Hallo
Ich habe ein defektes Radio erhalten. Bevor ich es in den Müll schmeiße
wollte ich hier noch mal nachhaken, vll ließe sich der Defekt ohne
größeren Aufwand beheben.
Fehlerbeschreibung:
Nach dem Einschalten läuft das Radio erstmal vollkommen normal. Nach
etwa 40 Sekunden treten zunehmen Empfangsausfälle auf, 10 Seknden später
ist der Empfang komplett weg, kein Sender mehr auffindbar. Der Fehler
lässt sich zu 100% reproduzieren.
Wackelkontakt kann ich ziemlich sicher ausschließen, auch Wärmeeffekte
dürften keinen Einfluss haben (hab auch mit Kältespray getestet).
Old Papa schrieb:> Das ist kein Grundig, egal was vorne drauf steht!
Nun, bis 2008 gab es zumindest noch eine Grundig Entwicklungsabteilung.
Meinst Du, das Radio wurde später gebaut?
Gebe Old-Papa Recht! Das was drinnen ist, entspricht nicht dt.
Wertarbeit aus den 80zigern o.s., da asiatische Herstellung mit japan.
Teilen!
Auch die Elko-Problematik könnte zutreffen, da diverse blaue Elkos
häufig bei mir im Schrott landeten -> hoher ESR!
Kollege RFS Techniker mit jüngerer Erfahrung als ich meint Made in
Türkei
Die Schaltpläne können von Grundig runtergeladen werden, er glaubt auch
an Abstimmspannung im eingekreisten IC zu finden
Nach Wertarbeit schaut das nicht aus ... eher so wie vieles was heute
aus China kommt. Ein Grund warum es sich für Esthetiker im er noch lohnt
so manches selber zu bauen. Viele neuere Weltempfänger mit modernster
silab chips schauen nicht viel besser aus wenn man sie aufmacht. Viele
machen die aber eh nie auf, ich schon.;-)
Das abgeschirmte Kabel, das vom eingekreisten IC zur Frontplatine geht,
ist der VCO. Die Frontplatine erledigt die PLL und schickt über das
grausliche Flachbandkabel die Abstimmspannung zurück.
Ob dir diese Info hilft, weiss ich nicht, ich würde das Dings vermutlich
schlachten und artgerecht entsorgen.
Erich schrieb:> Die Typbezeichnung ist unvollständig.> Es gibt diverse Prima Boy, eine Nr. fehlt bei dir.
sorry hab ich übersehen
Modell: Prima Boy 100
Ich löte grad die Kondensatoren succesive aus und teste sie auf ihre
Kapazität. Bislang keine Auffälligkeiten
Rantanplan schrieb:> Ich löte grad die Kondensatoren succesive aus und teste sie auf ihre> Kapazität. Bislang keine Auffälligkeiten
die hätte ich zuletzt geprüft, schau dir erst mal die VCO Leitung an.
Rantanplan schrieb:> Was sollte man auf der VCO Leitung mit dem Oszi messen koennen?
ich hätte jetzt auf Gleichspannung getippt die sich ja verabschieden
muss wenn der Sender weggeht
VCO heisst voltage controlled oszillator und wenn das die PLL vorne
ansteuert wäre klar warum der Sender wegdriftet, keine Voltage kein
Sender.
aber ich bin schon länger aus dem Job, nur der Kollege vor mir meinte
schau dir mal die VCO Leitung an und das hat evtl. Sinn.
Rantanplan schrieb:> Was sollte man auf der VCO Leitung mit dem Oszi messen koennen?
Nicht viel, wenn du nicht gerade ein 200Mhz Modell da hast. Aber wenn du
ein zweites Ukw Radio hast, kannst du dir mal den VCO anhören. Du
stimmst die Grundigkiste auf 87,5Mhz ab und hörst mit deinem 2ten Radio
auf 87,5+10,7 = 98,2 Mhz ab. Da sollte ein sauberes unmoduliertes Signal
zu hören sein.
Wenn auf 98,2 Mhz schon ein lokaler Sender liegt (In Berlin z.B. Radio
Paradiso, hehehe), suchst du dir ein anderes Frequenzpaar, dabei musst
du immer 10,7 Mhz höher hören, als du auf dem Grunzig eingestellt hast.
homer schrieb:> Wenn das der Max sehen würde , was aus seiner Firma geworden ist.
Oh, auf seine Fernseher mit Betonwiderstands-Netzteil kann ich gut
verzichten.
homer schrieb:> Wenn das der Max sehen würde , was aus seiner Firma geworden ist.
Ähm, das ist doch nur noch der verramschte Name. Mit der Firma Grundig
hat das ja nichts mehr zu tun. Wenn ich (an wen eigentlich?) eine
Grundig-Namenslizenz kaufe, kann ich damit auch Gartenstühle oder
Topfpflanzen betiteln ;-)
Old-Papa
Matthias Sch. schrieb:> Oh, auf seine Fernseher mit Betonwiderstands-Netzteil kann ich gut> verzichten.
och ich mochte meinen alten Grundig, mit PAL/Secam Modul den ich noch
mit der PAL/Secam Umschaltplatine und einem PAL Decoder zu NTSC umgebaut
von 4,43MHz zu 3,58MHz erweitert hatte, Umschaltung über die Uhr Taste,
damit ich endlich am AppleII Nachbau in Farbe spielen konnte.
zumindest solange bis ich den ersten RGB Moni hatte.
