Schöne Erfindungen, die (fast) ausgestorben sind (Bauteile und Fertigungstechnik)

OP #1672911
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Hallo,

ich möchte eine Diskussion über Dinge hervorrufen, die sehr funktional, 
subjektiv "schön" sind, aber leider (fast) ausgestorben sind.
Dabei liegt der Fokus auf Bauteile und Fertigungstechnik.

Meine Lieblinge:

* Keramikgehäuse
* PLCC
* J-Leaded Packages

Iwan
Gast #1672947
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Du hast echte Flatpacks vergessen (Im Endeffekt Vorlaeufer des 
SO-Gehaeuses - man hat 60er Technik vor sich und wundert sich wo die die 
SMD-ICs herhatten :), ausserdem Potis und Steckverbinder mit 
Pertinaxkoerper (haesslich ABER viel viel loetbestaendiger), 
Transistoren in Metallgehaeusen, LED-Alphadisplays (naja HDSP253x gibt 
es aber der Preis - ohgottogott), eine Menge Dinge die mit Glas und 
Hochspannung zu tun haben (PMTs, CRT-basierte AD-Wandler), 
Styroflexkondensatoren,...
Gast #1672981
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Eigentlich nur noch second Hand zu bekommen, Glimmzählröhren und 
magische Augen oder Bänder.
Das sind die grünlich leuchtenden Röhren die in jedem besseren 
Rührenradio waren. In dieser Technik gab es auch 
Stereo-Austeuerungsanzeigen als Bänder. Die Weiterentwicklung dieser 
Technik führte zu den VFD-Anzeigen.
Die Glimzählröhren waren quasi dekadische Zähler die gleich auch noch 
den Zälstand mit einen Glimmpunkt anzeigten, wobei die marürlich auch so 
schnell arbeiten konnten das nur ein Ring von Punkten zu sehen war.

Schön, aber heute kaum noch zu brauchen sind die Waben und Korbspulen.
#1673442
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@  Alexander Schmidt (esko) Benutzerseite

>Totgesagte leben länger. Hier eine Demo von 2009 für Amiga.
>Live gerendert natürlich.

>http://vimeo.com/4718738

Naja, für die älteren in der Runde, die das noch 
historisch/technologisch einordnen können, sehr beeindruckend. Für die 
Kids von heute mit ihren GHz Boliden sieht das ehrer wie ein 
Transistorradfio aus ;-). Aber trotzdem, der Amiga ist schon lange 
Geschichte. Es gab eigentlich nur einen guten, den A500. Einige mochen 
den A1000 lieber, wegen des professionelleren Looks mit abgesetzter 
Tastatur. Aber danach hat Comodore nur noch gepennt und Bullshit 
gelabert. Allein AGA kam deutlich zu spät und mit viel zu wenig Power. 
Und so weiter, und so weiter.

Tote soll man ruhen lassen.
Amen

Falk
Moderator Persönliche Seite #1673615
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Robert Weber schrieb:
> Lichtschalter und Steckdosen aus Bakelit.

Beim Erinnern daran kommt mir sofort eine andere Erinnerung: Ladegerät
für kleine gasdichte Bleiakkus (RZP-2, älteren "Ossis" sicher noch ein
Begriff) mit einer Quecksilberdampf-Gleichrichterröhre.  Die hatte
während des Ladens ein nettes Glimmlicht.  Die "Ladeendabschaltung"
bestand darin, dass man beobachten musste, wann die PE-Hülle der
Zelle begann sich aufzublähen. ;-)

Eigentlich hatte mein Vater lange Zeit noch so ein Gerät, muss er
aber wohl doch mal weggeworfen haben, ich hab's in seinem Nachlass
nicht entdecken können.
#1673778
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Hab hier noch ca 2000 St. 1N4148 mit Glasgehäuse rumliegen, aber die 
neueren Glasgehäuse nicht die alten wo noch die Bonddrähte zu sehen 
waren.
Wer welche brauchen kann hier stauben die nur ein, verwende fast nur 
noch SMD-Teile.

>Plattenspieler.
 Jaa, klar, einige der Teile sind kleine Kunstwerke.
Mein alter Revox mit Tangentialtonabhehmer ist noch im Einsatz, hab ja 
auch jede Menge Platten im Schrank.
Die Tonbandmaschine ist auch immer ein Hingucker. Regelmässig fällt den 
MP3 gewöhnten Kids die Kinnlade runter wenn sie hören wir gut das alte 
Zeugs klingt.
#1673847
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> Plattenspieler.

noch im Betrieb (allerdings primär zum Aufnehmen von alten Platten)

> Bandlaufwerke

Damit mache ich noch regelmäßig Sicherungen (MLR3 bzw. SLR25/50).
Leider sind die Kassetten kaum günstig zu haben.

> Lichtschalter und Steckdosen aus Bakelit.

