Guten Mittag,
mal eine Frage als Absolvent. Warum gibt es nur so wenige Stellen in der
Hardwareentwicklung verglichen zur Software? Auf Indeed findet man ja
viele Dienstleister im Hardwarebereich. Werden die Stellen immer weniger
oder kommt es mir nur so vor? Womit kann man das erklären? Zumal werden
bei den wenigen Stellen stets Experten gesucht für irgendwas (SI, EMV,
HF)...
Tja... Weißt du Deutschland hatte vor vielen Jahren mal eine halbwegs
vernünftige Halbleiterindustrie. Kurz und knapp: Die Jobs sind
abgewandert... Wie das in 20 Jahren aussieht weiß keiner. Es ist immer
auch politisch motiviert. Die Software wird durch die
Digitalisierungsoffensive der Politik gepusht. Mit Software fährst du
aktuell vernünftig. Da gab es vor vielen Jahren auch einen
Schweinezyklus aber die Gehälter haben sich normalisiert. Das outsourcen
hatte man auch eine Zeit lang betrieben aber mittlerweile ist der
Großteil der BWLer davon geheilt (Kostenexplosion durch Billigimporte
aus Indien). Wenn dir Hardwre spaß macht, machs halt. Aber mit Software
fährst du imo momentan besser.
Software nimmt in vielen Projekten inzwischen einen höheren und
komplexeren Stellenwert ein. Für viele embedded Projekte wird inzwischen
Aufwandsfaktor 10:1 (SW:HW) angenommen.
Reines Analogknowhow braucht man dank fertiger ICs für alles immer
weniger.
Und ein paar ICs auf eine Platine zu malen ist jetzt nichts mehr so
spezielles. Da lagert man inzwischen gerne nach Osteuropa oder Indien
aus.
Was für eine intelligente Frage!
Wenn immer mehr Produktion ins Ausland verlagert wird, weil es hier zu
teuer ist, dann noch viele Auflagen hat, vor allem wenn die
CO2Kontigente hier anfallen wird es teuer, glaubt das habe keinen
Einfluss auf den hiesigen Arbeitsmarkt im Bereich der
Hardwareentwickler, sollte sich ernsthaft fragen, ob er nicht besser
sich in einer geschlossenen Anstalt aufnehmen lassen sollte,
insbesondere wenn er in höheren politischen Ämtern sein sollte oder in
vergleichbaren Positionen in der Industrie.
Joachim schrieb:> Werden die Stellen immer weniger> oder kommt es mir nur so vor?
Das Problem ist, das du als lebensferner
> Absolvent
eine Stelle als solche nicht erkennen würdest , selbst wenn man sie dir
unter der Nase reibt.
Hardwarejobs ergeben sich oft als teil eines gesamtprojektes aus
Hard/Soft-ware/domäneprocesse.
Da 'kauft' man sich die Personen vom Freiberufler/Ingenieursbüromarkt
für den Projektabschnitt hinzu. für die 10 Jahre die ein medizintechnik
CT-Geschäftlauft hat man den PCB-designer in den Jahren 1-2 im Team
(PCB-Spezifikation,Design,Prototyp, Zertifizierung), dann übernimmt
QM,production und service maintenance.
>Womit kann man das erklären?
Mit deiner beschränkten Weltsicht, die dich nur das sehen lässt, was du
sehen willst ('Dienstleister' statt Festanstellung auf Lebenszeit) und
deinem eklatanten Mangel als relevanter Berufserfahrung.
Bla schrieb:> Und ein paar ICs auf eine Platine zu malen ist jetzt nichts mehr so> spezielles. Da lagert man inzwischen gerne nach Osteuropa oder Indien> aus.
Stimmt, in Osteuropa hat sich in den Feldern Digitalelektronik,
Embedded- und FPGA-Degsign eine richtige gute Expertise auf PCB-Ebene
ausgebildet.
Ich würde sagen, dass ein Großteil von Lowcost-Massenware wie
Eval-Boards SoMs und SoCs dort entwickelt wurden.
>Reines Analogknowhow braucht man dank fertiger ICs für alles immer
weniger.
>Und ein paar ICs auf eine Platine zu malen ist jetzt nichts mehr so
spezielles. Da lagert man inzwischen gerne nach Osteuropa oder Indien
aus.
Sagt einer, der noch nie was in Hardware machte ausser allenfalls mal
einen Arduino mit einem Steckbrett verbunden. Der Weg zum Hardware
Design ist allerdings lang. Resp der Weg vom Junior zum Senior Designer.
Einmal ein Schema mit einem Tool wie Altium zu zeichnen ist eine Sache.
Dann sollte das Ganze auch noch fuer EMV gut sein. Dann sollte das Ganze
auch noch eigensicher sein.
Ja, bisher ist man mit einem Evalboard vielleicht noch dabei. Allenfalls
moechte man auch noch etwas Messen, Steuern, Regeln, ...
Hardware macht Dreck, Dreck ist in der EU nicht mehr erwünscht. Hat sich
halt noch nicht bis ins letzte Eck herumgesprochen, so dass es einige
trotzdem noch machen. Tendenz weiter fallend.
Noch Fragen Kienzle?
Inside schrieb:> Ich würde sagen, dass ein Großteil von Lowcost-Massenware wie> Eval-Boards ... entwickelt wurden
An dem Satz stimmt und passt garnichts.
Weder sind Evalboards billig noch sind sie Massenware. Und "Evalboards
entwickeln" ist kein Beurfsbild, das ist allenfalls eine (mikroskopisch)
kleine Facette des "Hardwareentwicklens".
Billige Massenware sind konfektionierte Kabel und ein passendes
'Synonym' zu Hardwareentwickler wäre Geräteentwickler.
Pandur S. schrieb:
> Der Weg zum Hardware> Design ist allerdings lang. Resp der Weg vom Junior zum Senior Designer.> Einmal ein Schema mit einem Tool wie Altium zu zeichnen ist eine Sache.> Dann sollte das Ganze auch noch fuer EMV gut sein...> moechte man auch noch etwas Messen, Steuern, Regeln, ...
Eben das ist dem TO-Absolvent mit seiner Praxisferne komplett entgangen.
Die Stellen als Hardwareentwickler sind eben nicht nur die, in denen
sich das Stichwort "PCB malen" finden lässt. Als 'Geräteentwickler'
braucht man eben viel Wissen oder mindestens die Lern-Bereitschaft um
die Funktionsweise des Gerätes. Und ein Minimum an praktische
Fähigkeiten.
