Kennt sich hier jemand genauer mit den Abläufen von Bitcoin aus?
Es gibt ja da diverse Varianten, wie man dies jetzt möglichst
schnell berechnet. Sei es jetzt via CPU, GPU, FPGA oder ASIC.
Diese berechnen möglichst schnell und effizient SHA256(SHA256(Header)).
Viele veraltet und nicht mehr benutzbar, möchte ich jetzt
gar nicht darüber diskutieren.
Dann gibt es noch den Genesis-Block.
Aber wo kommen welche Information her, die dann für die Berechnung
gebraucht werden? Und wie oft holen sich die Client diese Info
und sind diese nach ein paar Sekunden bereits wieder veraltet?
Arbeiten alle Miner auf der gleichen Info
und wer halt dann als erster fertig ist, der hat gewonnen?
Oder sucht man sich eine zufällige Zahl aus einen bestimmten großen
Bereich aus und wenn der Hash dann passt, dann hat man gewonnen?
Ist ein gefundener Input-Wert (wenn man der erste und schnellste ist),
der dann den gesuchten Hash-Wert liefert,
gleichzustellen mit einen Bitcoin?
Wenn man dann den Hash-Wert gefunden hat,
was macht man damit? Einfach aufheben?
Oder muss man den zur Überprüfung und Speicherung einsenden?
Fragen über Fragen, ihr seht schon, viele Bitcoin-Anfängerfragen...
Gibt es vielleicht eine Webseite, Dokument oder gar Buch,
welches dies gut verständlich erklärt?
Wikipedia liefert viel Detail-Info
Gibt es Beispieldaten, wo man diesen ganzen Ablauf mal durchspielen
kann?
Ich hab folgende URL gefunden:
http://blockexplorer.com/q/latesthash
Gestern konnte man dort folgende Daten sehen:
(jeweils 1 Zeile pro Abfrage, '//' sind von mir ergänzt)
// 00000000000000050069B090DBB839D1551260C8665E49244624A49111680C26
// 0000000000000004B416C4C3093EB2BA8429F61CB841EFF1354CE27E9550BB14
// 0000000000000002E5EF07A20C9A2B25C518AB549C77092DF41D67ABCCB092E8
Heute folgende Ausgabe:
// 0000000000000000AFF765DAA5AD2BD7148158D546FB66DCF018BDEA2D45B461
Ist dies der Hash, der aktuell für Berechnungen verwendet werden muss?
Die Hashes hat vorne immer mehr Nullen,
hinten wird die Zahl dadurch immer kleiner.
Ist das der Punkt, dass der Hash immer kleiner wird?
Es heißt immer, es wird immer schwerer.
Wird es deswegen schwerer, weil die anderen viel schneller
die Input-Werte finden (durch immer bessere Methoden und Hardware),
oder hat dies einen anderen Grund?
In einer(wenn nicht sogar in der letzten) der letzten c't wurde das
bischen erklärt....ich merke aber auch gerade das ich es noch nicht 100%
verstanden habe, da ich es nicht komplett erklären kann.
Was ich noch weiss:
Prinzipiell ist das Protokoll so eingestellt, das ca. alle 10min eine
gültiger Hash erechnet wird.
Über diesen latesthash Wert mit den führenden Nullen wird die
Schwierigkeit eingestellt, einen neuen gültigen Hash zu finden.(Der
Startwert war 2^32)
Der Datenblock zu dem der Hash berechnet werden soll, wird mit einem
"lease" bzw. "nonce" erweitert(das ist eigentlich nur ein Zähler der
hochgezählt wird) und dann der Hash berechnet. Dieser berechnete Hash
muss nun kleiner sein, als der latesthash Wert.
Indem der latesthash verkleinert wird, verringert sich die Anzahl der
möglichen Hashes die kleiner sind. Circa alle zwei Wochen wird geschaut,
ob die Rate mit den 10min noch eingehalten wird, und ansonsten der
latesthash Wert verkleinert, was die Schwierigkeit erhöht, einen
kleineren Hashwert zu finden.
Momentan bekommt man pro erzeugtem Hash 25 Bitcoins gutgeschrieben.
Dieser Wert wird aber auch nach unten korrigiert so das die Zahl der zu
erzeugenden Bitcoins beschränkt ist(ich glaub auf 21 Millionen)
achso...das ganze basiert halt auch darauf, das der Hash-Algorithmus für
eine geringfügige Änderung(1bit) ein komplett anderes Ergebnis
ausspuckt, welches nicht vorhergesagt werden kann.
Von daher muss wirklich per Brute Force für jeden Block inkl. lease Wert
der Hash berechnet & verglichen werden.
Es gibt Foren, die für Fragen dieser Art viel besser geeignet sind, weil
dort die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass jemand antwortet der mehr
gelesen hat als die c't ;-)
https://bitcointalk.org/WBC schrieb:> Es heißt immer, es wird immer schwerer.> Wird es deswegen schwerer, weil die anderen viel schneller> die Input-Werte finden (durch immer bessere Methoden und Hardware),> oder hat dies einen anderen Grund?
Ja es wird immer schwerer weil die Gesamtrechenleistung steigt. Wenn
diese wieder sinkt weil vielleicht weniger Leute Interesse an BTC und am
Mining haben, dann sinkt die Schwierigkeit wieder. Die Schwierigkeit
wird so justiert, dass im Mittel immer gleichviele Blöcke pro Zeit
berechnet werden.
Wobei ich immer noch nicht weiß, was ich von diesen Bitcoin halten soll.
Der Wert eines Bitcoin ist innerhalb eines Monats (vom 6.11 bis zum
6.12) von €200 auf €760 gestiegen (war auch schon mal über 800). Das ist
mir ehrlich gesagt dann schon eine enorme Variabilität, von der ich mir
nicht sicher bin, ob das nicht eigentlich hauptsächlich eine
Spekulationssache ist (wenn man die Kursschwankung wieder zu Geld machen
kann).
Ja, man kann ein paar reale Dinge mit Bitcoins einkaufen, aber so recht
warm scheint die Industrie damit noch nicht geworden zu sein.
Eines ist mir aber nach dem Studium diverser Web-Seiten allerdings klar
geworden. Selber zu minen macht wenig Sinn. Ohne Spezialhardware hat man
da so gut wie keine Chance mehr.
Karl Heinz schrieb:> Eines ist mir aber nach dem Studium diverser Web-Seiten allerdings klar> geworden. Selber zu minen macht wenig Sinn. Ohne Spezialhardware hat man> da so gut wie keine Chance mehr.
