Hallo Leute,
Ich habe ein kleines Problem mit MariaDB.
Da ich zwischen mehreren MySQL Versionen hin und herschalten muss,
muss ich MariaDB komplett deaktivieren.
Aber so, das es per Bash Script wieder aktiviert werden kann!
Also nicht deinstallieren, o.ä.
Ich deaktiviere MariaDB wie folgt:
sudo systemctl stop mysqld
sudo systemctl disable mysqld
sudo update-rc.d mysqld remove
sudo ps ax | grep mysql
liefert:
645 ? S 0:00 /bin/bash /usr/bin/mysqld_safe
796 ? Sl 0:01 /usr/sbin/mysqld --basedir=/usr
--datadir=/var/lib/mysql
--plugin-dir=/usr/lib/arm-linux-gnueabihf/mariadb18/plugin --user=mysql
--skip-log-error --pid-file=/var/run/mysqld/mysqld.pid
--socket=/var/run/mysqld/mysqld.sock --port=3048
797 ? S 0:00 logger -t mysqld -p daemon error
1819 pts/0 S+ 0:00 grep --color=auto mysql
sudo find / -type s
liefert:
/run/mysqld/mysqld.sock
Hat da jemand eine Idee?
Wenn
systemctl stop mysqld
einen mysqld nicht runterfährt, dann ist der nicht korrekt in den
systemd integriert.
Debian 9 amd64, mit mysql-server aus der Distri:
# ps ax|grep mysql
2189 ? Ssl 0:00 /usr/sbin/mysqld
2260 pts/0 S+ 0:00 grep mysql
# systemctl stop mysqld
# ps ax|grep mysql
2268 pts/0 S+ 0:00 grep mysql
Was für ein System und was für ein MariaDB ist das überhaupt? RasPi (wg.
ARM) ist doch auch Debian, aber die "ps ax" Zeile sieht ziemlich anders
aus. Ist die oben gezeigte MariaDB überhaupt aus der Distri, oder ist
die selbst gebaut?
Kevin schrieb:> Da ich zwischen mehreren MySQL Versionen hin und herschalten muss,> muss ich MariaDB komplett deaktivieren.
Autsch. Da muss man aufpassen dass auch die richtigen Tools jeweils
aufgerufen werden. Das eigentliche Runterfahren triggert ja das
"mysqladmin" Tool. Ich nehme an dass Deine Start Skripte da eine flasche
Version finden (siehe $PATH) oder das Tool eine andere Config Datei.
In diesem Szenario deaktiviert man die automagischen Startskripte besser
ganz und startet/stoppt manuell.
Hier wären eventuell Container nützlich. Einvach den jeweiligen Dienst
in einen eigenen Container packen, und dann jeweils den entsprechenden
Container starten, den man gerade braucht. Oder einfach alle Container
parallel laufen lassen.
Ich habe am liebsten libvirt-lxc:
https://dev1galaxy.org/viewtopic.php?id=617 (Anleitung ist zwar für
Devuan, aber für andere Distros einfach das debootstrap anpassen oder
wie auch immer die Distro das dort nennt.)
Am Zweitlibsten LXD:
https://linuxcontainers.org/lxd/getting-started-cli/
Alternativ kann man noch Docker versuchen:
https://hub.docker.com/_/mariadb/
Kevin schrieb:> Ich habe ein kleines Problem mit MariaDB.> Da ich zwischen mehreren MySQL Versionen hin und herschalten muss,
Warum mußt du das?
> muss ich MariaDB komplett deaktivieren.> Aber so, das es per Bash Script wieder aktiviert werden kann!> Also nicht deinstallieren, o.ä.>> Ich deaktiviere MariaDB wie folgt:>> sudo systemctl stop mysqld> sudo systemctl disable mysqld> sudo update-rc.d mysqld remove
Ich fände es verwunderlich, wenn das out-of-the-box funktionieren würde.
Du kannst schon nicht MariaDB und MySQL (gar in mehreren Versionen) aus
den Distributions-Repositories parallel installieren, weil einige
executables (z.B. mysqld für den Server-Prozeß) gleich heißen und an
gleicher Stelle im Dateisystem liegen.
