Gast
#2382765
He, mal wieder so eine Überlegung: Wie bringe ich einen großen Bipolartransistor im Schaltbetrieb auf Zack? Hintergrund ist: Beim Ein- und Ausschalten durchläuft die Trajektorie einen den ungünstigen linearen Bereich und der Transistor produziert fleißig Verlustleistung. Das betrifft Anstiegs- und Fallzeit. Beim Ausschalten bleibt die Speicherzeit zurück und verhindert allzugroße Schaltfrequenzen. Der Kompromiss: Übersteuern. Mehr Übersteuerung drückt die Anstiegszeit, dafür kommt Speicherzeit dazu. Negative Vorspannung drückt Speicher- und Abfallzeit. Was macht man also praktisch? Hab da wieder ein paar Überlegungen angestellt: (1) Die Basis Negativ vorspannen. Das gibt im Betrieb einen Basisspannungsteiler und der Treiber wird stärker belastet. Benötigt aber 'wörtlich' eben eine weitere Hilfsspannung. (2) Ausräumwiderstand, parallel zur B-E-Strecke. Nicht ganz so gut wie wie Vorspannung, aber besser als garnichts. (3) Kondensator parallel zum Basisvorwiderstand. Quasi der Kompromiss: Dimensioniert man den z.B. in der Größenordnung der erwarteten Speicherladung, kann er ebendiese aus dem Transistor aufnehmen. Anders formuliert, im Umschaltmoment erzeugt der Kondensator kurz eine negative Basisspannung. Begrenzt (irgendwann theoretisch) auch die maximale Schaltfrequenz, denn der Kondensator will selbst ja auch umgeladen werden, damit er beim nächsten Umschalten wieder mithelfen kann. Aber der ist vergleichsweise winzig. (4) Sättigung vermeiden durch schnelle Diode parallel zur B-C-Strecke. Damit kommt der Transistor garnicht in die Sättigung. Das tut der Anstiegszeit aber hier keinen Abbruch: Das Kollektorpotential ist zunächst hoch, die Diode sperrt. Beim Einschalten kriegt der Transistor seine Übersteuerung und das Kollektorpotential sinkt, als der Transistor durchsteuert. Dann stellt sich ein Zustand (je nach Diode) knapp an der Übersteuerungsgrenze ein. Was davon ist denn praxistauglich für einen einzelnen Transistor? Und was wäre z.B. für eine Vollbrücke (d.h., mehrere Transistoren) tauglich? Vielleicht hat ja jemand einen Beitrag aus der Berufspraxis von früher(tm) dazu -- heute ist ja doch alles FET ;-) Vielen Dank und Grüße, Kama