Wäre ein gutes Projekt für einen fortgeschrittenen Elektronik- &
FPGA-Bastler ;)
Reinhard S. schrieb:> Wäre ein gutes Projekt für einen fortgeschrittenen Elektronik- &> FPGA-Bastler ;)
Nein.
Profitabel mined man heute mit ASICs, nicht mit FPGAs. Und auch dort ist
die neue Generation schon in den Startlöchern, die 65nm-Chips werden
sehr bald ihre Stromkosten nicht mehr reinholen. 28nm ist der nun
angesagt Prozeß.
Wie das funktioniert?
Das System ist der Zwischenschritt zur komplett Bargeldlosen Welt.
Irgendwann wird es nur noch virtuelles Geld geben.
Genau das ist der Sinn weshalb es nicht verboten wurde und deshalb kaufe
ich das nicht.
Wer da mitmacht unterstützt diejenigen die das Bargeld abschaffen
wollen. Eines der letzten Freiheiten die wir überhaupt noch haben.
Daher ist der technische Hintergrund unwichtig.
Ich kann zu dem Bitcoin Hype nur noch hinzufügen:
Energieverschwendung.
Hat jemals jemand schon mal ausgerechnet, wieviel Rechenleistung diese x
Terahash/s verbraten?
Hat das jemals jemand nachgerechnet, was das an GW Stromleistung
verbratet?
Ich schätze, daß schon jetzt ein ganzes AKW nur für diesen Mist heizt.
Ich bin dafür, daß bitcoin System zu boykottieren. Da haben schon so
manche ein Vermögen damit gemacht, und Spekulation ist anscheinend der
einzige Daseinsgrund dieses Pyramidenspiels.
Leider habe ich vor 2 Jahren nicht daran geglaubt, und haufenweise
Bitcoins gekauft, weil es meinen PC lahmgelegt hatte, alleine nur das
runterladen der Transaktionskette. Damit wäre jetzt mein Haus bezahlt.
Naja. Später ist man immer schlauer.
Wie verhält sich es jetzt? Ist es immer noch so grausig langsam?
Markus Müller schrieb:> Wer da mitmacht unterstützt diejenigen die das Bargeld abschaffen> wollen. Eines der letzten Freiheiten die wir überhaupt noch haben.
Was ist das denn für ein komischer Spruch? Was hat Bargeld mit
"Freiheit" zu tun?
Werde ASIC Hersteller und versprich den Leuten gegen sofortige Vorkasse
neue Superchips für das Mining. Geliefert wird wahrscheinlich, aber ohne
Garantie, am Ende nächsten Jahres. Damit kannst du noch "echtes" Geld
verdienen.
Boris B. schrieb:> Was ist das denn für ein komischer Spruch? Was hat Bargeld mit> "Freiheit" zu tun?
Mit Bargeld kannst du anonym kaufen.
LG, Sebastian
Sebastian Wangnick schrieb:> Mit Bargeld kannst du anonym kaufen.
Glaubst du. Die kleine Kamera hinter der Theke, die per
Gesichtserkennung alle deine persönlichen Daten von Facebook und Google
abruft, sieht das anders ;-)
In Bitcoin steckt eine wahnsinns Idee, die vielen Anhängern der
aktuellen FInanzwirtschaft noch schwer im Magen liegen wird.
Das Minen ist nur ein (vorübergehend) interessanter Effekt während der
Einführung, manche glauben gar das sei der ganze Zweck von Bitcoin. Auch
hat es überhaupt Nichts mit einem Pyramiden- oder Schneeball-System zu
tun.
Unser heutiges "richtiges" Geld wird von einer Staatsbank herausgegeben,
Politiker legen Wechselkurse und Werte mit einem Fingerschnippen nach
Gutsherren-Art fest. Wenn ein Pleitestaat Geld braucht, lässt er welches
drucken (siehe USA). Die dadurch ausgelöste Inflation enteignet alle
die, die nur Geld und keine Sachwerte besitzen.
DAS ALLES ist (bzw. wäre) mit Bitcoin passé. Die Geldmenge ist definitiv
begrenzt, also nie mehr Inflation. Der Wert eines Bitcoin wird sich nach
einer Spekulationsphase/Blase während der Einführung auf den wahren Wert
der damit gehandelten Güter und Leistungen einstellen - also der wahre,
ursprüngliche Zweck von Geld.
Nix mehr mit Wertschöpfung aus dem Nichts. Und das ist der Stoff, der
unsere Bankster schweissgebaded des Nachts aus Alpträumen erwachen
lässt. Die sind heute noch interessiert, weil gerade die
Spekulationsphase läuft. Wenn sich das Bitcoin-System stabilisieren
sollte, wird es nicht lange dauern, bis nach Verboten gerufen wird, jede
Wette ...
lesen: http://bitcoin.org/de/
Frank Esselbach schrieb:> Das Minen ist nur ein (vorübergehend) interessanter Effekt während der> Einführung, manche glauben gar das sei der ganze Zweck von Bitcoin. Auch> hat es überhaupt Nichts mit einem Pyramiden- oder Schneeball-System zu> tun.
Ohne Minen funktioniert Bitcoin nicht. Gar nicht. Auch, wenn man fürs
Minen im Jahr 23xx keinen einzigen Satoshi mehr bekommt (die
Transaction-Fees bekommt man natürlcih), ist die Bitcoinwelt darauf
angewiesen, daß noch immer geminet wird.
> DAS ALLES ist (bzw. wäre) mit Bitcoin passé. Die Geldmenge ist definitiv> begrenzt, also nie mehr Inflation.
Dafür gnadenlose Deflation, was eine echte Katastrophe ist, wie nicht
nur die Wirtschaftswissenschaften, sondern auch die realen Erfahrungen
uns sagen.
Ich kenne das System nicht soo genau. Aber so wie ich das verstehe
begrenzt ja immer die aktuell verfügbare Rechenleistung die Menge an
Bitcoins, bzw macht der Stromverbrauch der nötigen Anlagen das weitere
Mining unrentabel.
Allerdings, traust du dich vorhersagen wie sich die Rechenleistung in
den nächsten 10, 20 Jahren entwickelt?
Ok, zugegeben, momentan stagnieren wir mehr oder weniger.
Aber gerade zu Ende des letzten Jahrtausends gabs ja gewaltige
Fortschritte, im Bereich von mehreren Zehnerpotenzen.
Unsere Smartphones in 10 Jahren werden wahrscheinlich aktuelle
Spiele-PCs lächerlich wirken lassen.
Und ich rede hier von Konsumerelektronik.
Eine Regierung könnte wohl eine hochgezüchtete, speziell ausgelegte
Anlage hinstellen die auch weiterhin Bitcoins minen kann, und damit im
Prinzip "Geld drucken".
le x. schrieb:> Ich kenne das System nicht soo genau. Aber so wie ich das verstehe
Du verstehst das falsch.
> begrenzt ja immer die aktuell verfügbare Rechenleistung die Menge an> Bitcoins, bzw macht der Stromverbrauch der nötigen Anlagen das weitere> Mining unrentabel.
Nein.
Der Algorithmus stellt sicher, daß im Zeitraum X genau Y Bitcoins
(derzeit 25, früher 50) geschöpft werden (wobei X etwas variieren kann,
das ist nur im Schnitt so).
Alle paar Jahre halbiert sich Y, bis schließlich Y kleiner als ein
Satoshi und damit nicht mehr darstellbar ist.
Und damit weiß man exakt, in welchem Jahr der letzte neue Bitcoin
entsteht. Alles danach ist nur noch Umverteilung.
Nicht, daß ich glaube, daß Bitcoin auch nur ein Zehntel so lange
existieren wird...
Stefan Rand schrieb:> Dafür gnadenlose Deflation, was eine echte Katastrophe ist, wie nicht> nur die Wirtschaftswissenschaften, sondern auch die realen Erfahrungen> uns sagen.
Welche Wirtschafts-"Wissenschaften"?
Das kann sich doch nur auf eine Wirtschaft beziehen, bei der nicht der
Bedarf, sondern das Kaufen ansich im Vordergrund steht - darauf kann man
m.E. ganz gut verzichten.
Die Dinge, die WIRKLICH gebraucht werden, werden natürlich trotzdem
gekauft, oder würdest du aufhören zu Essen, nur weil das Brötchen evtl.
nächste Woche billiger ist?
Von welchen "realen Erfahrungen" sprichst du? In einem Umfeld, was
primär an Kaufen und Gewinn ausgerichtet ist, wird das nat. auf
Widersruch stossen, mit Vernunft hat das aber Nichts zu tun.
@ Frank Esselbach (Firma: Q3) (qualidat)
>Das kann sich doch nur auf eine Wirtschaft beziehen, bei der nicht der>Bedarf, sondern das Kaufen ansich im Vordergrund steht - darauf kann man>m.E. ganz gut verzichten.
Wenn gleich es am aktuellen Finanz- und Wirtschaftsystem vieles zu
kritisieren gibt, so gibt es am Bitcoin genausoviel.
>Die Dinge, die WIRKLICH gebraucht werden, werden natürlich trotzdem>gekauft, oder würdest du aufhören zu Essen, nur weil das Brötchen evtl.>nächste Woche billiger ist?
Schön, und damit erkärst du, dass bitcoin funktioniert?
>Von welchen "realen Erfahrungen" sprichst du? In einem Umfeld, was>primär an Kaufen und Gewinn ausgerichtet ist, wird das nat. auf>Widersruch stossen, mit Vernunft hat das aber Nichts zu tun.
Eine von vorn herein festgelegte Geldmenge ist schlicht Unsinn! Das ist
noch engstirniger als kommunistische Planwirtschaft!
Dass die heiße Luft der Finanzmärke auch schlecht ist, ist eine andere
Frage!
Bitcoin ist fast noch schwachsinniger als Gold. Duch Kryptographie und
Firepower soll die böse Geldmengenvermehrung eingeschränkt werden. Also
ob man das nicht auch DEUTLICH einfacher könnte! Und sicher. Wenn man es
denn will!!!
Frank Esselbach schrieb:> Nix mehr mit Wertschöpfung aus dem Nichts. Und das ist der Stoff, der> unsere Bankster schweissgebaded des Nachts aus Alpträumen erwachen> lässt. Die sind heute noch interessiert, weil gerade die> Spekulationsphase läuft. Wenn sich das Bitcoin-System stabilisieren> sollte, wird es nicht lange dauern, bis nach Verboten gerufen wird, jede> Wette ...
Nö, ein Verbot wird es nicht brauchen.
Oder glaubst du, der Goldstandard wurde deshalb nicht wieder eingeführt,
weil er verboten wurde? :-P
Wobei der Goldstandard sogar etwas weniger restriktiv wäre, weil durch
Schürfen (Mining) neues Gold dem Kreislauf hinzugefügt werden kann...
Wenn wirklich Bedarf für einen solchen Standard wäre, hätte man wirklich
nicht auf Bitcoin o.ä. Schnapsidee warden müssen.
Frank Esselbach schrieb:> In Bitcoin steckt eine wahnsinns Idee, die vielen Anhängern der> aktuellen FInanzwirtschaft noch schwer im Magen liegen wird.
Das stimmt.
>> Das Minen ist nur ein (vorübergehend) interessanter Effekt während der> Einführung, manche glauben gar das sei der ganze Zweck von Bitcoin. Auch> hat es überhaupt Nichts mit einem Pyramiden- oder Schneeball-System zu> tun.
naja. Doch! Hat es. Vergleiche:
1. Wer verdient am meisten von einem Schneeballsystem? Der, der ganz am
Anfang dabei war, und sich das meiste angehäuft hat, (in diesem Fall,
wer sich noch damals mit CPU Power tausende BTC hergestellt oder einfach
gekauft hat, ist jetzt Millionär, wenn er es zur richtigen Zeit
verkauft)
2. Schneeballsysteme fallen irgendwann zusammen, da die letzten total
ausgenommen werden. (In diesem Fall: Die, die als letzte ein paar BTC
für Zigtausende Euro kaufen, und Mining HW kaufen, sind die Deppen, wenn
die Blase platzt, durch Angriff oder Entdeckungen, wie : "...NSA hat SHA
Algorithmus gehackt...", oder "...eine ungarische Physikergruppe hat den
ersten echten brauchbaren Quantum Computer hergestellt..."
Das mit der NSA ist gar nicht so abwegig:
http://en.wikipedia.org/wiki/Secure_Hash_Algorithm
Martin G. schrieb:> naja. Doch! Hat es. Vergleiche:> 1. Wer verdient am meisten von einem Schneeballsystem? Der, der ganz am> Anfang dabei war, und sich das meiste angehäuft hat, (in diesem Fall,> wer sich noch damals mit CPU Power tausende BTC hergestellt oder einfach> gekauft hat, ist jetzt Millionär, wenn er es zur richtigen Zeit> verkauft)
Genau so seh ich das auch.
Hinter dem Bitcoin System steht nichts reales, wodurch sich keine Wert
beziffern lässt.
Das man im Grunde Strom zu Geld umwandelt, ist für mich kein Argument.
Bitcoins gibt es seit 2009 und führten ein Schattendasein.
