VerWurstEr schrieb:
> Diese CNC-Fräse wird aktuell von Mach 3 über LPT gesteuert. Diese Fräse
> soll mit Extruder und Hotend zum 3d-Drucker umgebaut werden.
Das kann man prinzipiell zwar machen - ich hatte mir das auch überlegt -
es ist aber keine gute Idee: die Verfahrgeschwindigkeiten und
Beschleunigungen sind bei einem 3D-Drucker sehr hoch. Man verfährt
durchaus mit 100mm/s bei kürzesten Beschleunigungsrampen.
Man versucht den Kopf möglichst leicht zu halten (das ist bspw. der
Grund für die Entwicklung der Bowden-Extruder gewesen), um die
Beschleunigungszeiten so kurz wie möglich zu halten. Umso besser wird
der Druck.
Solche Werte sind für die meisten CNC-Fräsen nur mit Mühe erreichbar -
bei entsprechendem Verschleiß.
> Da stellen sich mir folgende Fragen:
>
> Bei Frästeilen sowie bei den zu druckenden Teilen werden die verfahrwege
> vorher am PC-in GCode übersetzt.
>
> -Ist der GCode einer CNC-Fräsmaschine der gleiche wie bei einem
> 3D-Drucker oder gibt es da unterschiede, wenn ja .. welche??
Das kommt auf den Interpreter an, aber die verschiedenen Typen
unterscheiden sich nur wenig. Hier ist eine recht vollständige Liste:
http://reprap.org/wiki/G-Code
> - Wird der extruder dann als 4. Achse gesteuert oder hat dieser
> gesonderte Befehle?
Das kann man machen, wir man möchte. Zur Not kann man den G-Code noch
durch einen einfachen, selbstgeschriebenen Postprozessor schicken.
Bei Marlin wird der Extruder bspw. einfach mit "G1 Exxx" angesprochen.
> Ich plane in nächster Zukunft die CNC-Maschine mit einer eigenen
> Steuerung auszustatten die als GCodeInterpreter fungiert um die Maschine
> unabhängig vom PC betreiben zu können.
Kann man machen.
> Auch hier möchte ich möglichst die funktion des 3D-Druckers und der
> CNC-Fräse in der gleichen Steuerung betreiben können.
Das sollte kein Problem sein. Die programme, die Dir aus dem Modell
(meist STL-Format) den G-Code erstellen, die sog. "Slicer", können in
weiten Bereichen so angepasst werden, dass sie Deine Steuerung korrekt
ansteuern.
> Die Steuerung möchte ich gerne mit einem Atmega64 (oder besser?)
> aufbauen und würde gerne vermeiden den GCodeInterpreter komplett selbst
> zu programmieren.(Leichte "Umbauten" sollten aber möglich sein) Gibt es
> schon bestehende OpenSourceLösungen:
>
> - Zum einen für CNC-Steuerungen?
> - zum anderen für 3D Drucker?
> - oder am besten beides in einer Steuerung ?
>
> Ist es berhaupt empfehlenswert eine CNC-Maschine auf 3D-Druck umzurüsten
> oder gibt es da gravierende Nachteile die ich übersehe?
Für 3D-Drucker gibt es eine Menge an fertigen Boards, die bereits alle
Schrittmotortreiber und den G-Code-Interpreter etc. enthalten.
Auf reprap.org findest Du eine Menge Lösungen.
Eine bewährte und bekannte Lösung ist das sog. RAMPS-Board, das einfach
auf einen Arduino Mega2560 aufgesteckt wird. Auf den Arduino wird dann
"Marlin" aufgespielt. Das ist der G-Code-Interpreter, der die Daten per
serieller Schnittstelle oder SD-Karte erhält. Zusatzlich gibt es noch
ein passendes Display mit Eingabemöglichkeit, so dass das Teil komplett
autonom laufen kann.
Damit könnte man prinzipiell auch eine CNC-Fräse aufbauen (mit stärkeren
Steppertreibern natürlich).
Aber wie gesagt: die Mechanik einer CNC-Fräse ist üblicherweise nicht
wirklich für den 3D-Druck geeignet: zu langsam und zu schwer.
Edit: weil Du Dich so gegen Arduino sträubst. Schau Dir mal den
Marlin-Code an. Das ist fast reines C und es lässt sich problemlos
modifizieren. Dazu ist die Kombination unschlagbar günstig. Die
komplette Steuerung mit LCD und Treibern gibt es für unter 30€!