Michael schrieb:> Ich würde sagen ja, denn im Datenblatt des Tags steht: EM4100> Die Universalantenne ist für EM410x kompatible ROM-Transponder geeignet.
Ja sieht so aus.
(Nur denk dran, diese 125 MHz Dinger sind so sicher, wie die alten
Buntbartschlüssel. Für sicherheitsbedürftige Anwendungen
(Schlüsselersatz) nicht zu empfehlen.)
Vielen Dank! Was rätst du mir dann als Schlüsselersatz?
Ich suche im Prinzip einen Reader mit ein paar Transpondern. Der Reader
soll per UART angeschlossen werden (5V oder 3,3V) und nicht allzu groß
und teuer sein.
Der arbeitet doch auch mit Trägerfrequenz 125 kHz. Warum soll der
sicherer sein, als der von Conrad?
Wir wäre ein kompaktes Modul lieber, Bausatz geht natürlich auch, wobei
ich dann SMD bevorzugen würde.
Marcus schrieb:> (Nur denk dran, diese 125 MHz Dinger sind so sicher, wie die alten> Buntbartschlüssel. Für sicherheitsbedürftige Anwendungen> (Schlüsselersatz) nicht zu empfehlen.)
Kannst du das bitte etwas genauer erklären, warum du diese Meinung hast.
Ich habe schon etliche dieser Conrad-Teile verbaut und bisher keine
Probleme gehabt. Bloß weil die Frequenz niedriger ist und die Tags nur
Read-Only sind, sind die doch nicht unsicherer als 13,56MHz. Und der
Aufwand, einen Tag zu kopieren dürfte bei beiden Systemem gleich hoch
sein. Das kann man mit dem normalen Schlüssel vergleichen, wenn ich
einen fremden Schlüssel habe, habe ich auch die Möglichkeit ihn zu
kopieren.
Problem an den 125 MHz-Systemen ist, dass die Verifizierung nur über die
Transponder-ID geschieht. Möchte man so ein System überlisten, muss man
also lediglich die Schlüssel-ID kennen. Diese ist auf den Transpondern
unverschlüsselt gespeichert und kann von bösen Menschen bereits
ausgelesen werden, wenn man sich ihnen lediglich nah genug nähert.
(Bausätze, die das können gibt es schon für ~40 Euro.)
Die Frage ist jetzt natürlich was überhaupt gesichert werden soll. Bzw.
ob man das Bedrohungszenario, dass sich ein Dieb/Nerd mit einem
Transponderclone zutritt zur Wohnung verschaffen will, als
wahrscheinlich ansieht oder nicht. (Ein standard Sicherheitsschloss ist
ja für geübte "Lockpicker" auch keine Hürde.)
Denke das muss jeder für sich selbst beantworten, ein paar Firmen bieten
solche Haustürschlösser auch auf 125 MHz basis an. (Zumindest, als ich
das letzte mal geschaut habe, ist mittlerweile vielleicht schon
überholt.)
Wirklich sicher kann man derzeit nur mit verschlüsselten Transpondern
sein, welche eine anerkannte sichere Verschlüsselung benutzen. Bsp: AES.
Die Mifare DESfire kann das soweit ich weiß.
Bezugsquellen habe ich leider gerade keine auf Lager. Habe so ein
Wohnungstürprojekt jedoch auch noch auf der TODO-Liste :)
Gruß Marcus
Ist nicht für den Zugang, sondern nur, um eine Alarmanlage an oder
abzuschalten. Um das Gebäude zu betreten, wird weiterhin der normale
Schlüssel verwendet.
Nur zur Beruhigung: Die Alarmanlage ist rein freiwillig. Keine
Versicherung oder Vermieter hat irgendwelche Ansprüche hieran. Es ist
lediglich eine zusätzliche Sicherheit, die, wenn sie umgangen wird, den
Zugang auch nicht weiter erleichtert, als bisher.
