ich habe bei mir ein defektes KNX Netzteil vom Typ: STV-0640.02 auf dem Tisch liegen. Der Kunde hatte wohl einen Stromausfall und nach der Spannungswiederkehr ist die primäre Netzsicherung geflogen. Als die primäre Sicherung wieder eingelegt wurde, gab das Netzteil keinen Mucks mehr von sich. Auf dem Bild ist ein "Ich vermute Schaltnetzteil Mosfet" abgeraucht, an dem aber die Beschriftung nicht mehr zu lesen ist.
Welches Bauteil könnte das sein?
Links vom "IC" ist noch ein 4R7 Widerstand abgeraucht und parallel wohl noch eine MELF Diode.
Will mich nicht so recht damit zufrieden geben, dass das Ding nicht reparierbar sein soll.
Habt ihr eine Idee, welches Bauteil das sein könnte?
VG Bernhard, alias DL9RDW.
P.S.: Meine Internetrecherche nach den Fragmenten des Anfangsbuchstabens 1SN haben mich bei ST nicht so wirklich weiter gebracht.
So wie es ausschaut ist aber der nicht betroffen vom Defekt. Ich frage mich grade was der 4R7 parallel mit dem oder der MELF Bauteil/Diode im Source Zweig macht. In den ganzen Referenz Schaltungen ist Source direkt auf Masse gelegt.
Meinst, obwohl der relativ in Takt ausschaut? Gut da kann man auch nicht rein schauen. Ich frag mich weiter, wo der zu hohe Strom wohl herkam? Oder die Spannungswiederkehr war im ungünstigsten Moment, obwohl der Strom angeblich mehrere Minuten weg war. Trafo vom SNT defekt? Das Ding hat natürlich auch schon 8 Jahre auf dem Buckel.
Aber Shunt (MELF) und Sense Richtung Regler, ja klingt logisch. Muss ich noch den C zum RC Filter suchen.
Er sieht wohl eher intakt aus, aber die Prognose ist dennoch schlecht. Man kann ihn ja in Schaltung testen. Labornetzteil und Oszi werden ja wohl zur Verfügung stehen.
Da hast auch wieder recht. Ja natürlich gibts Oszi und Netzteil.
Der müsste ja am Gate (Pin 6) zumindest was für den Mosfet ausgeben, auch wenn dann kein Feedback und kein Sense kommt.
Muss noch schauen, wie dort die VDD des Reglers gebildet wird, aber vermutlich hochohmige Widerstände von der Eingangsseite (230Volt). Aber auch das ließe sich messen.
Werde ich aber erst Morgen versuchen.
Kiste nicht ans Netz! Mit dem Labornetzteil die Versorgungsspannung für den Regler (15-16V, max 100mA) einspeisen, dann sollte er am Ausgang ein Signal fürs Gate liefern.
Achso, ja das geht auch. Dann werde ich das mal versuchen. Hab grad schonmal bei Mouser und Digikey geschaut, da ist der Regler als 6 Pinner nicht zu bekommen. Aber vielleicht ist er ja noch intakt.
Ich werde berichten.
Vg und gute N8.
Das wird auch so sein. Vermutlich der Shunt zur Strommessung. Muss im neuen Netzteil schauen, was da verbaut ist. DIESER Widerstand ist nur noch hochohmig.
Mach ich. Danke für den Hinweis. Potentiell verdächtig sind ja alle Dinge, die irgendwie an dem Mosfet hängen.
Ich frage mich nach wie vor, was war die Ursache, dass es den Mosfet zerlegt hat? Wirklich nur Halbleiter Tod? Möchte einfach vermeiden, das alles neu zu machen, dabei war die Ursache ganz wo anders und der Mosfet musste quasi aufgrund eines "Kurzschlusses" sterben.
Es wird sich zeigen. Hab heute noch ein zweites NT bekommen mit dem gleichen Fehler. Das ist wohl heute erst aufgefallen, dass das auch hinüber ist. War beim gleichen Stromausfall.
Zur Fehlersuche wäre es interessant, was den Ausfall verursacht hat.
Z.B. können beim Abschalten einer Induktivität Überspannungen entstehen, die hier zugeschlagen haben.
