Moin,
dann nimm doch beides, den TDA8425 als digital einstellbaren
Vorverstärker und an dessen Ausgang wahlweise den TDA2822 für dein
Headset oder die Stereoanlage.
Zur Schaltung des TDA2822 muß ich aber doch noch was sagen. Generell ist
es nämlich eine gute Idee, Beispielschaltungen in Datenblättern mit den
darin enthaltenen Bauteilen und deren Dimensionierung als Vorlage zu
nehmen.
Die beiden Widerstände R1 und R2 würde ich drinlassen. Wenn du z.B.
einen Umschalter davor setzt, hast du nämlich eine Signalquelle mit
unendlich hohem Ausgangswiderstand. Die Widerstände sind auf jeden Fall
gut gegen Schwingneigung und Einstreuung von Störsignalen.
C1 und C2 vermeiden, daß Gleichspannungen mitverstärkt werden. Deren
Größe wirkt sich auf die untere Grenzfrequenz des Verstärkers aus, die
ist hier aber ausreichend tief.
Die Verstärkung ist übrigens intern fest auf 40dB eingestellt. Ev.
könnte man die mit Widerständen in Reihe zu C1 und C2 herabsetzen. Das
könnte sich aber wieder auf den Gleichspannungs-Arbeitspunkt auswirken.
Solltest du also lassen, und um ein kleines Signal auf Kopfhörer-Level
zu bringen ist das auch ok so. Lieber dann das Eingangssignal dämpfen.
Der Wert von C3 ist nicht übermäßig kritisch, sollte aber auch nicht
kleiner als die vorgeschlagenen 10u sein.
C4 und C5 bipolar zu machen ist relativ sinnfrei, da am Ausgang die
halbe Betriebsspannung anliegt (ansonsten wären die Elkos auch nicht
drin) und ein unipolarer Elko also sauber vorgespannt ist. Für den Wert
würde ich die 100u aus Figure 16 nehmen. Ein zu niedriger Wert erhöht
die untere Grenzfrequenz und den Klirrfaktor der Gesamtschaltung (der
ist aber trotzdem noch deutlich geringer als der des Kopfhörers).
Generell aber Ausganselkos bei niedrigen Lasten eher größer machen als
kleiner.
R3/C6 und R4/C7 am Ausgang sind sogenannte Zobel-Glieder. Die belasten
den Ausgang bei hohen Frequenzen und sind gut gegen Schwingneigung bei
kapazitiven Lasten (Frequenzweichen oder lange Kabel). Für C6 und C7
nimmt man normalerweise einen günstigen Folientyp (MKT, MKH) oder
NPO-Keramik. Das ist aber auch nicht besonders kritisch.
Ach ja, die Spannungsfestigkeit der Elkos nimmst du am Besten mindestens
eine Klasse über der Betriebsspannung der Schaltung, also 25V bei 15V
Betriebsspannung (bei Reichelt wären also RAD10/35 und RAD100/25 eine
gute Wahl).
Dann solltest du noch vor R1 und R2 je einen Kondensator machen (vgl.
Figure 17 vor den Potis) um den Gleichspannungsanteil des
Eingangssignals zu entfernen. Deren Wert bestimmt zusammen mit R1 und R2
die obere Grenzfrequenz der Schaltung und sollte hier auch ein Folientyp
mit mindestens 100nF sein.
Viel Spaß,
Christian.