Im Bild die Entwicklung des Wertes im letzten Jahr. Das ist doch
Irrsinn. Aus welchem Grund sind denn im Oktober/November die Kurse so
angestiegen? Da steckt doch kein realer Grund dahinter. Das war doch
eine reine Spekulationsblase, so wie 2003 als die IT-Blase immer größer
geworden ist. Die Blase wird platzen, einige sind reich geworden, viele
arm, und dann werden Bitcoins wieder in der Versekungen verschwinden.
Für mich ist das eine Abart eines Schneeball-Systems. Einige haben über
die Jahre etwas angehäuft und es dann irgendwie geschafft, anderen
einzureden, dass sie das unbedingt brauchen würden, wodurch sich ein
Selbstläufer ergeben hat, der bei einer kritischen Masse an
Haben-wollenden durchgestartet ist.
Irgendwann werden die drauf kommen, dass sie da etwas haben, mit dem sie
nichts anfangen können, ausser einen Dummen finden dem sie es verkaufen
können.
Karl Heinz schrieb:> Hinter dem Bitcoin System steht nichts reales, wodurch sich keine Wert> beziffern lässt.
btw.. hat hier irgendjemand schom mal mit Bitcoins etwas
eingekauft/bezahlt?? Die Pülverchen auf der Seidenstraße ausgenommen.
Karl Heinz schrieb:> Hinter dem Bitcoin System steht nichts reales, wodurch sich keine Wert> beziffern lässt.
Das ist aber beim Euro, Franken, Dollar etcetc nicht anders. Nur ein
winziger Bruchteil des sich im Umlauf befindenden Geldes ist "real"
insofern, dass es durch ein Stück Metall oder Papier repräsentiert wird.
Wenn ich Dir so ein Stück Papier, auf dem "1000€" steht, gebe, gibst Du
mir dafür mit Freuden Deine Stereoanlage. Obwohl der Wert des Papiers an
sich minim ist und Du damit - mal abgesehen von irgendwelche Körperteile
abwischen - nichts anfangen kannst.
Du gibst mir die Stereoanlage doch nur deshalb dafür, weil Du genau
weisst, dass der Kurt nebenan glücklich sein wird, Dir einen Esstisch zu
geben, wenn Du ihm dieses Stück Papier dafür gibst.
Beim Bitcoin ist man sich halt (noch?) nicht so ganz sicher, wieviel
denn der Kurt nebenan bereit sein wird, dafür herzugeben. Und das weiss
er nicht, weil er sich nicht so sicher ist, wieviel der Holger gegenüber
denn bereit sein wird, dafür zu geben...
Einen wirklich fundamentalen Unterschied zum Bitcoin erkenne ich da
nicht.
Karl Heinz schrieb:> Hinter dem Bitcoin System steht nichts reales, wodurch sich keine Wert> beziffern lässt.
Hinter dem Euro (und fast allen anderen Währungen auch) auch nicht. Das
sind gigantische Zahlen auf Papier/ in der EDV und ein paar bunte
Papierzettel/ Münzen (deren Wert auch nicht annähernd dem Materialwert
entspricht). Das System funktioniert auch nur so lange genügend
Teilnehmer daran glauben, dass sie für ihre Euros wieder etwas reales
bekommen können.
Das Thema ist jetzt bei einer breiten Öffentlichkeit angekommen und die
EUSSR sowie China merken auch dass hier etwas im Entstehen ist was sie
nicht mehr kontrollieren und manipulieren können:
http://www.wsj.de/article/SB10001424052702303932504579254882401915434.html
Die Geschicke der EBA bestimmen im übrigen wesentlich die Leiter der
zuständigen Behörden der Mitgliedsstaaten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bankenaufsichtsbeh%C3%B6rde
Simon Huwyler schrieb:> Beim Bitcoin ist man sich halt (noch?) nicht so ganz sicher, wieviel> denn der Kurt nebenan bereit sein wird, dafür herzugeben. Und das weiss> er nicht, weil er sich nicht so sicher ist, wieviel der Holger gegenüber> denn bereit sein wird, dafür zu geben...
Genau das ist das Problem.
Nach 4 Jahren sollte sich aber schon abzeichnen, wieviel das sein wird
und es auch eine gewisse Stabilität dafür geben, dass ich abends für
meine Bitcoins im wesentlichen noch dasselbe kaufen kann, wie am morgen
eines Tages.
Mir ist schon klar, dass das ein Teufelskreis ist.
Solange sich der Wert nicht stabilisiert, haben die Firmen kein bzw.
kaum Interesse daran, ihn als Tauschmittel zu akzeptieren. (Ich versteh
sowieso nicht, wie die paar jetzigen Firmen das machen - passen die den
verlangten BitCoin Preis im Minutentakt an?)
Solange niemand den BitCoin als Tauschmittel akzeptiert, wird sich aber
der Wert nicht stabilisieren, weil keiner Interesse daran hat sondern
nur den Wert in die Höhe treiben will. Das einzige Gut, welches man mit
einem BitCoin kaufen kann, ist mehr oder weniger der BitCoin selber. Und
da der virtuell ist (ja ich weiss, es soll auch physische Münzen geben),
kann man das noch nicht mal mit Gold vergleichen. Gold ist ja im Prinzip
auch zu nichts nütze (oder war es zumindest mal nicht), trotzdem hatte
es einen Wert. Gold kann ich einschmelzen und mir damit Schmuck oder
Kunstgegenstände herstellen, die mein Auge erfreuen, wenn mir das
gefällt. Insofern hab ich da zumindest was vom eingekauften Gold,
welches für mich einen Wert repräsentiert.
BitCoin sind momentan wie die Aktien einer Briefkasten-Firma, deren
Betätigungszweck darin besteht, ihre eigene Aktien zu verkaufen. Es gibt
keine einigermassen reale Grundlage auf der man den Wert einer Aktie
beziffern könnte. Hinter anderen Aktien steht immerhin der Wert einer
Firma, ihre Grundstücke, Gebäude, technische Anlagen, Zustand derselben,
erzielter Gewinn durch Produktverkauf. All das gibt es bei der "wir
verkaufen nur unsere eigenen Aktien" Firma nicht.
Martin Maurer schrieb:> @Karl Heinz> Vorsicht! Simon will dir einen 1000€ Schein für die Stereoanlage geben.> Es gibt aber (scheinbar) gar keine gültigen 1000€ Scheine... :-)
Ups, hast ja recht. :-) Ok, ich meinte eigentlich CHF1000
Karl Heinz schrieb:> (Ich versteh> sowieso nicht, wie die paar jetzigen Firmen das machen - passen die den> verlangten BitCoin Preis im Minutentakt an?)