Dazu hatte ich mal einen interessanten Fall:
Beim Abschalten eine Leuchtstoffröhre hat gelegentlich der Leitungsschutzschalter ausgelöst. In einer Steckdose steckte eine Bohrmaschine. Nach Entfernen der Maschine war Ruhe. Ursache: Das Entstörfilter in der Bohrmaschine hatte Isolationsprobleme und "zündete" bei Überspannung. Und das Filter ist vor dem Netzschalter und war damit immer am Netz...
Oder der Stromausfall waren Arbeiten des Energieversorgers am Netz, wo temporär die Null unterbochen wurde und es zur Sternpunktverschiebung kam, so das die Geräte an ein oder 2 Phasen wesentlich mehr, als die nominellen 240 Volt gesehen haben. Nur wird der Energieversorger oder dessen Subunternehmer nach dem Motto handeln "täuschen, tarnen und verpissen", denn sonst könnte er sich nicht vor Regressansprüchen retten ;-)
An Überspannung hatte ich auch schon gedacht, aber der Kunde hatte wohl schon öfter Stromausfall und es war nie was kaputt. War aber wohl eine großflächigere Nummer. Mehrere Gemeinden im Umkreis von 10km hatte 30min. keinen Strom.
Ursache das Stromausfalls ist aktuell nicht bekannt. Gewitter scheidet aus. Geplante Wartungsarbeiten auch.
Das KNX Netzteil hat so ziemlich alles verbaut was man an Überspannungsschutz verbauen kann. Schick später noch ein Foto mit dem ganzen Netzteil.
So, hier die versprochenen Bilder.
Die sind aber von dem 2ten Netzteil, dass es auch zerlegt hat. Da sehen die Widerstände rund um den Controller auch kaputt aus.
Dafür hat der Mosfet noch die "Kappe" drauf und der Shunt Widerstand ist auch noch halbwegs heile (Zumindest der Optik nach zu beurteilen)
Mich würde es wundern. Dann wären doch noch irgend welche anderen Geräte in diesem Haus gestorben an Überspannung. Nur das KNX Netzteilsgedönse hats erwischt. Und davon auch nur 2 von 4 Stück. Ja ist aber auch egal. Nur wenn kein Gewitter in der Nähe war, wird seine Elektronikversicherung den Schaden vermutlich auch nicht bezahlen.
Es bleibt spannend.
...durch ein anderes (open frame) NT von der Stange ersetzen ist keine
Option?
Klaus.
Das läuft aktuell so, aber nur mit Handbedienung der Aktoren aber diese KNX Systeme fahren sowohl Spannungsversorgung als auch die Bussignale über diese beiden Drähte und da gehen normale Netzteile nicht, da diese zu niederohmig sind und somit die Bussignale niederknüppeln.
Neue Netzteile kommen morgen, dann gehts erstmal wieder. Aber als Reserve würde der Kunde halt gerne wieder 2 haben wollen.
nein er hat ja 2 neue Netzteile bestellt und ich liefere die ihm auch. Wir haben hier eine Elektrofirma und die Reparatur mache ich aus eigenem Antrieb und das ist auch mehr Hobby von mir. Professionell würde sich das vermutlich nicht tragen. Da gehts mir mehr um die Herausforderung dass ichs reparieren kann. Habs auch nicht falsch verstanden deine Spitze. ;-)
Hast du denn eine Bezugsquelle für die Teile, insbesondere den Regler?
Bin jetzt endlich mal dazugekommen die Bauteile auszubauen, bzw. den UC3863 zu messen. Tut natürlich nichts mehr. Deine Vermutung, dass er mit gestorben ist, war also goldrichtig.
Würde gerne auf dein Angebot, eine Bezugsquelle zu finden zurück kommen. Bin da nicht wirklich weiter gekommen. Die restlichen Bauteile konnte ich soweit identifizieren und da gibts auch mit der Beschaffung keinerlei Probleme. Der Referenz Stromlaufplan von UTC hat mit so einigem weitergeholfen.
Ja so schaut das auf der Platine in etwa auch aus.
Jetzt hoffe ich, dass ich am WE mal dazu komme mir die Bauteile genauer
anzuschauen.
Hab auch noch die "defekte Stelle" eines NEUEN Netzteils fotografiert.
Bild anbei. So SOLLs ausschauen.
@hhinz
Gehe ich recht in der Annahme dass die MiniMelf den Wert 1Ohm hat? Macht parallel mit dem 2R21 dann ca. 0,7 Ohm, was dem Referenzdesign entsprechen würde.