Vielleicht liegt ja das Problem darin, das der klassische
Hochschulabslvent dergleichen (praktische Fähigkeiten, Verständniss für
das Gerät als Ganzes) nicht mitbringt und man deshalb eher nicht unter
den Absolventen sucht, sondern unter denen die
a) auch was 'praktisches' gelernt haben (Lehre mit fachbezogenen Abitur,
Techniker)
b) auf der Suche nach einem Thema als Abschlussarbeit sind oder als
Werksstudent sind
Und ja, es wird in Deutschland ne Menge an Hardwareentwickelt, einfach
mal die relevanten Messen besuchen resp. die Ausstellerlisten
durchschauen. Automatisierungstechnik (Sick AG, Baumer Group, ABB,
Siemens, kontron, Bosch,...) Medizintechnik (jenoptik, Healthineers,
Rodenstock, ..) Messtechnik (Rohde&Schwarz)... Messen wären bspw. die
embedded World, electronica, SPS & Drives, ILA, Vision, ...)
Man sollte sich eine Arbeit suchen, die nicht schon nächste Woche nach
Fernost ausgelagert werden kann, wie es viele BWL-er gerne möchten
(weil es angeblich billiger ist). In der ganzen BWL-Rechnung werden bloß
Abhängigkeiten, die Lernkurve und die sinnlosen Dienstreisen weniger
betrachtet. Ganz früher blieb das Wissen in der Firma...
oszi40 schrieb:> Man sollte sich eine Arbeit suchen, die nicht schon nächste Woche nach> Fernost ausgelagert werden kann, wie es viele BWL-er gerne möchten> (weil es angeblich billiger ist). In der ganzen BWL-Rechnung werden bloß> Abhängigkeiten, die Lernkurve und die sinnlosen Dienstreisen weniger> betrachtet. Ganz früher blieb das Wissen in der Firma...
Warum nicht? Man kann selber nach Fernost umziehen und ein gemütlicheres
Leben als in Deutschland führen.
Das Gehaltsgefälle ist in vielen Regionen ziemlich heftig, man geht
einfach in eine billigere Region, entwickelt dort vor sich hin und wenn
man fertig ist wirft man sein Produkt auf den Markt.
Thomas H. schrieb:> Warum nicht? Man kann selber nach Fernost umziehen und ein gemütlicheres> Leben als in Deutschland führen.
Ohne Kenntnisse der jeweiligen Landessprache und Kultur wird's
schwierig. Außerdem lassen die dort auch nicht jeden ins Land.
Oder war dein Beitrag ironisch gemeint?
Prinzipiell sind Hardwarejobs nicht über die Fläche verteilt, da sich
nur größere Firmen eine eigene Hardwareentwicklung, in der nicht nur
embedded Software zusammengeklöppelt wird, leisten. Man muss also etwas
schauen, findet aber durchaus passende Angebote. Ist halt die Frage, wie
flexibel man bei der Jobwahl ist und wo man wohnt.
Joachim schrieb:> mal eine Frage als Absolvent. Warum gibt es nur so wenige Stellen in der> Hardwareentwicklung verglichen zur Software?
Das macht der Softwarefrickler nebenbei eben auch noch mit.
Zero Knowledge schrieb:> Thomas H. schrieb:>> Warum nicht? Man kann selber nach Fernost umziehen und ein gemütlicheres>> Leben als in Deutschland führen.>> Ohne Kenntnisse der jeweiligen Landessprache und Kultur wird's> schwierig. Außerdem lassen die dort auch nicht jeden ins Land.>> Oder war dein Beitrag ironisch gemeint?
Nein warum? Man greife die Gelegenheit halt einfach am Schopf.
Wenn man etwas entwickelt ist die Sprache im jeweiligen Land
nebensächlich, läuft ja sowieso alles international und auf Englisch.
Bin selber in Asien und habe Familie, mir geht nichts ab.
Wir haben mehrere Hardwareentwickler, die machen aber immer mehr als nur
Schaltplan zusammenkopieren.
Bei der Hardware ist bei uns auch noch FPGA-Programmierung mit dabei.
Reine Schaltplanarbeit ist ein Bruchteil der Arbeit die man für das
Programmieren brauch.
Es ist außerdem viel einfacher ein bestimmtes Hardwarepaket an einen
externen Mitarbeiter zu geben als Software, denn hier ist die
Einarbeitungszeit viel größer.
Thomas H. schrieb:> Zero Knowledge schrieb:>> Thomas H. schrieb:>>> Warum nicht? Man kann selber nach Fernost umziehen und ein gemütlicheres>>> Leben als in Deutschland führen.>>>> Ohne Kenntnisse der jeweiligen Landessprache und Kultur wird's>> schwierig. Außerdem lassen die dort auch nicht jeden ins Land.>>>> Oder war dein Beitrag ironisch gemeint?>> Nein warum? Man greife die Gelegenheit halt einfach am Schopf.> Wenn man etwas entwickelt ist die Sprache im jeweiligen Land> nebensächlich, läuft ja sowieso alles international und auf Englisch.> Bin selber in Asien und habe Familie, mir geht nichts ab.
ja ok, das funktioniert schon.
Ich kenne auch einen Deutschen, der jetzt mit seiner chinesischen
Ehefrau und Tochter in Shanghai lebt und dort bei der
Tochtergesellschaft eines dt. Unternehmens arbeitet.
Die Frage ist halt, ob man dort wirklich bis zum Sankt Nimmerleins-Tag
leben und arbeiten möchte. Viele gehen ja auch nach einigen Jahren
wieder zurück nach Deutschland.
Zero Knowledge schrieb:> Viele gehen ja auch nach einigen Jahren wieder zurück nach Deutschland.
Na warum wohl? Natürlich weil ein Leben in der Heimat in Deutschland
dann doch am schönsten ist und viele Vorteile bietet.
Senf D. schrieb:> Zero Knowledge schrieb:>> Viele gehen ja auch nach einigen Jahren wieder zurück nach Deutschland.>> Na warum wohl? Natürlich weil ein Leben in der Heimat in Deutschland> dann doch am schönsten ist und viele Vorteile bietet.
Bist Du ein Rechter?
Ein Umzug ist doch was sehr persönliches, ich für meinen Fall sehe nicht
dass ich wieder zurückkehren werde.
Was erwartet mich im Falle einer Rückkehr nach Deutschland?
- müsste mir einen neuen Freundeskreis aufbauen
- müsste mir einen neuen Job suchen (wäre ja noch das einfachere, aber
je nachdem wo man hinkommt ersteres ist nicht so einfach).
- Kinder müssten sich neu einleben, geht vielleicht noch aber die
sozialen Verbindungen die sie aufgebaut haben will ich nicht unbedingt
zerbrechen.
also gleich bei Null beginnen. Dann sammelt man noch entsprechend
Lebenserfahrung im Ausland welche sich nicht so einfach an Deutschland
angleichen lässt.
Bei uns kann man z.B 24h einkaufen gehen, die Convenient stores haben
die ganze Zeit über offen. Bier trinken am Wochenende ist eher sehr sehr
selten.
