Relais, Minimaler Schaltstrom /-leistung?

Gast #2090955
Lesenswert?

Tobias K. schrieb:
> Hallo,
>
> ich frage mich schon seit längeren, wiso in Relais-Datenblättern ein
> minimaler Schaltstrom angegeben ist?
> Was passiert den, wenn der unterschritten wird?

Es ist nicht mehr sichergestellt, das das Relais überhaupt anzieht.
Zumindest ist der Anzug dann so langsam, das mit erhöhtem Kontakt-
verschleiss zu rechnen ist.
Gruss
Harald
#2090970
Lesenswert?

@  Tobias K. (bias)

>ich frage mich schon seit längeren, wiso in Relais-Datenblättern ein
>minimaler Schaltstrom angegeben ist?
>Was passiert den, wenn der unterschritten wird?

Dann kann es sein, dass dein Strom nicht mehr (richtig) fließt, weil die 
Kontakte leicht korrodiert sind. Bei ausreichend Spannung und Strom wird 
die Oxidschicht bei jedem Schaltvorgang wieder "weggebrannt" bzw. durch 
eine minimale Reibebewegung der Kontakte freigerubbelt.
Deshalb nimmt man für das Schalten schwacher Signale Goldkontakte bzw. 
Reedrelais.

@ Harald Wilhelms (Gast)

>Es ist nicht mehr sichergestellt, das das Relais überhaupt anzieht.

Darum geht es gar nicht. Es geht um den Minimalstrom über die Kontakte, 
nicht durch die Spule.

MFG
Falk
OP #2091012
Lesenswert?

@ falk
genau die Antwort die ich gesucht habe.

Die Relais die ich für meine Schaltung brauche, setzten einen Notaus um, 
schalten also im Normalfall lastlos, da ja normalerweiße der 
Ein/Ausschalter benutzt wird. Sollte man hier Reedrelais/Goldkontakte 
einsetzen oder ist bei Korrosion hier vernachlässigbar, da ja beim 
Schalten kein Lichtbogen entsteht?

Nach Reedrelais hab ich gerade gesucht, aber im benötigten Bereich keine 
gefunden. Es sollen 4A bei 50V (DC) geschaltet werden.
Jemand ne Idee was man, da den einsetzen könnte?
Gast #2091014
Lesenswert?

Wie geschrieben, natürlich NICHT der Spulenstrom, sondern der 
SCHALTstrom.

Kontakte korrodieren, und die Spannung muss hoch genug sein um die 
Oxidschicht zu überbrücken, und der Strom muss hoch genug sein um sie 
wegzubrennen.

Es gibt Universalrelais mit "guter Kontaktoberfläche" (Rhodium, Gold) 
die mit sehr niedrigem Strom spezifiziert sind, aber trotzdem hohe 
Ströme schalten können. Bei denen brennt, wenn sie EIN MAL mit hohem 
Strom benutzt wurden, die Kontaktoberflächenschicht weg, und es 
übernehmen robustere Metalle (Silber, Nickel) die Funktion, die aber 
korrodieren (Passivierungsschicht), ab dann MUSS das Relais also mit 
grösserem Strom/Spannung benutzt werden.

Sehr gering sind die geforderten Schaltströme bei quecksilberbenetzten 
Relais.
#2091060
Lesenswert?

@Tobias K. (bias)

>Die Relais die ich für meine Schaltung brauche, setzten einen Notaus um,
>schalten also im Normalfall lastlos,

Nö, dein Notaus schaltet im Normalfall voll unter Last aus.

>Ein/Ausschalter benutzt wird. Sollte man hier Reedrelais/Goldkontakte
>einsetzen

Nein.

>gefunden. Es sollen 4A bei 50V (DC) geschaltet werden.
>Jemand ne Idee was man, da den einsetzen könnte?

Ein ganz normales Relais. 50V und 4A sind schon fast Starkstrom. Die 
Grenze nach unten liegt so bei ca. 5V und ein paar mA, dann sollte man 
über Goldkontakte nachdenken.

MFG
Falk

P S Im Umkehrschluss kann man mit niedrigen Schaltspannungen und Strömen 
nahezu verschleißfreie Schaltkontakte betreiben.
Gast #2091463
Lesenswert?

Falk Brunner schrieb:

> @ Harald Wilhelms (Gast)
>
>>Es ist nicht mehr sichergestellt, das das Relais überhaupt anzieht.
>
> Darum geht es gar nicht. Es geht um den Minimalstrom über die Kontakte,
> nicht durch die Spule.

War ein Missverständnis meinerseits. Ich hatte an den Mindeststrom
gedacht, den in Relais zum (Ein-)schalten braucht. Das manche Relais-
kontakte auch einen Mindeststrom brauchen, ist wohl inzwischen durch
die anderen Postings geklärt. Kontakte, die Ströme gegen Null schalten
können, müssen m.W. entweder aus Gold oder aus Quecksilber sein.
Gruss
Harald
Gast #2091701
Lesenswert?

Tobias K. schrieb:
> Nach Reedrelais hab ich gerade gesucht, aber im benötigten Bereich keine
> gefunden. Es sollen 4A bei 50V (DC) geschaltet werden.
> Jemand ne Idee was man, da den einsetzen könnte?

Bei 50V würde ich Halbleiterschalter einsetzen bzw. das Relais nicht 
unter Last trennen. Ansonsten brauchst Du schon fast Schütze damit der 
Lichtbogen unter Last wieder ausgeht.

Gruß Anja
#2091714
Lesenswert?

@Anja (Gast)

>Bei 50V würde ich Halbleiterschalter einsetzen bzw.

Aber nicht für einen Notaus. Manchmal muss es einfach männlich sein, 
dickes Relais!

@Elch (Gast)

>Hmm, das wird sehr umständlich, er muss dann einen Löschkreis einbauen
>mit einem weiteren Thyristor o. Ä., viel Spassss.

Wer redet denn von Thyristoren? Der MOSFET ist erfunden.

MFG
Falk
Gast #2091913
Lesenswert?

>Thyristor/MOSFET
Der Unterschied zwischen einem Halbleiter und einem Relais ist, daß im 
Relais kein "flüssiges Silizium" bei Überlastung anfällt. Das 
Verschweißen  schwächlicher Kontakte ist aber auch möglich.
Gast #2092108
Lesenswert?

Hi
Ich bin etwas verwirrt.... Not-Aus und Reed ? Schaut doch mal in die 
Anforderungen, die ein Not-Aus erfüllen muß. Wir reden hier nicht von 
einer normalen Abschaltung, sondern von einem Bauteil, welches unter 
allen Umständen schalten muss. Wenn man eine billige, einfache Lösung 
sucht, dann nennt es nicht Not-Aus.
Gruß oldmax

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren