Ich habe mir gerade das Datenblatt des AD737 angeschaut:
Die Ausgangsspannung bezieht sich immer auf das Potential an COM (nicht
auf die negative Rail, wie vom AD-Berater vermutet) und ist immer 0 oder
negativ.
Die Single-Supply-Schaltung aus dem Datenblatt hat den Vorteil (im
aktuellen Datenblatt ist es nicht Fig. 28, sondern Fig. 29), dass du
keine negative Versorgungsspannung brauchst. Nachteile:
- Du brauchst einen zusätzlichen Operationsverstärker.
- Die Schaltung funktioniert nur AC-gekoppelt, d.h. bei der Effektiv-
wertmessung wird nur der Wechselspannungsanteil des Eingangssignals
berücksichtigt. Aber vielleicht willst du ja genau das.
- Die Eingangsimpedanz beträgt nur etwa 80kΩ, da als Eingang Pin 1
anstelle des hochohmigen Eingangs Pin 2 verwendet wird.
Falls du eine negative Spannung zur Verfügung hast, wäre mein Vorschlag
folgender (s. Anhang):
- COM ist über R1 mit der Referenzspannung des ADC (im Beispiel 5V)
verbunden. Damit ergibt sich eine Ausgangsspannung von
Ua = 5V - Ueff · (R1 / 8kΩ + 1)
Mit R1 kannst du also die Verstärkung einstellen. Im Beispiel würde
der ADC 5V bei Ueff=0 und 0V bei Ueff=200mV messen. Der µC kann daraus
wieder Ueff berechnen. Legst du COM ohne Widerstand direkt an 5V, ist
die Verstärkung 1.
- -VS wird an eine negative Versorgungsspannung (-5V) gelegt.
- Den Eingangshochpass für AC-gekoppelte Messungen habe ich gemäß den
Beispielen im Datenblatt korrigiert.
- Wird die Ausgangsspannung des AD737 negativ, wird die Spannung durch
R3 und die Schutzdioden im ADC auf knapp unter 0V begrenzt.
- Möchtest du DC-gekoppelt messen, schließt du einfach C3 und C5 kurz.
Auch R2 kann dann entfallen.
Die Schaltung ist in dieser Form nicht im Datenblatt enthalten. Da ich
sie auch nicht getestet habe, gibt es keinerlei Funktionsgarantie :)