, das ist für die TK-Anlage vollkommen uninteressant.
Das ist schließlich nichts anderes, als das Telephonkabel in die
Telephonsteckdose zu stecken bzw. rauszuziehen. Das ist zulässig,
TK-Anlagen sind dafür ausgelegt.
Hey,
gut das Prellen ignoriere ich dann einfach. Ein paar dumme Fragen muss
ich dennoch stellen und ich würde mich freuen, wenn ihr die mir noch
begründend erklären könntet.
Ich habe das Telefon jetzt offen. Es handelt sich übrigens um ein AEG
Milano 10. Im Prinzip wäre es das einfachste, wenn ich die Leitung zur
Klingel trenne und dort einen Schalter einsetze. Meine Fragen dazu:
1. Eigentlich spielt es doch keine Rolle, ob ich die die Versorgungs
(rot)- oder die Masseleitung (schwarz) trenne und den Schalter einsetze?
Oder sollte man beide trennen? Gibt es da einen Vor- und/oder Nachteil?
2. Um einen Schalter einzubauen, müsste ich das Kabel der Klingel nach
aussen führen und mit einem zusätlichen Kabelstück verlängern. Ist es
eigentlich egal, welchen Kabeltyp ich dafür verwende? Die Klingel dürfte
ja für 60V ausgelegt sein, wenn ich aber keinen Widerstand kenne, weiß
ich ja auch nicht wie hoch der Strom ist, der fließen könnte. Wie macht
man das in der Praxis?
3. Muss das Gehäuse des Schalters, ebenfalls geerdet werden? Kann ich
ihn dazu mit der Masseleitung der Klingel verbinden?
Bitte entschuldigt meine Fragen wenn sie zu dämlich sind, ich möchte nur
dass anschließend a) nicht die Wohnung brennt und b) ich noch etwas
lerne.
Martin schrieb:> 1. Eigentlich spielt es doch keine Rolle, ob ich die die Versorgungs> (rot)- oder die Masseleitung (schwarz) trenne und den Schalter einsetze?> Oder sollte man beide trennen? Gibt es da einen Vor- und/oder Nachteil?
Auf jeden Fall erst den blauen und dann den grünen Draht durchknipsen,
wie man es aus dem Fernsehen vom Bombenentschärfen kennt!
Spaß beiseite, es ist vollkommen wurscht.
> 2. (Kabel)
Der Querschnitt sollte nicht signifikant kleiner als der der Leitung zur
Klingel sein. Hohe Ströme fließen da nicht. Können auch nicht, der
maximale Schleifenstrom im analogen Telephonanschluss liegt bei
vielleicht 30 mA.
3. Nein, da muss nichts geerdet werden, das Telephon ist schließlich
auch nicht geerdet.
Wo willst Du den Schalter unterbringen? Ich nehme an, daß Du einen
Kippschalter in das Telephongehäuse einbaust, und da zwei kurze
Leitungen anlötest, um die Klingel abzuklemmen. Da musst Du Dir eher
Gedanken darum machen, wie Du den Schalter in das Gehäuse eingebaut
bekommst. Der Rest ist vollkommen anspruchslos.
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Martin schrieb:>> 1. Eigentlich spielt es doch keine Rolle, ob ich die die Versorgungs>> (rot)- oder die Masseleitung (schwarz) trenne und den Schalter einsetze?>> Oder sollte man beide trennen? Gibt es da einen Vor- und/oder Nachteil?>> Auf jeden Fall erst den blauen und dann den grünen Draht durchknipsen,> wie man es aus dem Fernsehen vom Bombenentschärfen kennt!>> Spaß beiseite, es ist vollkommen wurscht.
;)
Meine Frage zielte auf folgendes ab:
Ich könnte mir vorstellen, dass bestimmte Bauteil ein Problem haben,
wenn eine Versorgungsspannung angeschlossen ist, aber keine
Masseleitung. Dann wäre es ja sinnvoll, die Versorgungsspannung
aufzutrennen.
