Schwingquarz mit 3 Anschlüssen in FM-Empfänger

OP #3358786
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Hallo,

in einem FM-Empfänger wird die Empfangsfrequenz für die 1. ZF-Stufe mit 
einem diskret aufgebauten Schwingkreis erzeugt. Der Quarz hat 
interessanterweise 3 Anschlussbeine.

Möchte man damit das Gehäuse auf ein festes Potential ziehen?


Grüße
Hochfrequenz
Moderator Persönliche Seite #3358986
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Marco Schramm schrieb:

> ich habe die Oszillatorschaltung mal aufgezeichnet.

OK, ich nahm an, du hättest das Filter für die 1. ZF gemeint.  Beim
Oszillator ist das einfach nur ein Quarz, bei dem das Gehäuse (als
Abschirmung) geerdet worden ist.

> würde mich mal interessieren, wie man die Festlegung trifft, ob es eine
> common emitter, base oder collector

Das ist eine Emitterschaltung, denn der Emitter ist HF-mäßig (über
den 10-nF-Kondensator) auf Masse.

Da die Emitterschaltung um 180° dreht, muss der Quarz bei Resonanz
die zweiten 180° bringen.  Er wird in Serienresonanz betrieben, d. h.
die Impedanz bei Resonanzfrequenz ist minimal, sodass maximal Signal
auf die Basis rückgekoppelt wird.

Entsprechend der zu erzeugenden 21 MHz ist es sehr wahrscheinlich,
dass der Quarz als „Obertonquarz“ betrieben wird, also eine 
Grundfrequenz
von ca. 7 MHz hat.  Der Schwingkreis stellt dann sicher, dass man die
gewünschte Oberwelle auskoppeln kann.
Gast #3359149
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ich muss ein paar Korrekturen anbringen:

>> Sicher das es ein Schwingquartz ist und kein mechanisches
>> Oberflächenfilter?

>Mechanische Filter sind ziemlich tief in der Frequenz und werden
>daher eher in der 2. ZF anzutreffen sein.

Ein Oberflächenwellenfilter (SAW= surface acoustic wave) ist ein 
mechanisches Filter, und keineswegs "tief" in der Frequenz, sondern wird 
bis über 1 GHz eingesetzt (z.B. Farnell 2098701)

>Aber es könnte ein relativ gängiges monolithisches Quarzfilter sein.

Das ist auch meine Vermutung, denn Schwingquarze mit 3 Beinchen habe ich 
noch nicht gesehen. Allerdings habe ich auch noch nicht gesehen, dass 
man ein Quarzfilter in einem Oszillator verwendet, denn das ist aus 
mehreren Gründen dämlich:

- Das Filter ist teurer als ein Schwingquarz
- Bandbreite 10-20 kHz ist für Oszillatoren wegen Phasenrauschen 
unerwünscht
- schwerere Beschaffbarkeit bzw. größere Auswahl bei einfachen Quarzen

Entweder es ist doch ein einfacher Quarz, oder man hatte gerade nichts 
anderes... k.A.

>Entsprechend der zu erzeugenden 21 MHz

21 ist wohl die ZF, und der LO - dessen Schaltung wir sehen - 
entsprechend versetzt.

Im übrigen befindet sich ein Fehler im Schaltplan, ich nehme an der 2k2 
Widerstand geht auf die Basis des Transistors, nicht auf den Kollektor. 
So wie es gezeichnet ist, würde es nicht funktionieren.

Auf welcher Frequenz soll der Empfänger denn arbeiten?
Moderator Persönliche Seite #3359169
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Bernhard schrieb:

>>Mechanische Filter sind ziemlich tief in der Frequenz und werden
>>daher eher in der 2. ZF anzutreffen sein.
>
> Ein Oberflächenwellenfilter (SAW= surface acoustic wave) ist ein
> mechanisches Filter,

Gut, wenn man die Bemerkung auf diese Art Filter bezieht, passt das.

Ist die Frage, was Winne gemeint hat.  Ich bezog mich beim Begriff
„mechanisches Filter“ auf die magneto-mechanischen Filter, wie sie
zuweilen für schmalbandige Filter in der SSB-Aufbereitung benutzt
worden waren.

> Im übrigen befindet sich ein Fehler im Schaltplan, ich nehme an der 2k2
> Widerstand geht auf die Basis des Transistors, nicht auf den Kollektor.

Ja, das fiel mir dann auch auf.  Hatte nur keine Lust, meinen Beitrag
noch zu editieren deshalb, denn für die eigentliche Funktion des
Quarzes in der Schaltung ist das nebensächlich.
Gast #3359389
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>Ich entnehme euren Antworten, dass der Quarz in Resonanz eine
>Phasendrehung von 180 Grad verursacht.

Zumindest muss insgesamt die Phasenbedingung stimmen, welche auch durch 
den Schwingkreis (welcher sich nicht notwendigerweise exakt auf Resonanz 
befinden muss) und weitere Beschaltung bestimmt wird

>Frage: Ist eine Grundschaltung erkennbar (colpitts, Clapp, ...?)

Ich wüsste nicht, das ist einfach nur ein Verstärker mit Rückkopplung.
#3359782
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Das ist ein Pierce Butler Oszillator. Butler bedeutet, der Quarz wird 
durch den Schwingkreis gezwungen, auf seiner Oberwelle zu schwingen.

Die Beschriftung OE48 könnte darauf hindeuten, dass er auf 3 x 16 = 48 
MHz schwingt. Dann läge die Empfangsfrequenz bei 69,4 MHz. OE48 könnte 
aber auch Kanal 48 bedeuten.

Aus der Empfangsfrequenz könnte man aber auch rückwärts rechnen.
Moderator Persönliche Seite #3359837
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Winfried J. schrieb:
> Winne meinte piezoakustisch oberflächenwellenfilter wie sie in de 80ern
> in der DDR auftauchten. Die Idee kam mir bei der Erwähnung "ZF"...

OK, das wären dann SAW-Filter.  Ja, die gibt's mittlerweile auch in
Blechdosen, die einem Quarz nicht ganz unähnlich sind.  Aber hier wird
es schon ein einfacher Quarz sein.

Für mich ist halt der Inbegriff dessen, was man als "mechanisches
Filter" bezeichnet, sowas, wie hier im Bild zu sehen ist:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanisches_Filter

Derartige Filter waren in allen besseren DDR-Geräten als ZF-Filter
für die 2. ZF drin.

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