Genau das gleiche Problem kriegst du mit systemd. Die Units dürften
jeweils gleich heißen (und falls nicht, wäre das ein dummer Zufall). Mir
wäre auch nicht bekannt, daß es einen Mechanismus gäbe, der bei der
Installation eine vorhanden Unit gleichen Namens entdeckt und der neu
installierten Unit einen anderen Namen zuweist. Auch wenn ich nicht
ausschließen kann, daß das jemand mal reingehackt hat.
Der einzige Weg, wie man das halbwegs sauber hinbekommt, wäre die MySQL-
bzw. MariaDB-Installationen in eigene Verzeichnisse zu installieren,
z.B. /opt/MySQL-x.y.z und /opt/MariaDB-a.b.c und jeweils eigene systemd
Units mit eindeutigen Namen einzurichten. Für die my.cnf und das datadir
müßte man sich auch Konventionen einfallen lassen. Am einfachsten:
my.cnf ins Installdir und dort das datadir referenzieren. Aber ohne
manuelle Arbeit geht das nicht. Für den normalen Anwender ist das
nämlich nicht notwendig.
spar dir die ganzen kopfschmerzen und nimm (wie schon mindestens einmal
erwähnt) irgendwas zum containerisieren.
ob lxc, lxd, docker oder auch komplette vms wie z.b. vagrant ist dann
eher wurscht
Daniel F. schrieb:> spar dir die ganzen kopfschmerzen und nimm (wie schon mindestens einmal> erwähnt) irgendwas zum containerisieren.
Besser nicht. Das ganze Containergedöhns ist in diesem Fall vollkommen
unnötig. Es verbrät bloß Platz auf dem Massenspeicher und im RAM. Der
einzige Grund, warum man das verwenden wollen würde, ist weil man
entweder unwillig oder unfähig ist, mal ein bißchen selber zu denken.
Was ganz besonders grotesk ist, wenn man sich verinnerlicht, daß das
Hirn das einzige Organ ist, das auch bei intensivster Benutzung nicht
abgenutzt wird, sondern nur immer besser.
Mann kann beliebig viele MySQL- oder MariaDB-Instanzen gleichzeitig
installiert und (in Grenzen) auch laufen haben. Nur eben nicht die,
die aus den Standard-Repos kommen, weil die extra dafür gebaut sind,
einander zu ersetzen. Was ja auch explizit durch die Paketabhängigkeiten
dokumentiert ist: "X replaces Y" bzw. "X conflicts (with) Y".
Für die Installation muß man sie in unterschiedliche Verzeichnisse
entpacken, was am einfachsten mit .tar.gz Packages geht. Zum Rest gibt
es die ausgezeichnete Dokumentation.
PS: nach wie ungeklärt ist, warum man (als Anwender) überhaupt mehrere
Versionen gleichzeitig installiert haben muß.
PPS:
1
~ $ls -l /usr/local/mysql/
2
total 24
3
drwxr-xr-x 6 axel axel 90 Jan 3 2012 configs/
4
lrwxrwxrwx 1 axel axel 15 Feb 18 2015 current -> mariadb-10.0.15/
5
drwxr-sr-x 3 axel axel 107 Apr 15 2014 current-slave/
6
drwxr-sr-x 3 axel axel 20 Jun 9 2010 enterprise/
7
drwxr-sr-x 10 axel axel 109 Jan 3 2012 maria-5.1/
8
drwxr-sr-x 10 axel axel 109 Jan 3 2012 maria-5.2/
9
drwxr-sr-x 10 axel axel 122 Oct 3 2012 maria-5.3/
10
drwxr-sr-x 8 axel axel 101 Feb 19 2013 maria-5.5/
11
drwxr-sr-x 8 axel axel 78 Apr 15 2014 mariadb-10.0.10/
12
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-10.0.12/
13
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-10.0.13/
14
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-10.0.14/
15
drwxr-sr-x 9 axel axel 101 Mar 29 2017 mariadb-10.0.15/
16
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Apr 8 2015 mariadb-10.1-2b475b5/
17
drwxr-xr-x 9 axel axel 118 Mar 29 2017 mariadb-10.1-git/
18
drwxr-xr-x 9 axel axel 101 Mar 29 2017 mariadb-10.2.4/
