Bei IPv6 gibt es eine Kurzschreibweise. Man kann einmal :: haben, und
das dazwischen wird mit 0en aufgefüllt. z.B.
1::1 entspricht 0001:0000:0000:0000:0000:0000:0000:0001
Wenn jetzt nach oder vor dem :: auch alles 0 ist, kann man das auch weg
lassen. Also :: entspricht 0000:0000:0000:0000:0000:0000:0000:0000.
Es gibt auch noch eine Notation mit eingebetteter IPv4 Adresse, wird
aber seltener verwendet, und die SW Unterstützung ist sehr
unterschiedlich, manche kanns, manche nicht, und manche erlaubt's nur
für bestimmte Präfixe. Bei der Notation ersetzt da einfach die letzten 4
Ziffern mit einer IPv4. (z.B. 1:2:3:4:5:6:7.8.9.10 entspricht
0001:0002:0003:0004:0005:0006:0708:090A). Ich verwende das bei meinen
Servern, dort verwende ich ULAs (fd00::/8) (Unique Local Address), und
setze die IPs hinten gleich wie bei meinen IPv4.
Für ins Internet braucht es am ende eine GUA (2000::/3) (Global unique
Address) (Bei meinen Servern mache ich da 1:1 Nat. Meine v6 vom Provider
ist leider dynamisch, mit diesem Aufbau macht mir das immerhin im
lokalen Netz keine Probleme.).
2000::/3 und fd00::/8 sind ein paar Bits am Anfang der Adresse, die /
gibt an wie viele davon. Man nennt die Prefixe. Bei IPv6 werden
unterschiedliche Prefixe für unterschiedliche Zwecke verwendet, und
teils auch anders geroutet / Behandelt.
Netzadressen sind eigentlich wie bei IPv4. Man legt einfach mehr der
Bits vorne fest. 2345::/16 wäre ne Netz Adresse, in dem fall beinhaltet
sie GUAs. Und es sind 128-16 = 112 Adressen im Netz übrig, die man
weiter aufteilen kann. Das /16 bezeichnet man als ein 16er Präfix. In
einer Hex Ziffer haben 4 Bits platz. 16 Bits sind also gerade 4 Ziffern.
Für LAN mach ich das so wie es üblich ist, die Geräte bekommen eine GUA,
per SLAAC. Da kriegt man ein /64 Präfix, und die Geräte erfinden sich
ihre Adresse einfach, indem sie die restlichen Bits ausfüllen. SLAAC
funktioniert nur mit /64 Netzen, und nur mit GUAs.
ISPs sollten eigentlich /48 vergeben. Dann kann man noch ein paar
Subnetze definieren. Aber nicht alle ISPs machen es richtig.
Ich hätte eigentlich lieber DHCPv6 für meine LAN Geräte genommen. Bei
DHCP wird einem Gerät eine IP zugewiesen. Leider unterstützen iPhones,
iPads, usw. aber nur SLAAC, war also nicht umsetzbar. Das heisst auch,
dass meine DNS die IPv6 meiner LAN Geräte nicht kennt. Apple hat dafür
auch keine Verwendung, die nutzen ja statt DHCP & DNS lieber SLAAC &
mDNS DNS-SD Bonjour. (Aber ich mag DHCP & DNS eigentlich lieber...).
Ein gerät kann mehrere IPs haben bei IPv6 sind 6 GUAs üblich, eine für
lokale, quasi statische Sachen, und eine randomisierte, für online.
Es gibt noch die link lokalen Adressen. Die werden automatisch
verwendet, und vom ICMPv6, welches IPv6 für gewisse dinge zwingend
braucht, verwendet. Das ersetzt zeug wie ARP, und geht nur Netzlokal. Es
gibt auch noch ein paar andere Sachen, aber die sind nicht so wichtig.
Router/Modems bekommen von ISPs manchmal noch zusätzliche eigene ULA für
sich selbst. Ich sehe da oft viele 0en, die scheinen also selten
randomisiert zu werden.
Mobilfunkanbieter machen nochmal irgend etwas spezielles. Ich glaube da
war irgend was mit "Multi-homing" oder so. Unnötiges NAT machen sie
vermutlich oft auch noch. Vielleicht kommen die IPs X:XX::X, also mit
vielen 0en drin, ja von dort, die Webseite sieht die Router IP vom
Mobilfunkanbieter wegen NAT, und dessen IP ist halt nicht randomisiert,
und hat dann viele nullen drin.