Hat mal jemand die Euro-Preise mit den USD-Preisen bei Digikey
verglichen?
Euros sind mindestens 8-10% teurer, als wenn man in USD bezahlt.
Bestelle schon jahrelang bei Digikey und hatte bisher immer in USD per
Kreditkarte bezahlt.
Seit ein paar Wochen wird man aber beim Bestellen automatisch auf die
deutsche Seite umgeleitet. Im Warenkorb sind alle Preise plötzlich in
Euro.
Und zwar nicht zum Tageskurs, sondern zum "Digikey-Abzockkurs".
Hatte das fast nicht bemerkt, weil bei mir bisher alle Preise in USD
waren.
Betreibt da jemand versteckte Abzocke?
Für mich jedenfalls sieht das extrem unseriös aus, wenn man
Preisüberhöhungen hinter Währungskursen versteckt.
Habe bereits Digikey nach einer Stellungsnahme gefragt.
Bin echt mal gespannt, was denen als Ausrede dazu einfällt.
Joachim
Der Einstieg ueber de.digikey.com und www.digikey.com fuer zur
deutschen Seite mit Euro-Preise bz. zur internationalen Seite mit US
Preisen. Fuer den ADS8344 (hoppla, jetzt gibt es wieder 700 Stueck) ist
fuer den aktuellen Kurs von 1.40 der Preis 13.33$ ggue. 10.37 Euro in
Euro 9 % teurer. Klick man auf der interationalen Seite auf den
Dollarpreis, um das Produkt dann in den Warenkorb zu legen, wird man
(irgendwelche Cookies vorausgesetzt, die man zum Bestellen sicher auch
braucht) auf den Europreis verwiesen.
Was kauft man denn so bei Digikey, daß es sich trotz der horrenden
Versandkosten (26,-€) lohnt?
Aber auch in Dollar sehen die IC-Preise nicht sonderlich günstig aus.
Das müssen dann schon irgendwelche Exoten sein, die im EU-Raum nicht zu
kriegen sind.
Peter
Zitat aus den AGB von Digikey:
"Die Preise für alle Produkte auf der deutschen Digi-Key-Website werden
in Euro angegeben und enthalten Zollgebühren. Die MWST.in Höhe von 19 %
und zutreffende Maklergebühren wirden bei Lieferung fällig. Digi-Key
bemüht sich,stets aktuelle und genaue Preise bereitzustellen. Die Preise
können sich jedoch aufgrund von Schwankungen bei den Wechselkursen und
Preisanpassungen des Herstellers ohne Vorankündigung ändern. Die Mengen
sind u. U. begrenzt.Für alle Bestellungen gelten die zum Zeitpunkt der
Annahme der Bestellung durch Digi-Key gültigen Preise.
(Digi-Key veröffentlicht auch einen Katalog in US-Währung und hat eine
US-Website www.digikey.com mit Preisen in US-Währung. Ein Katalog mit
Preisen in US-Währung ist auf Anfrage erhältlich. Bei Bestellungen in
US-Währung trägt der Kunde alle Versandkosten, Zollgebühren,
Maklergebühren und Mehrwertsteuern, falls zutreffend.)"
Ich vermute mal, das dürfte die Erklärung sein. Ob für Digikey dabei
zusätzliche Gewinne abfallen, kann ich aber nicht abschätzen.
> zwar nicht zum Tageskurs, sondern zum "Digikey-Abzockkurs"
Von welchem "Tageskurs" ist die Rede? Der Dollar-Euro-Kurs aus der
Tageszeitung ist nicht der Kurs, zu dem digikey später aus Deinen Euros
wieder Dollars macht, die müssen den Ankaufkurs für Euro in den USA
nehmen, dazu kommen Bank-Spesen.
Ich kauf sehr viel auch zur Produktion bei Digikey in den USA. Die
Lieferanten hierzulande haben teilweise Abzockerpreise. Viele
Lieferanten denken den geringen Umsatz mit ueberhoehten Preisen
kompensieren zu muessen. Die 26 Euro Versand sind nicht der Rede wert
bei einem Warenwert von 1000 USD.
@Peter:
Wenn Du ueber 150 Euro kommst, dann hast Du keine zusaetzlichen Kosten.
Und waehrend Du bei den meisten anderen Katalogdistributoren hoffen
musst, das Bauteil ueberhaupt zu bekommen, hast Du bei Digikey meist
eine Auswahl an Gehaeuse, Temeraturbereich und Genauigkeit. Auch die
Preise sind fast immer konkurrenzfaehig.
Was ist das eigentlich, ein Abzockpreis? Es wird ein Preis genannt.
Entweder man akzeptiert ihn oder man akzeptiert ihn nicht. Abzockpreise
gibt es nur dann, wenn es keine Wahl gibt und man verpflichtet ist,
diesen Preis zu bezahlen. Wenn einem Digikey zu teuer ist, der kann ja
woanders bestellen.