Das mag nicht jedermanns Sache sein für mich passt es jedenfalls.
In der Großstadt sind meine Kinder die einzigen Halb-Ausländer im
gesamten Klassenzug (man suche mal so eine Großstadt in Deutschland...).
Das ist wie zu Zeiten als ich auf dem Dorf in die Schule gegangen bin.
Praktisch gesehen, Europa (der EUR) hat in den letzten 10 Jahren 1/3 der
Kaufkraft eingebüßt, das ist nicht wenig. Von einem erfolgreichen Europa
kann man da dann wirklich nicht sprechen.
Thomas H. schrieb:> Senf D. schrieb:>> Zero Knowledge schrieb:>>> Viele gehen ja auch nach einigen Jahren wieder zurück nach Deutschland.>>>> Na warum wohl? Natürlich weil ein Leben in der Heimat in Deutschland>> dann doch am schönsten ist und viele Vorteile bietet.>> Bist Du ein Rechter?>> Ein Umzug ist doch was sehr persönliches, ich für meinen Fall sehe nicht> dass ich wieder zurückkehren werde.
Ich denke auch, dass jeder nach seiner Façon glücklich werden soll. Mir
ging es jetzt nicht darum, die Lebensentwürfe von anderen zu
kritisieren. Ich kann ja nur von mir sprechen. Ich glaube auch nicht,
dass das Statement von Senf D. irgendwie negativ gemeint war.
Thomas H. schrieb:> In der Großstadt sind meine Kinder die einzigen Halb-Ausländer im> gesamten Klassenzug (man suche mal so eine Großstadt in Deutschland...).
Überaus krude Denkweise...
Besonders, wenn man einem anderen zuvor die Frage "Bist du ein Rechter?"
gestellt hat. Denk mal darüber nach: du bist von der inneren Einstellung
ja auch ganz "rechts", wenn es dir lieb ist, dass deine Nachkommen die
einzigen und dazu nur "halben Ausländer" in der Klasse sind.
Du bist da mental natürlich kein Deutscher "Rechter", sondern ein
Taiwanesischer/Chinesischer/Japanischer/Asiatischer "Rechter", der froh
ist, dass keine anderen Ausländer in der Klasse seiner Kinder sind.
Und sonst: können wir bitte die Beleidigungen und Unterstellungen gegen
irgendwelche politischen Lager oder Andersdenkende unterlassen?
Gibts zur Sache "Hardware - Jobs rar?" an sich nichts mehr zu sagen?
Thomas H. schrieb:> ich für meinen Fall sehe nicht> dass ich wieder zurückkehren werde.
Und doch hängst du in einem unbedeutenden aber deutschsprachigen Forum
aus der "alten Heimat" ab.
Hannes J. schrieb:> Und doch hängst du in einem unbedeutenden aber deutschsprachigen Forum> aus der "alten Heimat" ab.
Er ist bestimmt nicht wegen der Sprache ausgewandert. Noch nicht.
Gibt zahlreiche Gründe auszuwandern, aber wenn ich jetzt wieder den Olaf
ins spiel bringe, dann löscht der Lothar meinen Beitrag wieder.
Lothar M. schrieb:> Du bist da mental natürlich kein Deutscher "Rechter", sondern ein> Taiwanesischer/Chinesischer/Japanischer/Asiatischer "Rechter", der froh> ist, dass keine anderen Ausländer in der Klasse seiner Kinder sind.
Warum bin ich froh dass keine anderen Ausländer in der Klasse sind? - da
sich meine Kinder so besser in die lokale Gesellschaft integrieren
können.
Der Vorteil ist nun mal nicht von der Hand zu weisen.
Ich bringe meinen Kindern selber deutsch bei, mit Schul-Büchern aus
Deutschland.
Den Rest überlasse ich dem lokalen Schulsystem.
Ich seh's praktisch.
> Und doch hängst du in einem unbedeutenden aber deutschsprachigen Forum> aus der "alten Heimat" ab.
Bin auch in anderen Foren (edaboard, usw) aktiv, die Sprache ist beim
Thema "Elektronik" dann doch ziemlich nebensächlich.
Ja aber sonst wieder zurück zu Hardware - Jobs. Ich denke man kann
selber sehr viel erreichen heutzutage man muss sich halt dahinter
klemmen.
Lothar M. schrieb:> Thomas H. schrieb:>>> In der Großstadt sind meine Kinder die einzigen Halb-Ausländer im>> gesamten Klassenzug (man suche mal so eine Großstadt in Deutschland...).>> Überaus krude Denkweise...> Besonders, wenn man einem anderen zuvor die Frage "Bist du ein Rechter?"> gestellt hat. Denk mal darüber nach: du bist von der inneren Einstellung> ja auch ganz "rechts", wenn es dir lieb ist, dass deine Nachkommen die> einzigen und dazu nur "halben Ausländer" in der Klasse sind.> Du bist da mental natürlich kein Deutscher "Rechter", sondern ein> Taiwanesischer/Chinesischer/Japanischer/Asiatischer "Rechter", der froh> ist, dass keine anderen Ausländer in der Klasse seiner Kinder sind.
Das kenne ich aus dem Bekanntenkreis: die Geburtsorte der
Großelterngeneration sind über den kompletten Globus (Asien, Ozeanien,
Südamerika, Europa) verstreut, aber die lieben Kleinen werden extra
mehrere Kilometer in eine garantiert ausländerfreie Kita gekarrt; bei
der Schule wird das schon schwieriger. Und schon geht das Genöle los,
dass "diese Ausländer" fast alle kaum Deutsch sprechen und auch mit
hiesigen Sitten und Gebräuchen nicht vertraut sind. Ja, woran mag das
nun wohl wieder liegen?
Percy N. schrieb:> Ja, woran mag das> nun wohl wieder liegen?
An der Definitionslücke in deutsche "Sitten und Gebräuchen".
Was in Hamburg als "Erbauliche Feierlichkeit mit starken Emotionen"
gilt, beschreibt ein Bayer als eine Szenario wie "müdes Warten auf den
Bus der niemals kommt".
Und auf der anderen Seite der Skala sieht mancher Norddeutsche das
Oktoberfest als wüstes und lautes Besäufniss wie bei den Hottentotten,
während die Stadt München dieses Volksfest als Ausdruck von Tradition
und Weltoffenheit versteht.
Weltvermaßer schrieb:> Und auf der anderen Seite der Skala sieht mancher Norddeutsche das> Oktoberfest als wüstes und lautes Besäufniss wie bei den Hottentotten,
Ich bin mir nicht sicher, halte es aber keinesfalls für zwingend, dass
Hottentotten sich dermaßen unkultiviert aufführen.