19
drwxr-xr-x 9 axel axel 96 Jun 2 2017 mariadb-10.2.6/
20
drwxr-xr-x 9 axel axel 137 Aug 30 14:08 mariadb-10.3.1/
21
drwxr-xr-x 9 axel axel 137 Aug 30 14:23 mariadb-10.3.1-debug/
22
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-5.5.36/
23
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-5.5.37/
24
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-5.5.38/
25
drwxr-xr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-5.5.39/
26
drwxr-sr-x 8 axel axel 78 Dec 17 2014 mariadb-5.5.40/
27
drwxr-sr-x 10 axel axel 97 Feb 2 2014 mysql-4.0/
28
drwxr-sr-x 8 axel axel 76 Jan 3 2012 mysql-4.1/
29
drwxr-sr-x 8 axel axel 4096 Jun 19 2012 mysql-5.0/
30
drwxr-sr-x 8 axel axel 108 Jul 31 2013 mysql-5.1/
31
drwxr-sr-x 8 axel axel 101 Nov 8 2012 mysql-5.5/
32
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.5.36/
33
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.5.37/
34
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.5.38/
35
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.5.39/
36
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.5.40/
37
drwxr-sr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.5.41/
38
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.6.15/
39
drwxr-xr-x 7 axel axel 68 Dec 17 2014 mysql-5.6.16/
40
drwxr-sr-x 8 axel axel 108 Jun 16 2014 mysql-5.6.17/
41
drwxr-xr-x 7 axel axel 81 Dec 17 2014 mysql-5.6.19/
42
drwxr-xr-x 7 axel axel 81 Dec 17 2014 mysql-5.6.20/
43
drwxr-sr-x 8 axel axel 108 Jul 6 2015 mysql-5.6.21/
44
drwxr-sr-x 7 axel axel 98 Apr 15 2014 mysql-5.7.3-m13/
45
drwxr-sr-x 7 axel axel 68 Apr 17 2014 mysql-5.7.4-labs-april/
46
drwxr-sr-x 7 axel axel 98 Apr 16 2014 mysql-5.7.4-m14/
47
-rw-r--r-- 1 axel axel 913 Apr 12 2012 run-sqlbench.conf
48
-rwxr-xr-x 1 axel axel 14779 Apr 12 2012 run-sqlbench.pl*
[Exkurs]
Kann ich eine bestehende MariaDB 10.0.x-Version einfach mit apt-get
upgrade auf die 10.2.x aktualisieren oder gilt es da einiges zu
beachten? Werden existierende Datenbank beibehalten?
[/Exkurs]
Markus schrieb:> Kann ich eine bestehende MariaDB 10.0.x-Version einfach mit apt-get> upgrade auf die 10.2.x aktualisieren
Im Prinzip ja. Was du da machst, ist ein "binary upgrade", unter diesem
Stichwort liefert das Manual (nimm das von MySQL, das gilt bis auf die
Versionsnummern) auch Info. MariaDB 10.0 entspricht MySQL 5.6. 10.2
entspricht ungefähr MySQL 5.7.
> oder gilt es da einiges zu beachten?> Werden existierende Datenbank beibehalten?
Wenn der Package-Maintainer seine Sache gut gemacht hat, wird nach dem
Upgrade automatisch mysql_upgrade ausgeführt, das die existierende
Datenbank auf Kompatibilität prüft und gegebenenfalls updated. Im
Zweifel mysql_upgrade noch mal händisch ausführen. Wenn es bereits
gelaufen ist, ist das ein no-op.
Ich empfehle in jedem Fall vorher ein Backup. Entweder mysqldump oder
den MariaDB-Server stoppen und das datadir komplett sichern.
Axel S. schrieb:> Im Prinzip ja.
Auf https://mariadb.com/kb/en/library/upgrading/ sind nämlich nur
Updates von einer Version auf die nächste beschrieben, also von 10.0 auf
10.1, von 10.1 auf 10.2 usw. Außerdem heißt es auf den zugehörigen
Unterseiten 'Uninstall MariaDB 10.x'. Ein einfaches 'apt-get upgrade'
reicht anscheinend nicht aus, sondern vorher muß noch 'apt-get remove'
ausgeführt werden?