Wie war das doch: Man kann sich über alles aufregen, aber verpflichtet
dazu ist man nicht.
Wenn man im Warenkorb auf "New order" klickt kann man USD als Währung
auswählen. Allerdings zahlt man dann Versandkosten (ca. $60 nach
Deutschland), und wenn man dann noch die Kreditkartengebühren (~2%)
mitrechnet lohnt sich das alles schon nicht mehr.
>Was kauft man denn so bei Digikey, daß es sich trotz der horrenden>Versandkosten (26,-€) lohnt?
Wenn sich 30 Leute an einer Bestellung beteiligen, relativieren sich die
Versandkosten. Das sollte Dir als jemand, der mit beiden Beinen im
Berufsleben stehet, eigentlich klar sein.
Danke für die zahlreichen Antworten.
Allerdings kommen mir manche beiträge eher spekulativ vor bzw. scheinen
von Leuten zu kommen, die noch nie im Ausland Bauteile eingekauft haben.
> "Die Preise für alle Produkte auf der deutschen Digi-Key-Website werden> in Euro angegeben und enthalten Zollgebühren.
Zoll fällt auf elektronische Bauteile nicht an.
Es muss lediglich die Einfuhrumsatzsteuer 19% bezahlt werden.
Die ist aber bei den Euro-Preisen auch nicht enthalten (Mehrwertsteuer).
Von welchen Zollgebühren soll da also die Rede sein? Blahblahblah..
> Was kauft man denn so bei Digikey, daß es sich trotz der horrenden> Versandkosten (26,-€) lohnt?
Man kauft Teile, die woanders gerade nicht lieferbar sind.
Zum Preisniveau allgemein: Ich rede hier nicht von 5 Bastelbauteilen.
Sieht man sich die Staffelpreise für 250 oder 500 Stück an, so sind die
Dollarpreise durchaus attraktiv und liegen oft weit unter dem Preis
deutscher Distributoren. Vor allem beim derzeitgen Dollarkurs.
Denn aus Erfahrung kann ich sagen: Viele deutsche Lieferanten hatten die
Preise ganz schnell erhöht, als der Euro schwach war. Mit dem Senken der
Preise bei günstigem Euro lassen sie sich aber viel Zeit ;-)
Das läuft in etwa so wie bei den Benzinpreisen. Rauf gehts schnell,
runter nimmer!
> Was ist das eigentlich, ein Abzockpreis? Es wird ein Preis genannt.> Entweder man akzeptiert ihn oder man akzeptiert ihn nicht.
Dann hast Du das nicht verstanden. Denn das Problem ist, dass ich mir im
Katalog (in US$) Teile aussuche und mich somit sehr wohl mit dem Angebot
einverstanden zeige.
Dann will ich das Teil bestellen (-> Warenkorb) und Bing! - plötzlich
steht da ein höherer Preis, weil Euro.
Und ich kann vor Glück sagen, dass mir dieses klitzekleine "Euro"
überhaupt aufgefallen ist, bevor ich die Bestellung abgeschickt hatte.
Denn wer denkt schon ernsthaft daran, dass innerhalb eines
Bestellvorgangs in einem Shop die Währung umschaltet?
> Von welchem "Tageskurs" ist die Rede? Der Dollar-Euro-Kurs aus der> Tageszeitung ist nicht der Kurs, zu dem digikey später aus Deinen Euros> wieder Dollars macht
Die Rede ist von dem Kurs, zu dem meine Kreditkarte belastet wird.
Digikey hat da gar nichts umzurechnen, wenn ich zu Dollars bestelle.
Naja, einige erfahrene Digikey-Kunden haben das Problem wenigstens auch
erkannt :-)
Ich werde mal sehen, ob da irgendein Cookie o.ä. die Umleitung
veranlasst.
Von Digikey jedenfalls noch keine Antwort, obwohl die normalerweise sehr
schnell antworten.
Joachim
Probiers doch mal im Live-Support-Chat. Da bekommste zumindest schnell
nen Gegenüber. Nur ob der dir kompetente Antworten geben kann/darf ist
ne andere Frage.
Gruß
Fabian
Soo, habe Antwort bekommen:
"Die Preise in Euro sind nicht nur abhängig vom Wechselkurs sondern
der Fabrikant gibt auch Mindestpreise für den Europäischen Markt an.
Wenn Sie in Euro bestellen sind die Zollgebühren bereits beim Preis
inbegriffen, während Sie dies bei einer Dollarbestellung noch
dazu zahlen müssen.
Auch sind die Versandkosten bei einer Dollarbestellung wesentlich höher.
Bei einer Eurobestellung zahlen Sie unter 150,00€ nur 18,00€
Versandkosten. Bei einer Bestellung über 150,00€ ist diese
Versandkostenfrei, obwohl die Artikel aus dem gleichen Warenlager
verschickt werden.
Sollten Sie dennoch in US Dollar bestellen wollen, raten wir Ihnen an
die Cookies von Ihrer Festplatte zu löschen."