Zur Ehrenrettung der Münchner- und möglicherweise auch der restlichen
Bayern - sei mitgeteilt, dass ich, als ich mich zur Zeit des
Oktoberfestes in Münchrn aufhielt, den Eindruck gewonnen habe, dass den
Einheimischen dieser Krawall eher auf die Nerven ging, als sie zu
unterhalten. Mit den sinnfrei gewordenen Karnevalsritualen des
Rheinlandes lässt sich das zB nicht vergleichen; diese scheinen
inverzichtbar zu sein.
Inwieweit sich das alles auf die Umgangsformen in einer Kita auswirken
können sollte, drängt sich allerdings auch nicht gerade auf. Ok, zu
Fasching wird geschminkt. Aber nicht gesoffen, und auch nicht mehr
gebrüllt als sonst auch.
Bla schrieb:> Reines Analogknowhow braucht man dank fertiger ICs für alles immer> weniger.
Muahaha, genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die 0185 Software vom AVR
läuft auch auf einem aktuellen GHz-Processor, aber das Layout is minimal
aufwändiger.
P.S. bei uns programmieren die preisgünstigen Einsteiger, meistens über
Zeitarbeit. Die HW bleibt dagegen schön im Hause.
Muahaha, genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die 0815 Hardware ist eh
immer gleich, aber die Software is minimal aufwändiger.
P.S. bei uns programmieren teure Senior Ingenieure, Hardware wird in der
Regel ausgelagert.
Leiter Tim schrieb:> Muahaha, genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die 0815 Hardware ist> eh> immer gleich, aber die Software is minimal aufwändiger.>> P.S. bei uns programmieren teure Senior Ingenieure, Hardware wird in der> Regel ausgelagert.
Wie viel lagert ihr von der Hardware aus?
Definiert ihr die Bauteile schon vorab, oder nur die Funktion?
Ich wäre fast mal in so einer Situation gewesen, aber das Outsourcing
war mir zu teuer. Zum Schluss hat sich rausgestellt dass der eingesetzte
Chipsatz einen Fehler hatte der erst beim nächsten Stepping (ca. 1 Jahr
später) behoben wurde.
Wahrscheinlich war die Firma die ich kontaktiert habe auch einfach zu
unseriös, die Leiterplatte hatte ich innerhalb einer Woche gezeichnet,
ja die Software hingegen hat Monate gedauert.
Zum Glück hab ich das selber gemacht und niemandem gegeben das Projekt
wurde mit Verzögerung dennoch ein Erfolg.
Bla schrieb:
> Reines Analogknowhow braucht man dank fertiger ICs für alles immer> weniger.
Das ist ein Trugschluss. Gerade die immer schnelleren Signale werden
wieder wie analoge Leitungen behandelt (Abstand zu benachbarten
Leitungen wegen Übersprechen, Leitungsführung allgemein...) Ausserdem
kommt es sehr drauf an, was du machen willst. Wenn du Messwerte genau
aufnehmen willst kommst du um Analogtechnik normalerweise nicht herum.
Natürlich will man die so klein wie möglich halten um sie
Störunempfndlicher zu machen ist der Weg sie möglichst schnell zu
Digitalisieren aber dazu bedarf es dennoch erstmal analoge
Schaltungstechnik.
Thomas H. schrieb:> Wie viel lagert ihr von der Hardware aus?> Definiert ihr die Bauteile schon vorab, oder nur die Funktion?>> Ich wäre fast mal in so einer Situation gewesen, aber das Outsourcing> war mir zu teuer. Zum Schluss hat sich rausgestellt dass der eingesetzte> Chipsatz einen Fehler hatte der erst beim nächsten Stepping (ca. 1 Jahr> später) behoben wurde.> Wahrscheinlich war die Firma die ich kontaktiert habe auch einfach zu> unseriös, die Leiterplatte hatte ich innerhalb einer Woche gezeichnet,> ja die Software hingegen hat Monate gedauert.> Zum Glück hab ich das selber gemacht und niemandem gegeben das Projekt> wurde mit Verzögerung dennoch ein Erfolg.
War ein Witz auf die dumme Antwort meines Vorgängers. Aber arbeite
tatsächlich im Automatiserungsbereich. Elektronik gibt es dort in der
Regel so wie man sie haben möchte und braucht. Und falls doch nicht,
kaufen wir uns die benötigten Leistungen ein, es lohnt sich einfach
nicht jemanden dafür einzustellen. Das ganze ist ein Recht breites
Gebiet und dann lohnt es sich eher für einige Monate einen Spezialisten
einzukaufen, der weiß, was er tut. Wertschöpfung entsteht bei uns eher
durch Maschinenbau (10%) und der Rest durch Software. Elektrotechnik
wird bei uns eher auf Systemebene betrieben.
Ist natürlich stark vom Unternehmen abhängig und vom Produkt, siehe
Bosch, Apple oder Intel. Die kommen ohne Elektronikexpertise gar nicht
aus.
Naja, so wirklich wundern tut es mich nicht. Wenn man sich ansieht wie
leistungsstark embedded Hardware heute ist. Da kann man auch viel drauf
laufen lassen. Ergo hast du jetzt Softwareprojekte mit Tausenden von
Codezeilen. Das ist eben nicht ohne. Was heute so in einer einfachen
Maschine am Laufen ist, ist absurd. KI, IOT Schnickschnack... Braucht
man zwar nicht, aber solange der Paycheck kommt, bin ich happy. :-)
Wer hätte früher daran gedacht eine Model Predictive Control auf einem
embedded System zum rennen zu bekommen? :) Inbesondere nimmt ein uC ja
auch Haufenweise Logik von der Platine... und ist oft billiger als die
ganzen Logik ICs zu verbauen
Dieter H. schrieb:> Naja, so wirklich wundern tut es mich nicht. Wenn man sich ansieht wie> leistungsstark embedded Hardware heute ist.
Dafür kommen dann Anforderungen wie LVDS routing, USB und Ethernet muss
ebenfalls vom SOM im Gerät verteilt werden. Das Gerät muss ein
Kunststoffgehäuse haben aber die EMV muss es auch problemlos bestehen.
Das ist alles auch nichts, was man mit Eagle auf nem 2 Lagenboard
zusammenklöppelt. Ich jedenfalls habe mit Schaltungsentwurf und Layouten
genug zu tun. Die andere Hälfte der Zeit mache ich Papiere, Fehlersuche,
Prototypenbestückung... Wenn dann noch Zeit übrig ist, dann kommt noch
etwas Controllerprogrammierung dazu, aber nur wenn wirklich noch Zeit
ist oder es gar nicht mehr anders geht. (Oder Zeit ist und es einfach
Spaß macht...)
Schwer ist es nur, neue passende Entwickler zu finden...