Ja, z.B.
http://www.shop4coins.de/
> Eine von vorn herein festgelegte Geldmenge ist schlicht Unsinn! Das ist> noch engstirniger als kommunistische Planwirtschaft!
Wieso? Bisher ist das nichts Anderes als eine unbewiesene Behauptung -
erläutere das bitte, wenn du Lust hast.
Bitcoin ist erstmnal einfach nur eine andere Form von Geld, mit allen
Vor- und nur einem Teil der Nachteile. Die wegfallenden Nachteile sind:
- Bitcoin kann man nicht einfach "drucken" (wie es Staatsbanken tun)
- Der Wert kann nicht von irgend jemandem festgelegt werden (wie es
Staatsbanken tun)
- Bitcoin-Vermögen können nicht eingefrohren oder konfisziert werden
- Bitcoin können nicht für ungültig erklärt werden
- Bitcoin kann nicht gefälscht werden (bisher jedenfalls)
- Bitcoin kann OHNE BANK direkt transferiert werden, weltweit
- Bitcoin kann nicht mehrfach in Umlauf gebracht werden (wie es Banken
mit Krediten tun)
- man kann nur mit Bitcoin bezahlen oder sie verleihen, die man wirklich
hat
Also ich sehe da NUR Vorteile. Allerdings soll man nicht die Frösche
fragen, wenn man einen Sumpf trocken legen will - die sehen das ganz
anders. klar.
> - kann man nicht einfach drucken
Eine Staatsbank wird sich hüten, einfach nach Belieben Geld in Umlauf zu
bringen. Denn das dieses die Inflation anheizt, ist bekannt. Das
wiederrum ist nicht gut für die Wirtschaft eines Landes
> - Wert festlegen
Der Wert wird nicht willkürlich einseitig festgelegt, denn da hängen die
Wechselkurse in andere Währungen drann. Und dein Währungspartner wird
mit Strafzöllen darauf reagieren, wenn der Wert willkürlich verändert
wird ohne realen wirtschftlichen Hintergrund.
> - kann nicht gefälscht werden
Doch. Ist bereits geschehen.
> - kann transferiert werden
OK. Ist ein Argument. Dazu brauch ich aber keine Bitcoin. Das kann man
mit anderen Mitteln auch erreichen
Die restlichen beiden Punkte: Prinzipiell gibt es keinen Grund, warum
die Dinge die du anführst nicht gehen sollten. Die hängen ja nicht von
der Repräsentierung eines bestimmten Wertes ab. Ob das jetzt ein
Geldschein ist oder ein Bitcoin ist so gesehen wurscht. Ich kann meinem
Geschäftspartner immer sagen: sorry, ich kann dich im Moment nicht
bezahlen, ich werde das später tun - dafür geb ich dir ein bischen mehr.
Das hängt in keinster Weise davon ab, ob man mit Geldscheinen oder mit
BitCoins zahlt.
Versteh mich nicht falsch. Ich bin auch nicht besonders gut auf Banken
zu sprechen. Aber diese Argumente überzeugen mich nicht wirklich. Unser
Bankenproblem hat andere Ursachen. Ich sehe nicht, in wie fern BitCoin
das 'Problem' des 'Zockens mit fremden Geld' unterbinden würden. Denn
das es auch für BitCoins letzten Endes so etwas wie Verwahrstellen geben
wird (gibt es ja jetzt schon) ist absehbar.
Edit: Im Moment sind Bitcoins wieder 'im freien Fall'. Der Kurs liegt
bei 534€ D.h. pro Bitcoin den ich letzte Woche gekauft hätte und jetzt
verkaufe, hätte ich in dieser einen Woche rund 200€ Miese gemacht.
Denn genau das ist die Kehrseite der Medaille: Eben weil es keine
Korrekturinstanz gibt, schwanken die Kurse erheblich.
Mich würde mal interessieren, wie lange braucht es, um eine Transaktion
abzuschließen und wieviel PCs werden dazu benötigt.
Und dann rechnen wir mal hoch, wenn man alle anderen Währungen
abschaffen würde, ob das überhaupt mit realistischem Hardware- und
Energieaufwand möglich wäre.
Ich schätze mal, Billiarden Transaktionen je Sekunde müßten weltweit
garantiert werden können.
Frank Esselbach schrieb:> - Bitcoin kann man nicht einfach "drucken" (wie es Staatsbanken tun)
Nachteil.
> - Bitcoin-Vermögen können nicht eingefrohren oder konfisziert werden
Nachteil.
> - Bitcoin kann nicht mehrfach in Umlauf gebracht werden (wie es Banken> mit Krediten tun)
Lall.
> - man kann nur mit Bitcoin bezahlen oder sie verleihen, die man wirklich> hat
Lall. Derivate kann man da ganz genauso basteln, Optionen, Futures,
alles möglich.
@ Frank Esselbach (Firma: Q3) (qualidat)
>> Eine von vorn herein festgelegte Geldmenge ist schlicht Unsinn! Das ist>> noch engstirniger als kommunistische Planwirtschaft!>Wieso? Bisher ist das nichts Anderes als eine unbewiesene Behauptung ->erläutere das bitte, wenn du Lust hast.
Klar. Beweise das Universum vollständig in 10 Sätzen ;-)
>- Bitcoin kann man nicht einfach "drucken" (wie es Staatsbanken tun)>- Der Wert kann nicht von irgend jemandem festgelegt werden (wie es>Staatsbanken tun)
Er schwankt genauso bzw. im Moment noch mehr als normale Währungen, weil
es im Moment in 1. Linie ein hype und Spekulationsobjekt ist.
>- Bitcoin-Vermögen können nicht eingefrohren oder konfisziert werden
Warum? Es sind nur Zahlen im Computer!
>- Bitcoin können nicht für ungültig erklärt werden
Warum?
Bitcoin ist genauso eine Definition wie normales Giralgeld. Es ist ein
Zahl im Computer. Ob da nunr eine Mordskrytographie dahinter steckt oder
nicht ist egal.
>- Bitcoin kann nicht gefälscht werden (bisher jedenfalls)>- Bitcoin kann OHNE BANK direkt transferiert werden, weltweit
Geht im Großmasstab irgendwann eher nicht mehr.
>- Bitcoin kann nicht mehrfach in Umlauf gebracht werden (wie es Banken>mit Krediten tun)
Warte nur ab.
>- man kann nur mit Bitcoin bezahlen oder sie verleihen, die man wirklich>hat>Also ich sehe da NUR Vorteile.
Weil du eine selektive Wahrnehmung hast.
