Ich weiß, das es schwierig ist allgemeine Aussagen zu treffen, aber ich
frage trotzdem:
Ich habe ein größeres Projekt (~1600 Bauteile) mit einem ARM, einem
Analogteil und ein paar Relais bzw. FET-Ausgangsstufen. Technisch nichts
besonders anspruchsvolles, aber halt von einem gewissen Umfang.
Den Schaltplan habe ich erstellt und einen (unvollständigen) Prototypen
aus verschiedenen Modulen auf SMD-Adaptern aufgebaut. Passt also soweit.
Die Frage ist, mit wieviel k€ ich rechnen muss, wenn ich das Layout
erstellen lasse. Also wie gesagt etwa 1600 Bauteile, einen Analogteil
mit geringer Anforderung (12Bit ADC, ein paar Verstärker) und den
Leistungsteil samt Stromversorgung. Von der Größe müsste es ungefähr auf
eine doppelte Europlatine passen.
Wie viele Arbeitsstunden müssen grob kalkuliert werden?
Hallo,
nimm mal 2 Euro pro Pin - da gibt es zwar noch tausend Gründe, um
drunter oder drüber zu liegen, aber das ist wenigstens mal ein Anfang.
Aber auch wenn du stattdessen 5 Cent pro Pin ansetzt, findet sich hier
garantiert jemand der das als unverschämten Wucher bezeichnet. Ob
derjenige es dann macht (bzw. machen kann) ist allerdings fraglich, aber
über Preise meckern kann man ja immer mal ganz unverbindlich.
Bei Layouts, die technologisch Standard sind und daher kein unabsehbares
Risiko enthalten, kannst du normalerweise ein verbindliches Angebot
erhalten, natürlich ist dafür ein Stromlaufplan Voraussetzung.
Gruss Reinhard
Ist das mit 2€/Pin ernstgemeint bzw realistisch? Wenn ja, gibt es eine
Möglichkeit, in Eagle die Anzahl der Pins/Anschlüsse und nicht nur die
Zahl der Bauteile auszugeben?
Markus schrieb:> Ist das mit 2€/Pin ernstgemeint bzw realistisch?
Wenn alle Bauteile vorhanden und ins Layout übernommen werden können
würde ich den Pin-Preis pro Layer annehmen. Wenns nur in einem
Multilayer zu realisieren ist multipliziert sich der Pin-Preis
auch entsprechend.
> gibt es eine> Möglichkeit, in Eagle die Anzahl der Pins/Anschlüsse und nicht nur die> Zahl der Bauteile auszugeben?
Mit count.ulp soll es gehen (ohne Gewähr).
Das wären dann aber billige Ingenieurstunden...
Und sind es tatsächlich nur 4500 Pins bei 1600 Bauteilen? Durchschnitt
2,8 pro BT.
Ohne Schaltplan ist es immer recht schwierig zu definieren, aber wenn
der Schaltplan und alle Footprints schon im Eagle vorhanden und
zugeordnet sind, dann "schätze" ich 10d Arbeitszeit...also irgendwas
zwischen 10k€ und 15k€.
Alles ohne Gewähr!
Lass Dir doch mal ein Angebot von einer Firma machen.
Ansonsten die Bauteile in Eagle platzieren auf 4 Lagen stellen und den
Autorouter starten :-)))))
2 Euro pro Pin ist eine gute Hausnummer.
Die Anzahl der Pins kannst du z.Bsp. aus der Netzliste entnehmen.
Einfach Angebote bei entsprechenden Firmen einholen und deine Eckdaten
angeben. Dann siehst du was auf dich zukommt.
Layoutservice unter anderem http://www.spectral.de oder die Suchmaschine
deines Vertrauens fragen.
mfg
Also ich hab bei meinem letzten Projekt für ca. 350 Bauteile auf einer
4-lagigen Platine so ca. 5 Tage benötigt, um alles zu routen. Die Zeit
pro Pin ist wohl wirklich sinnvoller, weil manche ICs eben sehr viele
Pins haben und das dementspechend viel Arbeit macht. Also die 2 Wochen
sind nicht unrealistisch, vor allem wegen den Absprachen und
Korrekturen.
Du kannst mal im Raum Berlin und Dresden nach Firmen für das routen
suchen. Die verlangen zumindest nicht 125€/h sondern eher 80-90.
Es hängt auch davon ab, wie viele Lagen es sein dürfen. Mehr Lagen
machen die Sache unter Umständen deutlich einfacher. Ebenso ist die
Größe der Platine relevant. Je kleiner das Teil ist um so mehr muss man
herum puzzeln.
Fairer wäre hierbei einen Stundensatz auszuarbeiten. Wenn sich ein
Ingenieur auf das Layouten spezialisiert hat, und gut ausgelastet ist,
kann er das Dir vielleicht schon ab aller mindestens 50 Euro pro Stunde
machen. Sprich das ist für jemanden der nur layoutet und voll
ausgelastet ist, im Normalfall wirst Du sicherlich deutlich mehr zahlen
müssen.
Hallo Markus,
ich mache nur Angebote auf Stundenbasis zum Festpreis, da ich Aufgrund
meiner Erfahrung sehr gut Zeiten abschätzen kann.
Interesse? Dann eine kurze Email auf elektronik_dipl_ing@gmx.de und ich
rufe an.
