Ich weiß, dass man eine Gleichspannung einfach mit einem SFET oder
Transistor usw. schalten kann.
Aber ich möchte ein Halbleiterrelais, welches wie ein Solid State
funktioniert, so dass man ein vorhandenes Relais einfach austauscht. Ich
brauche es für 12V DC ca. 10A. Es muss in beiden Richtungen gehen.
Kann ich da einfach ein SolidState ohne Nulldurchgangserkennung nehmen?
Und, kann man mehrere parallel schalten z.B. die von Sharp 8A (S202S01)?
> Kann ich da einfach ein SolidState ohne Nulldurchgangserkennung nehmen?
Im Prinzip ja aber Du musst Dir - so nicht schon geschehen - unbedingt
Gedanken über die Wärmeabfuhr machen. Oder in anderen Worten: Wenn Du
ein vorhandenes Relais mit einem SSR ersetzen möchtest, ist dann auch
genug Platz für den Kühlkörper und genug 'Luft' zum (be)lüften, ggf. für
einen Lüfter der für Durchzug sorgt? Obiges S202S01 verbrät bei
Nennstrom immerhin 'typisch' 10W.
Und: Reicht Dir die verbleibende Spannung noch aus für den designierten
Einsatzzweck oder kannst Du die Eingangsspannung entsprechend erhöhen?
HTH
Jens schrieb:> Kann ich da einfach ein SolidState ohne Nulldurchgangserkennung nehmen?> Und, kann man mehrere parallel schalten z.B. die von Sharp 8A (S202S01)?
Nein, das (S202S01) beiinhaltet einen Triac, der DC nicht mehr
aussachalten kann.
Am besten wärs einfach, du sagst WAS du schalten willst :-)
achso ja Nachtrag bevor Missverständnisse aufkommen: Mit den
üblichen(tm) SSRs kann man DC nur einschalten, zum Ausschalten muss der
Strom unter einen bestimmten Wert fallen, bei obigem S202S01 z.B. unter
50mA.
Will man trotzdem DC ausschalten benötigt man ggf. ein 'Löschglied',
z.B. eine große Kapazität, die zum Ausschalten des SSR parallel zu
selbigem geschaltet wird.
HTH
z.B.:
El.-Lastrelais mit DC-Ausgang
Conrad Best.-Nr.: 505487
> Es muss in beiden Richtungen gehen.
Geht nicht wegen Bodydiode von FET. -> deshalb Polung beachten
Gruß
John
Jens schrieb:> Ich weiß, dass man eine Gleichspannung einfach mit einem SFET oder> Transistor usw. schalten kann.>> Aber ich möchte ein Halbleiterrelais, welches wie ein Solid State> funktioniert, so dass man ein vorhandenes Relais einfach austauscht. Ich> brauche es für 12V DC ca. 10A. Es muss in beiden Richtungen gehen.>> Kann ich da einfach ein SolidState ohne Nulldurchgangserkennung nehmen?> Und, kann man mehrere parallel schalten z.B. die von Sharp 8A (S202S01)?
In normalen SSRs sind Triacs verbaut. Die kann man zwar einschalten,
aber nicht wieder ausschalten. Bei Wechselspannung erfolgt das Aus-
schalten automatisch durch den Nulldurchgang. Ob es auch SSRs mit
eingebautem Fet gibt, weiss ich nicht.
Gruss
Harald
Danke,
hätte nicht gedacht, dass der 10W verbraten muss, dachte der Widerstand
ist so klein, dass kaum Verlusstleistung auftritt.
Wie ist es denn z.B. bei einem SFET IRF9530, da steht im Datenblatt 0,3
Ohm.
Das wären dann aber auch bei 10A so 3 Volt, die verloren sind, also fast
30W.
Aber, die 10A fließen nur ab und zu, es sind Audioverstärker, typisch
etwa 5A. Trotzdem, jetzt sehe ich es auch. Man denkt immer 0,3 Ohm sind
nichts, aber eben doch.
Dann doch vielleicht das herkömmliche Relais lassen ??
Jens schrieb:> Danke,>> hätte nicht gedacht, dass der 10W verbraten muss, dachte der Widerstand> ist so klein, dass kaum Verlusstleistung auftritt.
Wie bereits gesagt: Da sind Triacs verbaut. Bei denen ist die
"Verlustspannung" typisch 1V.