:-)
und wenn ich an die heutigen Bootzeiten der LCD denke war das Teil mit
Schnellheizkathode doch flott on!
Matthias Sch. schrieb:> Nicht viel, wenn du nicht gerade ein 200Mhz Modell da hast. Aber wenn du> ein zweites Ukw Radio hast, kannst du dir mal den VCO anhören
leider hab ich nur ein 50Mhz Oszi. Es liegt etwa 1,4V am VCO Pin an.
Ich hab den Vorschlag mit dem 2. Radio versucht aber konnte nichts
hören. Hab auch verschiedene Frequenzpaare durchprobiert.
Rantanplan schrieb:> Ich hab den Vorschlag mit dem 2. Radio versucht aber konnte nichts> hören.
Du musst natürlich die Antenne des 2ten Radio dicht an das eingekreiste
IC bringen, so stark ist der VCO (hoffentlich) nicht. Empfängt das Radio
denn was auf den erwarteten Frequenzen, also sind die Sender da, wo sie
auch normal sein müssten? Wenn in der Gegend ein UKW Sender auf 92,4 Mhz
ist, ist der auch beim Grunzig auf 92,4?
Falls nicht, ist ziemlich sicher die PLL nicht eingerastet und du
empfängst halt irgendwas. Wenn das so ist, hast du eine Unterbrechung in
der PLL Schleife - entweder kriegt der Frontplattenchip das Signal vom
VCO nicht, sein Referenzquarz läuft nicht oder die Erzeugung der
Abstimmspannung ist faul bzw. unterbrochen.
Bei kleinen Radios, Kassettenrecordern etc. hat auch Grundig schon in
den frühen 80ern mitunter fernöstliche Referenzdesigns übernommen bzw
mit dieses Chipsätzen gearbeitet....
In den 80ern wurden solche Geräte in Portugal zusammengebaut.
Die Platinen wurden aus Asien zugeliefert.
Sieht man sich dagegen Bilder vom Satellit 700 an, erkennt man das diese
Platinen von Grundig selbst sind. Das Gerät wurde jedoch auch in
Portugal
endmontiert.
Joachim B. schrieb:> Made in> Türkei
In der Tükei befindet sich die für Europa bedeutenste TFT-Schmiede.
Und sie liegt mitnichten in Samsun :-)
Deutsche BWL-Wichser schaden Schland!
Max Grundig würde sich im Grab umdrehen, wüßte er von den Machenschaften
Deutscher BWL-Wichser.
Peter Xuang schrieb:> Max Grundig würde sich im Grab umdrehen, wüßte er von den Machenschaften> Deutscher BWL-Wichser.
Ich weiss nicht ob es Max selber war oder einer seiner Berater, aber
schon Ende der 70er wurde mit Zinn bei Grundig so gespart, das sich
Zeilentrafos, die o.a. Betonwiderstände und Zeilenendstufen (erst die
Thyristoren, später Transistoren) einfach losgewackelt haben.
Die richtig guten Fernseher in Deutschland hat immer Metz gebaut -
solide wie ein Felsen und so gut wie nie kaputt.
homer schrieb:> Wenn das der Max sehen würde , was aus seiner Firma geworden ist.
Ähm, also ich habe Grundiggeräte aus der Zeit von Max Grundig und kurz
daraus gesehen... Sagen wir es mal so, es gibt Gründe, warum Japanische
Videorekorder aus den 1970gern heute noch laufen, während Deutsche
Videorekorder aus den 1980gern sich längst selbstzerstörerisch
verabschiedet haben.
Grundig hat es zumindest damals nicht verstanden, wie man so spart, dass
das Produkt nicht schlechter wird. Da wurden zum Beispiel in 3000 DM
Videorekordern Steckverbinder verbaut, die mechanisch so instabil waren,
dass sie auseinander fielen. Dabei kommen einige Steuersignale nicht
mehr durch, und das Gerät fährt mit Karracho gegen das Ende. Da wurden
offene Schalter in einem Bereich verbaut, in dem viel geölte Mechanik
war.
Bei Fernsehtechnikern stand Grundig auch häufig für GRÜndlich Nachlöten
Dann Ist Gut.
Man verklärt das heute oft, aber die Japaner hatten halt das Know How
gute Qualität billig zu machen. Das hatte zum Teil sicherlich auch was
mit geringeren Löhnen zu tun, aber eben auch damit, zu wissen wo man
sparen kann ohne die Qualität zu senken.
Stefan us schrieb:> Metz ist auch Pleite.
Sind sie? Davon kann ich auf der Homepage nichts entdecken. Zumindest
bei Blitzgeräten ist Metz wohl immer noch führend:
http://www.metz.de/de/home.html
Auf meinem Fernseher steht übrigens Nordmende :-P Kommt zwar nicht aus
Bremen, aber immerhin aus Europa, der schönen Tschechischen Republik.
Das Metz Pleite ist, war doch abzusehen.
Die haben doch nur Elektronik von der Stange in "edle" Gehäuse verbaut.
Aber bei den LCD-TV gibt es ja kein Gehäuse mehr.