Ist ja eine ganz nette Diskussion, ich bin aber skeptisch / evtl. auch
zu unwissend:
Wenn es zu weite Kreise zieht - kann und wird es doch wie z.B.
Schwarzarbeit verboten werden, oder? Das Finanzamt wird sich auch für
diese Transaktionen interessieren..
Könnte nicht eine Gruppe von Leuten eine Alternative "BitMoney"
entwickeln, die genauso funktioniert?
Falk Brunner schrieb:>>- Bitcoin-Vermögen können nicht eingefrohren oder konfisziert werden>> Warum? Es sind nur Zahlen im Computer!>>>- Bitcoin können nicht für ungültig erklärt werden>> Warum?>> Bitcoin ist genauso eine Definition wie normales Giralgeld. Es ist ein> Zahl im Computer. Ob da nunr eine Mordskrytographie dahinter steckt oder> nicht ist egal.
Ich glaube du hast das Prinzip Bitcoin noch nicht so ganz verstanden.
Wie willst du ein Bitcoin-Vermögen einfrieren oder für ungültig
erklären?
Das ist wie eine Datei aus einem P2P Netzwerk zu löschen. Oder das
Internet auszudrucken ;-)
Rainer Unsinn schrieb:> Könnte nicht eine Gruppe von Leuten eine Alternative "BitMoney"> entwickeln, die genauso funktioniert?
Natürlich.
BitCoin ist nicht die einzige virtuelle Währung. Da gibt es auch noch
andere. Im Prinzip kannst du selber auch etwas neues erfinden. Du musst
nur Leute finden, die deine Erfindung handeln wollen.
Boris B. schrieb:> Wie willst du ein Bitcoin-Vermögen einfrieren oder für ungültig> erklären?
Das ist eher schwierig, denn der Arm des Gesetzes müsste zuerst Kenntnis
von dem betreffenden Vermögen haben. Bei klassischen Vermögen ist das
einfach, dem Kampf gegen den Terrorismus sei Dank.
Aber im Zweifelsfall wird hierzulande dann wie in China auch der Markt
ausgetrocknet indem man den Umgang damit verbietet. Damit ist die
Bezahlung eines legalen gewerblichen Angebotes nicht mehr möglich.
Karl Heinz schrieb:>> - kann man nicht einfach drucken> Eine Staatsbank wird sich hüten, einfach nach Belieben Geld in Umlauf zu> bringen. Denn das dieses die Inflation anheizt, ist bekannt. Das> wiederrum ist nicht gut für die Wirtschaft eines Landes
Genau dies ist aber nach der Wirtschaftskrise (eigentlich eine
Bankenkrise) 2009 im großen Stil passiert. Banken konnten sich in fast
unbegrenztem Umfang zu lächerlichen Zinsen Geld von EZB, Fed und
Consorten virtuelles Geld leihen. Irgendwann musste dann die Schweizer
Nationalbank auch Geld in den Markt pumpen, um den Franken nicht in
gefährliche Höhen steigen zu lassen.
Georg W. schrieb:> Karl Heinz schrieb:>>> - kann man nicht einfach drucken>> Eine Staatsbank wird sich hüten, einfach nach Belieben Geld in Umlauf zu>> bringen. Denn das dieses die Inflation anheizt, ist bekannt. Das>> wiederrum ist nicht gut für die Wirtschaft eines Landes> Genau dies ist aber nach der Wirtschaftskrise (eigentlich eine> Bankenkrise) 2009 im großen Stil passiert. Banken konnten sich in fast> unbegrenztem Umfang zu lächerlichen Zinsen Geld von EZB, Fed und> Consorten virtuelles Geld leihen. Irgendwann musste dann die Schweizer> Nationalbank auch Geld in den Markt pumpen, um den Franken nicht in> gefährliche Höhen steigen zu lassen.
Und es passiert heute noch immer. Allen voran die USA bzw deren FED.
@ vn nn (wefwef_s)
>>> Eine Staatsbank wird sich hüten, einfach nach Belieben Geld in Umlauf zu>>> bringen. Denn das dieses die Inflation anheizt, ist bekannt. Das>Und es passiert heute noch immer. Allen voran die USA bzw deren FED.
Die FED ist aber alles andere als eine STAATSBANK! Die ist privater als
pivat. Und der dummer Steuerzahler lässt sich verarschen, weltweit! Denn
die ganze Welt kommt für die Dollarschulden bzw. die heiße Luft namens
Dollar auf!
Frank Esselbach schrieb:>> Eine von vorn herein festgelegte Geldmenge ist schlicht Unsinn! Das ist>> noch engstirniger als kommunistische Planwirtschaft!> Wieso? Bisher ist das nichts Anderes als eine unbewiesene Behauptung
Da stimme ich Dir zu (auch wenn denke, daß es sinnvoll wäre, eine
konstante Geldmenge mit Hinblick auf die Theorie Gesells mit einer
Umlaufsicherung auszustatten)...
> Bitcoin ist erstmnal einfach nur eine andere Form von Geld, mit allen> Vor- und nur einem Teil der Nachteile.
...aber bereits hier schon nicht mehr.
>Die wegfallenden Nachteile sind:> - Bitcoin kann man nicht einfach "drucken" (wie es Staatsbanken tun)
Stimmt.
> - Der Wert kann nicht von irgend jemandem festgelegt werden (wie es> Staatsbanken tun)
Der Wert einer bestimmten Währung gegenüber einer Anderen ergibt sich
nur aus Angebot und Nachfrage. Ohne Frage, beim U$D und auch beim Euro
herrschen Inflation (auch wenn Draghi & Co. derzeit eher wegen
deflationärer Tendenzen besorgt sind - die ich persönlich eher nicht
sehe). Daher ist es nachvollziehbar, wenn der Kurs BTC/EUR steigt.
Ich sehe aber nicht ein, weswegen eine Verzehnfachung des BTC-Kurses
gegenüber dem Euro in einem halben Jahr gerechtfertigt sein sollte. Die
Kaufkraft des Euros im Binnenmarkt hat sich in diesem Zeitraum nämlich
sicher nicht auf ein Zehntel vermindert und auch der Wechselkurs des
Euros zu den liquiden Währungen hat sich nicht in einem Maße verändert,
der diesen Anstieg des BTC rechtfertigen würde. Rohstoffe - wie der
Inflationsschutz par excellence Gold - sind sogar billiger geworden.
Insofern kann es nur eine mögliche Erklärung für das dermaßen
überproportionale Erstarken von BTC geben: Blasenbildung.