Joachim schrieb:> Guten Mittag,>> mal eine Frage als Absolvent. Warum gibt es nur so wenige Stellen in der> Hardwareentwicklung verglichen zur Software?
Moin Joachim,
es gibt auch nicht so viele gute Hardwareentwickler, und die werden von
ihren Arbeitgebern gut behandelt - wenig Fluktuation.
> Zumal werden> bei den wenigen Stellen stets Experten gesucht für irgendwas (SI, EMV,> HF)...
Hardwareentwicklung ist halt oft speziell und selbst kleinste
Unachtsamkeiten können leicht sehr hohe Folgekosten (in Geld und Zeit)
haben, insbesondere in der Mikroelektronik. Da hat man dann lieber
Experten. In Software ist so eine kleine Unachtsamkeit dagegen oft
schnell und günstig mit ein paar Tastenklicks plus Test behoben. Damit
will ich die Leistung von Softwerkern nicht klein reden, auch da gibt es
richtig gute Leute.
Also so wie ich es in Erinnerung habe in den drei Firmen wo ich bis
jetzt gearbeitet habe, kommen auf einen HW-Entwickler mindestens 4-8
Embedded-Programmierer, das Ratio ist also empirisch (ich weiß, nur
meine Meinung) 1:6.
Es ist nun mal so, dass eine Hardware, also ein Industriecontroller mit
Touchdisplay-Bedieneinheit nur einmal entwickelt wird und dann
mindestens 5 - 20 Jahre im Feld problemlos arbeitet.
Man braucht aber für diesen einen Controller mindestens 2
Embedded-Programmierer, um Software kundenspezifisch zu entwickeln oder
der Controller kommt in verschiednen Applikationen, sprich Maschinen zum
Einsatz.
Da gibt es noch eine Menge Bugfixing hinterher, Kundenwünsche oder
Verbesserungsvorschläge von den Service-Technikern.
Der HW-Entwickler bringt für den gleichen Controller höchstens noch eine
neue Revision alle 2 Jahre raus und macht sich Gedanken über den
nächsten Controller, entwickelt vor oder prüft Prototypen von anderne
Herstellern, also muss er auch ein wenig Embedded-Programmierung und
VHDL beherrschen.
Zwischendurch muss er auch vom Lieferanten einen Bauteile-Tausch prüfen
wegen Lieferengpässen.
Weiter macht er noch Reperaturen, baut Prüf- und Messsysteme oder
Simulator-Hardware für den Controller, damit die Embedded-Entwickler
auch gleich Debugging während des Programmierens machen können.
Das hört sich nach viel an, aber im Grunde kann eine ganze
mittelständische Firma mit nur einem einzigen HW-Entwicker auskommen,
aber wohl aus Redundanz-Gründen ist natürlich mehr als einer da, weil ja
auch der HW-Entwickler Urlaub nehmen muss und Fehltage hat.
ZF schrieb:> Hardwareentwicklung ist halt oft speziell und selbst kleinste> Unachtsamkeiten können leicht sehr hohe Folgekosten (in Geld und Zeit)> haben, insbesondere in der Mikroelektronik. Da hat man dann lieber> Experten. In Software ist so eine kleine Unachtsamkeit dagegen oft> schnell und günstig mit ein paar Tastenklicks plus Test behoben. Damit> will ich die Leistung von Softwerkern nicht klein reden, auch da gibt es> richtig gute Leute.
Leider sind Einsteiger keine Experten. Also ist es ein geschlossener
Kreis und für frische Absolventen nichts dabei. Bei solch absurden
Hürden geht natürlich der Großteil in die Softwareecke.
Dieter H. schrieb:> Leider sind Einsteiger keine Experten. Also ist es ein geschlossener> Kreis und für frische Absolventen nichts dabei.
Ganz so schlimm ist es nun auch nicht. Wer zum Beispiel als HiWi oder
Abschlussarbeiter gezeigt hat, dass er ein Händchen für Hardware hat,
der bekommt oft durchaus ein Angebot. Auch Hobbyprojekte können
überzeugen.
> Bei solch absurden> Hürden geht natürlich der Großteil in die Softwareecke.
Ich habe keine Zahlen, aber ich glaube gerne, dass es mehr Softwerker
gibt. Es findet auch nicht jeder Hardware cool.
Dieter H. schrieb:> Leider sind Einsteiger keine Experten. Also ist es ein geschlossener> Kreis und für frische Absolventen nichts dabei.
Langsames Herantasten ist das Mittel der Wahl. Natürlich kann man in
diesem Bereich keinen Einsteiger auf eine Expertenposition setzen, aber
derjenige kann sich hocharbeiten, zum Beispiel in enger Zusammenarbeit
mit erfahrenen Kollegen. Oder ist das etwa zuviel verlangt?
ZF schrieb:> aber ich glaube gerne, dass es mehr Softwerker gibt.
Natürlich gibt es für "durchschnittliche" Anwendungen wie z.B. eine
Steuerung mehr SW Entwickler, denn 1 HW Entwickler macht 1 HW in 1 Jahr
fertig und danach können sich zig SW Entwickler für zig Anwendungen über
zig Jahre damit beschäftigen.
Inside schrieb:> Also so wie ich es in Erinnerung habe...
Es gibt immer Ausreißer in die eine oder andere Richtung, aber diese
Beschreibung trifft es ganz gut.
Bla schrieb:> Reines Analogknowhow braucht man dank fertiger ICs für alles immer weniger.
Natürlich braucht man "reines" Analogwissen nur selten. Aber wer
digitale Probleme nur mit dem LA sucht, der taugt als HW Entwickler
nichts. Denn genau da wo man es nicht vermutet, spielt die ganze Chose
analog. Und dann muss man eben durchaus auch ziemlich fundiertes Wissen
im Analogbereich haben.
Und man muss natürlich abschätzen können, ob diese "fertigen ICs" das
bieten, was man braucht und das halten, was sie versprechen. Und dafür
ist wieder KnowHow und Erfahrung nötig.
Dieter H. schrieb:> Leider sind Einsteiger keine Experten. Also ist es ein geschlossener> Kreis und für frische Absolventen nichts dabei.
Der "frische" Absolvent sollte natürlich im Verlauf seines bisherigen
Lebens schon bewiesen haben, dass er Hardware "kann". Einer mit dem
Lebenslauf Kindergarten-Schule-Studium bekommt ohne weitere Referenzen
neben dem Studium(!!) so leicht keinen Fuß in die Tür.
Wenn sich 2 Absolventen mit den selben Unterlagen, Praktika und
Abschlussarbeiten im HW-Bereich und passablen Noten bewerben, aber einer
davon noch in seiner Freizeit einen "Belegt"-Melder für die Parkplätze
am örtlichen Feuerwehrhaus der FFW Hintertupfingen gebastelt hat, dann
hat der Bastler einen dicken Pluspunkt.