VG
J.Gensicke
Markus schrieb:> Ich habe ein größeres Projekt (~1600 Bauteile) mit einem ARM, einem> Analogteil und ein paar Relais bzw. FET-Ausgangsstufen.
Bei aller Rücksicht auf unterschiedliche Ansichten, aber das ergibt noch
lange keine 1600 Bauteile - da fehlt also in der Beschreibung noch
Wesentliches.
Für ein verbindliches Angebot (ein unverbindliches kann ja jeder Idiot
oder Betrüger abgeben) gehören schon ausreichende Unterlagen, aus denen
sich z.B. auch die Belegungsdichte der Bauteile auf der Leiterplatte
berechnen lässt. Nehmen die Bauteile mehr Fläche ein als die LP gross
ist, so ist das nicht schwierig, sondern unmöglich, darunter gibt es
abnehmende Schwierigkeitsgrade. Ebenso braucht man die Anzahl der
Verbindungen und ihre durchschnittliche Länge. Also zumindest einen
Stromlaufplan und eine Bauteilliste (ev. ableitbar aus dem
Schematics-File). Datenblätter zu den Bauteilen kann sich der Anbieter
meistens selbst im Internet besorgen, wenn nicht, müssen sie beiliegen.
Ist natürlich einiger Aufwand, für beide Seiten, aber es geht ja auch um
richtig Geld.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Für ein verbindliches Angebot...
Was auch einen Bummerang-Effekt haben könnte, wenn man den Auftrag
versiebt und man Schadenersatz wegen Nichterfüllung leisten muss.
Auch das Risiko muss abgesichert werden, nicht nur der Aufwand.
Jedes Geschäft birgt eben Risiken.
Hallo,
also je mehr Layer, desto höher der Preis?
Da habe ich die letzten 20 Jahre aber was falsch gemacht. Einfach aus 6
Layern 8 Layer machen und....
Ohne genauen Angaben ist es für jeden seriösen Layouter schwierig einen
Preis zu nennen. Habe ich viel Platz oder wenig? Impedanzkontrolliert
oder nicht?
usw.
Nur ein Schaltplan zum "loslegen" reicht (leider) nicht. Das wird nix.
Kontaktaufnahme für ein Angebot gerne über PN.
Grüße vom
Dart M.
1600 Bauteile auf eine doppelte Europlatine? Mit doppelseitiger
Bestückung und 6/8 Lagen denke ich, sind eher so 1000 Bauteile das
Limit, solange du nicht nur hunderte 0603er Widerstände direkt
hintereinander schaltest.
... schrieb:> Also ich hab bei meinem letzten Projekt für ca. 350 Bauteile auf einer> 4-lagigen Platine so ca. 5 Tage benötigt, um alles zu routen.
Das aber nur, weil und wenn du alles über dein Design weißt (was
gehört zu wem, was ist kritisch, was unkritisch).
Das Routen ist bestenfalls etwa 20-30% der Zeit, der Rest ist
Datenvorbereitung: Bauteile suchen, Makros malen und Platzieren.
Dart M. schrieb:> also je mehr Layer, desto höher der Preis?
Es ging ja auch um den PIN-Preis, nicht um der Verbindungspreis.
Man sollte da den Aufwand nicht unterschätzen. Je mehr Layer, um
so mehr Verbindungen können verlegt werden. Zeitlich würde ich
ohnehin bei den Dimensionen ca. zwei bis drei Monate schätzen,
vor allem wenns irgendwo kneift und ein Re-Design nötig ist.
Wer den Preis unterbieten möchte soll das gern tun, aber nachher
nicht flennen wenn nichts an dem Auftrag dran verdient wird. :-]
Michael S. schrieb:> Es ging ja auch um den PIN-Preis, nicht um der Verbindungspreis.>> Man sollte da den Aufwand nicht unterschätzen. Je mehr Layer, um>> so mehr Verbindungen können verlegt werden. Zeitlich würde ich>> ohnehin bei den Dimensionen ca. zwei bis drei Monate schätzen,>> vor allem wenns irgendwo kneift und ein Re-Design nötig ist.
Jeder wie er meint. Ich kalkulier anders. Das Projekt wird sich genau
angeschaut, die Rahmenbedingen geklärt und dann ein verbindlicher Preis
aufgerufen.
Klar habe ich mich auch mal "verschätzt", aber im laufe der Jahre
bekommt man eine sehr gute Nase für die Zeit = Kosten.
Übrigens 125€ ist heftig!
Grüße vom
Dart M.
Hallo,
Markus ist wohl bei 36000 Euro in Ohnmacht gefallen und seither nicht
wieder aufgewacht. Solange ihn nicht jemand wiederbelebt hat ist die
Diskussion ziemlich sinnlos.
Gruss Reinhard
Dart M. schrieb:> Übrigens 125€ ist heftig!
Da von dem Projekt nur wenig bekannt ist, kann man eben
nur so kalkulieren. Klar ist das dann ziemlich hoch.
Lass dir mal ein Angebot machen die Wohnung zu tapezieren
und zu streichen nur mit Angabe der Wohnungsgröße. Da kommen
dann auch sehr seltsame Summen zusammen. Es gibt genug Beispiele
in der Wirtschaft wo der Preis plausibel nicht nachvollziehbar
ist. Würde ich mir keinen Kopf machen. Der PIN-Preis war ja auch
nur mal eine Hausnummer.