> - Bitcoin-Vermögen können nicht eingefrohren oder konfisziert werden
Da wäre ich mir mal gar nicht so sicher, auch wenn ich mich mit BTC
nicht "in-depth" auseinandergesetzt habe.
> - Bitcoin können nicht für ungültig erklärt werden
Das mag vielleicht pro forma stimmen, aber es kann sehr schnell der
Fall eintreten, daß die Nachfrageseite für BTC zusammenbricht. Dann wäre
der Betrag an Bitcoins auf dem Bitcoin-Konto zwar technisch gesehen
nicht ungültig, nichtsdestotrotz aber wertlos. Der Effekt ist der selbe.
> - Bitcoin kann nicht gefälscht werden (bisher jedenfalls)
Das stimmt wohl.
> - Bitcoin kann OHNE BANK direkt transferiert werden, weltweit
Das ist bei den üblichen Sorten genau so möglich, nicht umsonst ist der
Devisenmarkt dermaßen liquide und umsatzstark.
Scherz am Rande: "Echtes" Geld kann ich sogar mit der Post verschicken,
da brauch' ich auch keine Bank dafür ;-)
> - Bitcoin kann nicht mehrfach in Umlauf gebracht werden (wie es Banken> mit Krediten tun)
Das mag vielleicht stimmen (ich kann es nicht sicher beurteilen).
> - man kann nur mit Bitcoin bezahlen oder sie verleihen, die man wirklich> hat
Ich glaube, in dieser Sache muß man eher Stefan Recht geben: Über ein
Derivat (sei es ein unbedingtes wie ein Future oder ein bedingtes wie
eine Option) kann man das theoretisch sehr wohl machen (auch wenn ich
mich davor ob des engen Marktes sehr hüten würde und die Prämie für eine
Option wohl jenseits von gut und böse wäre, falls wirklich einer
versuchen würde, sowas zusammenzubasteln). Das Einzige was wohl
prinzipbedingt nicht geht wäre ein ungedeckter Leerverkauf.
> Also ich sehe da NUR Vorteile.
Für mich überwiegen eher die Nachteile: Enger Markt bzw. mangelnde
Liquidität, extrem hohe Volatilität, beschränkte Akzeptanz, etc.
Damit erfüllt Bitcoin auch die klassischen Geldfunktionen (Bewertungs-,
Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittelfunktion) nur sehr unzureichend.
> Allerdings soll man nicht die Frösche fragen, wenn man einen Sumpf> trocken legen will - die sehen das ganz anders.
"Sie kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die
sie nicht mögen, mit Geld, das sie nicht haben." - Richard David Precht,
in: 'Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?', Goldmann (2007), Seite 350.
LG, N0R
Mal gucken, ob es Bernanke morgen (heute) tapern lässt. Ich denke: Nein.
Eigentlich ein Witz, wie schnell der Wert in die Knie gegangen ist,
nachdem die EBA und Co ihre "Warnung" ausgesprochen und in alle Medien
verbreitet hat. Grade mal 5 Tage????
Martin G. schrieb:> Eigentlich ein Witz, wie schnell der Wert in die Knie gegangen ist,> nachdem die EBA und Co ihre "Warnung" ausgesprochen und in alle Medien> verbreitet hat. Grade mal 5 Tage????
Häh?
Martin G. schrieb:> Eigentlich ein Witz, wie schnell der Wert in die Knie gegangen ist,> nachdem die EBA und Co ihre "Warnung" ausgesprochen und in alle Medien> verbreitet hat. Grade mal 5 Tage????
Dann kommt eine Meldung wie
http://heise.de/-2075616
hinterher, und der Kurs steigt wieder kräftig.
Eigentlich passend. Virtuelle Farmville-Schafe für virtuelle Bitcoins...
Es gab vor einiger Zeit schon mal einen Thread hier bei µc zum Thema.
Dort waren dieselben Unkenrufe und Denial zu vernehmen wie hier. Hätten
einige stattdessen lieber 10 BTC für etwa 300 Euro gekauft...
BTC wird weiter seinen Siegeszug fortsetzen weil es eines der wenigen
SICHEREN Assets ist die derzeit zu haben sind. Crypto pwnz.
Peter Flage schrieb:> Es gab vor einiger Zeit schon mal einen Thread hier bei µc zum Thema.> Dort waren dieselben Unkenrufe und Denial zu vernehmen wie hier. Hätten> einige stattdessen lieber 10 BTC für etwa 300 Euro gekauft...
Streich 'ne Null. Der Thread, an den ich mich erinnere, war irgendwann
Anfang 2013. Da kostete 1 Bitcoin noch unter 30 Euro. Heute sind sind es
ca. 700 Euro.
Peter Flage schrieb:> Es gab vor einiger Zeit schon mal einen Thread hier bei µc zum Thema.> Dort waren dieselben Unkenrufe und Denial zu vernehmen wie hier. Hätten> einige stattdessen lieber 10 BTC für etwa 300 Euro gekauft...
Wenn Du damals[tm] als BTC noch guenstig waren welche gekauft haettest,
dann wuerdest Du wohl nicht rumjammern :)
> BTC wird weiter seinen Siegeszug fortsetzen
Ich sehe da keinen Siegeszug. Der Markt ist eng und die Akzeptanz
begrenzt, dagegen sond ja Indium, Ruthenium, Iridium und Rhodium noch
äusserst liquide. Sogar eine Arcandor-Zombie-Aktie ist dagegen ein
solides Investment, denn die kann wenigstens nicht mehr weit fallen.
> weil es eines der wenigen SICHEREN Assets ist die derzeit zu haben sind.
Sicher vor allem für die, die das ganze aufegzogen haben und sich am
Anfang für einen Farthling Unmengen davon unter den Nagel haben reissen
können. Die verkaufen das jetzt an die dumme Masse und lachen sich eins.
Erinnert mich irgendwie an den "European Kings Club".
> Crypto pwnz.
b17c01n 5uck5
Peter Flage schrieb:> gähn @Norbert M. Ich werde dich Ende 2014 genüsslich nochmal zitieren.
Gerne. Fuer's Protokoll: Wir stehen jetzt (je nach Anbierter) irgendwo
bei ungefähr 900 US-Dollar je Bitcoin. On das Günstig oder teuer ist
muss sowiso jeder selbst entscheiden.
Ich kann mir immer nicht vorstellen wie Oma Trudi reagiert, wenn an
einem Tag ihr Brot 0,01 BTC kostet und am nächsten Tag wegen
schwankendem Kurs nun 2 BTC kostet.
Viele die BTC als Zahlungsmittel akzeptieren, verwenden das ja nur für
die grad aktuelle äquivalente Menge an USD.