Axel S. schrieb:> Daniel F. schrieb:>> spar dir die ganzen kopfschmerzen und nimm (wie schon mindestens einmal>> erwähnt) irgendwas zum containerisieren.>> Besser nicht. Das ganze Containergedöhns ist in diesem Fall vollkommen> unnötig. Es verbrät bloß Platz auf dem Massenspeicher und im RAM. Der> einzige Grund, warum man das verwenden wollen würde, ist weil man> entweder unwillig oder unfähig ist, mal ein bißchen selber zu denken.
Erzähl' doch bitte keinen Unsinn. Gerade für Anwendungsfälle wie diesen
sind Container perfekt geeignet.
> Für die Installation muß man sie in unterschiedliche Verzeichnisse> entpacken, was am einfachsten mit .tar.gz Packages geht. Zum Rest gibt> es die ausgezeichnete Dokumentation.
Statt des Geschwafels über die bösen Ressourcenfressercontainer hättest
Du dem TO vielleicht mal eine Quelle für Raspbian-Tarballs nennen
können. Die "ausgezeichnete" Dokumentation (wer hat die eigentlich
ausgezeichnet?) ist dazu nämlich leider ein wenig schweigsam.
Markus schrieb:> Auf https://mariadb.com/kb/en/library/upgrading/ sind nämlich nur> Updates von einer Version auf die nächste beschrieben, also von 10.0 auf> 10.1, von 10.1 auf 10.2 usw.
Prinzip:
Wenn du ein Paket per Sourcecode installierst und aktualisierst, dann
sind die Anweisungen im Source-Paket relevant und es ist dein Job, dich
daran zu halten.
Wenn du ein Paket per Binär-Distribution wie Debian oder Redhat
installierst und aktualisierst, dann ist diese Distribution für den
Einhaltung des korrekten Ablauf des Updates zuständig.
Hallo,
also wenn es sich wirklich um raspbian auf RPI handelt, dann kann ich
nur empfehlen, einfach mehre davon zu nutzen.
Ich habe mir z.B. 7 rpi gestapelt, die wahlweise als hex-Cluster hinterm
proxy laufen. Einer hat apache2 der andere nginx, mysql der dritte,
einer macht nas und einer fhem, 2 sind Reserve für Tests.
Vorteil ist die sichere Installation per apt-get. Wenn man will, kann
man hinterher immer noch mehrere Pakete auf einem Rechner installieren
und sieht sofort, ob sich etwas anders verhält und man daher noch nach
dem Fehler suchen muss.
Gruß,
Michael
Markus schrieb:> Axel S. schrieb:>> Im Prinzip ja.>> Auf https://mariadb.com/kb/en/library/upgrading/ sind nämlich nur> Updates von einer Version auf die nächste beschrieben, also von 10.0 auf> 10.1, von 10.1 auf 10.2 usw
Oh, stimmt, das wollte ich ja noch schreiben. Garantiert ist die
Updatefähigkeit immer nur von einer Version zum nächsten major-Release
(also eine Änderung um +1 in der zweiten Stelle der Versionsnummer). In
der Praxis funktionieren auch größere Sprünge fast immer. Und speziell
bei MariaDB wird sehr viel Wert auf Kompatibilität gelegt.
Nur wie gesagt: eine Garantie gibt es darauf nicht. U.a. deswegen
empfahl ich ein Backup. Einen alten Dump solltest du hingegen immer
einspielen können. Wobei es auch da manchmal Probleme gibt, etwa wenn
sich die Default-Engine geändert hat.
> Außerdem heißt es auf den zugehörigen> Unterseiten 'Uninstall MariaDB 10.x'. Ein einfaches 'apt-get upgrade'> reicht anscheinend nicht aus, sondern vorher muß noch 'apt-get remove'> ausgeführt werden?
Nein. Unter der Haube macht apt upgrade genau das: es deinstalliert das
alte Paket und installiert das neue.
Sheeva P. schrieb:> Axel S. schrieb:>> Daniel F. schrieb:>>> spar dir die ganzen kopfschmerzen und nimm (wie schon mindestens einmal>>> erwähnt) irgendwas zum containerisieren.>>>> Besser nicht. Das ganze Containergedöhns ist in diesem Fall vollkommen>> unnötig. Es verbrät bloß Platz auf dem Massenspeicher und im RAM. Der>> einzige Grund, warum man das verwenden wollen würde, ist weil man>> entweder unwillig oder unfähig ist, mal ein bißchen selber zu denken.>> Erzähl' doch bitte keinen Unsinn. Gerade für Anwendungsfälle wie diesen> sind Container perfekt geeignet.