Gruss
Harald
> Wie ist es denn z.B. bei einem SFET IRF9530, da steht im Datenblatt> 0,3 Ohm.> Das wären dann aber auch bei 10A so 3 Volt, die verloren sind, also> fast 30W.
Gibt auch leistungsfähigere FETs, z.B. den IRLU 3717, der kommt gemäß
Speck auf grob 4mΩ, das wären dann Pimaldaumen etwa 0.4W
Verlustleistung.
Ich würd trotzdem beim Relais bleiben.
HTH
Jens schrieb:> Aber, die 10A fließen nur ab und zu, es sind Audioverstärker, typisch> etwa 5A. Trotzdem, jetzt sehe ich es auch. Man denkt immer 0,3 Ohm sind> nichts, aber eben doch.>> Dann doch vielleicht das herkömmliche Relais lassen ??
Nochmal die Frage, was du eigentlich tun willst?
Audioverstärker an- und abschalten?
> Also 4mOhm würde heißen 0,04W bei 10A
Nope, 0.4W sinds. P = U *I (Leistung) und U = R *I (Ohmscher
Widerstand), gegenseitig eingesetzt ergibt das P = R *I *I. Mit
angenommenen R = 4mΩ und I = 10A liefert das mithin P = 4mΩ *10A *10A =
400mW.
> Den IRLR3717 gibte es aber nicht überall.
Überall ist relativ. Reichelt hat ihn. Alternative wäre z.B. der IRF
1404. Oder ggf. mal bei den großen Herstellern suchen.
HTH
Jens schrieb:> Nun suche ich krampfhaft einen P-Typ, den ich in die Plusleitung> "hängen" kann.
Nimm doch einen BTS555 oder einen anderen High-Side Schalter.
P-Kanal braucht mehr Siliziumfläche bei gleichem Widerstand ist daher
prinzipiell teurer.
Gruß Anja
ja der BTS555 ist ja ein Mosfet.
Ich habe jetzt den
IRF4905 (bei Con 2,--)
gefunden, ein P-Typ, den es überall (Con,Rei) und preiswert gibt. Ich
verzichte jetzt auf die Verpolungssicherheit. Dieser hat ca. 20 mOhm
Wid., was dann bei 10W auf ca. 2W kommt. Das kann ich per kleinem
Kühlblech kompensieren.
P Typen kommen nicht bis 4mOhm runter, bis 7 habe ich einen gefunden,
ist aber schwerer zu besorgen.
Achso, habe ich vergessen.
Es ist kein Autoverstärker. Es geht darum, dass beim Hochfahren des
Rechners ein Audiointerface Mikrofoneingänge offen legt, die auf diverse
12v Verstärker gehen. Dann gibt es im Hochfahrzustand unerwünschte
Rückkopplungen.
Ich will jetzt, wenn der Rechner stabil läuft, dass er dann ein Signal
für das Einschalten der Audiotechnik gibt. Da alle Verst. mit 12V
laufen, wollte ich auf der Niedervoltebene bleiben. Da dieser Vorgang
jeden Tag passieren soll (Museum) und über mehrere Jahre, dachte ich,
ein MOSFET wäre zuverlässiger. Aber Relais sind, glaube ich, auch
ziemlich lang haltbar.
Und - außerdem geht es mir ums Prinzip, elektronisch zu schalten.
Ein Relais, gerade bei Batterieanlagen, frisst ja immer auch ein
bisschen Strom, wenn es die ganze Zeit an ist.
Jens schrieb:> Aber Relais sind, glaube ich, auch> ziemlich lang haltbar.
sofern du keine Kapazitive Last damit einschaltest (Ladeelkos) bzw.
keine induktive Last unter (Gleich-)Strom abschaltest halten die "ewig".
Bei Nenn-Widerstandslast sind 50000 Schaltspiele üblich.
-> ggf. das nächst größere (KFZ-)Relais verwenden.
Gruß Anja
Wie wäre es, bloss die Mikroeingänge so lange kurzzuschliessen, bis der
PC seine Soundausgänge innitialisiert hat ?
Deutlich weniger als 10A, deutlich einfacher, aber einfach ist heut zu
tage aus der Mode.
Natürlich ist das einfacher, die Vorverstärker lahm zu legen. Ich wollte
eben auf Nummer sicher gehen, dass die Lautsprecher stumm bleiben bis
alles bereit ist. Manschmal knackt es auch komisch u.a..