Hier im Haus im Betrieb (die werde ich auch nicht rauswerfen)

-----

Irgendwie fürchte ich langsam, im Museum zu wohnen.
Persönliche Seite #1675308
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Florian *.* schrieb:
> Bandlaufwerke

Gibts auch nach wie vor, auch in recht ernsthaft. Ich nutze zur 
Archivierung ein LTO-2-Laufwerk, das 200 GB auf einem Band speichert, 
und das Band mit etwa 40 MByte/sec beschreiben kann.


Sebastian H. schrieb:
> die alten Lichtschalter, hatte meine Oma bis 1996

Als Unterputzmodell wird so etwas auch heute noch hergestellt, und zwar 
von der Firma Berker:

http://www.berker.com/de/deutschland/produkte/schalterprogramme/serie-1930/

Und eine Edelvariante gibts auch:
http://www.berker.com/de/deutschland/produkte/schalterprogramme/serie-1930-porzellanmade-by-rosenthal/
#1675942
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http://www.manufactum.de/Produkt/172314/1445553/AufputzDrehschalterBakelitschwarz.html

Bei der Firma gibts so ziemlich alles, von dem die meisten froh sind, 
dass es sowas eigentlich nicht mehr gibt..(und das zu Preisen, dass es 
sich fast lohnen würde, ein altes Abrisshaus zu kaufen, nur um dann die 
Schalter und Steckdosen auszubauen.) ;-)

Edit: Hersteller ist anscheinend http://www.produktgesellschaft.de,
die fertigen sogar Netzwerkdosen mit Bakelitabdeckung... wers brauch...
#1675982
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Steffen Warzecha schrieb:
> Hab hier noch ca 2000 St. 1N4148 mit Glasgehäuse rumliegen, aber die
> neueren Glasgehäuse nicht die alten wo noch die Bonddrähte zu sehen
> waren.
> Wer welche brauchen kann hier stauben die nur ein, verwende fast nur
> noch SMD-Teile.
>

Hier ich! Da wo der Zeigefinger leuchtet....;-)

Wenn Du mir ein paar (sagen wir mal so 100 Stück) schicken könntest,
würde ich mich sehr freuen. Ich bin nämlich nicht so ein SMD-Fan...

MfG Paul
#1678068
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Ich erinnere mich noch gerne an die Studienzeit ab 1979 an der Uni KL.
Da gab es den TR440. Ob der noch Kernspeicher hatte weiß ich nicht mehr 
sicher. Lochkartenstanzer, Lochkartenleser und Zeilendrucker waren 
jedenfalls State of the Art.

Aber jedenfalls war zu dieser Zeit bei manchen Informatikern der Begriff 
Kernspeicher ein Synonym zu Hauptspeicher...
Gast #1678338
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Damit ist die komplette Leittechnik unseres und vieler anderer 
Kraftwerke verdrahtet (in den Elektronikschränken). Ist auch sonst in 
der Industrie kaum ausgestorben.
Wir haben aber noch viel ältere Verbindungstechniken zu bieten, die 
'Goldfische' von GEAMATIC (AEG), ca. 40 Jahre alt, immer noch im 
Einsatz.
#1678361
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Gerry E. schrieb:

> Ich erinnere mich noch gerne an die Studienzeit ab 1979 an der Uni KL.
> Da gab es den TR440.

Ich frage mich ja, ob man die auch irgendwo anders als staatlichen 
Institutionen fand. Aber wer programmiert sonst schon in deutschem 
Assembler und Betriebssystem ;-).

Tja, und seither weiss die Welt leider nicht mehr was ein 
Typenkennungsalarm ist.

> Ob der noch Kernspeicher hatte weiß ich nicht mehr sicher.

Yep, sie hatte. 2 Sorten, schnell vs. viel.

Die Logik war immerhin schon mit ECL ICs - die gleich alte aber viel 
schnellere CDC7600 verwendete noch Einzeltransistoren!
#1682693
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Ach ja genau. Da fällt mir gerade ein, dass ich zu Hause noch irgendwo 
ein Nicolet Oszi. habe, mit einem solchen Bubble Memory Modul.
Bei dem Nicolet ist übrigens Scheisse, dass die Einteilung auf den 
Knöpfen (Zeitbasis z.B.) sich auf den ganzen Bildschirm bezieht und 
nicht wie normalerweise auf eine "Division".
#1683345
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..ist Torx