Christian B. schrieb:> Das ist ein Trugschluss. Gerade die immer schnelleren Signale werden> wieder wie analoge Leitungen behandelt
+1
Und da heutzutage alles auch Wifi, 5G und GPS haben muss, ist dies HF
Zeugs auch noch unter zu bringen. Und ist dann schluss mit lustig!
Christian B. schrieb:> Dafür kommen dann Anforderungen wie LVDS routing, USB und Ethernet muss> ebenfalls vom SOM im Gerät verteilt werden. Das Gerät muss ein> Kunststoffgehäuse haben aber die EMV muss es auch problemlos bestehen.> Das ist alles auch nichts, was man mit Eagle auf nem 2 Lagenboard> zusammenklöppelt.
+1
Senf D. schrieb:> Langsames Herantasten ist das Mittel der Wahl. Natürlich kann man in> diesem Bereich keinen Einsteiger auf eine Expertenposition setzen, aber> derjenige kann sich hocharbeiten, zum Beispiel in enger Zusammenarbeit> mit erfahrenen Kollegen. Oder ist das etwa zuviel verlangt?
Wird bei uns so praktiziert. Ein Absolvent wurde eingestellt und mit der
Entwicklung der Prüfsysteme beauftragt. Dadurch lernt er natürlich auch
die Endprodukte kennen. Das hat er nun ein paar Jahre gemacht und ist
nun in die Entwicklung gewechselt, genau wie es geplant war.
Dirk K. schrieb:> Wird bei uns so praktiziert. Ein Absolvent wurde eingestellt und mit der> Entwicklung der Prüfsysteme beauftragt. Dadurch lernt er natürlich auch> die Endprodukte kennen. Das hat er nun ein paar Jahre gemacht und ist> nun in die Entwicklung gewechselt, genau wie es geplant war.
Perfekt, so soll es sein. Mein Glückwunsch zu diesem guten Arbeitgeber!
Da soll noch mal jemand sagen, man käme nur durch Unternehmenswechsel in
seiner Karriere weiter. Nein, man kann sich bei einem guten Unternehmen
auch intern weiterentwickeln.
Hi,
dem Unternehmen für das ich arbeite, geht es genau umgekehrt auf eine
Hardware-Entwickler Stellenausschreibung für Absolventen (welche auch
hier auf der Website veröffentlicht ist) bewerben sich fast nur
Kandidatinnen/Kandidaten:
- Die vornemlich an Software Entwicklung interessiert sind.
- Die aus weit entfernten Ländern Massenbewerbungen über die
Standard-Onlineportale senden. Dabei finde ich es persönlich schön mit
sehr vielen internationalen Kollegen zusammenzuarbeiten aber für eine
Absolventen-Stelle lässt sich der Zeit und Kostenaufwand für
Visa+Umzug+Onboarding schwer rechtfertigen.
SuchenderArbeitgeber schrieb:> dem Unternehmen für das ich arbeite, geht es genau umgekehrt
Ja, der TO trifft mit seiner These von den raren/nichtexistenten
Hardware-Jobs die Realität nicht.
> Kandidatinnen/Kandidaten:> - Die vornemlich an Software Entwicklung interessiert sind.
Da hilft es, die mit den Hauptinteresse "Software" gleich mit
"Voraussetzung Studium: Elektrotechnik/Informationstechnik/Maschinenbau"
abzuschrecken. Nach meiner Erfahrung mache sich Informatik-absolventen
in der Hardwareentwicklung eher schlecht, überraschend gut dagegen
Maschienenbauer.
Die sind es wohl gewohnt sich in neue Mashinen/Bereiche durch
re-engineering und Datenblatt lesen einzuarbeiten, statt wild drauflos
zu coden oder nach "WünschDirWas" zu spezifizieren.
Ansonsten frühzeitig Werkstudenten heranholen (das kann man auch
wörtlich verstehen, oft scheitert es bei den interessierten Studenten
bei der Anfahrt mit Radl oder ÖPNV) und sobald irgendwo Hardwerker
'freigesetzt' werden mit einem Angebot bereitstehen.
Es ist eigentlich egal, ob Software oder Hardware-Entwickler häufiger
gebraucht werden. Wichtig ist das Verhältnis zu den verfügbaren
Entwicklern. Und so wie ich das aktuell sehe, brauchen die Firmen
verdammt lange um Hardwareentwicklungsstellen zu besetzen. Natürlich
werden Indeed und Co von Dienstleistern überflutet, aber man sollte
vielleicht auch einfach mal ein wenig mehr suchen als nur dort.
Elektroniker schrieb:> Und so wie ich das aktuell sehe, brauchen die Firmen> verdammt lange um Hardwareentwicklungsstellen zu besetzen.
Woran liegt das deiner Meinung nach?
Falls eine Firma auf Ihrer Homepage einen Entwickler sucht, suchen
direkt zahlreiche Dienstleister mit und bieten Ihre Kandidaten an.
Elektroniker schrieb:> Natürlich> werden Indeed und Co von Dienstleistern überflutet, aber man sollte> vielleicht auch einfach mal ein wenig mehr suchen als nur dort.
Zustimmung!
Bla schrieb:> Und ein paar ICs auf eine Platine zu malen ist jetzt nichts mehr so> spezielles. Da lagert man inzwischen gerne nach Osteuropa oder Indien> aus.
Und da liegst teils daneben.
Diese Denkweise ist der Grund, warum viele hiesige Produkte nicht besser
sind als Chinakram.
Ich arbeite zum Beispiel im gewerblichen Bereich.
Die Produkte meines Arbeitgebers stehen im Außenbereich, und die Firma
hat einen guten Ruf für zuverlässige und langlebige Produkte. Das ist
der Hauptgrund, warum sie höhere Preise verlangen können.
Das, und den guten Ruf den die Software hat.
Und, was ist der Unterschied der Hardware zur Konkurrenz?
Der Kram der Billigkonkurrenz ist nach einem Gewitter gern kaputt, und
muss repariert werden, unser Zeug läuft fast immer ungestört weiter. Der
Kram der Konkurrenz wird bei hohen Temperaturen manchmal kaputt oder
schmiert ab, die Displays werden bei Sonneneinstrahlung schwarz, die
Buttons reagieren bei Regen nicht mehr und dergleichen mehr.
Jetzt sind die Ersatzteile nicht teuer, der Servicetechniker und der
Verdienstausfall aber schon.
Und genau beim Auslegen der recht simplen "Standardsachen" auf harte
Umgebungsbedingugnen und dem Testen steckt viel Know-How drin. Da ist
dann ein "einfacher IO" nicht mehr so einfach, wenn er einen SURGE mit
1kV aushalten muss, oder gegen Potentialausgleichsströme abgesichert
ist.