Aber ich denke, das Problem ist gelöst und wie oben gesagt. Mich
interesseirt generell die Schaltung einer Last (DC) ohne Relais, um eben
z.B. bei Batteriebetrieb, keine Relais mitlaufen lassen zu müssen. Für
mich ist das auch für andere Anwendungen interessant.
Danke auch für die Links, nur eben woher bekommen und wie teuer? Aber es
ist der Weg oder eben doch mit dem IRF4905.
Jens schrieb:> Mich interesseirt generell die Schaltung einer Last (DC) ohne Relais, um eben> z.B. bei Batteriebetrieb, keine Relais mitlaufen lassen zu müssen. Für> mich ist das auch für andere Anwendungen interessant.
Man sollte das altbekannte Relais nicht ganz verdammen. Bei Schalt-
frequenzen langsamer als einige Minuten sind sie oft zuverlässiger
als entsprechende Halbleiterschaltungen. Und als bistabile Relais
brauchen sie auch sehr wenig Energie.
Gruss
Harald
MaWin schrieb:>> Kann ich da einfach ein SolidState ohne Nulldurchgangserkennung nehmen?>> Nein, aus inzwischen geklärten Gründen.> Es gibt PhotoMOS Relais, aber nicht für 10A.
Doch, gibts z.B. bei clare.com namens CPC1909. Das ist mit 15A
angegeben, allerdings bei einer Casetemperatur von 25°C, was
unrealistisch ist wenn man nicht teure Kühlmaßnahmen ergreift. 10A sind
aber bei nicht so aufwendiger Kühlung machbar. Der typische
on-resistance liegt bei 50 mOhm, wären also 5 Watt Verlustleistung. Wenn
du vielleicht doch damit auskommen könntest dass es nicht "in beiden
Richtungen" gehen muss, dann wäre die DC Variante das CPC1709 eine
Alternative mit bis zu 35A bei 25°C und typisch 27 mOhm, also gut 2,5
Watt Pv.
Solche Photomos gibts auch von anderen Herstellern, ich glaube von
Panasonic hatte ich auch mal sowas ähnliches, was dann aber weniger nach
Transistorgehäuse, sondern mehr nach Modulgehäuse ausgesehen hat und
wohl nicht darauf ausgelegt war mit einem Kühlkörper versehen zu werden.
Es gibt auch Treiberbausteine womit man die galvanische Trennung bekommt
und am Ausgang anschließen kann was man möchte. Das zuletzt genannte
Modul hatte glaub ich STP60NS04 MOSFETS (TO-220) und einen solchen
Treiber IC unterm Verguss. Ich konnte mich nicht zurückhalten und hab
sowas mal zerlegt. Ein Nachbau mit Einzeltransistoren hat genauso
funktioniert und hat die Möglichkeit geboten weit mehr Strom dank
Kühlmöglichkeit zu nutzen.
Wer ist oder war denn der "Originalerfinder"? Hab übrigens zu lange für
meinen Beitrag gebraucht und nicht gesehen dass GB (Gast) genau den
gleichen PhotoMOS schon vorher gepostet hatte, sorry...
Stephan S. schrieb:> Ah, ok. Vielleicht nennen es deswegen andere Hersteller anders, z.B.> optoMOS...
Vielleicht auch OMO, oder ist das was anderes? :-)
Gruss
Harald
Hallo, ich habe eine ähnliche Anwendung. Ich möchte mein Solar Inverter
an dem Akku fernsteuern. Also bzw die Verbindung zwischen Batterie und
gerät.
Es kann Strom in beide Richtungen fließen. Ein dc ssr habe ich probiert,
nur leider gibt es eine feste Polung..
Ansonsten leitet es nämlich auch ohne schaltsignal..
Kann ich ein ac ssr nehmen?
Joerg V. schrieb:> Ich möchte mein Solar Inverter an dem Akku fernsteuern. Also bzw die> Verbindung zwischen Batterie und gerät.
Da wäre ein mechanisches Relais wirklich besser geeignet,
da es eine sichere galvanische Trennung gewährleistet.
Solche Relais sind aber nur dann einigermaßen billig,
wenn die Schaltspannung unter 30V liegt. Unabhängig davon
macht es keinen Sinn, für Dein Problem diesen alten Thread
auszugraben. Eröffne einen neuen Thread.