Das war der größte Schwarzbau der DDR.Das Werk(Produktionsstätte) wurde 
über Drittländer gegen das Embargo von den bösen Kapitalisten gekauft.
Vielleicht meldet sich Paul,der kennt sich bestimmt besser aus.
Man sollte auch nicht vergessen ,dass sehr viele Produkte aller Art mit
"Kapitalistischen Schildchen " versehen wurde ;-)))
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#1683374
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Elektromechanische Wähler, wahlweise Hebdrehwähler, Drehwähler, oder 
diese riesige Stangenwähler.
Für Uneingeweihte: Damit hat man früher Telefeonverbindungen 
hergestellt. Sau laut und ziemlich fies wegen der Induktivitäten.
Aber am Besten fand ich diese Maschine die die ganzen Rufzeichen erzeugt 
hat (Amt/Besetzt/Rufton), 100% Mechanik das Teil.
Gast #1683428
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Ich hatte mal 'nen sehr schönen Flipper, 'Surf-Champ' von 
Automaten-Gottlieb.
BJ 1976, kein einziges elektronisches Bauteil drin, alles 
Elektromechanik. Dem trauere ich wirklich nach ...
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.xmission.com/~daina/images/bc/surfc_pf.jpg&imgrefurl=http://www.xmission.com/~daina/images/bc/surfchamp.html&h=709&w=414&sz=53&tbnid=9GlSh2OBhjtCVM:&tbnh=140&tbnw=82&prev=/images%3Fq%3Dsurf%2Bchamp&usg=__lIMea2FwRfeJ3U99QXTVuY4mYAw=&ei=V1LPS_-sJs-lOIyZoccP&sa=X&oi=image_result&resnum=5&ct=image&ved=0CB4Q9QEwBA

Ach ja: hätte einen Geldspielautomat zu verschenken, ist auch schon auf 
die neuen 5-DM-Stücke umgestellt (BJ 73, keine Elektronik), mit 
Hängekreuz.
;-)
#1684014
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Habe zur Zeit einen Aufräum- und Wegwerf-Fimmel.
Dadurch wusste ich wo das lag.
Das war fertiges Perfolbandkordel ,von der Rolle auf eine 12er Schraube 
gewickelt.(glaube 1970-1975 )
Wir machten uns unser Kordelband lieber selbst.
Perfolband (klar) ca 10mm breit und hauchdünn.
Gewässert und dann gezogen.
Damit hielt jeder Kabelbaum bestens.

MfG
Angehängte Dateien:
OP #1684582
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Thilo M. schrieb:
> So, hier die Bilder vom Geldspielautomat "Rotomat Astor".

Cool, ich hatte schon inständig gehofft, daß es sich um einen Rotomat 
handelt! :-) Daß es sich noch dazu um die schöne Version Astor handelt, 
wagte ich nicht zu träumen. Wo steht das gute Stück denn? Leider habe 
ich in nächster Zeit kein Auto, ich hoffe er muß nicht recht schnell 
weg!

LG aus Österreich, Iwan
Persönliche Seite #1692917
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Hallo Klaus.

> Nachdem auch Fertigungstechnik erwähnt wird:
> Die beiden Bohrmaschinen mit Getriebe nutze ich noch
> regelmäßig (zum Entgraten von Bohrlöchern und Ansenken)

Sowas benutze ich auch noch. Bevor ich zum bohren eines Loches am Auto 
eine Kabeltrommel abgerollt habe, habe ich es auch mit der "Brustleier" 
gebohrt.

Und bei Weichholz ist das auch kein Thema. Es ist nicht wirklich 
anstrengend (Wenn doch, ist das Training bitter nötig) und das ganze 
Gehampel mit Leitung oder Akku entfällt.

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de
#1698531
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Ich habe gerade auch etwas nettes gesehen, ein Zeitrelais mit 
Quecksilberschalter. Das Teil wurde für die Steuerung eines 
Treppenhauslichts benutzt. Der Quecksilberschalter ist auf einer Wippe 
drehbar gelagert, daran links oben die Spule und rechts oben ein kleiner 
Pneumatikzylinder mit Feder und Ventil, welches Luft schnell rein, aber 
nur langsam wieder rauslässt. Somit hat man ein rein mechanisches, 
retriggerbares Monoflop ;-). Am Ventil kann man die Ablaufzeit 
einstellen. Ach und Wikipedia sagt, dass Quecksilberschalter je nach 
Bauart sehr abnutzungsfest sind, wenn sie so gebaut sind, dass die 
Kontakte immer von etwas Quecksilber umspült werden (scheint hier der 
Fall zu sein, wenn ich das richtig sehe).

Gruß,
droelf
Angehängte Dateien:
Gast #1703348
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Kannst du dich darüber mal etwas genauer äußern?

Kann ich.
Das System Geamatic ist nur mit Transistoren realisiert, ICs gab's noch 
keine. Alles in 19" Baugruppentechnik. Die Goldfische sind speziell 
geformte Goldkontakte, an die die Verbindungslitze angecrimpt wird. Der 
Kontakt wird von hinten im Elektronikschrank in die Federleiste 
(Kontaktaufnahme) gesteckt und verriegelt. Dementsprechend sehen die 
Schränke auf der Verdrahtungsseite chaotisch aus, so mit hunderten 
Verbindungsdrähten wild durcheinander. :)
Das System läuft schon fast 40 Jahre sehr zuverlässig und störungsfrei.
Hat auch den Vorteil, dass man die Baugruppen auch heute noch reparieren 
kann, Bauteile sind noch (fast) alle erhältlich. ;-)

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