Sie sind in erster Linie komplett überdimensioniert. Und eine ganze
Menge Dinge erledigen sie trotzdem nicht. Wenn man von außerhalb der
Container auf die Datenbanken zugreifen will, muß man sich trotzdem
Gedanken über TCP-Ports oder UNIX-Socket Pfade machen.
Und wie gesagt: eigentlich das trivial. Genauso trivial, wie zwei Autos
zu haben. Auch Fahranfängern muß man sicher nicht erklären, daß man sie
dann aber nicht auf dem gleichen Stellplatz parken kann. Die Idee mit
den Containern entspricht dann dem Ratschlag, sich einfach ein zweites,
drittes etc. Haus zu kaufen, damit man jeweils ein Auto vor jedes Haus
stellen kann.
>> Für die Installation muß man sie in unterschiedliche Verzeichnisse>> entpacken, was am einfachsten mit .tar.gz Packages geht. Zum Rest gibt>> es die ausgezeichnete Dokumentation.>> Statt des Geschwafels über die bösen Ressourcenfressercontainer hättest> Du dem TO vielleicht mal eine Quelle für Raspbian-Tarballs nennen> können.https://www.google.de/search?q=raspbian+mysql+tar.gz ist zu fernliegend?
> Die "ausgezeichnete" Dokumentation (wer hat die eigentlich> ausgezeichnet?) ist dazu nämlich leider ein wenig schweigsam.
1. die Dokumentation von MySQL ist ausgezeichnet. Das weiß jeder, der
sie mal benutzt hat. Und vielleicht mit der Dokumentation anderer
Software verglichen hat.
2. da der Raspberry Pi keine unterstützte Plattform ist (weder von MySQL
noch von MariaDB) liefert die Hersteller-Doku folgerichtig auch keine
Hinweise auf derartige Pakete.
@Axel Schwenke
Es gibt diverse Gründe, warum Container Sinn machen können, aber
generell geht es darum, ein System einfacher managebar zu machen und
unzusammenhängende Teile etwas zu separieren.
Auf meinem Server z.B. habe ich einen, den ich für Webservices nutze,
einen für E-Mail, etc., wodurch wenn einer Kaputt geht nicht der ganze
Server betroffen ist und ich ihn einfacher reparieren, ersetzen, in
einen früheren Zustand zurücksetzen, auf ein anderes System Kopieren,
etc. kann.
Für den TO würden Container aus dem selben grund Sinn machen, aus dem
man Software eben für gewöhnlich nicht direkt von der Quelle hohlt, und
davon am wichtigsten: Updates. Wenn man Software direckt von den Quellen
holt, muss man sich selbst manuell ums Updaten kümmern, weil der
Packetmanager davon ja nichts wissen kann. Verwendet man statdessen
einen LXC-Container kann man darin einfach "apt-get update" ausführen.
Es ist auch zu beachten, dass Distributoren auch Security fixes
backporten, wohingegen man sonst meist hätte auf die neuste version der
Software updaten müssen.
Auf Desktop und Entwicklungssystemen ist es eventuell etwas weniger
dramatisch, wenn man nicht oder nicht sofort alle Updates einspielt,
aber auf Servern bei Produktivsystemen ist dass ein nogo, dort sollte
alles reibungslos und möglichst ohne Gebastel laufen. Mit einer
Kombination von apt-mirror und ssmtp kann man die Updates sogar
automatisieren, und sich jeweils den Bericht zusenden lassen. So bleiben
die Systeme sicher und stabil, warten sich fast von selbst, und wenn
doch mal ein Update fehlschlägt oder man mal manuell etwas bestätigen
müsste laufen die zu updatenden Services in der Regel noch, so dass man
sich durchaus etwas Zeit lassen kann, bis man gelegenheit hat sich darum
zu kümmern. Das ist um einiges besser, als selbst manuell rumkramen zu
müssen, oder die Updates einfach zu vergessen und irgendwann mit
unsicheren, uralten, fast oder garnichtmehr updatebaren Softwaremonstern
zu enden.
