Wenn ich mir das so recht anschaue sind die Dioden in Fig. 17 mit Ihren
Kathoden an den jeweiligen Brückenausgängen und mit ihren Anoden an GND!
Letzteres ist der kleine Unterschied zu den internen Body-Dioden der
MOSFET. Diese sind ja zw. Source und Drain zu 'finden', wobei der
Source-Anschluß der Low-Side-Schalter am Pin 10 ('Sense' beim
Multiwatt-Gehäuse) rausgeführt sind. In der Applikations-Schaltung (Fig.
17) wird 'Sense' über einen 0,5-Ohm-Widerstand auf GND geführt.
Somit wären intern zwei Body-Dioden und der 0,5-Ohm-Sense-Widerstand in
Serie geschaltet, während extern dazu parallel die BYW98 liegen.
Nur für den Fall das die BYW98 fehlen und die Body-Dioden der MOSFETs
leiten würden, könnte es einen Spannungsabfall (evtl. unzulässig hoch)
über den Sense-Widerstand geben. Mit den BYW98 könnte es diesen (hohen)
Spannungsabfall nie geben - naja, vorausgesetzt die Dioden bleiben i.O.
Sehr wahrscheinlich stört der möglicherweise auftretende Spannungsabfall
über den Sense-Widerstand eher den L6506 in der Schaltung, da er dies
als Regelgröße für den Motorstrom heran zieht. Er hat da nur eine
'Response Time' von typ. 0,8µs bei Eingangsspannungen von 0...5V. Ob dem
allerdings wirklich so ist kann man weder den Beschreibungen im
Datenblatt vom L620x noch denen im L6506 entnehmen.
Theoretisch vermisse ich eigentlich noch zwei weitere BYW98, die jeweils
mit ihren Anoden an den Brückenausgängen und mit ihren Kathoden nach Vs
gehen - wie es sich eigentlich für geschaltete Treiber bei induktiven
Lasten gehört.