Das mit dem Zoll-Blahblah und den Versandkosten wissen wir ja alle.
Den ersten Satz finde ich allerdings höchstinteressant.
"Mindestpreise für den Europäischen Markt" - soso (räusper, räusper).
:-))
Joachim
> Seit wann wird Zoll vom Bersender kassiert ??
Die Transportfirma kassiert meist den Zoll, weil die die Ware durch den
Zoll bringt.
Hier sind aber die Gebühren gemeint, die die Transportfirma für die
Verzollung kassiert.
Auch wenn der Zollsatz 0% ist, verlangen die für die
Zollabfertigung/Anmeldung eine Gebühr. Das können zwischen 10,- und 20,-
Euro sein, je nach Transportfirma. Bei UPS sinds 10,- Euro pauschal.
Diese Gebühr kann durchaus der Versender übernehmen.
Die Einfuhrumsatzsteuer 19% wird immer bei Zustellung von der
Transportfirma kassiert, entweder cash oder man bekommt eine Rechnung
(wenn man eine Kundennummer z.B. bei UPS hat).
Der Versender kann übrigens auch die Zölle selbst bezahlen, wenn er das
wünscht. Dem Zoll selbst ist es eh wurscht wer den Zoll zahlt :-)
Aber wie gesagt: Zoll ist nicht gleich Einfuhrumsatzsteuer!
Einfuhrumsatzsteuer 19% zahlt immer der Empfänger.
Joachim
Hi, hab da auch mal eine Frage.
Meine erste Bestellung von Digikey erhalten und nachher von UPS eine
EUST Rechnung.
Bezahlt an Digikey hab ich 176 Euro (20% EUST davon wären 35 Euro).
UPS verlangt aber 55 Euro (!):
In den Zollpapieren ist ein statistischer Warenwert pro Posten
angegeben,
jeweils um ca. 40% höher als der eigentliche Artikelpreis.
Dann kommen in einer Auflistung der statistischen Warenwerte nochmals
geheimnisvolle 12% dazu und davon wurde dann letztendlich die EUST
ermittelt.
Wenn ich rückrechne, muss ich jetzt EUST für etwa 270 Euro zahlen !?!
Du zahlst auch MwSt auf den Transport und die Kosten der Verzollung. Die
Zollgesetze kennen keine kostenfreie Lieferung und setzen dann die
Standardlieferkosten an. Das kann dann so 70 Euro sein, und 20% darauf
sind schon 14 Euro.
Gast wrote:
> @Robert> Tja, willkommen im Zolldschungel.> Zoll ist eine moderne Umschreibung für legalisiertes Raubrittertum, das> weiß doch jeder.
Wieso?
Ich finde es nicht verkehrt, dass auf importierte Waren und Leistungen
eine Einfuhrumsatzsteuer erhoben wird, um die Waren ebenso zu besteuern,
wie im Inland hergestellte Waren oder Leistungen. Alles andere wäre doch
unfair gegenüber inländischen Herstellern und Arbeitgebern.
Und ich finde es nicht verkehrt, dass auf bestimmte Waren Zölle erhoben
und Quoten gesetzt werden, um unsere inländischen Hersteller und
Arbeitgeber vor zuvielen Importen zu schützen.
Hätte ma ne Frage allgemein zu Digi-Key,
heut kam bei mir in der Firma Post ein 2208 seitiger Katalog von
Digi-Key adressiert an einen Peter Hänlein (der nicht bei uns
beschäftigt ist und den auch niemand zu kennen scheint) laut unserer
Einkaufsabteilung haben wir schon des öfteren mittelgroße bestellung bei
Digi-Key getätigt. Jedenfalls ist meine eigentliche Frage ob dies eine
Neue viel Aggresivere Marktstrategie sein soll oder ob es möglich wäre
das es sich nur um ein Versehen handelt was ich für sehr unwahrscheinlch
halte. Ich frage weil mich mein Chef darauf hingewiesen hat, das
derartige Marktstrategien eher ein zeichen von schlechten Absatz zahlen
ist und deshalb einige Investoren bereits erkundigen einzuholen
gedenken,
ich hoffe auf Baldige Antwort
Ich kauf ziemlich viel bei Digikey weil's guenstig ist. Dazu.
Unter 500 Dollar bestell ich nichts, lieber 1000 Dollar. Der Transport
kann schon 60Dollar sein. Die Zollhandlingkosten, dh die Kosten, die der
Transporteur fuer das Vorweisen des Packets am Zoll berechnet sind um
die 30Euro, dann kommen noch die Mehrwertsteuer auf alles dazu. Und dann
nehm ich nicht nur 3 Stueck eines ICs, sondern 100 oder mehr. Mein
bevorzugter Max232, ist dann der AD3202, den gibt's fuer 1.59$@100
1.51$@250, ein sattes Stueck unter vergleichbarem hier.