Dies ist aber auch, weshalb ich libvirt-lxc gegenüber Docker bevorzuge,
bei Docker ist es nicht ungewöhnlich, dass bei den Images nicht alle
Layer geupdatet werden, wenn dies nötig würde, das ganze Image veraltet,
oder andere Dinge wie z.B. das regenerieren von Keys vergessen wird. Bei
libvirt-lxc hingegen habe ich eine normale Installation einer ganz
normalen Distro, die ich ganz normal Updaten kann, ein wenig wie bei
einer VM, nur kleiner, schneller und ohne Emulation. Wen kümmern denn
schon die paar MB mehr, wenn man sich dafür den ganzen Wartungsaufwand
sparen kann?
Axel S. schrieb:> Sheeva P. schrieb:>> Axel S. schrieb:>>> Besser nicht. Das ganze Containergedöhns ist in diesem Fall vollkommen>>> unnötig. Es verbrät bloß Platz auf dem Massenspeicher und im RAM.>>>> Erzähl' doch bitte keinen Unsinn. Gerade für Anwendungsfälle wie diesen>> sind Container perfekt geeignet.>> Sie sind in erster Linie komplett überdimensioniert.
Wie gesagt: erzähl' doch bitte keinen Unsinn. Ein Container ist im
Prinzip wenig mehr als ein über Cgroups und Namespaces isolierter
Prozeß, und hat deswegen minimalen Overhead. Wenn man mit Docker für
seine Container immer dasselbe Basisimage verwendet, belegt das auch nur
einmalig Diskspace. (Im Gegensatz zu Daniel Albrecht mag ich Docker
nicht nur, aber auch und gerade wegen des gestackten Dateisystems.)
Im Falle von Debian 9 Stretch belegt das ungefähr 100 Megabyte, mit
einem kleinen System wie Alpine Linux sogar nichtmal winzige 5 MB. Der
Docker-Daemon selbst "verbrät" auch nur schmale 34 Megabyte
Arbeitsspeicher... Überdimensioniert? Da haben wir offensichtlich
verschiedene Ansichten in Bezug auf das Verhältnis von Dimensionierung
und Komfort.
> Und eine ganze> Menge Dinge erledigen sie trotzdem nicht. Wenn man von außerhalb der> Container auf die Datenbanken zugreifen will, muß man sich trotzdem> Gedanken über TCP-Ports oder UNIX-Socket Pfade machen.
Aber natürlich erledigen sie das. Wenn ich den Port 3306 im Container
von außen zugänglich machen will, brauche ich dazu nur die Option "-p":
1
docker create -p 3306:3306 <image>
Natürlich kann ich die Ports auch auf beliebige andere Hostports mappen,
und an beliebige IP-Adressen des Hosts binden.
> Und wie gesagt: eigentlich das trivial.
Richtig -- und mit Containern wird es sogar noch trivialer. Das ist ja
gerade der Punkt! Warum sollte man Arbeitserleichterungen nicht nutzen,
wenn es sie gibt?
> https://www.google.de/search?q=raspbian+mysql+tar.gz ist zu fernliegend?
Vielleicht hast Du ja ein anderes Google als ich, aber unter den ersten
zehn Ergebnissen finde ich leider keinen Downloadlink.
>> Die "ausgezeichnete" Dokumentation (wer hat die eigentlich>> ausgezeichnet?) ist dazu nämlich leider ein wenig schweigsam.>> 1. die Dokumentation von MySQL ist ausgezeichnet. Das weiß jeder, der> sie mal benutzt hat. Und vielleicht mit der Dokumentation anderer> Software verglichen hat.
Ich hab' sie öfter benutzt und weiß daher, daß ich die Dokumentation von
PostgreSQL immer noch wesentlich besser finde.
Ansonsten ist mir schleierhaft, was andere Software damit zu tun hat.
> 2. da der Raspberry Pi keine unterstützte Plattform ist (weder von MySQL> noch von MariaDB) liefert die Hersteller-Doku folgerichtig auch keine> Hinweise auf derartige Pakete.
Schade. Die PostgreSQL-Leute sind da schon deutlich weiter und bieten
ihre offiziellen Docker-Images für x86_64, verschiedene ARM32, ARM64,
i386, ppc64le und s390x an -- immer auf Basis von Debian und Alpine für
jeweils die PostgreSQL-Versionen 9.{3,4,5,6} und die aktuelle 10.2.