Jens schrieb:> Kannst du das bitte etwas genauer erklären, warum du diese Meinung hast.> Ich habe schon etliche dieser Conrad-Teile verbaut und bisher keine> Probleme gehabt. Bloß weil die Frequenz niedriger ist und die Tags nur> Read-Only sind, sind die doch nicht unsicherer als 13,56MHz. Und der> Aufwand, einen Tag zu kopieren dürfte bei beiden Systemem gleich hoch> sein. Das kann man mit dem normalen Schlüssel vergleichen, wenn ich> einen fremden Schlüssel habe, habe ich auch die Möglichkeit ihn zu> kopieren.
Ja, das stimmt, die Frequenz alleine sagt noch nichts aus, jedoch gibt
es auf 13,56 MHz auch verschlüsselte Systeme, auf 125 MHz sind mir hier
keine bekannt. War diesbezüglich etwas blöd formuliert von mir.
Unterschied zum "normalen" Schlüssel ist, dass das Kopieren hier nur
möglich ist, wenn man physischen Zugang hat. Den read-only
RFID-Schlüssel kann man aber unbemerkt aus einigen cm Entfernung
kopieren.
Wie auch immer: Solange solche Systeme noch nicht massenweise verbreitet
sind und man nicht gerade einen Technik-Nerd als Nachbarn hat, denke
ich sind diese Systeme noch akzeptabel. Für den breiten Einsatz aber
eher nicht zu empfehlen. (Interessant wäre hier vorallem was die
Versicherung sagt, wenn keinerlei Einbruchsspuren gefunden werden
können.)
PS: Abhilfe könnte auch schaffen, den RFID-Tag bei nichtgebrauch in
einer handlichen MuMetall-Dose auslesegeschützt zu transportieren :)
Es liegt nicht an der Übertragungsfrequenz, ob ein Transpondersystem
sicher ist oder nicht, sondern am eingesetzten Typ.
Deshalb beutze ich die 125kHz Transponder mit Passwortschutz.
Mein Leser und meine Tags haben je zwei Passwörter und erst wenn sich
Leser und Tag einig sind wird die ID übertragen. Steht diese in der
Liste der erlaubten IDs, öffnet die Tür. Ein Fremder mit einem
baugleichen Lesegerät kann meine Tags nicht so einfach auslesen, da sie
dem fremden Lesegerät nicht antworteten. Lediglich das direkte "Abhören"
der Kommunikation funktioniert, um an die Daten zu kommen. Aber das
würde mir auffallen, wenn jemand in der Nähe steht, um die Daten per
Detektorspule zu loggen. Beim 125kHz 64Bit Read Only Transponder
(EM4...) wird aber jedem Lesegerät geantwortet, also kann man die 5Byte
"im Vorbeigehen" lesen.
Ein Tag selbst zu bauen ist mit wenigen Bauteilen möglich.
Egal ob 125kHz oder 13,56MHz.
Ein Beispiel habe ich hier abgelegt:
http://www.roboternetz.de/community/showthread.php/54319-RFID-über-AVR-emulieren
Danke für die Tipps. Das es so einfach ist, einen RFID-Tag nachzubauen,
hätte ich nicht gedacht. Somit bleibt ja als einzige Sicherheit noch die
"geheime" ID. Wie groß allerdings die reale Bedrohung ist, dass jemand
den Aufwand betreibt, eine berechtigte ID auszuspähen anstatt einfach
Tür oder Fenster aufzubrechen, muss ich mir mal überlegen.
@ Lattice User
Schönes Projekt, kannte ich noch nicht :)
S.peak schrieb:> Deshalb beutze ich die 125kHz Transponder mit Passwortschutz.
Wenn ich dich richtig verstanden hab, sind sowohl Transponder wie auch
Tag im Eigenbau entstanden oder?
Wäre schön, wenn es sowas günstig zu kaufen gäbe, genau sowas bräuchte
ich auch. Einem möglichen Untermieter möchte ich nämlich keine
selbstgemachte Platine als Haustürschlüssel anbieten, das sollte schon
den richtigen Formfaktor haben :)