>> 2. (Kabel)>> Der Querschnitt sollte nicht signifikant kleiner als der der Leitung zur> Klingel sein. Hohe Ströme fließen da nicht. Können auch nicht, der> maximale Schleifenstrom im analogen Telephonanschluss liegt bei> vielleicht 30 mA.
Ja, kleiner nicht, aber wenn er größer wird, ändert sich dann nicht auch
der Widerstand des Drahtes? Ist das kein Problem?
> 3. Nein, da muss nichts geerdet werden, das Telephon ist schließlich> auch nicht geerdet.
Warum eigentlich nicht? (Btw. im Telefon ist eine recht große
Metallplatte, welche Bedeutung hat diese?)
> Wo willst Du den Schalter unterbringen? Ich nehme an, daß Du einen> Kippschalter in das Telephongehäuse einbaust, und da zwei kurze> Leitungen anlötest, um die Klingel abzuklemmen. Da musst Du Dir eher> Gedanken darum machen, wie Du den Schalter in das Gehäuse eingebaut> bekommst. Der Rest ist vollkommen anspruchslos.
Ich hatte überlegt dafür notfalls am Gehäuse ein kleines Stück
rauszufeilen und dort einen Schalter von innen einzukleben.
Und noch etwas? Warum werden wird bei solchen Schaltungen so viel
geklebt? Warum klebt man ein Teil der Kabel fest, eigentlich können sie
sich dort drin ja nicht bewegen, weshalb ein fixieren doch keinen Sinn
macht?
Im übrigen ist die Metallplatte im Telefon auch verschraubt und
zusätlich die Schrauben noch verklebt.
Und nochmals Danke für eure Hilfe!
geklebt ist da alles weil es sonnst im telefon rumfliegt, bis ein Kabel
bricht, die Schrauben könnten sich auch lösen, desshalb sind sie
festgeklebt.
Die Metallplatte wird nur zur besseren Haptik eingebaut sein
Falls du noch eine 2. Meinung hören willst:
Rufus hat mit fas allem recht ;)
zu 1. egal welche Leitung du unterbrichst. Da liegt duch Kondensatoren
ausgekoppelte Wechselspannung an.
zu 2. völlig egal was du da nimmst, wenns sein muss mit stoff isolierte
Kohlefaser auf die Länge reicht wohl 0,14^2, also nimm einfach 0,4 bis
0,8er Klingeldraht.
zu 3. Erden brauchst du da nix, höchstens darauf schauen dass der
geschaltete Draht keine Verbindung zum Gehäuse hat sonst könnte es
kitzeln wenn ein Ruf reinkommt :)
@Rufus: [klugscheiss]die b-Ader hat Massepotential(oder wars a?!?),
Rufstrom ist nicht Schleifenstrom(20mA) ist aber wohl auch nicht viel
höher.[/klugscheiss]
Martin schrieb:> Ich könnte mir vorstellen, dass bestimmte Bauteil ein Problem haben,> wenn eine Versorgungsspannung angeschlossen ist, aber keine> Masseleitung. Dann wäre es ja sinnvoll, die Versorgungsspannung> aufzutrennen.
Woher soll das Bauteil denn wissen, dass eine Versorgungsspannung
anliegt? Ein Potenzial kann ja nur zwischen zwei Punkten anliegen; wenn
der zweite Pol in der Luft hängt, kann nichts passieren.
Vögel interessiert auch nicht, wenn sie auf einer Hochspannungsleitung
sitzen, weil die Luft isoliert und sie deswegen keinen "Gegenpol" haben.
Nico Sch. schrieb:> Woher soll das Bauteil denn wissen, dass eine Versorgungsspannung> anliegt? Ein Potenzial kann ja nur zwischen zwei Punkten anliegen; wenn> der zweite Pol in der Luft hängt, kann nichts passieren.
Da hast du allerdings Recht, das überzeugt mich. ;)
> Ich könnte mir vorstellen, dass bestimmte Bauteil ein Problem haben,> wenn eine Versorgungsspannung angeschlossen ist, aber keine> Masseleitung.
