Hallo Max.
Max schrieb:
Was nutzt ihr als Kontaktschutzfett bei kleinen Spannungen bis 12V z.B.
Wichtig ist dabei aber auch eine Temperaturbeständigkeit, damit es nicht
bei
z.B.50° flüssig wird und wegfließt
Spray würde ich sogar bevorzugen, da es tief in die Crimpungen
eindringen kann, bevor es dann fest wird, da die Crimpungen auch oft ein
Problem mit Grünspan haben
An Crimpungen gehört eigentlich kein Fett.
Wenn Du Grünspan hast, hast Du eine korrosive Umgebung.
Wenn Du zum Korrosionsschutz unbedingt nach dem Crimpen etwas auftragen willst, nimm Weissöl dünnflüssig. Das dringt tief ein. Wenn es bei 50°C flüssiger wird, ist das kein Problem, weil es ja tief eindringen soll, und Dir auf der anderen Seite eine dünne Schicht langt. Die bleibt durch Kohäsion aber als dünne Benetzung erhalten, selbst wenn die große Menge wegläuft.
Ich hatte zugegeben auch mal in einer Galvanikbude ein Problem mit einem 50mm² Kabelschuh (für 75A und 12V Spitzenspannung). Die Verbindung vom Leiter auf den Kabelschuh war nach einer Schicht Stillstand hochomig geworden. Fetten hätte in der korrosiven Umgebung aber auch nicht lange gehalten und, schlimmer, das Bad verschmutzt......
Weissöl ist eine dünnflüssige Form von Parafinöl. Es gibt noch Weissöl dickflüssig, und die nächste Stufe ist dann pastöse weisse Vaseline.
Es geht generell um Steckverbinder z.B. in der Gastherme,
Bei Gasthermen solltest Du nicht versuchen, etwas besonders gut zu machen, sondern Dich strikt an die Vorschriften dazu halten.
Du kannst schlecht alle Wenns- und Abers- einschätzen, die die Entwickler von Gasthermen über zig Jahrzehnte gesammelt haben, und die durchaus sicherheitskritisch sein können.
im schnurlosen
telefon, Fahrrad, im KFZ, im Handy use.
Im schnurlosen Telephon ist davon nichts sinnvoll. Die obigen drei Parafinableger können verschmutzen und leiten dann bzw. sind ein Elektrolyt was Korrosion verursachen kann. Bei so schwachen hochomigen Signalen und so dünnen Kupferbahnen auf der Platine eine Katastrophe.
Parafin und Parafinableger nehmen trotz Hydrophobie Wasser und andere chemische Verbindungen plus Staub aus der Luft auf. Sie nehmen auch Luftsauerstoff auf, reagieren mit diesen und bilden Stoffe, die korrosiv oder Leitend sind.
Fahrradbeleuchtung die obigen drei. Aber nur bei den groben Drähten. Aus der Elektronik heraushalten.
Im KFZ auch nie. Bei Hochstrom könnte das brennen wenn es heiß wird, vor allem wenn die Fettschicht anfängt, einen Widerstand zu bilden. Und bei Steuerungen gilt das gleiche wie beim schnurlosen Telephon.
Es ist schwer, das bei den Leitungen einzuschätzen, darum ganz lassen.
Ok, die Batterieanschlüsse könnte man nach dem festziehen mit Vaseline abdecken.
Oder mit speziellem Polfett, das einen Kupferspäne zum Leiten und Säurepuffer enthalten soll. Beim lösen und wieder Anschließen der Kontakte aber vorher gut sauber machen!
Persönlich habe ich aber festgestellt, das gutes reinigen der Kontakte (An der Batterie und an den Anschlussleitungen) auf jeden Fall sinnvoll und nach meiner Ansicht auch ausreichend ist.
Ist hier Silikonfett geeignet?
Silikonfett hat die unangenehme Eigenschaft, bei der Zersetzung Siliziumoxid, also Quarz, zu bilden. Das willst Du wegen der guten Isolierfähigkeit und dem abrasiven Charakter nicht auf elektrischen Kontakten.
Bei Steckkontakten die garantiert nicht unter Last gesteckt werden dürfte man das wohl anders sehen, aber kannst du das garantieren?
Leider ist bei Amazon nicht bei allen Produkten die basis erkennbar.
Ich hatte damals z.B. Silikonfett beim Airbackschleifring verwendet und
hatte Wackelkontakte, mit Vaseline funktionierte es, aber das fließt bei
Wärme weg...
Beim Airbag gilt das gleiche wie für die Gastherme: Mach nicht, was Du für richtig hälst, mach es wie die Vorschriften sind.
Es hat schon seinen Grund, warum Kontakte im allgemeinen NICHT gefettet werden.
Ausnahmen sind Batteriekontakte von Bleiakkus oder Edisonakkus. Und und die Kupferschaltstücke mancher Starkstromschalter......
Was Du manchmal siehst, ist "conformal coating". Das ist eine Silicon, PUR oder auch Acryllackvariante, die auf Schaltungen zur Korrosionsvermeidung aufgetragen wird. Aber entweder werden Kontakte dabei komplett ausgespart oder aber sie verkleben die Kontakte dauerhaft, was zwar auch ein guter Schutz sein könnte, aber auch umständliches Reinigen bedeutet, wenn man bei Reparaturen da dran muss.
Wenn Schaltstücke irgendwie geschmiert werden, musst Du Dich sehr genau um die Materialien des Schalters, des Schmiermittels und der Umgebung kümmern. Das bedeutet viel chemisches Fachwissen. Und dann muss der Kontakt auch noch gut geschützt sein. Sonst verschmutzt das Schmiermittel, und da nicht wirklich sicher ist, mit was es verschmutzt, ist das Ergebnis unsicher.
Mit freundlichem Gruß:
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.l02.de