Genau so gut kann man ja auch in Aktien bezahlen. Heute ists ein Auto
wert und Morgen nur noch einen Apfel und übermorgen wieder ein
Einfamilienhaus.
Für den Durchschnittsbürger ist das sicherlich viel zu verwirrend und
ungewiss.
Peter Flage schrieb:> Es gab vor einiger Zeit schon mal einen Thread hier bei µc zum Thema.> Dort waren dieselben Unkenrufe und Denial zu vernehmen wie hier. Hätten> einige stattdessen lieber 10 BTC für etwa 300 Euro gekauft...>> BTC wird weiter seinen Siegeszug fortsetzen weil es eines der wenigen> SICHEREN Assets ist die derzeit zu haben sind. Crypto pwnz.
Eine deartige Kursaufblähung, ohne realen Hintergrund, ist sicher kein
Siegeszug sondern eine Blase. Das ist wie bei der Dotcom Schwämme. Da
wurden am Ende auch nurnoch Powerpoint Folien verkauft.
Und wenn man nur ein wenig Ahnung von Markt und Handel hat, weiß man
eine hohe Volatilität, wie sie der Bitcoin hat, spricht nicht für
Sicherheit.
Außerdem ist eine begrenzte Währung Irrsinn. Das führt zur Deflation und
die ist noch schlimmer als Inflation. In einer Deflation profitieren die
Reichen noch stärker und die Armen sind noch mehr am Arsch als jetzt.
Klar wird immernoch Brot gekauft werden, aber kauf dir mal ein Haus in
der Deflation, wenn die festgelegte Summe mit festgeschriebenen Zinsen
immer mehr an Wert gewinnt.
In einer Deflation ist es extrem nachteilig Schuldner zu sein. -> Es
kommt nicht mehr zu Firmengründungen, keine Investitionen mehr. Der Tot
der Innovation.
Staaten sind darauf angewiesen Schulden aufzunehmen um das Schul- /
Gesundheitssystem aufrechtzuerhalten.
Nagut kann man auch privatisieren. Ach wie schön ist es doch in Amerika
wo eine Krebsbehandlung ca 800.000$ kostet. Und falls aber nur falls du
eine GUTE Versicherung hast, zahlt diese 90% -> Du sitzt immernoch auf
80.000$. Und das ist kein Witz.
Peter Flage schrieb:> Arsch Gwaf schrieb:>> Außerdem ist eine begrenzte Währung Irrsinn.>> Ich würde Bitcoin nicht als Währung sehen sondern als digitales Gold.
Auch dann ist es ausgemachter Blödsinn. Die Menge an Gold auf der Erde
ist zwar begrenzt, aber wenn das Gold tatsächlich am Ende ist und es zu
einem gewaltigen Preisanstieg kommt, wird Gold damit nicht sicherer, im
Gegenteil.
Im Gegensatz zu Bitcoin stagniert die Förderung und damit Erzeugung von
Gold nicht, im Gegenteil, sie steigt an.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Goldfoerderung.png
DAS ist der Grund warum es als Deckung der Währung verwendet wurde. Mit
wachsender Industrie steigt die Fördermenge ebenso an wie der
Geldbedarf. Denn eine wachse Industrie benötigt ein wachsendes
Finanzvolumen, schon allein weil immer mehr für den wachsenden Handel
zur Verfügung stehen muss.
Leider musste man festellen, dass das Wachstum der Goldreserven nicht
mit mit dem Wachstum der Welthandels mithalten konnte und daher nicht
genügend verfügbare Mittel vorhanden waren. Es kam zu einem sich selbst
verstärkenden Rückgang der Wirtschaft, was schließlich in die
Weltwirtschaftkrise mündete.
Das Finanzsystem ist nicht perfekt, aber es gibt gute Gründe warum es so
ist wie es ist. Und jetzt kämpfen Bitcoin Anhänger dafür die alten
Fehler zu wiederholen?
In diesem Sinne:
„Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen
nichts lehrt.“
Dave B. schrieb:> Genau so gut kann man ja auch in Aktien bezahlen. Heute ists ein Auto> wert und Morgen nur noch einen Apfel und übermorgen wieder ein> Einfamilienhaus.
Kaum. Fuchs Petrolub SE (einfach mal blind herausgegriffen) Volumen 13k
Stück a 62 EUR, Bitcoins 380 Stück a 964$. Auf gut deutsch: Ein
beliebiges MDAX-Papier hat das doppelte Ordervolumen als ganz Mt.Gox.
Stark schwankende Kurse sind da vorprogrammiert. Der Rest ist
Psychologie.
Arsch Gwaf schrieb:> Mit> wachsender Industrie steigt die Fördermenge ebenso an wie der> Geldbedarf.
Nein, die Fördermenge richtet sich nach dem Goldpreis. Bei steigendem
Preis werden grenzwertige Vorkommen abbauwürdig, es werden neue Minen
eröffnet und auch bereits stillgelegte wieder eröffnet. Umgekehrt wird
in Zeiten sinkender Preise die Förderung gedrosselt.
Nun ja, ich würde das heutige Geld- und Wirtschaftssystem trotzdem mal
an einigen Punkten in Frage stellen, schließlich befinden wir uns gerade
in einer Krise die durch die von dir dargestellten Mechanismen ohne
jeglichen fundamentalen Lösungsansatz weiterhin in Form einer
eingefrorenen Katastrophe um den Orbit schwebt. Schuld daran ist die
unkontrollierte Geldschöpfung durch private Banken (Fractional Reserve
Banking) und eine Gesellschaft die sich hilflos angeblichen ökonomischen
Sachzwängen unterordnet und, noch kurioser, versucht die durch die
Wirtschaft erzeugten Probleme (Klimawandel, weniger Arbeitsplätze wegen
Automatisierung) durch wirtschaftltiche Methoden (Förderung von
Ökotechnologie, mehr Wachstum) zu lösen. Zusätzlich eine Beschleunigung
in allen Lebensbereichen die es nicht mehr erlaubt strategisch
/planerisch mit Problemen umzugehen sondern nur noch reaktionäre
Kurzschlussreaktionen erlaubt die die Planlosigkeit und den Stillstand
weiter zementieren.
Georg W. schrieb:> Nein, die Fördermenge richtet sich nach dem Goldpreis. Bei steigendem> Preis werden grenzwertige Vorkommen abbauwürdig, es werden neue Minen> eröffnet und auch bereits stillgelegte wieder eröffnet. Umgekehrt wird> in Zeiten sinkender Preise die Förderung gedrosselt.
In der Zeit des Goldstandards, von der ich gesprochen habe war der
Goldpreis festgelegt. Aber ja, heutzutage is das so.