Wenn ein zweipoliges Bauteil ist, dann ist das physikalisch unmöglich.
Der Stromkreis ist offen, anders als offen geht nicht.
> Ja, kleiner nicht, aber wenn er größer wird, ändert sich dann nicht auch> der Widerstand des Drahtes? Ist das kein Problem?
Nein. Ist vollkommen irrelevant.
>> 3. Nein, da muss nichts geerdet werden, das Telephon ist schließlich>> auch nicht geerdet.> Warum eigentlich nicht?
Wozu? Es funktioniert auch ohne Erdung seit Jahrzehnten ohne Probleme.
> (Btw. im Telefon ist eine recht große> Metallplatte, welche Bedeutung hat diese?)
Die ist dafür da, daß das Telephon schwerer ist. Wenn Du am Hörerkabel
ziehst, soll das Ding nicht sofort vom Tisch fallen.
> Ich hatte überlegt dafür notfalls am Gehäuse ein kleines Stück> rauszufeilen und dort einen Schalter von innen einzukleben.
Ja, kann man machen.
> Und noch etwas? Warum werden wird bei solchen Schaltungen so viel> geklebt? Warum klebt man ein Teil der Kabel fest, eigentlich können sie> sich dort drin ja nicht bewegen, weshalb ein fixieren doch keinen Sinn> macht?
Hmm. Warum das bei Deinem Telephon so ist: Keine Ahnung. Üblich ist das
nicht unbedingt.
> Im übrigen ist die Metallplatte im Telefon auch verschraubt und> zusätlich die Schrauben noch verklebt.
Das könnte Schraubensicherungslack sein. Vielleicht hatte der Hersteller
des Telephones auch einfach zu viel davon.
> Ich denke ich setze so einen Schiebeschalter ein:> http://www.conrad.de/ce/de/product/701138/SCHIEBES...
Der ist geringfügig überdimensioniert.
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=13147
braucht nur ein rundes Loch, das leicht zu bohren ist.
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=15626
Der hier ist ein Druckschalter, der ebenfalls in einer Bohrung montiert
wird. Nettes Detail ist die "Schlafaugenanzeige" - hinter einem
Klarsichtfenster ist eine bunte Scheibe zu sehen, wenn der Schalter in
der einen Stellung ist, diese wird in der anderen Stellung mit zwei
schwarzen Blenden abgedeckt, was aussieht wie geschlossene Augen.
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=36769
Auch deutlich überdimensioniert ... aber mehr als ein sauber
gearbeitetes rechteckiges Loch ist nicht nötig, wird einfach nur
eingerastet.
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=19975
Der entspricht dem von Dir bei Conrad gefundenem, ist bloß deutlich
kleiner. Dafür ebenso wie der von Conrad kompliziert zu montieren.
Im örtlichen Fachhandel habe ich jetzt einen MS-611 erstanden, scheint
der hier zu sein: http://www.miyama.co.jp/pdf/MS-611.pdf
Nun ist das aber ein 3-poliges Modell, da ich keine 2-poligen dort
finden konnte. Damit müsste es ja ein SPDT Schalter sein, der eigentlich
ON-ON, statt ON-OFF realisiert. Kann ich einfach einen Pin unbeschaltet
lassen und so das "Aus" realisieren? Oder wäre ein 2-poliger besser.
Welche Nachteile hätte diese Lösung? (Laut
http://de.wikipedia.org/wiki/Schalter_%28Elektrotechnik%29#Schaltfunktion
ist die Mittelstellung des Schalters, also wohl das umschalten, ein
nicht stabiler Zustand. Macht das ein Problem?)
Der mittlere Anschluss von 3en wird abwechselnd entweder auf den einen
oder anderen aussenliegenden Kontakt geschaltet. Einen Anschluss davon
frei zu lassen ist die richtige Lösung.
Gruß
Jobst