Dieter H. schrieb:> Leider sind Einsteiger keine Experten.
... werden es aber auch nie, wenn man sie nicht einstellt und
einarbeiten lässt.
> lagert man aus
Dabei frage ich immer wie das die Firmen machen, die die Aufträge
kriegen? (M)einer z.B. beauftragt gerne Brunel und ITK. Wo kriegen die
ihre Hardwareentwickler her?
Antwort: Die beschäftigen genug Erfahrne und stellen sich die Anfänger
ein. Das geht, weil sie die Anfänger super billig bekommen. Auch
Erfahrene gibt es genug. Überall wird abgebaut und es werden mehr Alte
freigesetzt, als der Markt aufnehmen kann und will. Manche sind sogar
arbeitslos, weil sie nicht mal beim Ferchau unterkommen.
Olf schrieb:> Überall wird abgebaut und es werden mehr Alte freigesetzt, als der Markt> aufnehmen kann und will. Manche sind sogar arbeitslos, weil sie nicht> mal beim Ferchau unterkommen.
Das halte ich für ein Gerücht, dessen Wahrheitsgehalt gegen Null
tendiert. Das Gegenteil ist doch der Fall, erfahrene Hardware-Entwickler
sind begehrt am Arbeitsmarkt, da immer mehr ältere Mitarbeiter in den
Ruhestand wechseln.
Fachkräftemangler schrieb im Beitrag #6912035:
> WO sind sie begehrt? Konkrete Beispiele bitte -nicht nur Phrasen!
Dazu bitte Indeed-Ingrid befragen, sie kann dir da sicherlich kompetent
weiterhelfen.
Konkrete Stellenangebote und Unternehmen werde ich hier nicht nennen.
Weltvermaßer schrieb:> 1kV Surge sind etzt ein bisserl wenig, verlangt die Prüfung nach IEC> 61000-4-5 nicht Prüfspannungen bis 4kV ?!
Nein.
Die 61000-4-5 legt nur fest wie die Prüfung auszusehen hat. Also wie ein
Surge-Impuls aussehen muss, was ein Prüfschärfegrad ist, welches
Koppelnetzwerk für welche Klasse von Anschlüssen zu verwenden ist (und
viele weitere Dinge).
Die Prüfschärfegrade, also wieviele kV, legt die Produktnorm fest. Das
kann sich daher je nach Industrie stark unterscheiden. Und das
herauszulesen ist ein Fall für die verhinderten Juristen unter uns.
Fachkräftemangler schrieb im Beitrag #6912035:
> WO sind sie begehrt? Konkrete Beispiele bitte -nicht nur Phrasen!
Hier in der Südbayerischen Provinz ist es vergleichsweise einfach etwas
zu finden. Ich habe in meiner Karriere (inzwischen 15 Jahre) ganze 4
Bewerbungen geschrieben, und bin im 2. Job.
Und ich bin kein Überflieger mit 1er Abschluss oder 20 Jahren
Auslandserfahrung.
Immer wieder sehe ich genug Stellen entweder direkt hier oder im
angrenzenden Österreich. Gefragt wird aber schon was man kann. Wenn man
nur herumschwurbelt, wie so viele hier im Forum, wird das natürlich
nichts.
Im Raum München ist es auch einfach. Also einen Job zu finden, die
Wohnung ist dann ein anderes Kapitel.
Nichtvertrottelt schrieb:> Die Prüfschärfegrade, also wieviele kV, legt die Produktnorm fest. Das> kann sich daher je nach Industrie stark unterscheiden. Und das> herauszulesen ist ein Fall für die verhinderten Juristen unter uns.
Nicht unbedingt, man könnte ja auch unabhängig von der konkreten
Produktgruppe das ganze gleich auf eine höhere Belastung aka schärfste
Prüfung auslegen. Dann spart man sich das Neu/Re-design später (selbe
Schaltung im anderen Produkt, Verschärfung der Norm).
Bei den angesprochenen IO's ist das nicht weiter schwierig, gleich auf
bspw. 6 kV Störspannungsfeste Schutzbeschaltung zu gehen. Ist auf jeden
fall ein Plus gegenüber dem Mitbewerber.
Weltvermaßer schrieb:> Bei den angesprochenen IO's ist das nicht weiter schwierig, gleich auf> bspw. 6 kV Störspannungsfeste Schutzbeschaltung zu gehen. Ist auf jeden> fall ein Plus gegenüber dem Mitbewerber.
Kostet aber Geld. Die hohe Kunst der Hardwareentwicklung ist, genau
richtig viel zu machen.
Und 6kV ist nicht so einfach, wie es hier dargestellt wird. Das ist
36mal soviel Energie wie 1kV, entsprechend aufwändiger ist das.
Nichtvertrottelt schrieb:> Weltvermaßer schrieb:>> Bei den angesprochenen IO's ist das nicht weiter schwierig, gleich auf>> bspw. 6 kV Störspannungsfeste Schutzbeschaltung zu gehen. Ist auf jeden>> fall ein Plus gegenüber dem Mitbewerber.>> Kostet aber Geld. Die hohe Kunst der Hardwareentwicklung ist, genau> richtig viel zu machen.>> Und 6kV ist nicht so einfach, wie es hier dargestellt wird.
Ich geh von IO-Schutzbeschaltung aus wie oben genannt.
Da ist es nur ne frage der richtigen bauteilauswahl. Und bauteile muss
man in jedem Fall auswählen. Wer unbedingt ne billige, kaum geschützte
Serie auflegen will, kann ja mit Bestückoptionen arbeiten. Aber die
Erfahrung lehrt, das Firmen mit billigen Produkten irgendwann den
Anschluss verlieren und Pleite gehen (sinclair, commodore, Atari)
während die 'teuren' (wie Apple) überleben.
Weltvermaßer schrieb:> Da ist es nur ne frage der richtigen bauteilauswahl.
Genau. Und die, die mehr auhalten kosten auch mehr.
Wir bauen nicht 20 oder 200 Stück von einer Platine, sondern eher 20000.
Da ist (unnötige) Überdimensionierung einfach keine Option.
Die Kunst ist eben es richtig zu machen.
So, genug Offtopic.
Weltvermaßer schrieb:> Aber die> Erfahrung lehrt, das Firmen mit billigen Produkten irgendwann den> Anschluss verlieren und Pleite gehen (sinclair, commodore, Atari)> während die 'teuren' (wie Apple) überleben.
Allerdings stimmt das nicht so ganz, denn Apple ist 1996 nur um
Haaresbreite an der Pleite bzw. Übernahme vorbeigeschrammt.
Chris D. schrieb:> Weltvermaßer schrieb:>> Aber die>> Erfahrung lehrt, das Firmen mit billigen Produkten irgendwann den>> Anschluss verlieren und Pleite gehen (sinclair, commodore, Atari)>> während die 'teuren' (wie Apple) überleben.>> Allerdings stimmt das nicht so ganz, denn Apple ist 1996 nur um> Haaresbreite an der Pleite bzw. Übernahme vorbeigeschrammt.
Knapp daneben ist auch vorbei, beim "Pleite gehen" ist das sogar
positiv.
Und genau genommen, hat es doch die Übernahme gegeben, aber so das Apple
die Firma NeXT aufgekauft hat, deren Cube-Workstations zu teuer für den
Markt waren. Durch den Aufkauf ist Apple an ein funktionierendes OS
gekommen. Und an einen CEO der von rausschmiss zu Bluckbuster-Produkten
alles erlebt hat. ... und wer war der Chef der Firma mit den zu teuren
Computer .. klar Steve Jobs, der Ex- und zukünftige Chef von Apple.
--
IBM könnte man auch anführen, deren teueren Maschinen wurden vom manchen
Kunden (die mit viel Geld - Banken,NASA) lieber gekauft als die
Billigheimer, auf die im falschen Moment kein Verlass ist.
Weltvermaßer schrieb:> Aber die> Erfahrung lehrt, das Firmen mit billigen Produkten irgendwann den> Anschluss verlieren und Pleite gehen (sinclair, commodore, Atari)> während die 'teuren' (wie Apple) überleben.
naja, Apple war vorm Iphone tatsächlich fast blank und brauchte eine
Finanzspritze von Bill Gates... an der besseren Hardware liegt es
jedenfalls nicht, dass sie so viel Gewinn pro verkauftem Gerät machen.
Das hat eher die Ursache in der Nichterweiterbarkeit, wodurch man
gezwungen ist für einen FLASH Chip, der einige wenige Euro kostet eben
das über 100fache zu blechen, da man einen Mangel an internem Speicher
nicht durch große Speicherkarten von extern ausgleichen kann. Dazu kommt
dann noch ein aggresives Marketing und fertig. Wenn man es so einmal in
einen Haushalt geschafft hat ist die Infrastruktur schon da und man
kauft, aus kompatibilitätsgründen eben wieder ein Apple gerät. Wenn ich
ein Samsung Handy habe kann ich problemlos ein Huawei Tablet dazu
kaufen, beide können auf die gleichen Daten zugreifen. Der nächste kommt
mit einem Pixel und kommt ebenfalls problemlos dran... Ist halt die
Frage, was man will: Ein System was komplett zu ist, worin aber alles
sauber und sicher funktioniert oder ein offenes System, was man in
vielen Dingen problemlos verbinden kann, was dieses aber durch teilweise
Kompatibilitätsprobleme und Sicherheitslücken erkauft.
Christian B. schrieb:> naja, Apple war vorm Iphone tatsächlich fast blank und brauchte eine> Finanzspritze von Bill Gates...
Neee, dass war vor dem Imac (1998), mit dem Ipod (2001) war Apple schon
gut auf. Und als das Iphone kam (2007) war Gates Finanzspritze schon 10
Jahre Geschichte.
Der Dreh ist halt, reichlich mit einer Produktreihe zu verdienen um die
Entwicklung der nächsten (samt 'Ökosystem') locker zu finanzieren.
Billigheimer können das nicht und müßen dann zur Bank betteln gehen, um
ihre Entwickler zu entlohnen. Und wenn die Bank nicht die
Neu-Entwicklung finanzieren will, wars das für die Innovation.
Christian B. schrieb:> Ist halt die> Frage, was man will: Ein System was komplett zu ist, worin aber alles> sauber und sicher funktioniert oder ein offenes System, was man in> vielen Dingen problemlos verbinden kann, was dieses aber durch teilweise> Kompatibilitätsprobleme und Sicherheitslücken erkauft.
Es hält ja niemand Samsung als Smartphone-Hersteller oder DELL bei den
Laptops und PCs davon ab, endlich auch mal einen innovativen
M1-Prozessor zu entwickeln, einen äußerst kompakte Workstation wie den
früheren Mac PRO oder die jetzigen flachen iMacs, die bei starker
Leistung fast geräuschlos und robust funktionieren.
Das Problem ist, für den Highend-Markt können die anderen nicht mehr
mitziehen, weil sie erstens keine Highend-Hardware entwickeln können und
zweitens würde das niemand zu den Apple-Preisen kaufen.
Apple-Käufer sind anders als die Arbeitsdrohnen an ihren DELL
Workstations.
Die legen Wert auf mondänes Design, sichere Funktionalität und lange
Werthaltigkeit.
Weniger auf Technik zum Anfassen.
Inside schrieb:> Apple-Käufer sind anders als die Arbeitsdrohnen an ihren DELL> Workstations.> Die legen Wert auf mondänes Design, sichere Funktionalität und lange> Werthaltigkeit.> Weniger auf Technik zum Anfassen.
Es sprach: Ein Apple Jünger.
Inside schrieb:> Es hält ja niemand Samsung als Smartphone-Hersteller oder DELL bei den> Laptops und PCs davon ab, endlich auch mal einen innovativen> M1-Prozessor zu entwickeln, einen äußerst kompakte Workstation wie den> früheren Mac PRO oder die jetzigen flachen iMacs, die bei starker> Leistung fast geräuschlos und robust funktionieren.
Das Wort "früher" trifft es schon perfekt: Früher hatte Apple noch
Innovationen. Aber seit mindestens 6 Jahren laufen sie den Entwicklungen
anderer nur noch hinterher... Naja, wie gesagt: Wenn die Umgebung
erstmal eingerichtet ist kommt man aus der Blase nicht mehr so leicht
raus. Beispiele? Smartwatch... Apple sprach noch davon, da waren andere
schon am Markt. weiter wirds mit dem Faltdisplay gehen, das wird Apple
dann auch so in 3 Jahren frühestens auf die Reihe kriegen und als das
Große Ding feiern... Die Liste ließe sich noch deutlich fortsetzen aber
das führt ja zu nichts. Für mich ist Apple eine Firma, die dir Technik
von vor 2 Jahren zum doppelten Preis aktueller Geräte andrehen will.
Vermutlich bin ich nicht Individualist genug, dass ich nicht verstehe,
wieso es so geil ist, solch ein Gerät zu haben.
Wie gesagt: ich will gar nicht klein reden, dass Apple früher sehr
innovativ war. Das Smartphone haben sie zwar nicht erfunden, aber doch
zu der Verbreitung verholfen, die es heute hat. Nur sind sie irgendwann
halt von der Ersten Reihe in der Innovationsliga zurückgetreten und
haben andere machen lassen. Man könnte auch sagen: Sie haben sich auf
ihren Lorbeeren ausgeruht.